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Freitag, 14. August 2015

Eins Zwei Sprüchlein wellen in meine Äuglein

Titel: Vom Busen der Natur an Mutter Erde

Ein Sprüchlein auf fb angepinnt lautet: "Ich mag Menschen, die Dir Kraft geben, anstatt sie Dir zu rauben."

Anders formuliert bedeutet das obere Sprüchlein: Was Mich (das "Dir" ist ja auch gross geschrieben, was ja bedeutend ist!) {heraus-/auf-}fordert - z.B. zu etwas mehr Aufmerksamkeit und Nachdenklichkeit oder gar FürSorge (Solidarität?) - ist UNangenehm, denn Ich (gross geschrieben!) mag nur, was Mich rücksichtslos füttert.
Oder auch: Lass Mich in Ruhe, ausser du (klein geschrieben?) tust Mir einen Gefallen, bedienst, fütterst Mich! (Das "rücksichtslos" meint: Rücksichtslos für dasjenig-Es das Mich / Mir Kraft gibt.)

Selbstverständlich könnte ein ander-Es jetzt sofort abwiegeln und z.B. sagen: "Dürfen Sie nicht so eng sehen; nu übertreiben Sie mal nicht", oder ähnliches, und hinzufügen: "Das gilt doch erst für Menschen, die an ein-Es ungebührlich zerren." Ja, schön, aber ab wann ist dieses "ungebührlich", ab wann fängt ein-Es an, anderES / ander-Es als "raubend" / belastend zu empfinden? Bei manch-Es ist das bei nahe 0, bei ander-Es - allerdings nur bei sehr sehr wenig-Es - ist es bei ziemlich weit unter 100. Aber das - weit unter 100 - sind die absoluten Ausnahmen. Meist liegt die Schwelle, an der das meiste Mensch anfängt, das andere Mensch - und erst recht das enorme gewaltige und VIELE ! nicht-Mensch -, als "raubend" oder störend zu empfinden, sehr nahe bei 0.

Ohne Klammern in Kurzform: "Was Mich fordert ist unangenehm."
Und: "Gib her und dann lass Mich (bitte?) in Ruhe[! {?].

Ja, aber genau das ist doch aktuelle menschliche Natürlichkeit und gelebte Normalität.
Schaut Euch um. Unaufmerksamkeiten, Rücksichtslosigkeiten, Teilnahmslosigkeit (aktuell besonders in der Verweigerung zu erkennen, die Menschen willkommen zu heissen, die zu uns fliehen; und schon lange vorher in der Verdrängung (Verweigerung?) rechtzeitig und vorausschauend Wohnungen zu bauen und Strukturen, Begegnungsstätten und Lehr-Es auszubilden, um dies-Es zu integrieren (Aber Nein! Ruft eine andere Stimme: Das hätten wir im Vorhinein doch gar nicht wissen können, dass nach Europa Menschen fliehen; oder auch in Europa einen besseren erLebens-Ort suchen; und vor allem nicht wie Viele! Dazu ein paar einfache Fragen: Wie lange dauern die Bürgerkriege und Revolutionen" in NordAfrika und SüdostAsien, wie lange gibt es die desorganisierten und korrupten Gesellschaften in ganz Afrika, dessen Ausbeutung auch durch die Europäer und deren Bevölkerungswachstum; wie lange werden die Roma bereits verfolgt, egal wo diese erLeben? Und, wie lange gibt es Internet und Fernsehen und Filme und Verwandte, die von dem Reichtum, der Fülle, dem Frieden und der wohlorganisierten EU und USA und noch ein paar anderen kleineren Menschenbereichen, in die grösseren teils miserabel oder gar nicht organisierten Menschenbereiche berichten? Doch, wir wissen von all dem. Wir nutzen es nur nicht, sondern GLAUBEN es aussitzen zu können, oder es sogar verdrängen zu müssen, damit es uns hier nicht berührt, nichts angeht, oder sogar aufhört. Doch das tut es nicht. Und:).

Es sind Menschen.
Und wie behandeln wir Einander?
Ist "misshandeln" das korrektere Verb?

Und es gibt vielfach auch todbringenden Hass in Menschen zu anderen/m.

In China ist gestern ein Hafen explodiert, dutzende Tote (vielleicht sogar mehr als Hundert), hunderte Verletzte. Ursache: Wurschtigkeit (Ignoranz), Unwissenheit, Korruption und siehe Sprüchlein. Ja, das Mensch ist meist selbstgerecht (Willkür) und dabei an fast allem desinteressiert was Aufmerksamkeit und Handlungen - mehr als die bloss pure selbst-Versorgung - fordert. So weit, so natürlich und so normal. Doch, wie lange können wir uns diese (kindliche?) Normalität noch leisten?

Also im Grunde ist es das Sprüchlein eines Babys und Kleinkindes, oder?

Das Mensch am Busen der Natur.
So machte das Mensch (siehe Sprüchlein oben): "am Busen der Natur" doch Sinn (siehe dazu auch unter dem Bild) und wird langsam mit Wissen gefüllt. Und dann noch "Mutter Natur". Auch diese Redewendung erhält langsam Inhalt.

Das Sprüchlein oben ist also eine Beschreibung des Wirklichkeit, des fast 100 Prozent Menschlichen. Gratulation für diese Banalität an das Sprüchlein-erfind-Es: gut getroffen. So viel menschliche Selbst-Er- und -Bekenntnis darf an so einem schönen sommerlichen Freitagnachmittag schon mal sein.
Bin *ich anders? Nein, nicht wirklich!

