Donnerstag, 1. Dezember 2011

Walter

Sub-Ludus? Oder die Beharrlichkeit der Vergangenheit.

Die Eiswürfel versanken langsam im Glas. Walter nahm das Glas hoch und schwenkte es in einer langsamen, kreisenden Bewegung vor der Brust. Die Eiswürfel erzeugten ein leises Klirren und Knacken. Walter schaute dabei abwesend aus dem halb geöffneten Fenster. Ein leichter Wind liess die Äste, voll mit dicken grünen Blättern, langsam schwingen. Hin und her, mit einem leisen an- und abschwellenden Rauschen. Walter nahm das Glas zum Mund und trank es in einem Zug leer. Fast ohne den Kopf nach hinten zu legen. Die Eiswürfel klirrten im Glas. Immer noch sah er mit starrem Blick auf den schwingenden Baum. Dabei kreiste er weiter das Glas vor der Brust. Gleichmässig schwangen die Eiswürfel im Glas an der Wand entlang. Ein leises Knirschen und Knacken abgebend. Walter setzte das Glas erneut an und sog trinkend die kalte Luft ein.
Ein warmer Windhauch waberte durch den Raum. Erfüllt mit prallem Blattaroma. Es roch nach Buche. Vielleicht 120 Jahre alt, etwas angegriffenes Wurzelwerk, durch einen leicht leckenden Abwasserkanal an der Ostseite. Der Geruch hatte deshalb eine ganz leicht scharfe Färbung, ansonsten aber eine klare Buchennote. Etwas schwerer als die Linde, mit einer ganz leichten Feuchte. Herb, bei längerer Trockenheit am Gaumenboden etwas kratzig.
Walter blickte weiter aus dem halb geöffneten Fenster, links am Baum vorbei, über einen Flachbau hinweg, auf die fensterlose Seitenwand eines Mietshauses. Dort war auf 25 qm, eine lachende Frau zu sehen, die mit blanken, strahlenden Zähnen, die Vorzüge eines Teppichreinigers anpries. Das Gesicht der Frau war etwas verunziert. Das rechte Auge hing in Form eines Dreiecks über die Wange.
Walter schwenkte das Glas langsam vor der Brust. Ein weiterer warmer Hauch mäanderte durch das Zimmer. Er hob das Glas erneut an den Mund und trank in einem Zug die zerlaufenen Eiswürfel aus.  Ohne dabei den Blick von den strahlenden Zähnen der Teppichreinigung zu nehmen. Er hielt das Glas jetzt ruhig vor der Brust. Eine Wolke schwebte vor die Sonne. Nur noch graue milchige Strahlen, drangen durch das halbgeöffnete Fenster in das Zimmer. Der Teppichreiniger erlosch.
Walter streckte den Arm mit dem Glas vorsichtig nach vorne aus. Ausgestreckt, tastete das Glas langsam nach unten, Rhytmisch, gleichmässig. Immer im selben Winkel zum Fenster. Den Blick auf die obere Zahnreihe gerichtet. Das Glas fand keinen Halt. Er tastete und starrte minutenlang. Die Wolke flog weiter und gab die Sonne wieder frei. Das Strahlen drang erneut über den Flachbau, am Baum vorbei, durch das Zimmer, in die Augen von Walter. Für einen Moment war er überwältigt. Die Kräfte flossen vollkommen in die Aufnahme der Überwältigung. Die Pupillen verengten auf .-grösse. Er war vollauf damit beschäftigt, die Augenlieder vom Schliessen zurückzuhalten, die andere Hand vor dem Verdecken der Augen zu bewahren und die Halsmuskeln am Wegdrehen des Kopfes zu hindern.
Das Glas fiel auf den Boden. Ein dumpfer Ton mit etwas schrillem Einschlag. Das Glas federte etwas in die Höhe und schlug erneut auf. Der Ton war diesmal etwas leiser, jedoch mit der selben dumpf-schrillen EinFärbung. Ein zweites mal, federte das Glas etwas in die Höhe und blieb dann auf der Seite liegen. Das Klirren des Glases war dabei lauter, als der Bodenton.
Walter war immer noch nicht bereit, den Blick von dem Strahlen zu lassen.
Buchenduft wehte in dem Zimmer herum.
Walter ächtzte leise. Fast unhörbar. Es war mehr ein Hauchen, allerdings mit einem schwermütigen, kraftlosen, ja, aufgabebereitem Unterton. Die Trinkhand fiel schlaff nach unten. Dem, folgte das zweite leise Ächtzen. Der zweite Arm fiel entlang der Körperseite. Er wendete zuerst den Blick leicht von dem Strahlen ab. Drehte dann aber vollkommen ab, zur gegenüberliegenden Zimmertüre hin. Langsam hob er den rechten Arm, noch immer geblendet und legte die Hand vor die Augen. So blieb er stehen.
