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Freitag, 2. August 2013

Geselligkeit

Heute haben zwei grosse Informationsströme, die *mich per Nachrichten und Magazin-Beiträgen erreichten und sich dabei in *mir übereinanderlegten, eine Frage provoziert.
Herausgefordert.

Der eine Informationsstrom bestand aus den Begründungen von Diebstählen, Betrügereien und Einbrüchen.
Der andere Informationsstrom aus den Begründungen von Strassen- und Gebäudeschäden, von der Verwahrlosung ganzer Infrastrukturen.

Die eine Begründung lautete: Arbeitslosigkeit, auch, oder vor allem, wegen Kapitalmangel.
Die andere Begründung: fehlende Arbeitskraft, auch, oder vor allem, wegen Kapitalmangel.

Menschen haben keine Beschäftigung und keine dadurch erarbeitete Anerkennung.
Infrastruktur, z.B. auch Brücken und Autobahnen und Bahntrassen in D, können nur noch im Schneckentempo befahren werden oder auch Monate gar nicht mehr, weil das Geld fehlt, um die zur Pflege und Wartung benötigten Menschen einzustellen.

Da ist also jede Menge Arbeit und Aufgaben vorhanden, aber die Menschen tun anderes.
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Am Gleisdreieck in Berlin-
Schöneberg
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Da verfallen auf der einen Seite also Infrastrukturen. Nur als Beispiel. Sie wissen bestimmt noch mehr Gesellschaftsbereiche wo "Personal" fehlt.
Und auf der anderen Seite ist genug da, was geklaut, ertrogen oder erbrochen werden kann und wird, von Menschen, die ja irgendwas zum "Arbeiten" und zum erleben brauchen.

Was in mir dabei auftauchte, war also die Frage: Fehlt es nicht eigentlich an Ideen? Zu mindest an einer?

Denn eigentlich ist ja Alles vorhanden, es bräuchte doch irgendwie nur zusammengebracht werden, oder?
Jetzt hören Sie mir bloss auf mit irgendwelchen gestrigen oder auch heutigen Ideologien oder -ismen, die sind mir dabei nicht eingefallen. Die fallen bei mir nicht mehr auf.

Nein, es ist einfach so, dass es so viel zu tun gibt und noch mehr gäbe, um All-Es zu beschäftigen auf eine gesellschaftsfreundliche Weise, dass aber die Fakten so sind, dass so wie es jetzt gehandhabt wird, immer gerade so viele Menschen ausgeschlossen werden, damit das Verbrechen weiter blüht.

Nun ist mir jedoch auch ganz klar, dass das Verbrechen schon in der Natur des Menschen angelegt ist, sonst hätten ja so viele sehr reiche und gesellschaftlich anerkannte Menschen auch überhaupt keinen Grund, verbrecherisch oder auch asozial zu handeln, aber sie tun es.

Das meint, dass Arbeitslosigkeit und die damit einhergehende Perspektivlosigkeit und mangelnde Anerkennung, nicht der alleinige Grund für schmerzhafte Übergriffe auf den Besitz oder gar das Leben anderer Menschen ist, aber ...

Was wäre, wenn Wir durch eine gute Idee zur Veränderung der Gesellschaft, hin zu einer wirklichen Voll-Beschäftigung der Mitglieder dieser Gesellschaft, vielleicht nur eine ganz klitzekleine Menge an Übergriffen, Diebstählen, ..., und Verletzungen verhindern könnten?

Egal, ob es nur ein oder zwei Prozent sind. Das wäre doch schon eine Erleichterung, oder?
Das könnte doch auch die Sicherheit und das Wohlgefühl jedes Einzeln-Es schon ein ganz klitzekleines bisschen erhöhen.

Aber gut, so eine Idee fehlt uns Menschen eben.
Also weiterhin ... ... ... und so weiter und so  fort.
Für die Nachrichten und die Magazine wäre so eine Idee auf jeden Fall ein herber Verlust, weil das meiste Mensch giert ja auch ein wenig nach Vernachlässigung und Abscheu und Verächtlichung und Denunziation und auch ein wenig nach schmerzlichem Nervenkitzel.

Vielleicht fehlt ja auch genau aus dieser - wie nenn *ich diese "Gier" jetzt? Kann ich die noch Lust nennen, oder ist es ein BasisFrust, der nach Rechfertigung und Bestätigung hungert? - GefühlsMelange, diesem GefühlsMix heraus, diese Idee, zur Veränderung der Organisation, der Struktur, dem Aufbau und dem gesellschaftlichen Umgang im Miteinander?
Könnte ja sein, das ein innerer Komplex an Menschen-Gefühlen diese HandHabe fordert.
Nur so eine Idee, aber gewiss eine falsche.

Also *mir würde es gefallen, wenn die Gerichte und die Polizei weniger zu tun hätten und erst Recht, wenn weniger MitMenschen leiden müssten, wegen ...

Aber die Idee fehlt.
Und die Idee fehlt vielleicht, weil Wir dieses [Mit-]Leid noch fordern, weil Wir in Masse diesen schmerzhaften "Kitzel" noch brauchen.
"Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett", wie ja bereits seit längerem ein deutscher Schlager singt.
Und all die Welt-Verstörungs- und Welt-Untergangs-Bücher und Filme!

Nur so ein paar Gedanken vor dem Wochenende.
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Hasenheide, in Berlin-Kreuzberg
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Mir ist klar, dass das Foto nichts mit dem Drüber-Text zu tun hat, aber ich finde es einfach schön, und damit wünsche ich Ihnen ein ebensolches Wochenende.
Danke.

Dienstag, 25. Juni 2013

Selbst-Unterlassung

Diesen Beitrag habe ich, bis auf eine Ergänzung in einer Klammer, die ich grün eingefärbt habe, bereits mit dem Titel "Selbst-Optimierung" hier eingestellt. Nach dem Schreiben der Klammer war mir klar, dass damit genug zu dem Artikel und um den Artikel herum, von mir geschrieben wurde. Sie werden dort erlesen warum und auch, warum ich den Titel des Beitrag geändert habe.
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Foto von Umbo, aus 1929, "der Clown"
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Ja, ganz klar, wenn Mensch die ganze Evolution mal auf den "Seziertisch" packt und die einzelnen Stränge isoliert und auf das Tun und dessen Folgen reduziert, dann ist die Evolution ein Prozess der steten Verbesserung und Anpassung, innerhalb stetig wechselnder Bedingungen (eine Definition für "Erfolg"); oder auch der steten Verschlechterung, wegen Anpassungsproblemen oder gar der -Verweigerung, und daraufhin der Aussonderung.

Und diese Prinzipien / Voraussetzungen gelten sowohl für das Ganze, als auch für Jedes Einzelne ganze(!) "Mit-Glied" im DaSein, z.B. also sowohl für das Menschheit, wie auch das einzelne Mensch, oder ebenso für die einzelne irdische Lebendigkeit, wie für das ganze Universum.
So ist das Einzelne genauso zur Anpassung innerhalb der Gesellschaft gezwungen, oder, um es sanfter und bekömmlicher zu formulieren: dazu aufgefordert; wie die Gesellschaft zum Schritthalten mit den Veränderungen der umgebenden Natur und dem gesamten DaSein aufgefordert ist. Alles wirkt nach Innen, wie Alles auch nach Aussen wirkt; und somit auch zur beidseitigen Veränderung beiträgt. So lange schon erkannt, so banal.