Aber *ich weiss davon.
Und habe somit auch einen OrientierungsPunkt im persönlichen daSein.
Von diesem OrientierungsPunkt aus, kann *ich nun eine Richtung wählen, zu der *ich hin entwickeln möchte. Denn, um von A nach B zu gelangen, braucht es ja nun mal zuerst den Punkt A, von dem ein-Es dann aus gehen oder auch laufen kann. Ohne Orientierung würde auch *ich nur herum irren im daSein, oder *mich einfach nur in und mit der Masse im DaSein treiben lassen, wie es fast 100 Prozent tun.

Oder?

Mein Punkt B ist das endgültige Ablegen der Windeln und der Beschränktheit der uralten Gruppen-Identitäten, das Abnabeln vom Busen und das Aufgeben der unbewussten und verantwortungslosen Herrschafft der Masse, und somit der Fremd[Selbst-]-Bestimmtheit durch unsere Vergangenheit. Die ja bereits Millionen Sonnenumellipsungen dauert, wenn nicht noch viel länger.

Und klar ist auch, dass das bedeutet: Solidarität, Friedlichkeit, wechselseitige (nicht: gegenseitige!) Aufmerksamkeit, Forschungsdrang und Verantwortlichkeit (siehe dazu auch den Beitrag: Wissen sDrang, im "WissenschafftFreude"-Blog,  ziemlich am unteren Ende) zu erLeben. Vielleicht sogar vor zu erLeben. Denn wir sind all-Es und AllEs gleichwertig und gleichberechtig da. Sonst wären wir NICHT da. Das gilt es anzu erkennen und in und mit erLeben zu gestalten.
.

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Titel: 2. Teil: Von der Überheblichkeit der Banalität

Hermann Hesse formulierte diesen Satz: "Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat nur ganz genauso viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind."

Wie kann *ich nur, ohne Herrn Hesse allzu nahe zu treten, diesen Satz als blosses Geschwätz erkenntlich machen?

"Wir"? Was oder w-Es ist das?
Ich vermute, nur sehr sehr wenig-Es verlangen das oder etwas ähnliches, und wenn diese viel-Es so einen Schwatz dann lesen, können dies-Es wohl nichts damit anfangen. Was in diesem Fall fast Leere ist. W-Es einen Sinn (?) verlangt ist schon ziemlich weit, aber ...

Was ist Sinn?
Herr Hesse. Was unterstellen sie da? Dass das - persönliche - "Leben" (Was ist das Herr Hesse?) keinen Sinn habe, nur wenn es von einem darIn befindlichen einen verliehen bekam, hätte es (das Leben?) einen?
"Geben"? Was sind wir Menschen, die so überreich vom DaSein beschenkt wurden, dass wir Menschen dem DaSein "geben" könnten, damit Es (das DaSein) uns oder einem von uns Sinn (was auch immer darin enthalten ist?) zurück geben könnte? Herr Hesse schwafelt etwas altklug und aufgeblasen daher und wir nicken brav. "Ja, sagen einige von uns, ja, genau, "wir" können unserem "Leben" einen Sinn geben, und meinen damit doch nur stets das einzelne kleine Selbst: Was "habe" ich für einen Sinn? Ich.
Das wars dann meist schon. Darf *ich das banales Egoisten-Geschwätz nennen, und darf *ich darauf hinweisen, dass das schon seit langem genaus so ist? Egoisten-Lärm.
Jeweils gut euphemistisch verpackt in einem ungefähren "wir". Wie können "wir" Egoisten uns einen Sinn verleihen, den ander-Es nicht sind? Was auch immer das (Sinn) ist?
Was also ist Sinn? Inhalt? Richtung? Auftrag? MassStab der Selbst-Bewertung (In meiner SinnTabelle zwischen 0 und 100 liege ich heute bei 50; oder so?)? Oder ist "Sinn" lediglich der verkrampfte Versuch das Schuldgefühl für sein daSein irgendwie zu rechtfertigen? Ich bin da, also störe und zerstöre ich und baue auf und verändere [m]ich und ander-Es, und dafür brauche ich somit auch einen Sinn (Grund? HandlungsGrund? Motivation? Ergebnis oder Ziel?). Unsinn!
Aber fast all-Es fallen wir (sic! *ich gebe zu, *ich vereinnahme auch gerne uns, obwohl wohl die allermeist-Es in meinem "wir" gar nicht eingefangen werden möchen, oder darin schlichtwegg nicht enthalten sind) ... Von vorne: Aber fast jed-Es fällt auf solche aufgeblasenen Banalos herein. Warum? Vielleicht gerade, weil darin nichts enthalten ist, ausser Irgendwas. Irgendwas nettes vielleicht, vielleicht aber auch nicht?
Hat das DaSein einen Nutzen (Ist das der Hintergrund der SinnFrage?)?
Hat das DaSein eine Wirkung über das blosse Geschehen des DaSein hinaus (Ist das der Inhalt von Sinn, also ein Nutzwert über die pure Handlung[sKette] hinaus? Ist Sinn somit ein MehrWert des DaSein und darin auch des einzelnen daSein, also jed-­Es von Uns? Ist die Frage umformuliert somit: Habe ich einen Mehrwert, der über die blosse AnWesenheit als xxx hinausgeht?)? Antwort: Ja. Und zwar jed-Es!
So, wie *ich das empfinde, ist es so, dass jed-Es diesen MehrWert ist.