Eine  Spinne kam, einen Faden spinnend, von der Decke herunter und landete auf Walters rechtem Unterarm. Sie befestigte den Faden an Walters gelbem Hemd und ruhte einen Moment aus. Danach lief sie ein paar Schritte nach links hinauf, in Richtung Hand, kehrte aber bald darauf um und lief hinunter in Richtung Ellenbogen. Etwa zwei Zentimeter vom verankerten Faden entfernt, verharrte sie einen weiteren Augenblick. Sie lief dann auf die Unterseite des Unterarms, befestigte dort das Ende eines neuen Fadens, liess los und landete spinnend, nach etwa fünf Zentimetern auf der Vorderseite des Oberarms. Dort befestigte sie den Faden und verharrte eine kurze Weile. Dann lief sie in Richtung Armbeuge, befestigte dort einen Faden, lief spinnend am Unterarm entlang, bis zu dem oberen Ende des Fadens, den sie am Oberarm befestigt hatte, und befestigte den neuen gleich daneben. Daneben einen weiteren, an dem sie sofort spinnfadenausscheidend zum Oberarm hinunter glitt. Ohne eine weitere Pause, sponn sie nun ein dichtes Netz, das vom Handgelenk hinunter zur Schulter und von dort bis in die Armbeuge hinein ging. Fertig gesponnen, lief sie in die Mitte des Netzes und verharrte.
Die Blätter an dem Baum vor dem Fenster kamen in Bewegung. Sie erzeugten ein leises Rascheln. Das Fenster wurde ein wenig weiter aufgedrückt. Warme Luft drängelte in das Zimmer. Das Netz wurde zur Zimmertüre hin leicht aufgebläht, schwang gleich darauf zurück, wieder zur Türe, zum Fenster zurück, wieder zur Türe, kam dann sanft schwingend zur Ruhe.
Ein leises Summen erklang. Ein heller Ton; also eine schnellere Schwingung.
Von der Decke hing eine Elektroleitung, fast einen halben Meter hinab, an deren Ende eine dünne Energiesparlampe aus der Fassung hing, über die Lampe hinaus, hing eine dünne Zugschnur, an deren Ende war ein flauschiger Kunststofffaserkneuel befestigt, der noch ganz sacht ausschwang.
Um dieses Kneuel herum flog nun eine kleine Stubenfliege. Sie umrundete das Kneuel in einem Durchmesser von etwa vierzig Zentimetern, blieb dabei nicht auf einer Ebene, sondern flog in leichten Wellenbewegungen, um eine Mittelebene, die etwa in Höhe der Mitte des Kneuels lag. Auch der Kreisdurchmesser variierte um etwa zehn Zentimeter, bei dem Kreisradius von etwa zwanzig Zentimetern. Das Kneuel war nun in Ruhe und bildete weiterhin den Kreismittelpunkt des Fliegenflugs. Die Tonhöhe des Summens variierte in etwa gleich langen Intervallen. Der Haupt-Ton lag zwischen 2000 und 2500 Herz, mit einem leicht brummenden Oberton, der anscheinend von einem kleinen Einriss in einem der Flügel herrührte.
Das Rascheln der Blätter wurde lauter. Die Fensterhälfte klapperte leise, fast nur ein verhaltenes Rumpeln. Ein abendlicher Duft zog durch das Zimmer: trocken, warm, etwas Abgasschwer, abgenutzt, viel Rinde, wenig Gras, durstig und etwas müde.
Die Fliege folgte dem Duft, in teils zackiger Flugbahn. Dabei flog sie in Richtung Zimmertüre. Die Fliege flog knapp über den Walter-Unterarm hinweg.
Der Abendduft blähte das Netz leicht auf. Zart schwang es aus.
Die Spinne wachte auf, lief kurz nach oben, krabbelte aber dann in die dunkle geschützte Armbeuge.
Die Fliege war auf dem Rückweg und flog dabei knapp ausserhalb an der Walter-Armbeuge vorbei, in Richtung Fenster. Leider verfehlte sie den offenen Spalt und bummste unangenehm an die Scheibe. Sie landete auf der Fensterscheibe und war völlig verwirrt. Genauso lief sie darauf herum. Sie lief hinauf, bis zum Rahmen und dann hinunter, bis etwa zur Fenstermitte. Dort putzte sie ausgiebig die Augen und Flügel. Dann hob sie ab und flog zur Zimmermitte. Um den Kneuel drehte sie dann erneut Runde um Runde. Berg auf, Berg ab.
Der Abendwind wurde stärker und schickte einen warmen, duftigen Hauch in das Zimmer hinein. Die Zugschnur mit der Kordel schwang, ebenso das Spinnennetz.