Ich spekuliere jetzt mal:
Wobei das SEIN wohl die Grundbausteine der vorübergehenden Dauerhaftigkeit oder auch Beständigkeit (die Substanz, also die eingehäutete, die in eine Verbindung abgesonderte Energie) einbringt und mit der Endlichkeit aller Verbindungen (im Deutschen auch Trennung oder Tod benannt) den Zwang zur beständigen Änderung der Verhältnisse (die ungehäutete Energie (Licht), die sogenannte RaumZeit) bereitstellt.
Und somit das er- / be- / geschaffene DaSein darin und daran arbeiten muss, so gut (gut, ist bestens versorgt und dabei so weit von den Vorgaben und Beschränkungen der Vergangenheit erlöst, wie es möglich ist, ohne das persönliche und das allgemeine DaSein zu gefährden) und so ausdauernd wie nur möglich in diesen Voraussetzungen zu bestehen.
Das ist - denke ich - der Inhalt von Freiheit.

So weit so bekannt. Wenn ein-Es so will, ist das Geschehen, das mit dem Begriff der Evolution hauptsächlich verbunden ist - also die irdische Lebendigkeit -, ein fast reiner [Selbst-]Optimierungs-Prozess, in dem es nicht um Grösse und Kraft, um mehr Gewicht und Einzel-Spezialisierung geht, sondern in dem es viel mehr um die Geschwindigkeit und AusDauer in aller VielFältigkeit (Aufbau, Formen, Farben, Verhalten, Beständigkeit), also um die Entwicklungs-Geschwindigkeit, um das erfolgreiche MitBestehen innerhalb der beständig wechselnden Gegebenheiten des Geschehens geht. Klar, geht es auch noch um Details, z.B. auch um die Verantwortung, die *mir in diesem Blog ja ein besonderes Anliegen ist, und die für m*ich auch zum Erfolg und zur Erweiterung der Freiheit innerhalb der Zwänge des DaSein zählt, aber davon habe *ich ja schon einige Beiträge (eigentlich Alle) eingestellt.

Jetzt komme ich zu dem unten eingestellten Artikel aus der FAZ.
Wenn ich den, mit dem obigen Hintergrund lese, komme ich mit dem darin geschilderten wunderbar zurecht, da errege ich keinerlei Aufregung wegen der darin be- / geschriebenen Tatsachen, allerdings ein wenig wegen der Stimmung, die aus dem Text hervorkommt und die, für mich, zu sehr nach Angst riecht, nach Überforderung, oder gar Unverständnis? Wie geht es Ihnen dabei?

Ich möchte mal vermuten diese Stimmung - bei der Erkenntnis dieser und anderer Vorgänge, innerhalb des DaSein und bei der näheren und weiteren Erkenntnis auch des menschlichen Handelns darin - hat mit der Stellung des Menschen zum oder im DaSein zu tun, der allerdings natürlichen Stellung des Menschen dazu, denn diese Stellung ist so weit verbreitet und so normal, dass sie natürlich sein muss. Es ist die wohl allgemeine Stellung Alles Einzelnes zum Ganzen: die natürliche AusserGewöhnlichkeit!

Alles im DaSein ist AusserGewöhnlich. Erst mal. Und dieses Ausser- besagt ja schon vom Gefühl her, dass Etwas/Eines nicht ganz und direkt dazu gehört, zu der Umgebung, in das Andere Da, zu der Gewöhnlichkeit, in Unserem Fall zum DaSein, zur Natur.
Das sind Wir aber.
Die Entwicklung ist die von der Ausser- zur InnerGewöhnlichkeit, vielleicht?

Ich vermute: Solange das Mensch aberkennt Natur zu sein, damit auch den Regeln und dem Geschehen dieser Natur ausgeliefert zu sein  - und zwar zu fast 100%, bis eben auf eine kleine, fast winzige wirkliche Besonderheit in allem DaSein (vielleicht das ewige Chaos, der überraschende Zufall, der stete Zweifel in Allem? Sie wissen ja davon.) -, kommt so ein Erstaunen und so eine schwebende Angst zustande, wie ich sie aus diesem und vielen anderen Zustandsbeschreibungen des DaSein erspüre (also auch erhöre und erlese).

Die Verwunderung des Einzel-DaSein, bei der Erkenntnis des DaSein, die oft genug leider noch in Bedrohung, in Angst, ja sogar bis in Panik hinauf erregt ist.
Und mir ist doch vollkommen klar, dass auch das völlig natürlich ist, sein muss, so weit verbreitet, so normal diese Reaktion ist.

Die Fanatiker aller Rückwärtsgewandtheit, sowohl im Glaubens-Bereich, als auch in Kunst und Wissenschaft, sind dabei nur die Spitze des Eisbergs, dazu brauche ich nur die Wahlergebnisse abzurufen, oder zu fragen: Warum Wir immer noch fossile Brennstoffe verwenden und für bald Alles, was das DaSein so frei anbietet und Wir unbedingt zum Über- und ErLeben brauchen, bezahlen müssen (wie Es auch uns Menschen einfach so frei "angeboten" hat und erLeben lässt; oder hat irgendein Mensch irgendwann einmal, für ALL das bezahlt?).

Und jetzt der Artikel:

Aus Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 09.06.2013, von Yvonne Hofstetter
Titel: Datensammler Ein totalitäres System
Untertitel: Algorithmen beherrschen unseren Alltag. Ob beim Einkauf oder an der Börse: Die digitale Revolution zwingt uns, ständig unseren eigenen Vorteil zu maximieren. Gibt es noch einen Ausweg?

Dort finden Sie das vollständige Original mit Kommentaren des Artikels:

Wieder hat die digitale Gesellschaft eine neue Spezies erschaffen, die uns Arbeit abnehmen soll: Agenten. Ein Designmuster für Algorithmen, die Investmententscheidungen für uns treffen oder den städtischen Lieferverkehr steuern: Agenten finden für alles die beste, effizienteste Lösung. Sie sind Optimierer. Und sie sind besser als wir.