Kein-Es ist davon mehr, als jedes ander-Es. Wir sind also auch vom MehrWert her dieSelben, kein-Es besser, kein-Es schlechter. Und Beethoven, oder Einstein, oder George Lucas? Die müssen doch ein mehr an MehrWert generiert haben. Nein.

Die hatten und haben wichtige Funktionen in und für die Menschheit erfüllt, mehr nicht, ansonsten purer Zufall, w-Es zu was wird und was für und in uns tut. Mark Zuckerberg, Sergey Brin, sind Bürscherl ohne irgendeine Besonderheit oder Auszeichnung vom DaSein, vor oder hinter oder neben uns ander-ES, sie haben für uns wichtige Programme mit entwickelt, weil ein Bedarf dafür vorhanden war, sie sind höchstbezahlte Bedarfsdecker, mehr nicht. Was ja auch schon was ist.

Einstein hat einen anderen Bedarf an Erkenntnis empfangen und erledigt. Wenn nicht Einstein, dann eben Schmidt oder Müller oder ..., aber der Bedarf wäre gedeckt worden. Ohne Anforderung keine Handlung, ohne Mangel, keine Mangeldeckung. So ist das geregelt, Zufälle und Weggfälle mitenthalten, aber Einstein, Beethoven, oder Marat, waren weder Zu- noch Abfälle noch Sonderfälle, alle Menschen sind bis jetzt Normalfälle. Auch wenn wir das in unserer natürlichen Einfalt noch anders [miss/be]handeln und jed-Es, das uns gefällig ist - oder auch nicht - mit Wahnsinn zuschütten. Entweder mit dem Wahnsinn der Übertreibung und Verehrung, manchmal fast Vergötzerung, und meist mit dem Wahnsinn der Verachtung, dem Ausgrenzen oder sogar des Tötens.
Ist ein Cäsar mehr, als ein Karl, der vielleicht in miesen Umständen gezeugt wurde und nun Obdachlos ist, oder eine Hannah, die vielleicht in einem GutBürgerheim anständig verzogen wurde und nun bei einer Baufirma angestellt ist?
Natürlich nein.

Warum wird Hannah vergessen?
Ist das Sinn? Dass an 0,0000... irgendwas Prozent des Menschen dauernd erinnert wird, während alle ander-Es vergessen sind oder werden?

Ist das Sinn? Dass 1 Prozent des Menschen bald 90 Prozent des menschlichen Vermögens besitzen, während die anderen 99 Prozent entweder zuarbeiten, bewachen, bedauern, oder vollkommen desinteressiert und unwissend (genau deshalb kann dieses 1 Prozent das) dahin erLeben.

Freitag, 7. Juni 2013

Ein zwei DaSein-Gedicht

AufGrund der aktuellen DaSein-Befasstheit dieser Blogs, hob *ich einen jüngeren Schatz von der SprechLichtung hierher, fügte noch ein paar Worte an und hin und stellte ein wenig um, was schon matt war; damit es wieder glänzt und schon ist es wieder aktuell[er] und dann auch noch ein Foto dazu, zur Auflöckerüng, so zwüschendrönn, alöso vüll Späss dömüt (mögen Sie auch so gerne Ümläute?).
.
Der Autor wartet auf die U-Bahn.
Die Station ist unschwer zu erkennen.
.
Was ist Erkenntnis?
Was ist es nicht?

Dazu zwei Gedicht.
Was wäre, wenn es nur ganze Sätze gäbe und keine halben nicht, dann wären Wir nicht, weil Wir auch nur halbe Sätze sind, weil Wir bisher bestenfalls halbe Sätze sind, weil Wir gar nie ganze Sätze sein dürfen, sonst ist das DaSein verschwunden, das aus nur halben Sätzen besteht, Sie verstehen nicht?

Zuerst ein schmerzvolles Gedicht aus dem DaSein und dann ein wenig Philosophie in Form eines zweiten Gedichts. Viel Freude damit, trotz des Leids, das ebenfalls enthalten ist, aber auch das ist Erkenntnis, dass das Eine ohne das Andere nicht[s] ist:

Nörgeln gilt nicht, gilt nicht, gilt nicht,
aber manchmal habe ich keine Lust mehr,
etwas zu tun, etwas zu tun, etwas zu tun,
was ich auch tue, der Schmerz bleibt,
hartnäckig, breit ausgebreitet in mir,
allen Mut und Zukunft verstellend,
alles ist umsonst, keucht die Stimmung,
was ich auch tue, führt zu keiner Besserung
der Laune und erregt auch keine Freude,
die bleibt, die anschwillt, die das Leid
im Zaum halten könnte, die dem Leid 
gleich ist, eine bleibende Freude am
DaSein, der Sommer ist wie der Winter,
wie der Frühling, wie der Herbst, immer
hoffe ich auf Besserung, doch das Kind,
das ich war, weint und ist verschämt 
abgewendet, von der Umgebung UND
vom InnenRaum, was bleibt da noch?
wenn das Selbst schmerzt und die anderen
Selbst abgeschirmt sind; selbst schmerzen,
wenn die Hilfe nur Plattheiten bereithält,
wenn aus dem Selbst jeder Anschub für
ein neues Vertrauen und jede Energie
für die Freude fortgeprügelt und geschrien
wurden und kein Nachschub zu finden ist.
Aber ist das Ausscheiden aus dem Lebendig-
Sein eine Alternative, ist das Nicht-Sein
eine gelungene Flucht aus dem Schmerz?
.
Nicht, dass Sie glauben, die Traurigkeit,
ja sogar die Verzweiflung kämen ohne
Farbe aus. Das tun sie nicht.
.
Ich hätte dem Gedicht gerne eine lichten, einen hellen, einen Freudvollen SchlussSatz verpasst, aber manchmal gelingt das einfach nicht, weil gerade kein Lampe greifbar ist, oder eine sanfte Verbesserung des Schmerzes und was bleibt dann, selbst an einem so schönen Tag, wie Heute: Traurigkeit.