Die Fliege folgte erneut dem Windhauch in Richtung Zimmertüre. Knapp am linken Walter-Ohr vorbei, fast bis zur Tür.
In dem Windhauch war etwas süsses. Keine Blumensüsse, davon gab es draussen zu wenig. Es war auch etwas bitteres, schweres in dem Duft. Weniger süss, als bitter und teilweise ziemlich deftig. Je mehr davon in das Zimmer drang, umso mehr überwog das deftige, allerdings eben mit einem bitter-süssen Abgang. Ein Geruch mit Naserümpf-Aroma, mit etwas zu wenig feuchte, um wirklich Ekel zu erregen. Trockene Scheisse eben.
Die Fliege war ganz hin- und weg. Folgte den Duftspuren bis in die Ausläufer, ein Zimmereck mit Stehlampe, deren Kordeln, die unten am Schirm hingen, leicht säuselten. Sie landete auf einer der 24 Kordeln und saugte begierig aber erfolglos an den Baumwollfäden. Bald war der Duft vollkommen aufgebraucht. Die Fliege flog im Zick-Zack, in Richtung Fenster. Weit an Walter vorbei.
Die Spinne lief aus dem Versteck in der Armbeuge heraus und verharrte etwa 5 Zentimeter davon, für etwa 26 Sekunden.
Die Fliege plongte an die Innenseite der Scheibe. Versuchte erneut einen Anflug und plongte wieder drauf. Sie landete.
Die Spinne lief nun in einem Radius von etwa 15 Zentimetern vom Netzmittelpunkt, um diesen herum und flocht dabei einen Faden in das Netz. Anschliessend lief sie in konzentrischen Kreisen nach innen, weiter flechtend.
Das Fenster ging leicht knarzend ein Stückchen weiter auf. Ein kleiner Windhauch bliess durch das Zimmer. Angefüllt mit dem Aroma trockener Scheisse.
Die Fliege folgte dem herrlichen Duft nach innen. Sie landete dabei, anscheinend von dem Aroma völlig benebelt, auf dem Walter-Hinterkopf. Sie lief, etwas hektisch, um, auf und durch die Haare, zum linken Ohr.
Die Spinne beendete die Ausbesserungsarbeiten am Netz. Nach einer kurzen Pause und einigen Drehern im Netzmittelpunkt, lief sie in die schützende Armbeuge zurück.
Ein letzter Sonnenstrahl verschwand aus dem Zimmer. Langsam, fast unmerklich, verlief der Strahl Helligkeit an der rechten Zimmerwand entlang, wurde schmaler und schmaler. Noch schmaler, nur noch ein Hauch. Plötzlich war er ausgeknipst. Nur noch ein leichtes nachglimmen am Fenster. Sekundenlang.
Die Fliege war fast am Ohr angekommen, als ein Windhauch das Fenster vollends öffnete. Diesmal flutete das Aroma im ganzen Zimmer herum, es war komplett mit der Abenddämmerungsluft ausgefüllt. Bestehend aus Blätter-, Gras-, Rinden-, Schweiss-, Abgas-, Hunde-, und und und, und eben auch dem so fliegenfreundlichen scheisse-Aroma. Alles völlig ohne Feuchte. Die Fliege hob ab. Sie floh im schnellsten Direktflug, durch das eingegraute Zimmer, durch das Fenster ins Freie. Das Summen verklang.
Die Spinne lief aus der Armbeuge in die Mitte des Netzes und kreiselte dort langsam um die Mittelachse. Sie prüfte ebenfalls den einfallenden Duft. Sie lief nach oben, am Walter-Handgelenk entlang, zu dem Faden, der an die Zimmerdecke führte. Nur kurz blieb sie an dessen Ansatz stehen, lief dann weiter zur Zimmerdecke und von dort Richtung Fenster. Um den Deckenlampenansatz herum und weiter, auf dem schnellsten Weg hinaus zu den Quellen der Aromen.
Es war still in dem Zimmer. Auch draussen wurde es langsam ruhiger. Stets dunkler. Die Lichter gingen überall an. Zuerst hinter den Fenstern, dann auch die Strassenlaternen.
Walter fiel nach vorne, voll auf das Gesicht. Immer noch die Hand vor den Augen. Der Boden bebte. Der Rumms lief an den Wänden entlang, durch das ganze Haus. Ein lauter Rumms! Walter ist kein Leichtgewicht. Walter stöhnte. Er nahm die Hand vor den Augen weg und drehte langsam auf den Rücken. So blieb er eine kurze Weile liegen. Er stützte beide Arme auf den Boden und drückte den Oberkörper in die Senkrechte. Zuerst blickte er aus dem Fenster. Es war inzwischen dunkel draussen. Dann schaute er im Zimmer umher. Mit der rechten Hand wischte er Staub und Fussel vom Mund weg. Er öffnete den Mund leicht. Hauchte. Stöhnte noch etwas und flüsterte:
Allein Zuhause.