{"Sie sind Optimierer. Und sie sind besser als wir." Die Unrichtigkeiten in der Sprache haben ziemlich sicher mit der Gefühlsmischung zu tun, die diesen Artikel eingefärbt hat, also mit Angst und Verunsicherung im DaSein.
Bin Oliver-August Lützenich frei davon? Aber woher denn, Selbst-verständlich bin auch ich voll davon, aber so als Nach-Leser, also mit ein wenig Abstand zum Gefühlten und Gespürten, mag ich da schon auch bemerken, was an meinen und fremden Aussagen schief ist und das oben zitierte ist schief.
Denn, haben Software-Progrämmchen ein Geschlecht oder gar eine Persönlichkeit? Und, können Handlungsanweisungen (Algorithmen) in Bits und Bytes "gegossen" besser sein, als dieJeniges die es formulieren und einspeisen? Schon die Verwendung des Begriffs "Agent" ist irreführend. Weil, was steckt alles in dem Begriff "Agent"? Doch zumindest ein Mensch, oder? Und was steckt in einer Computer-Handlungsanweisung, einem Programm-Code aus Buchstaben und Zahlen, von einem Compiler übersetzt in Maschinen-"lesbare" An-/Aus-Folgen? ElektroMagnetische Schwingungen. Sie könnten jetzt selbstverständlich anmerken, dass auch das Mensch ein Ergebnis solcher Schwingungen ist, aber ich gebe Ihnen dann zurück: AUCH. Ganz klar, aber eben nicht nur. Und dieses "nicht", was mehr ist als die Schwingungen, die Wir mit einem Programm-Code gemeinsam haben, ist eben so viel mehr an Verschiedenheit, das die obige Aussage: Und "sie" sind besser als wir, so ungefähr alles auslässt, was wir Menschen in Gänze sind und nur das winzige wenige nimmt, was Wir mit schwingenden Elektronen und der Technik darumherum gemeinsam haben. Sind Wir also vom Gefühl her so enorm winzig und wenig, dass schon ein kleines Progrämmchen, welches auch noch von Einigen von Uns geschrieben wurde, besser ist, als wir Menschen es sind?
Können Sie jetzt meinen Ärger beim lesen so vieler solcher Sätze verstehen?
Können Sie jetzt vielleicht nachvollziehen, dass ich ahne, was vielleicht ein Grund so vieler Krisen in Uns ist, was vielleicht ein Grund für so viele schmerzhafte Kollisionen zwischen Uns und unserer UmWelt ist? Dieses Selbst-Lose, dieses blosse DaSein ohne Selbst zu sein, dieses massenhafte Mensch-Sein ohne klare und eindrücklich, wie ausdrückliche Position im und für das DaSein, dieses massenhafte Nur-so-dahinerleben, diese Kleinheit und kaum Vorhandenheit der meisten Menschen, dass schon so eine Handlungsanweisung, ein paar Zeilen lang, für eine Maschine, ein Wesen für Uns ist (Agent) und hat; und schon mehr kann als ein Mensch?
Diese Klammer habe ich als letzte eingefügt und lasse das Andere auch so stehen, weil mehr kann und will ich zu dieser Form der Auseinandersetzung mit Uns und unserem Tun und Handeln auch gar nicht mehr HIER einfügen. Danke.}

In der Investmentindustrie zum Beispiel sind Algorithmen oder „Algos“ gerade dabei, den Beruf des Händlers überflüssig zu machen. Denn Algos treffen auch die besseren Investmententscheidungen. Die Händler dürfen zwar bleiben - aber nur noch als Algo-Babysitter.

Algos sind unermüdliche Datensammler. Sie verarbeiten Marktdaten und setzen sie zu einer Lageanalyse zusammen. Das Ergebnis legen sie dem Entscheidungsträger vor. Und das ist eben nicht mehr der Händler, sondern - ein Algo. Der berechnet dann die optimale Zusammensetzung eines Portfolios. Zum Beispiel im Währungshandel: 5,3 Millionen Eurodollar verkaufen, 2,67 Millionen Pfund Sterling kaufen. Kontrollzyklus: jede Minute. 24 Stunden täglich, fünf Tage in der Woche. Der Algorithmus berechnet und führt die Order aus. Dem Händler bleibt die Aufgabe, die Maschine zu überwachen und zu bedienen.

{Bei mir taucht hier die Frage auf: Warum Handeln Wir? NebenFragen: Macht es für Uns Sinn, den Handel von Unserem Eingreiffen zu befreien und: Wem nutzt diese Herausnahme des Lebewesens Mensch aus dem Geschehen der Maschine? Ich vermute mal: Ja, Uns. Es ist vielleicht eine Befreiung von Aufgaben in der RaumZeit, die (RaumZeit) Wir dann für anderes verwenden können. Tun werden.
Wir optimieren und effizienzieren die Uns zur Verfügung stehende RaumZeit-Phase immer konkreter; Wir befreien Uns (auch damit) von allen Aufgaben und Handlungen, die nicht zum Vergnügen Aller und zur Förderung der Erweiterung von Jedes Einzelnes dienen. Wenn das so als HinterGrund in der Evolution und also auch in Unserem Tun steckt, wäre das doch fantastisch! Alles, was Wir an Aufgaben und Handlungen optimieren, minimieren, delegieren oder gar eliminieren können, befreit Uns für mehr Phantasie. Und die ist doch wohl ein ganz anderes Tun und Handeln - das Freude bereitet - als das Arbeiten und Schuften, das Wir jetzt tun, meist tun müssen, denn die Freude an einer/der Arbeit jetzt und Hier und Heute, ist doch wohl nur sehr sehr sehr wenigen vergönnt, die Allermeisten müssen einfach was tun, weil eben noch alles Notwendige kosten muss. Muss was kosten, weil sonst ist es doch nichts wert und das ErLeben ist doch wohl was wert, oder? Also muss es beschränkt sein, im Mangel sein und was kosten. Das ist die Dynamik des Handels und des daraus entstandenen Kapitalismus. Vermute ich.
Mir ist doch inzwischen auch immer geläufiger, dass, so dumm, wie Wir geboren und auch gezeugt werden (das können Sie am Ende des Artikels noch einmal nachlesen), Wir noch jede Menge Herausforderung und auch Überforderung bis zum Zwang brauchen, bis Jedes die Fähigkeiten, die Es mitbekommen hat, auch wenigstens zur Hälfte nutzt, was ja schon mal ein ziemlicher Gewinn für Unser MitEinander wäre, einfach, weil Wir Einander dann viel besser verstehen, freundlicher und aufmerksamer miteinander umgehen, einfach, weil eine bessere Nutzung Unseres DaSein-Potentials noch jede Menge zusätzliches Vertrauen schafft.
Klar ist Jedes Einzelne DaSein auch Ausser-Gewöhnlich! Logisch. Also stimmt das erste Gefühl schon, doch erst die Gewöhnlichkeit macht Uns fast zur Gänze aus, aus dem Ausser kommt da bis Heute wenig, sehr wenig, was Uns ausmacht, auch kommt da so wenig von dem, was Wir so zum ErLeben brauchen, fast gar Nichts, und das ist verdammt wenig, von der Gewöhnlichkeit kommt bislang daGegen fast Alles. DaGegen! Die Verwendung dieses Pronominaladverbs zeigt schon, dass Wir einander noch fernhalten müssen, weil Unser Verhalten eben noch sehr unfrei ist, weil es noch viel zu sehr nach/von Aussen ist, statt gewöhnlich zu sein, also nach/von Innen berichtet wird, wo doch fast Alles notwendige von dort herkommt und entsteht. Oder habe ich da was falsch verstanden?
Sie erkennen schon, ich verwende den Begriff "Gewöhnlichkeit" mit einer ziemlich erweiterten Füllung, als vielleicht üblich, auch ohne Abschätzigkeit, die ja da auch noch öfter mitgeschwungen wird. Dazu ein Gedicht:
Gewöhnlich bin ich, ich bin gewöhnlich, ich bin normal, bin schon lange hier und an das Hier auch schon gewöhnt, so weit mir das von Aussen gestattet wird, bin ich gewöhnlich in Berlin zu finden, wenig ausserhalb, gerne auch, aber ganz überwiegend bin ich gewöhnlich ein Mensch mit Frisur und ganz gewöhnlichen Bedürfnissen, da ist wenig ausser, ausser ich bin un-gewöhnlich, aber das bin ich eher sehr selten.
So in Etwa.}

Ein Agent - eine Architektur zur Anwendung von Algorithmen - lässt sich wie ein Haustier trainieren. Mit Belohnungen, wenn er sein Ziel erreicht, und einer Strafe, wenn er sein Ziel verfehlt. Agenten können fast beliebig intelligent werden. Oder sagen wir besser: beliebig einseitig begabt. Und glauben Sie es ruhig: Es ist fesselnd, mitzuverfolgen, wie ein Agent lernt, optimale Investmententscheidungen zu treffen. Man kann ihn problemlos klonen und so trainieren, dass er jedes gängige Investmentinstrument beherrscht.