Die Frage am Schluss, ist für m*ich zumindest, längst mit einem (vorläufigen) Nein beantwortet. Die Vorläufigkeit ergibt sich dabei aus der Endgültigkeit des Todes, die das DaSein als-s ein Ende anerkannt hat.

Das DaSein ist aus einer Winzigkeit geworden, ist vielleicht die Befreiungs>Bewegung aus einer qualvollen Enge, ist die SehnSuche nach Mehr, als nur das eine Einzige Selbst-Sein, ist der Ruf nach Gesellschaft, nach Abwechslung im Einerlei der Eigenheit und der Langeweile des immergleichen Blicks in den Selben Spiegel, mit dem immergleichen Rückblick des Selben Selbst, in einer Harmonie, die keine Verwechslung kennt, weil DasSelbe dasselbe ist, DasSelbe ohne AbWeichung ist, weil DasSelbe stets nur Alleine ist, das SEIN ALLES ist, ohne Unterschied ist, ohne Verschiedenheit ist, einfach Vollkommen ist, gelangweilt ist, so EINS, so Ganz, so bruchlos, so farblos, so a-symmetrisch, so un-Gleich, so ohne Gleichen, so ALLEIN!
Verdammt!

Da ist es doch kein Wunder, dass es mal Ur-Knallt oder?
Das Selbst teilt, aufteilt, zerteilt, verteilt, um verschieden zu Sein, um endlich Gleich zu Sein, in Gleich-[Raum]Zeit eingeteilt, in Gleich-Raum[Zeit] ausgeteilt, mittendrinn und nebendrann, ein Zwei Sein, in Zwei Sein, ein DaSein aufgeflogen im SEIN, Nicht mehr ALLEIN-Sein.

So entstand mit den DaSein das Nicht, wo vorher einfach ALLES war.

ALLES war.
Nicht[s] ist.
DaSein wird.

Jetzt ist.
Nicht[s].
Was wird?

Freitag, 24. Mai 2013

Vom lyrischen Sprechen

Da *ich Morgen in der SprechLichtung noch ein paar Sätze zur Sprache einstellen werde, platziere *ich vorher hier im Blog erneut einen Essay von Joachim Sartorius, aus dem Juli 2012, der eine der Möglichkeiten der Sprache etwas kritisch betrachtet, es ist eine aktuelle persönliche Bestandsaufnahme der Lyrik und der Poesie.

Ich finde sie ganz treffend, bin aber insgesamt besser gelaunt und voller Gewissheit, dass jede Form der Sprache, auch die Lyrik, erst am Anfang eines wundervollen Weges und Einflusses auf die Wirklichkeit stehen. Die Sprache ist für mich noch ein weitgehend unentdecktes Instrument der DaSeins-Entdeckung und DaSeins-Gestaltung, aber das Wissen die Leses dieser Blogs ja bereits.

Und Morgen - in der SprechLichtung - werde ich das noch mal ein wenig weiter ausführen, als ich es hier bereits getan habe.

Und nun der Text, geklau[b]t vom Tagesspiegel-Server, DANKE dafür.

Aber vorher noch ein passendes Gedicht, auch vom Autor des Essays:

DIE NACHT VOR DEM PC

Am Schirm halten die blauen Ränder Wunder bereit. 
Von Schatten gestützt, beginnt in den Ohren 
das Sirren der Sterne am Himmel, welches sagt:

Gib mir alles. Welches ausatmet: Gib mir alles. 
Gib mir Erinnerungen, die sich aus der Vergesslichkeit
befreien, Bilder noch im nächtlichen Dunst, 

die sich klar wie Mantras ordnen am Tisch. 
Wenn alles erblickt ist, werden die Stimmen 
süß. Wir müssen auf Opfer verzichten können. 

Mag der Text weitläufig sein, weit-rillig?, 
ein Remix der Platten, die wir bei der Liebe
auflegten , so ist es nicht lächerlich, kein Fehlschlag,

wenn alles jetzt eine Aura hat, blond, illuminiert,
hängen geblieben in den sonnigen Gipfeln des Gedächtnisses. 
„Schau mich an.“ Finger und Finger im Mund,

„schau mich an“, die halbe Stadt zu deinen Augen. 
Schließ nicht die Augen. Sätze sind so verdreht.
Sie verraten das Flattern des Herzens, die Nässe.
.
Joachim Sartorius
.

Essay : Metaphernblitze im Neuronengewitter

Ist die Poesie im Sinkflug? Ein Essay über lyrisches Sprechen im audiovisuellen Zeitalter
Von Joachim Sartorius.