Sonntag, 11. September 2011

Sex, Geschlechter und deren Zukunft

Eine leichte Verbesserung ist eingetreten.
Für Devin08: Vibrieren ist vom Ursprung her "schwingen, beben", beim Oszilieren ist es "schaukeln, schwanken". Jetzt wäre es interessant, in welchem Zusammenhang die beiden Autoren diese Worte verwendet haben? Wenn es um die, als Grundsubstanz vermuteten Strings geht, ist, wenn Sie die Gleichungen betrachten (also deren Einzelgrössen und die Zusammensetzung), welche die Theorie begleiten und auch beweisen wollen, das Vibrieren, der passende Begriff. Vielleicht hat Sie, wenn das Oszilieren bei Frau Randall steht, bei der Wortfindung zu "männlich" gefühlt, dort würde es in vielerlei Hinsicht besser passen. Ich fühle und weiss das, ich bin einer.

Die Hormone in den beiden Geschlechtern sind mitnichten "hoch-verschieden", sondern nur etwas anders portioniert. Alle Menschen (Frauen und Männer) produzieren dieSelben Hormone, der Anteil ist allerdings jeweils etwas anders verteilt. Bis Heute ist kein menschlicher Bestandteil gefunden worden, von den Atomen bis zu den Zellverbänden (Organen, Knochen, Muskeln, ...), der auf ein Geschlecht beschränkt ist. Es ist alles nur eine Frage der Dosierung. Mal hier ein Spritzer mehr, mal hier einer weniger, dann ist es eine Frau, dafür hier etwas mehr Testosteron und weniger Östrogen schon ist es ein Mann.

Nebenbei: Da die Geschlechter sich auf der Ebene von Gesellschaften oder gar der gesamten Spezies die Waage halten, liegt die Entscheidung, ob nach der Verschmelzung, die Zygote weiblich oder männlich ist, nicht nur bei den beiden Beteiligten, sondern zu einem vielleicht gar nicht so geringen Prozentsatz auch IN der Gesellschaft/Spezies. Diesen Anteil, an der Entscheidung für das Geschlecht eines Lebewesens, zu klären, wäre eine interessante Aufgabe für Soziologen und Biologen und andere Beteiligte.

Vorab: Wie schrieb Aldous Huxley in "Schöne neue Welt", schon vor langem: "Diese wirklich revolutionäre Revolution lässt sich nicht in der äusseren Welt bewirken, sondern nur in den Seelen und Körpern des Menschen.".
Zum Thema: Der Frage ist es "gleichgültig", Was (die + der = das) die Antworten findet. Der Antwort ist völlig unwichtig, ob eine Frau oder ein Mann sie findet.
Hauptsache ist, das die Gleichung vollständig ist: 1 + ? = 2. Das ? stört "gleichberechtigt". Die Natur hat uns Menschen in Zwei Geschlechter hinein-geschüttelt (getrennt ist da nix!). Vielleicht, weil die Aufgaben, die es zu bewältigen gab, eine deutlichere Verschiedenheit nötig machten, als sie in einer ein-deutigeren Lebensform zu bewältigen gewesen wären.