Aber bei aller Faszination gibt es auch Grund zur Sorge: Längst breiten Softwareagenten sich in unserem Alltag aus, erforschen unser Denken und Tun. In Höchstgeschwindigkeit rechnen uns Amazon, Google und Twitter vor, was wir wollen, tun oder lassen sollen. Es ist ja auch überaus praktisch, wenn die Maschine für uns denkt. Wir wissen ja: Der Optimierer findet die beste Lösung. Wir lehnen uns zufrieden zurück.

Dabei sind wir nicht nur berechenbar, sondern steuerbar geworden. Der Mensch wird zum Erfüllungsgehilfen optimierender Maschinen. Etwa in der urbanen Logistik: Um die Anzahl von Lkws zu reduzieren, sollen an den Grenzen französischer Großstädte Logistikzentren angesiedelt werden, die mit Hilfe von Agenten die Steuerung des Lieferverkehrs übernehmen. Hierzu werden die Lkws mit Tablet-PCs ausgerüstet, so dass ihr Standort über GPS jederzeit metergenau bestimmt werden kann. Zusätzlich werden auf jedem Tablet-PC Agenten installiert, die „ihren“ Lkw repräsentieren und mit einem Optimierer im Logistikzentrum kommunizieren.

In einem Auktionsverfahren bieten die Agenten dem Optimierer die Auslieferung von Päckchen an, abhängig von ihrer Entfernung zum Empfänger oder Warenlager, den Lieferkosten, der Staulage und der aktuellen Beladung ihres Lkws. Das ökonomischste Angebot bekommt den Zuschlag. Der Fahrer fährt nur noch die Routen ab, die ihm der Agent vorrechnet - und wird damit selbst zum Teil der Maschine. Ohne Maschine geht nichts mehr.

Jedes Smartphone kann eine Wanze sein

So ist das auch an der Börse: Im elektronischen Handel ist die Qualität der Handelsalgorithmen so kritisch für den Ablauf wie die zivile Flugsicherung für den Flugverkehr. Wenn die Flugsicherung versagt, ist das katastrophal. Wenn Handelsalgorithmen versagen, weil die Software fehlerhaft ist oder falsch eingesetzt wird, ist das auch katastrophal: Börsenkurse können innerhalb weniger Minuten ins Bodenlose absacken. Ein „Flash Crash“.

Doch es gibt einen eklatanten Unterschied: Handelsalgorithmen werden von der Finanzindustrie nur in den seltensten Fällen mit der gleichen Sorgfalt behandelt wie Flugsicherungssysteme. Denn Qualitätssicherung ist teuer, langwierig und mindert womöglich den Profit. Bis Tests durchgeführt sind, könnte der Markteffekt, den man ausnutzen will, schon verdunstet sein. Darum gilt: Der Optimierer muss so schnell wie möglich eingesetzt werden.

Hinzu kommt aber noch etwas anderes. Viele Händler, Fonds- oder Investmentmanager, die Handelsalgorithmen einsetzen, verstehen überhaupt nicht, wie sie funktionieren. Darum wissen sie auch nicht, wann ein Algorithmus an seine Grenzen stößt - und das System „bricht“.

Sie verlassen sich blind auf ihre Technologen. „Mach mich reich“ ist der alles überragende Wunsch, hinter dem Sorgfalt stets zurücksteht. Häufig beschränkt sich die Sorgfalt auf die Prüfung wenig relevanter Dinge wie die Analyse historischer Handelsergebnisse - doch anhand eines durchschnittlichen Jahresprofits lässt sich die Qualität eines Algos nicht beurteilen.

Ganz hässlich wird es schließlich, wenn Handelsalgorithmen vorsätzlich Falschinformationen ausgeben, um andere Marktteilnehmer auszuspionieren. Im elektronischen Börsenhandel werden gezielt Täuschungsmethoden eingesetzt, um den Handelspartner zum Kauf oder Verkauf zu veranlassen. In der militärischen Forschung heißt das „intentional lying of counterparties“. An der Börse geht es dabei schlicht um Manipulation und die Destabilisierung von Märkten.

Und es ist gut vorstellbar, dass ähnliche Mechanismen auf unseren Alltag überspringen. Die Manipulation hat es leicht mit Mitspielern, die sich gar nicht widersetzen wollen. Denn Optimierer brauchen Daten - und die holen sie sich von Milliarden von Sensoren, die in unseren technischen Gimmicks eingebaut sind: jedes Smartphone eine Wanze.

Das egoistische System breitet sich aus

Ein Trugschluss zu glauben, bisher sei noch keine Technologie in der Lage, die schiere Datenflut, die wir großzügig bereitstellen, zu verarbeiten. Die Wahrheit ist: Es gibt Technologien, die aus all den Daten Schlussfolgerungen ziehen. Auch der Staat setzt sie gerne ein, wie der gerade bekannt gewordene Einsatz des Überwachungsprogramms „Prism“ durch die amerikanische Regierung dramatisch vor Augen führt.

Wir gehen freigiebig mit unseren Daten um, auch weil wir erfahren: Wer hier nicht mitmacht, mit dem will man keine Geschäfte machen. Wer sich widersetzt, ist ausgeschlossen. Wer keine Daten abgibt, kann nicht durchleuchtet werden. Wer kein Facebook-Profil besitzt, hat schlechtere Chancen auf Arbeit. Doch auch dieses System ist fehleranfällig: Experimente haben gezeigt, dass Angestellte, die sich auf offene Stellen ihrer eigenen Unternehmen beworben haben, von deren Screening-Software als ungeeignet aussortiert wurden.

Darum: Halten Sie Ihre Daten zurück. Wehren Sie sich gegen jede Erfassung, jeden Handel mit Ihren Daten, sei es durch Einwohnermeldeämter oder Finanzbehörden. Ihre Daten beschreiben Ihre Persönlichkeit. Wir Technologen wissen, was wir aus Ihren Daten machen können. Wüssten Sie es auch, Sie wären entsetzt.

Und es gibt noch eine schlechte Nachricht: Das System aus Optimierern und Algorithmen breitet sich rasant aus, die Struktur des Internet macht es höchst robust. Anders als bei einem zentralistischen Design kann man nicht den Stecker ziehen, um es aufzuhalten.

Es bleibt also die bange Frage, was aus uns Nutzern werden soll. Wie sollen wir das ertragen - eine immer stärker werdende Kontrolle und Steuerung, verbunden mit dem Leistungsprinzip des Optimierers, immer der Schnellste, der Beste, die Schönste sein zu müssen? Wir haben es mit einem totalitären System zu tun, das in alle unsere sozialen Verhältnisse hineinwirkt.