Der heutige Dichter hat kein einfaches Los. Was vermögen Gedichte noch in dem tobenden audiovisuellen Basar, der uns umgibt? Die Art Literatur, die er schreibt, wird an den Rand gedrängt. Die Gedichtblindheit nimmt zu. Die Kultur der Gedichtvermittlung nimmt ab. Wahrscheinlich um seine Hellsicht unter Beweis zu stellen, ist es fatalerweise der Dichter selbst, der vom Unwert des Gedichts spricht und die schönsten Nekrologe verfasst, als müsse nicht gerade er das Steile des Gedichts hochhalten und auf dessen Erkenntniswert pochen.

Es kommt hinzu, dass es nicht wie in früheren Jahrhunderten einen Allgemeinstil für das Gedicht gibt, einen formal stilistischen Kanon.
Erschwerend weiter, dass viele Bereiche der Poesie entrissen wurden. Für Beschreibung und Analyse ist Prosa zuständig, für Stimmungen sorgen die Pop-Poeten, für schräge Handlungsanweisungen im Haiku-Format die Werbetexter. Und so bleibt für Lyrik vielleicht nur noch eine Aufgabe, die an Sprachphilosophie grenzt: darzustellen, wie aus den Interferenzen von Wörtern und Gegenständen Wirklichkeit entsteht. Viele Dichter – Octavio Paz, Wallace Stevens, Paul Celan – haben diesen Zusammenhang, diesen Austausch von Sprache und Wirklichkeit in ihre Gedichte als Theorie eingebaut. Wenn das Gedicht glückt, die Welt im Gedicht zündet, dann lässt sich punktuell dieser Zusammenhang der Welt als Ganzes erfahren.

Doch ist die Zahl der Gedichte-Leser gering. Es gibt einen witzigen Essay des jungen Hans Magnus Enzensberger, in dem er zwingend nachweist, dass die Zahl der Lyrikleser in Deutschland seit Jahrzehnten absolut gleichgeblieben ist: 1354. Das ist die sogenannte Enzensbergersche Konstante.

Ist dieses nicht ganz einfache Los des Dichters nicht zum großen Teil selbst verschuldet? Das Übel, wenn man so will, nahm seinen Anfang mit dem Franzosen Stéphane Mallarmé, dem Gründer der modernen Lyrik. Auf die Frage, was das ist – Poesie – , hat er eine extremistische Antwort gegeben. Hugo Friedrich hat in seinem Buch über die „Struktur der modernen Lyrik“ diese Antwort so zusammengefasst: Nach Mallarmé erfährt die Poesie die Wirklichkeit als das Unzulängliche, die Transzendenz als das Nichts, das Verhältnis zu beiden als ungelöste Dissonanz. Was bleibt? Ein Sagen, das seine Evidenz in sich selber hat. Das Selbstgespräch als innerster Antrieb. Wichtige Stichworte sind: Abstraktion, Entpersönlichung, Sprachmagie, leerer Idealismus. Der Dichter ist ganz allein mit seiner Sprache. Hier hat er seine Heimat und seine Freiheit, dass man ihn ebenso gut verstehen wie nicht verstehen kann.

Das absolute Gedicht hatte die Kommunikation mit dem Leser gesprengt. Paul Celan war sicherlich einer seiner letzten bedeutenden Repräsentanten. Seine späten Gedichte sind ein Lallen in den Schatten hinein, ein Hingehen zum Schweigen. Verweigert nicht auch ein Teil der aktuellen Produktion, das Gedicht einer Ann Cotten, eines Oswald Egger, Steffen Popp oder Franz Josef Czernin, die Kommunikation mit dem Leser? Sie prägen das Bild vom Lyriker als exquisiten Außenseiter, den man in eine Ecke stellt – der bunte Vogel unter dem Glassturz – und nicht wirklich mehr wahrnimmt.

Es war Walter Höllerer, der 1965 einen frühen Angriff auf „die erzwungene Preziosität und Chinoiserie“ des Gedichts führte, in seinen „Thesen zum langen Gedicht“, die in jenem Jahr in der Zeitschrift „Akzente“ erschienen. Mit Blick vor allem auf die Entwicklung der amerikanischen Lyrik verwarf Höllerer „das Schweigen als Theorie einer Kunstgattung, dessen Medium die Sprache ist.“

Auch Höllerers Gründung von „Sprache im technischen Zeitalter“ vor genau 50 Jahren war ein Fanal. In seinem „Urtext“ zu dieser Zeitschrift schrieb er: „Diese vereinfachte, schnelle Verständigung kann aber in Bahnen geraten, die nahe an Sprachverhängnisse führen.“ Sprachverhängnisse! Was für ein Wort! Hier tut sich eine Antinomie auf: Zum einen die Hoffnung auf ein „universelles Sprechen“, zum anderen die Befürchtung, dass sprachlichen Eigenarten, speziellen Bedingungen, individualistischen Prägungen der Garaus gemacht wird. Für mich steht unverbrüchlich fest: Der Dichter ist der heftigste Widerspruch, der absoluteste Gegenentwurf zum Kollektiv. Geläufige Sprache verträgt sich nicht mit dichterischer Sprache. Wenn heute die Lage der Poesie konfus, bunt, postmodern pluralistisch ist, so hängt dies zum einen immer noch mit den Vitaminspritzen zusammen, die damals Höllerer und mit ihm Friedrich Christian Delius, Rolf Dieter Brinkmann, Jürgen Theobaldy und Nicolas Born dem Gedicht verabreichten.