Das DaSein fordert und die Natur liefert, bisher ist das noch so.
So ist also das Mensch (die + der = das) aus zwei Geschlechtern aufgebaut (geteilt ist da nix!) und erfüllt aufGrund der Verschiedenheit auch verschiedene Aufgaben und ist ebenso unterschiedliche Interessen. Die Frage ist nun: Ist das unveränderlich? Blöde Frage! Selbstverständlich nicht!
Zitat: "Ein frei denkendes Mensch bleibt nicht dort stehen, wo der Zufall Es hinstellt.", Heinrich von Kleist.
Werden Männer also in Zukunft Kinder gebären und Frauen neue Rekorde im Gewichtheben aufstellen?
Wozu? Das würde bedeuten, auf dem heutigen Zustand nur herumzutrampeln: Re-Volution statt Pro-Volution.

Nein, die Zeugung (in-Vitro) und die Tragezeit eines Lebewesens, bald auch die des Menschen, geschieht schon heute ausserhalb von Körpern in Artefakten und wird mit zunehmender Verfeinerung der Technik auch dorthin verlagert. Die Triebe (darIn auch der Fortpflanzungstrieb) werden, mit zunehmendem Wissen und damit der Fertigkeit, die weitere Entwicklung mit der Natur zu verhandeln, langsam ausgeheilt (ja, "ausgeheilt", denn Triebe sind etwas zwanghaftes (Fremdbestimmung durch/aus einer Bewusst-Losen Vergangenheit) und Was (der + ? = das) würde bei einem Zwang von Gesundheit sprechen?). Sex und die Geschlechter sind somit Auslaufmodelle und wie bei allen Auslaufmodellen, werden die Romantiker die Läden stürmen, um die letzten Modelle noch zu horten und daran festzuhalten. Es werden viele Tränen vergossen, während dem sooo bösen auslaufen/aus-oszilieren dieser Mode in der Natur.

Aber das DaSein fordert diese Veränderung, denn es gibt wesentlich befriedigendere und nachhaltigere Methoden und Konzepte, um Lebewesen zum Erhalt und der Veränderung/Fortentwicklung der Spezies zusammenzuführen, als die "Schönheit", die Attraktivität, Besitz, Einfluss, Stärke, das Anderssein ... und als Belohnung dafür den Sex. Welche? Wahrhaftigkeit, Freundlichkeit, Aufrichtigkeit, Abenteuer, Entdecker-Lust für die RIESIGEN Weiten und die ENORME Vielfalt des DaSein, nicht zu vergessen die Zärtlichkeit; das die keinen Koitus zum Orgasmus braucht, bemerken inzwischen immer mehr Menschen.

Frau Anderl, Sie schreiben: "Der Grund dafür, dass Intelligenz und Attraktivität in der Praxis ein erfolgreiches Bündnis eingehen können, ist simpel: Natürliche Attraktivität beinhaltet, mit sich selbst im Reinen zu sein. Und das umfasst nicht nur den eigenen Körper, sondern auch den Geist. Man wird nicht sexy sein, wenn man alles nur auf den Geist konzentriert und den Körper negiert, aber genauso wenig wird einem dies gelingen, wenn man Attraktivität und Intelligenz als Gegensätze ansieht. Wissenschaft ist nicht von sich aus sexy. Aber es gibt keinerlei Gründe, warum sie es nicht sein kann.

Mit der Schlussfolgerung stimme ich voll überein. Woran es noch hakt, vermute ich, steckt, bei Uns Menschen, in der Auseinandersetzung von "Seele und Körper" (bei Huxley), oder von "Geist und Körper" (bei Ihnen), also in einer Hierarchie von Komponenten einer Einheit, die Sie in der Formulierung: "... nicht nur den eigenen Körper, sondern auch den Geist." erklingen lassen. Diese "Aus-einander-setzung" (keine Trennung!) von-einander abhängiger, somit ohne-einander zerfallender Strukturen (in unserem Fall das ganze Mensch), zu beenden, ist, vermute ich, die Lösung so einiger Krisen und Probleme In und Neben Uns Menschen. Noch findet diese teils aggressive Auseinandersetzung von Logik und Gefühl (darIn auch die Triebe) noch Planetenweit statt; nur vereinzelt und zart wächst das EinVerständnis heran, also das "im Reinen sein", wie Sie schreiben. Es hält sich noch etwas versteckt, sonst BRÜLLEN es die Tri€be sofort an und versuchen es zum Schweigen zu bringen.
Aber das macht die Macht halt so. (Siehe dazu den Beitrag "Macht!", in diesem Blog)