Und es gibt sich nicht einmal mehr Mühe, sich zu tarnen. Das System der steten Optimierung des eigenen Vorteils ist auch in sozialen Netzwerken oder im Social Shopping längst zu finden, wo Konsumentendaten mit persönlichen Daten fusioniert werden, um eine noch höhere Ausbeute an Werbeeinnahmen zu schaffen. Von dort breitet sich das egoistische System immer weiter aus.

Lernende Algorithmen vergessen nicht

Doch seine Fokussierung auf die Optimierung des eigenen Vorteils ist zugleich seine Schwäche: Wir kennen die Zielfunktion des Systems und seine Optimierungsparameter. Wir wissen, das Gegenüber soll mit allen Mitteln, auch denen der Täuschung, übervorteilt werden. Was also außer dem eigenen Vorteil könnten wir noch optimieren?

Wir müssen erforschen und erproben, ob kooperative Aktionen wie der freiwillige Verzicht das Gegengift sind, welches ein egoistisches System langfristig zur Strecke bringen kann.

Schon die Reflexion über die falschen Verheißungen von Automatisierung und Optimierung unserer selbstsüchtigen Ziele bedeutet Abkehr vom Mainstream. Der Widerstand kann dort einsetzen, wo wir wieder Standpunkte einnehmen: Im Widerspruch zum Relativismus der letzten vierzig Jahre, in dem alles „gleich gültig“ geworden ist.

Es gilt, sich neu zu besinnen auf das, was uns von der Summe aller Optimierer unterscheidet: das Nachdenken über unsere menschliche Würde und darüber, was vernünftig ist. Die Heranbildung unserer jungen Generation zur Marktarbeiterschaft, die den Bedarf an Fachkräften decken soll, reicht dafür nicht. Erst durch Bildung von Herz und Gewissen können wir in einen Widerspruch eintreten, der nichts anderes bedeutet als eine Rückbesinnung auf „das Wahre, das Gute und das Schöne“.

Wenn wir nichts aus der Geschichte lernen, dann haben uns lernende Maschinen wirklich etwas voraus. Lernende Algorithmen vergessen nicht, und ihre Erinnerung kann in ihrem genetischen Code auf die nächste adaptierte Generation weitervererbt werden. Im Unterschied dazu beginnt jedes Neugeborene ganz von vorn. Es ist heute in unserer Verantwortung, ihm auch in Zukunft die Freiheit zu bewahren, die uns zu Menschen macht.
Ende FAZ-Artikel

Donnerstag, 14. März 2013

Mit Sicherheit ein Hicks

Da kommt die Sicherheit immer wieder mit Beruhigungen und auch mit Einengungen daher, da verspricht die Sicherheit "Sicherheit", indem "sie" sagt, bleiben Sie in Deckung, halten Sie still, vertrauen Sie "mir", oder indem Sie ein-Es oder Mehrer-Es auffordert ganz schnell in die nächste Deckung zu rennen und den Kopf unten zu behalten, oder die "Sicherheit" geht sogar soweit, die totale Kontrolle zu fordern und die vollständige EinOrdnung unter "ihre" Regeln und Verfahrensweisen zu erzwingen.

Ja, die "Sicherheit" meint es gut mit Uns, will Uns doch nur beschützen vor ? 
Weiss nich, aber irgendwas gibt es immer das der "Sicherheit" eine Gefahr ist, wovor Wir unbedingt zu schützen sind. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und unter Einsatz aller Technik und Energie. Die "Sicherheit" fordert enorm viel und liefert meist ?

Weiss nich, aber sonst beschützt Uns doch k[aum]ein-Es, wenn es die Sicherheit nicht tut, oder?, denn das Selbst - also ein einzelnes Selbst - ist dazu doch noch nicht in der Lage, dazu fehlt Es die Ausbildung, die Ausrüstung und die Freiheit, oder?

Frage an die Sicherheit: Was ist sicher?
Die Antworten sind LEIDer kaum verständlich; also eine FREUDE ist das nicht, die Sicherheit zu befragen, Mensch versteht sie so schwer, aber wenigstens die Gründe sind nachvollziehbar, das ist jedoch ein anderer Beitrag.

In diesem Beitrag geht es um Haltbarkeit (Sicherheit?) von ganzen Theorie-Gebäuden, die immerhin Milliarden irgendwas Geld kosten, ohne wirklich haltbar zu sein, die also zu Jed-Es RaumZeit auch wieder "einstürzen" können, könnten. Nun, *ich bin ein Gläubiger der Wissenschaft, ich bin ein EinÄugiger der Wissenschaft, *mir ist oft genug gewiss, was *mir da vorgesetzt wird, ohne das *ich eine Chance erkenne, das dann auch zu überprüfen, z.B. auf die Sicherheit darin.

Aber *ich lasse meine Gewissheiten und darin die Sicherheiten gerne erschüttern, weil *ich inzwischen zu zweifeln gelernt habe, aus der einfachen irgendwann entstandenen Selbst-Erkenntnis heraus, dass kaum etwas von dem bekannt ist: Was ist?

Da gibt es noch so enorm viel und WEITERES zu entdecken und zu erforschen, da kann das, was Wir bis jetzt wissen und manch-Es auch für schon gewiss erachtet, doch nur ein vorübergehendes Gewissen sein.
Die Gewissheiten sind vorübergehend und im Wandel, wie es das DaSein eben so ist. Deswegen lasse * das Selbst gerne erschüttern von neuen oder auch alten Erkenntnissen, in neuem Licht vielleicht und überprüfe Selbst, aber das dauert oft sehr viel länger, als es in Labors möglich ist.

Nichts desto trotz hier eine kleine Erschütterung von Gewissheiten von so Vielen; von modellhafter Gewissheit, modellhafter Sicherheit des Wissens.

Gut, manch-Es von Ihnen mag die VorSätze für Banalitäten halten, für kaum mehr erwähnenswert, aber wie um manche Sicherheit und Gewissheit gekämpft, gestritten und festgehalten wird, über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte (die Erde ist das Zentrum des Universums, Kapitalismus, Sklaverei, Hierarchien, ...), ist das alles andere als Selbst-verständlich zu zweifeln und um die Unfertigkeit des DaSein zu wissen.
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Mit Sicherheit steht das zu Weihnachten
erneut am KurfürstenDamm!
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Bevor *ich den NZZ-Artikel, der *mir als Kondensationskeim diente einstelle, noch eine kleine Erwähnung und Worterklärung, die *mir sehr wichtig erscheint (Die längeren Leses wissen, was *ich vom Schein halte, aber mehr ist es momentan eben noch nicht), es ist das Wörtchen "Ästhetik", das so oft erwähnt wird und aus vielen Mündern kommt, immer auch gerne in Verbindung mit der "Schönheit", um das es nur ganz kurz hier geht:
"Ästhetik" entstammt aus dem Griechischen, und wurde dort von der Ableitung 'aisthêtikós' = "wahrnehmend" - zu dem Verb 'aistánesthai' = "wahrnehmen" -, als Substantiv (um 1750) gebildet.

Die "Ästhetik" ist also von den griechischen Ursprüngen her die "blosse" Wahrnehmung, also der Eindruck der nach aussen gerichteten Sinne eines LebeWesen. Die Wurzel des griechischen Wortes wiederum ist wohl das indoGermanische Wort '*auêi-' welches in etwa: "sinnlich erkennen, auffassen" bedeutete.