Und es gab natürlich viele weitere Einflüsse, die nordamerikanische Lyrik, William Carlos Williams und Charles Olson, skandinavische Dichter wie Tomas Tranströmer und die herrliche Inger Christensen, sowie die lakonische, aller Rhetorik und Theatralik abholde osteuropäische Lyrik. Ich denke an den Russen Jossif Brodskij, den Ungarn János Pilinzsky, den Tschechen Miroslav Holub und das große polnische Trio: Czeslaw Milosz, Wiszlawa Szymborska und Zbigniew Herbert. Diese osteuropäische Lyrik war unvergleichlich, weil sie aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts gelernt hat.

Diese Dichter hatten ein Mitteleuropa erlebt, das eine einzige Geschichte der Gewalt ist. Nazi-Terror, stalinistischer Terror, kommunistische Regimes, Niederschlagung des Ungarn-Aufstands, Einmarsch in Prag. Diese Geschichte der Gewalt hat sich in ihre Körper und Seelen eingeschrieben und überall Risse und Furchen hinterlassen. Deshalb haben ihre Gedichte ein Gewicht und auch eine Tiefe der Verantwortung, denen die heutige Lyrik nichts Ebenbürtiges entgegenstellen kann. Anderes nur, Gedichte eben, die nicht Verantwortung übernehmen und nicht politisch sind, aber, im besten aller Fälle, sich um Wirklichkeit kümmern – und um Wege, die Welt zu verstehen.

Oberflächlich betrachtet geht es der Poesie gar nicht so schlecht. Die kleinen Lyrikverlage – kookbooks in Berlin, der Wiesbadener Lux Verlag, der Poetenladen in Leipzig – vermehren sich wie Hasenkolonien. Die Poesiefestivals multiplizieren sich. Bei den Open Mikes und den Slam-Poetry-Wettbewerben geht es hoch her. Preise und eingeübtes Schulterklopfen. Aber bei näherem Hinsehen fällt auf, dass die Poesie in ihrem eigenen Saft kocht. Es gibt keine Zuwächse in der Leserschaft. Die großen Literaturpreise, insbesondere der Deutsche Buchpreis in Frankfurt und die Leipziger Preise grenzen die Poesie aus. Damit ist einfach kein Absatz zu machen. Befragen wir die literarischen Verlage, Suhrkamp oder Hanser, so erfahren wir deprimierende Zahlen. Ein Literaturnobelpreisträger wie der karibische Dichter Derek Walcott kommt nie über 2000 verkaufte Exemplare hinaus; der bedeutendste lebende nordamerikanische Lyriker, John Ashbery, hat auch über viele Jahre hin bei uns nie mehr als 800, maximal 900 Exemplare verkauft.

Ist die Poesie also im Sinkflug? Wie kann man sie aus dem Hamsterrad der Lyrikschreiber und der Lyrikkenner, aus all der inzestuösen Verbissenheit befreien? Einige Zeit glaubte man, als die Rap-Poeten aufkamen und die Hinterhöfe und Marktplätze kleiner Städtchen am Abend sich mit ihnen füllten, dass diese Spielart der Spoken Poetry, mochten die Texte auch simpel sein, doch eine Lokomotive sein könnte, um auch die ernste Poesie aus dem Schattenreich zu ziehen und für sie ein Publikum zu gewinnen, das primär an Pop und Rock interessiert war. Außerdem knüpfe die Rap Poetry, so hieß es, in gewisser Weise direkt an die Uranfänge der Poesie an, welche ja stets gesungen oder inkantatorisch gesprochen wurde. Doch hat sich die Hoffnung auf einen Austausch zwischen diesen beiden Bereichen nicht erfüllt.

Das Gedicht, ist es gut, hat eine bestimmte Macht, einen Zauber. Und dieser Zauber kommt allein durch Sprache, durch Sprachgeschehen, das auf meist überschaubarem, von Weiß umgebenem Raum in rhythmisierter, musikalischer Verdichtung von der Suche eines Geistes berichtet. Die Variationsbreite dabei ist enorm – vom hoch Artifiziellen und Ingeniösen bis zum Demotischen und Banalen – weil so viele Stimmen, so viele Formen, so viele verschiedene Arten des konzentrierten und persönlichen Redens über uns und die Welt in der modernen Poesie versammelt sind. Jossif Brodskij hat es auf den Punkt gebracht: „Die knappste, am stärksten verdichtete Mitteilungsweise menschlicher Erfahrung.“

Warum dann diese Marginalisierung? Warum so viele Zahlen und Fakten, die gegen die Poesie sprechen? Und ist Marginalisierung überhaupt so beklagenswert? Gehört Poesie wirklich ins Fußballstadion? In MTV-Kanäle? In eine App wie Snippy, die Lesungen aufs Smartphone bringt? Liest man Poesie nicht am besten, am genauesten alleine?

Ich bin geneigt, eine Parallele zu den Malern zu ziehen. Die Maler, die Tafelbilder malen, fragen sich, ob ihre Kunst überhaupt noch existiert. Auf der Documenta in Kassel, die gerade läuft, wird die Malerei ganz an den Rand gedrängt. Zur Hälfte Video und Film, zur anderen Hälfte Installationen und Basteleien auf Werkraumtischen, ertränkt in einen Diskurs, der in der Bildenden Kunst langsam wichtiger wird als die prima materia, die Kunst selbst. Der Diskurs sucht sich seine Künstler aus, nicht umgekehrt. So weit sind wir in der Poesie noch nicht. Es gilt, was John Ashbery sagte, als er zu seiner Poetik befragt wurde: „Birds don’t make good ornithologists“ – Vögel geben keine guten Ornithologen ab.