An ThorHa, Sie schreiben: "Wenn Sie den Sex abschaffen wollen, ..."
Da ÜBER-schätzen Sie mich aber ganz gewaltig, denn Ich habe damit nur soviel zutun, wie hoch mein Anteil im DaSein ist. Und Sie wissen, der Anteil Jedes Einzelnen am Gesamten ist fast verschwindend gering, selbst so Über-schätzte Lebewesen, wie z.B. Einstein, haben fast "nur" das Verdienst, gerade die richtige Welle erwischt zu haben, die sie nach Vorne, vor Uns Andere gespült hat, vor die Masse. Denn das DaSein bietet fast unendliche Antworten und das Bewusst-Sein hungert nur darauf, sie zu finden, oder? Deshalb nehme ich das Bewusst-Sein so wichtig, denn ich warte selbst schon länger auf eine schöne hohe Welle, aber ... Was soll ich sagen?
Auf den Punkt gebracht: Nein, ich will den Sex nicht abschaffen, aber ich spüre die Tendenz dazu. Warum? Der Natur wohnt neben anderem (AnGleichung und ErWeiterung), ein sehr starker Wunsch nach Optimierung aller Bewegungen und Verbindungen inne. Verbesserung und Vereinfachung, Stärkung und Sicherung, allerdings, ohne den Zufall und das Chaos zu beschädigen, oder zu klein zu halten, das aus dieser Struktur, die stets nach Stabilisierung drängt, immer wieder Neues schöpft. Vieles davon fällt sofort wieder auseinander, anderes hält sich hartnäckig, weil es der Stabiltät und dem Ausbau förderlich ist. Wo ordnen Wir uns ein?

Zum Thema: Von diesem Optimierungsprozess sind selbstverständlich weder der Sex, noch die Geschlechter-Varietät einer Spezies ausgenommen. Wenn Zuwendung, Extase und Fortpflanzung einfacher zu haben sind, wird die Natur diesen Weg nehmen und Wir mit IHR, oder wir waren Geschichte, da können Wir trauern und aufbegehren, wie Wir wollen.
Allerdings hat die Natur einen Anreiz, eine Belohnung in den Optimierungsprozess eingebaut, Sie garantiert für einen steten Zuwachs an FREUDE für die Veränderungstüchtigen. Und das ist doch was?
Auch das schliesse ich aus den Tendenzen.

ThorHa schrieb darauf am 08. September 2011, 14:59
@Oliver-August Lützenich: Okay. Da solch gewaltige Veränderungen jahrmillionenalter menschlicher Verhaltensweisen denn doch nicht von heute auf morgen geschehen, muss ich ohnehin nicht mehr auf die Barrikaden gehen :-). Ich werde (sehr lange) tot sein, bevor ihre Realität materialisiert. Wenn sie materialisiert. Gruss

Darauf ich: An ThorHa.
Gewaltig!? Sie haben recht, Sie und ich, und die jetzt erLebenden, werden das nicht mehr erleben, aber Millionen Jahre, nö, so weit reicht Niemandes Blick. Sie unterschätzen die Geschwindigkeit der Entwicklung, aber wie Sie schreiben, müssen Wir uns nicht mehr gross darum kümmern. Obwohl ..., was Heute in den Labors noch ausprobiert wird, ist Übermorgen vielleicht schon Alltag und die Tragezeit von Lebewesen in künstliche Gebärmuttern zu verlagern ist bereits Versuchsalltag in zahlreichen Laboratorien und "künstliche", wie natürliche Stimulanzien, die Exstasen weit langanhaltender und weniger aufwendig als ein Orgasmus erzeugen, sind ebenso verfügbar, allerdings noch nicht erlaubt. Millionen Jahre, Nein, so weit brauchen Sie nicht blicken, es reicht eine kleine Achter- oder auch Geisterbahnfahrt durch menschliche Labore, wie Sie wünschen, und Sie erkennen eine Entwicklung, die bald auch in unserem Alltag Platz greift. Das betrifft auch die Geschlechterdifferenzen und deren Angleichung im Aufbau der Erbsubstanz. Was ist aktuell bereits möglich in der Genetik und was wünschen die Eltern für eine biologische Ausstattung ihrer Kinder? Stets nur das Beste und Fitteste, oder?
Vielleicht erleben Wir das sogar noch, wer weiss?
Wissen Sie, wie lange es PCs gibt? Als es sie bereits gab, riet mir ein Berater in der Schule ab, einen Beruf in diese Richtung zu wählen, weil nur kurzfristig ..., seitdem bin ich hellhörig bei neuen Entwicklungen.

Ein Blogbeitrag im FAZ-WissenschaftsBlog: "Planckton":.