Jetzt taucht für m*ich die Frage auf: Ist Wahrnehmung schon Urteil? Deshalb das Adverb "bloss" in den VorSätzen. Oder ist Wahrnehmung einfach nur das Auftreffen, das Erkennen und die Hereinnahme von Äusserem in ein Inneres? Ohne Bewertung.

Also mir schmeckt die Begründung einer Wissenschaft oder von Ergebnissen einer Wissenschaft mit dem Adjektiv "ästhetisch" bitter, noch bitterer schmeckt es, wenn von Erkenntnis oder sogar einer "WeltFormel" verlangt wird, Es müsse "ästhetisch" oder auch schön sein. Aber gut. Jedes hat doch einen anderen Geschmack, oder?
.
Mit
Oder etwa nicht?
Passt doch auch zum Blog-Titel.
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Aus der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), vom 11.03.2013.

Titel: Der Higgs-Kater
Stirbt die Grundlagenphysik in Schönheit?
Untertitel: Der Quasi-Nachweis des Higgs-Teilchens ist ein Triumph der Grundlagenphysik. Trotzdem macht sich hier und da Katerstimmung breit. Denn der Nachweis zementiert ein ästhetisch unbefriedigendes Modell.

Physiker haben einen speziellen Sinn für das Schöne. Er manifestiert sich in der Vorliebe für besondere Stilmerkmale ihrer Theorien: Einfachheit, mathematische Eleganz, Symmetrie. Für Paul Adrian Dirac etwa, den genialen Theoretiker der Antimaterie, war «eine mathematisch schöne Theorie eher richtig als eine hässliche, die mit dem Experiment übereinstimmt». Einstein sah in der Schönheit der Naturgesetze bekanntlich sogar ein göttliches Signum: «In der Wahrnehmung tiefgründiger Vernunft und Schönheit im Universum liegt die wahre Religiosität.»

{Dieses Klammern an der Religion hat Albert Einstein vielleicht daran gehindert noch einen oder gar zwei Schritte weiter zu gehen, als Er ohnehin schon gegangen ist, dann hätte Er auch die Auflösung der Präzision und der Form in den Strukturen der Materie - also in der Ebene der Quanten und noch winzigerer Strukturen (Unschärfe) - anerkennen können und so auch noch zur Einbindung der KleinstBedingungen in / zu die / den GrossBedingungen (Gravitations-Mechanik) beigetragen. So aber blieb er am Glauben hängen.

Bis Heute ist es doch wohl so, dass das Wissen den Glauben hofiert, dass die Weisheit das Haupt vor der UnWissenheit neigt, dass die Aufrichtigkeit und Wahrheit vor der Gläubigkeit fast im Staub liegt. Warum? Na, weil der Glauben noch viel weiter verbreite[r]t ist, weil das Glauben noch viel stärker ist, weil die Unwissenheit und das "Weiss nich, aber ..." noch stets die Macht besitzt. Da kann das Wissen nur ohnmächtig hinspüren und immer wieder zurückzucken bei der Hitze der UnBildung des Menschen.

Aber sowohl das Wissen als auch das Glauben sind in Eins. Sind in jedem LebeWesen als Bereiche präsent. Auch Oliver-August Lützenich glaube noch wesentlich mehr, als *ich weiss, als *ich wissen könnte, auch *ich bin noch weit im WissensMangel und eng in den Glauben vertieft, so ist das nun noch. Was könnten wir Menschen alles erreichen und für Freudensprünge tun, wenn das Wissen nicht mehr das Haupt für den Glauben beugen muss, nicht ständig in Zurückhaltung gehemmt wäre in der Macht des Glaubens! So viel.
Aber gut, weiter im Text: }

Schönheit als Obsession

Vielleicht ist es nicht so weit hergeholt, solche Äusserungen als Idiosynkrasien einer «schöngeistigen» Physik zu betrachten. Denn kreative Theoretiker müssen zunächst eine höchst kunstvolle mathematische Sprache entwickeln, um ihren Ideen überhaupt Gestalt und Fassung zu verleihen. Es ist dann zumindest nachvollziehbar, dass sie die Schönheit ihrer theoretischen Formulierungen mit der Schönheit der Welt gleichsetzen (das heisst verwechseln). Es ist aber auch eine alte Obsession, die hier ihren Ausdruck findet: die tief verwurzelte Vorstellung, dass der Schlüssel zu den Geheimnissen des Universums in einer einfachen Einsicht, in einer Formel oder einem Codewort liege. Ästhetik als Führerin in der Wahrheitssuche – verführt sie die Physiker zu einer unglücklichen Liebe?

Von besonderer Aktualität ist die Vorliebe für Symmetrien. Nicht so sehr für Symmetrien im anschaulichen geometrischen, sondern in einem abstrakteren Sinn: als theoretische Bauprinzipien von Gesetzmässigkeiten. Die Frage, die man sich hier stellt, lautet in der Regel: Wie sieht ein Gesetz aus, wenn ich es aus einer andern Perspektive betrachte? Hierzu ein triviales Beispiel. Ein Apfel fällt vom Baum in meinem Garten in Bern. Unter den gleichen Bedingungen gilt die Physik auch für einen Apfel in Wladiwostok oder auf den Weihnachtsinseln. Und wenn es in irgendeiner fernen Galaxie Apfelbäume gibt, dann würde das gleiche Phänomen auch dort beobachtet. Die Gesetze der Physik, sagen wir, sind unabhängig vom Ort, sie sind «symmetrisch» unter einer räumlichen Verschiebung.

Gleiches gilt für die Zeit. Ob ich das Experiment heute oder vorgestern oder ob es jemand in zweitausend Jahren durchführen wird, sein Ausgang ist derselbe. Physikalische Gesetze sind unter einer Zeitverschiebung symmetrisch. Wäre dies nicht der Fall, gäbe es keinen universellen Energieerhaltungssatz.

Aber auch wenn Naturgesetze symmetrisch in diesem Sinne sind, ist die Welt, die sie beschreiben und erklären, meist asymmetrisch. Man stelle sich eine ideale halbkugelförmige umgekehrte Salatschüssel vor. Das Naturgesetz, welches das Herunterrollen einer Murmel bestimmt – in unserem Fall das Gravitationsgesetz – bevorzugt keine spezielle Richtung. Es ist in dieser Hinsicht symmetrisch. Und trotzdem rollt die Murmel bei jedem Versuch wahrscheinlich in einer anderen Richtung hinunter. Sie bricht die Symmetrie des Gesetzes. Der Grund dafür, sagen Physiker, liege darin, dass die Halbkugel nicht ideal ist oder dass wir die Anfangsbedingungen stets leicht und unbemerkt variieren. Sie «reparieren» also die Symmetriebrechung, indem sie zusätzliche Erklärungen ins Spiel bringen. In der Quantenphysik kann dieser Bruch der Symmetrie auch spontan erfolgen, das heisst er liegt in der Struktur des Quantensystems – seinem Vakuumzustand – selbst begründet.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Gesetzen der schwachen und elektromagnetischen Kräfte. Aufgrund einer Symmetrie, die diesen Gesetzen innewohnt, kommen als Vermittler der beiden Kräfte nur masselose Teilchen infrage. Die Realität sieht jedoch anders aus. Nur das Photon, das die elektromagnetische Kraft vermittelt, ist masselos, während die W- und Z-Bosonen der schwachen Kraft eine Masse besitzen. Zur Rettung der Theorie wurde deshalb ein Feld postuliert, das die Symmetrie spontan bricht. Durch die Wechselwirkung mit diesem Feld, dem sogenannten Higgs-Feld, erhalten die W- und Z-Bosonen eine Masse, während das Photon masselos bleibt. Mit dem Nachweis eines Teilchens, bei dem es sich aller Voraussicht nach um das mit dem Higgs-Feld assoziierte Higgs-Boson handelt, ist diese Vorstellung letztes Jahr triumphal bestätigt worden.