Das ist umso erstaunlicher, als die Poesie nicht verstaubt ist. Ich erinnere an Durs Grünbein, seinen Gedichtband „Schädelbasislektion“, der ohne die Einarbeitung neurologischer Erkenntnisse so gar nicht denkbar wäre. Und ich weise auf das im letzten Jahr erschienene Buch „Gehirn und Gedicht“ hin, das der Dichter Raoul Schrott und der Professor für Allgemeine Psychologie an der FU, Arthur Jacobs, gemeinsam verfasst haben. Dichter und Wissenschaftler untersuchen all die Mikrooperationen des Gehirns, welche zur Entstehung eines Gedichts führen, indem sie die Überschneidungen zwischen elementaren Stilmitteln (Reim, Metapher und so fort) und elementaren Prozessen im Gehirn herausarbeiten. Und sie kommen zu verblüffenden Ergebnissen: Überall auf der Welt braucht man für die Lektüre einer Gedichtzeile drei Sekunden, was genau der Kapazität unseres neuronalen Arbeitsspeichers entspricht. Metaphern schlagen manchmal wie ein Blitz ein, weil sie ein gelungenes Produkt neuronaler Verknüpfungen sind. Gute Gedichte sind Illuminationen. Vom gesellschaftlichen Rand her sprechen sie auf eine sprachlich übervölkerte Mitte zu, die vom Gewimmel der Alltagsmedien und Fachsprachen beherrscht ist. Um ein letztes Mal Jossif Brodskij zu zitieren: „Innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums legt ein Gedicht eine enorme geistige Strecke zurück und gewährt einem oft gegen Ende eine Epiphanie oder Offenbarung.“

Worin kann eine solche Epiphanie bestehen? Aus meiner Sicht aus drei Komponenten: Die eine ist die überfallartige Wiederentdeckung einer Sprache jenseits der alltäglichen Sprache und ihrer ontologischen Leere. Es ist, lesen wir ein gutes Gedicht, so, als habe die Sprache auf die Poesie gewartet, gewartet auf dieses Gedicht, in dem sie ihre Bestimmung findet: fast so, als gebe es diese Sprache nur, damit dieses Gedicht geschrieben werden konnte.

Die zweite Komponente: Ein Gedicht strengt sich an, Welt zu nennen. Es kann Metapher für einen Weltmoment sein, in dem Sprache und Wirklichkeit auf eine vertrackte, so noch nicht vernommene Weise übereinstimmen. Jenseits von dem, was uns mit seiner audiovisuellen Bilderflut erdrückt, gewinnen wir einen Blick auf die Wirklichkeit. Und, das ist das dritte Element: Diese Erkenntnis kann begleitet werden von einem herrlichen Gefühl der Freiheit, das wir sonst vielleicht nur noch in der Musik spüren.

Als das Violinkonzert von Arnold Schönberg bei seiner Uraufführung in Wien von der Kritik zerrissen wurde, meinte Schönberg, dass ein Häftling, der ein Jahr lang jeden Morgen sein Violinkonzert hören müsse, am Ende aus dem Gefängnis ginge und dieses Musikstück wie das Violinkonzert von Tschaikowsky pfeifen könne. Nun wünsche ich niemandem eine solche Haft, um an Gedichte herangeführt zu werden. Aber es wäre eine schöne Utopie, wenn Lyrik zur Verfügung stünde wie Benzin an den Tankstellen oder wenn sich in den Schubladen der Hotelnachttische nicht die Bibel, sondern ein Buch mit den hundert besten Gedichten fände. Dann nähme die Poesie wieder Fahrt auf, fühlte Luft unter ihren Flügeln und könnte, ihre Federn zählend, aus dem Sinkflug heraus wieder an Höhe gewinnen.
Ende Essay

Zum Autor:
Joachim Sartorius, bis Ende 2011 Intendant der Berliner Festspiele, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Sein Text ist die gekürzte Fassung der Walter-Höllerer-Vorlesung, die er zu Ehren des 50-jährigen Jubiläums der von Höllerer gegründeten Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“ an der TU Berlin hielt.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Dies ist ein Gedicht und ein Hinweis, nebenbei

Nun, *ich wusste ja, dass der Mit-Leid-Beitrag kein Hit, sondern ein Quotenkiller wird, aber so ... also wirklich, so wenig, das überrascht m*ich jetzt ein bisschen, aber nur m*ich.

Aber *ich bleibe unverdrossen, *ich bleibe drann, *ich habe den Beitrag von einigen Fehlern (meine Orthografie ist manchmal noch miserabel, aber *ich entdecke die Fehler wenigstens schon mal) befreit und es sogar noch erweitert und besser - das hoffe *ich doch - strukturiert. Entscheidend erweitert, möchte *ich betonen, also nicht bloss ein paar Kommas verrutscht, oder einen Genitiv geändert, Nein, wirklich Neues, ganze Sätze weise, hinzugefügt, besser, DaZwischen geschoben, denn das Ende habe *ich Heute mal einfach so belassen, kommt vielleicht Morgen drann?