Ein zweifelhafter Erfolg

Es gibt allerdings zahlreiche Physiker, die über diesen Erfolg gar nicht so glücklich sind. Lawrence Krauss, ein führender Kosmologe, fand den treffenden Ausdruck für diese Stimmung, als er neulich vom Higgs-Boson-Kater («Higgs Boson Hangover») sprach: Man hat zwar das Erwartete gefunden, aber wie geht es weiter jetzt? «Die Entdeckung des Higgs bestätigt die Voraussage des Standardmodells und damit einen Grossteil der theoretischen Fundamente moderner Elementarteilchenphysik und Kosmologie», schreibt Krauss: «Aber nun sind wir völlig verwirrt über die Gründe des Standardmodells selbst. Ich für meinen Teil befürwortete vor dem Experiment den Ausgang ‹Kein Higgs-Boson, aber eine Menge interessanten Stoffs›, weil er bedeutet hätte, dass wir mit unseren Ideen auf der falschen Spur sind.»

Diese Katerstimmung spiegelt eine Entwicklung in der rezenten Physik. Es klingt paradox: Die Physiker suchen nach einer «vollkommenen» Theorie, aber nichts ist langweiliger als eine derartige Theorie. Eigentlich erwartet man vom Large Hadron Collider (LHC) am Cern den Adrenalinschub neuer Daten, die möglicherweise über den Horizont des Standardmodells hinausweisen, man erwartet Unerwartetes. Denn dieses Modell sei noch lange nicht das letzte Wort, befand Steven Weinberg, einer seiner Schöpfer, schon in den 1990er Jahren. Und der Grund liegt für ihn – im Ästhetischen.

Unschön ist zum Beispiel, dass das Modell willkürlich anmutende Parameter enthält; Masse und Ladung der Teilchen sind «einfach so», wie sie sind. Unschön ist auch, dass das Modell die beiden anderen fundamentalen Wechselwirkungen – starke Kernkraft und Gravitation – nicht abdeckt {siehe dazu auch den unten eingestellten Leserbrief}. Von einer schönen Theorie würde man aber gerade dies und möglichst wenige willkürliche Parameter erwarten; sie würde einsichtig machen, warum die Teilchen die Masse und Ladung haben, die sie haben; sie würde zeigen, dass die fundamentalen Kräfte symmetrisch, das heisst letztlich (am Ursprung des Universums) gleich stark sind.

Wahrscheinlich ist das zu viel verlangt. Der fundamentalste und zugleich trivialste Einwand gegen eine solch schöne Fundamentaltheorie lautet nämlich immer noch und immer wieder, dass die Wirklichkeit zu hässlich ist. Sie weist nur Bruchteile jener theoretisch in Anschlag gebrachten Einfachheit, Eleganz und Symmetrie auf. Ist es nicht ein hoffnungsloses (manche sagen: aberwitziges) Unterfangen, in diesem Chaos, das wir Welt nennen, ein einziges, letztes, reines, wahres und schönes Ordnungsprinzip walten zu sehen? Erinnert das nicht genau an jenen Realitätsverlust, den man üblicherweise bei Wahnvorstellungen konstatiert?

In der Forschung nennt man Realitätsverlust Mangel an experimentellen Daten. Nichts liegt mir ferner, als Psychopathologie des physikalischen Alltagslebens zu betreiben. Aber der «schönphysikalische» Diskurs dieser Tage könnte als Symptom dafür interpretiert werden, dass das Momentum der Grundlagenforschung mangels empirischer Anstösse anderswo, eben im Ästhetischen, gesucht wird. Mangels Daten schöne Theorien. Die Physiker, schreibt die Stringtheoretikerin Lisa Randall, hätten gar «keine andere Wahl, als ästhetische (. . .) Überlegungen anzuwenden, um zu erraten, was jenseits des Standardmodells liegt».

Rasender Stillstand

Spätestens hier erhebt sich natürlich der Einwand: Aber gerade der LHC wurde ja gebaut, um endlich die Daten im gegenwärtigen Theoriengewucher sprechen zu lassen. Also «Big Data» statt «Big Theory». Das trifft zu. Aber es wäre naiv, anzunehmen, dass Daten von selbst sprechen. Sie brauchen den «Vormund» einer Theorie. Und je verstiegener die Theorie, das heisst je höher die Energiezonen, in die sie (notwendigerweise) steigt, desto aufwendiger wird die Datenerhebung. Die gegenwärtig hoch gehandelten «schönen» supersymmetrischen Theorien zum Beispiel postulieren weitere, bisher unbekannte Superpartner der bekannten Teilchen. Sie nachzuweisen, würde wahrscheinlich Superbeschleuniger erfordern. Und es ist abzusehen, in welchen rasenden Stillstand die Spirale immer kolossalerer Teilchendetektoren führen wird.

Ob die letzten Geheimnisse des Universums schön sind oder nicht, eines ist sicher: Sie sind teuer. Zu teuer, um wahr zu sein?
Ende NZZ-Text
Der Autor Eduard Kaeser ist Gymnasiallehrer für Physik und Philosophie an der Kantonsschule Olten und als freier Publizist tätig.

Dazu einer der Leserbriefe an die NZZ.
Von Roland Rosenfelder:
»Die Aussage im Artikel "Unschön ist auch, dass das Modell die beiden anderen fundamentalen Wechselwirkungen – starke Kernkraft und Gravitation – nicht abdeckt"

stimmt nicht:

Bekanntlich ist die Quantenchromodynamik (QCD), die die starke Wechselwirkung zwischen Quarks und Gluonen und damit auch zwischen den Kernteilchen beschreibt, ein Teil des Standard-Modells.

Und sie beschreibt mit fantastischer Genauigkeit alle experimentellen Daten von stark wechselwirkenden Teilchen: eine ganze Heerschar von theoretischen Physikern und der Einsatz von immer leistungsfähigeren Super-Computern hat dies in den vergangenen Jahrzehnten erarbeitet: auch dies ein Triumpf des Standard-Modells!

Nur die Gravitation, die im mikroskopischen Bereich keine Rolle spielt, ist nicht im Standard-Modell enthalten. Da noch nicht einmal (klassische) Gravitationswellen nachgewiesen worden sind {Dazu ein Link zu "LISA": http://de.wikipedia.org/wiki/Laser_Interferometer_Space_Antenna, einem Versuch ein 'HörGerät' zu bauen, mit dem Wir die tiefsten und die lautesten Töne des Universums "hören" könnten, und zwar von einem "Urknall" an, wenn es denn einen solchen gab?}, wird es noch sehr lange dauern, bis eine Theorie der Quanten-Gravitation gefunden und experimentell verifiziert worden ist.

Der romantische Traum von einer "Weltformel" oder einer "Theory of Everything" oder der damit unvermeidliche "Higgs-Kater" ist unwissenschaftlich: Physik ist in erster Linie eine empirische Wissenschaft und macht nur in kleinen (manchmal auch grösseren) Schritten Fortschritte!«
Das war der Leserbrief.
...
Was also ist Sicherheit im DaSein?
Was wissen Wir schon? Sprechen Sie den VorSatz bitte nur als einfache Frage, nicht als Vorwurf, genau so habe *ich es geschrieben. Was wissen Wir schon, im Vergleich mit dem, Was [zu wissen] ist? Wenig.
Dafür sind wir Uns aber schon ganz schön sicher!

Zu viel für meinen Geschmack, aber der mag auch etwas sonderbar sein?

Aber diese Sicherheit ist völlig natürlich.
Die Sicherheit ist nicht aufgebauscht oder gar künstlich, im Sinne von: menschengemacht, sie ist ein natürliches Bedürfnis. Wir brauchen diese Sicherheit, Wir brauchen Sicherheit! Sonst zerfallen Wir oder fallen sonstwie auseinander. Nur, Wieviel Sicherheit brauchen Wir [noch]? Wie wenig davon ist nützlich, wie viel davon ist überwältigend?
Sind doch wohl Fragen, die zu stellen-s ich lohnt, oder?

Und nun noch ein Nachtrag zum Higgs-Teilchen

Aus der Süddeutschen Zeitung, vom 15.03.2013:
Titel: Das Higgs ist ein Higgs
Untertitel: Neue Daten vom Cern bestätigen die Eigenschaften des Partikels

In den Augen der Weltöffentlichkeit ist das Higgs-Teilchen längst entdeckt, und zwar seit Juli 2012, als das Forschungszentrum Cern darüber berichtete und entsprechende Nachrichten um die Welt gingen. In den Augen der Wissenschaftler war die Sache allerdings noch nicht ganz wasserdicht. Ein Teilchen war zweifellos entdeckt worden, aber war es auch jenes Boson, von dem Theoretiker vermuten, dass es allen anderen Teilchen des Universums ihre Masse verleiht? Das war noch nicht mit letztgültiger Sicherheit bewiesen. Deshalb hatten die beteiligten Forscher, Physiker von zwei Großexperimenten am Cern bei Genf, in ihren Publikationen bisher noch das Wörtchen 'like' eingefügt: Sie sprachen von einem 'Higgs-like particle', einem Higgs-ähnlichen Teilchen. Man wollte ein Hintertürchen offenhalten, falls sich die Entdeckung in Luft auflöst, sobald die Experimente an dem ringförmigen, 27Kilometer langen Protonenbeschleuniger des Cern mehr Daten und somit eine größere statistische Genauigkeit liefern.

Nun sind mehr Daten hinzugekommen. Zweieinhalb Mal so viele Protonen-Kollisionen wie im vergangenen Sommer haben die Physiker analysiert. Und auf Basis dieser Datenmenge haben die Cern-Forscher beschlossen, das Wörtchen 'like' zu streichen. Das Higgs-Teilchen gilt nun auch unter Wissenschaftlern offiziell als entdeckt. So entschieden es die beteiligten Physiker in dieser Woche bei ihrer jährlichen Wintertagung im italienischen Alpendorf La Thuile.

Es klingt wie eine akademische Petitesse, doch für die Physiker steht viel auf dem Spiel. Sollte das neue Teilchen zum Beispiel in seinen quantenmechanischen Eigenschaften nicht dem theoretisch vorhergesagten Higgs-Boson entsprechen, so würde das gesamte Gefüge der modernen Teilchenphysik ins Wanken geraten. Nun ist klar: Das Higgs ist ein Higgs.

Offen ist allerdings, ob es ein Unikat bleiben wird, oder weitere Teilchen mit ähnlichen Eigenschaften gefunden werden. Das wäre dann kein Widerspruch zu den existierenden Modellen der Teilchenphysik, wohl aber der Einstieg in eine neue Ära der Physik. Dabei könnte sich gar ein ganzes Schattenreich auftun, bei dem zu jedem existierenden Baustein des Universums ein sogenanntes supersymmetrisches Gegenstück existiert. Oder wie Siegfried Bethke, Direktor am Münchner Max-Planck-Institut für Physik, es ausdrückt: 'Es ist entweder der letzte, noch fehlende Baustein im Standardmodell, oder der erste einer völlig neuen, supersymmetrischen Welt, die dann auch gleich noch - die Natur sei uns hold - das Wesen der mysteriösen Dunklen Materie im Universum erklären könnte.'
von Patrick Illinger

Aus Neue Zürcher Zeitung-online, vom 15.03.2013:
Titel: Cern. Das Higgs-Teilchen ist jetzt offiziell
Untertitel: Das im Juli letzten Jahres am Large Hadron Collider (LHC) entdeckte Elementarteilchen ist tatsächlich ein Higgs-Boson. Das liess das Kernforschungsinstitut Cern am Mittwoch verlautbaren. Nun stehen Wissenschafter vor der schwierigen Frage, um welches der verschiedenen möglichen Partikel es sich handelt.

rtz. Das im Juli letzten Jahres am Large Hadron Collider (LHC) entdeckte Elementarteilchen ist aller Wahrscheinlichkeit nach das gesuchte Higgs-Boson. Im Zuge der fortschreitenden Datenanalyse «sehe das neue Teilchen mehr und mehr wie ein Higgs-Boson aus», teilte das Kernforschungsinstitut Cern am Mittwoch mit.

Zuvor hatten Wissenschafter aus aller Welt an der Teilchenphysik-Konferenz «Rencontres de Moriond» im italienischen La Thuile ihre Ergebnisse präsentiert.

«Für mich ist klar, dass wir es mit einem Higgs-Boson zu tun haben», sagte Joe Incandela, der Sprecher des CMS-Experiments am LHC. Fraglich ist indes noch, um welches Higgs-Teilchen es sich handelt. Denn verschiedene physikalische Theorien sagen Higgs-Bosonen mit leicht unterschiedlichen Eigenschaften voraus.

Das gefundene Higgs passt bisher zum sogenannten Standardmodell der Teilchenphysik – aber es könnte eben auch «nur» das leichteste Teilchen einer Gruppe von Higgs-Bosonen sein, wie es andere Theorien fordern. «Was wir sehen, ist komplett kompatibel mit dem Higgs-Teilchen des Standardmodells», sagt Thorsten Wengler, der am Atlas-Experiment arbeitet. Das sei aber keine endgültige Antwort.

Man müsse zahlreiche andere Hypothesen überprüfen, um mit dem Standardmodell konkurrierende Szenarien ausschliessen zu können. «Es ist noch ein weiter Weg dahin, herauszufinden, um welche Art Higgs-Teilchen es sich handelt», betonte deshalb auch Incandela.

Praktisch gesprochen habe man aber das Erwartete gefunden, sagt Wengler: «Es gibt nicht mehr viele Physiker, die noch dagegen wetten würden.»
Von "rtz"