Und nun ein Herausrufungs-Gedicht

Was ich schreiben wollte: Greifen - wischen muss Mensch ja Heute schon fast sagen, denn auf all den neuen Geräten wird ja nur so gewischt und gestubbst, das ein-Es kaum mehr zu Folgen weiss, so schnell wird heute Alles so einfach wegggewischt, also wischen - Sie zu, lesen Sie in-s ich hinein, vielleicht hilfts ja, die Szenerie etwas aufzuhellen, das können Wir doch Alle gebrauchen, schliesslich sind Wir schon lange genug im Dunkeln herum gestanden und haben geglaubt, was das Zeug (Körper?) so [be]hielt; und gehalten hat Es ja bisher meist wenig von dem, was so um Es, Sie von mir aus, herum passierte, denn, wie bereits geschrieben, das da drummherum, war ja meist kaum auszuhalten, so gings da zu, so animalisch, als Mensch war das fast nix, das war ja fürchterlich, alles ein grosses Durcheinader von Undurchschaubarkeit, da wollte Mensch einfach nur flüchten, oder?, erst mal, also haben Wir es getan, raus aus dieser Welt, nur wegg von all dem Getier und Gestrüpp, was wollen denn Die überhaupt, sind doch eh nur zum fressen gut, oder?, ach Verzeihung, sind doch nur zum Verzehren gut, oder was soll Mensch damit sonst anfangen, das war Uns zu bunt, da hielten Wir es nicht mehr aus, Wir wollten unsere Ruhe, das DrAussen hielten Wir ziemlich bald einfach nicht mehr aus, also sind Wir erstmal nur im Inneren herum gegangen, aber ich sag' Ihnen, da wars Uns mit der RaumZeit auch zu bunt, schrecklich, Da waren noch so viele andere Menschen, und es wurden immer mehr, schrecklich, und Alle wollen ein-Es was erzählen oder irgendwas tun, so ein Durcheinander, was wollen Sie machen, also sind Wir , ich bin ja auch ein-Es von Uns, auch wieder mal nach Draussen gegangen, ja mei, was will ich schreiben, es war gar nicht so schlecht, aber auch so ein Durcheinander und noch bunter und noch viel viel, ja ehrlich, wahnsinnig viel Grösser, als DrInnnen und das ist ein-Es ja schon sehr, also ziemlich, sehr viel zu gross vorgekommen, das Mensch-Sein, aber das da Draussen schlägt Alles, aber wirklich Alles, was DrInnen ist, um Längen, die Mensch einfach nicht vorstellen kann, so WEIT, dass da jede Vorstellung die Wirklichkeit noch um alle Massen verfehlt, so WEIT; und da muss Mensch doch mal für etwas Ordnung sorgen, oder?, also haben sich Einige von Uns hingesetzt oder sind auch viel herumgegangen und haben begonnen dieses Chaos da DrAussen - inzwischen machen Wir es auch eifrig DrInnen, nur so nebenbei, der Vollständigkeit halber, Sie wissen schon - ein wenig zu besinnen, so mit allen Sinnen aufzunehmen, was da so Da ist und einzuteilen, erstmal nur in zwei Kategorien, also in Bewertungen und weil Wir nur Zwei kannten, haben Wir halt mit denen auch angefangen, in Schmerzhaft und Lustig, heute würden Wir eher Freude und Leid schreiben, gell!, ist doch so, mit Schmerzhaft brauchst doch heutzutage k[aum]ein-Es mehr kommen, mit Lustig schon eher, aber meistens ist Mensch dann auch Geil, deshalb wird das Heute eher verwendet, als Lustig, Mann muss doch Prioriäten setzen, wofür ist Mann schliesslich hier, ja ist doch so, vor-lauter Geil sein, haben die Männer, also Wir, die Frauen fast immer überspürt, besser vielleicht: übergangen, aber das wird Uns, ähh, uns Menschen-Männern so schnell nicht mehr passieren, weil die Menschen-Frauen wissen {leider? (für das Mann)} inzwischen, wo sie, ähh, ist ja gut, wo Sie bei uns hinlangen müssen, dass es uns, ähh ..., jetzt ist aber gut, uns Menschen-Männern weh tut, aber richtig, sag' ich Ihnen, das tun Sie inzwischen Unmissverständlich, inzwischen sprechen Sie fast schon besser als wir Menschen-Männer und irgendwelche Geschichten zu erzählen können Sie inzwischen auch schon sehr gut, aber bei einem sind wir (Männer!) noch einen Tick besser, die faulen Ausreden fallen Uns noch leichter, aber auch da sind die Menschen-Frauen schon fast auf selber Höhe, das wird ja was werden, wenn Wir Menschen mal in Allem wirklich alle ein klares Selbst (das ist mehr als Gleich) sind, also ich weiss nicht, was das dann werden soll, wenn wirklich Alle einfach erLeben wollen, was Ihnen hier als Menschen so geboten wird und das ist doch wirklich ENORM, das ist GIGANTISCH, aber die wirklich Allermeisten hocken immer nur DrInnen, oder genauer gaschrieben, im DrInnen herum und wollen partout nicht nach DrAussen kommen, wo es doch so VIEL zu erLeben gibt und gilt, hocken die Meisten einfach nur so herum, aber was will ich denn schon machen, ich kleines Wesen hier, ich kann doch nur schreiben, aber wenn das k[aum]ein-Es lesen will, bewirkt das nichts, nicht mal in mir, und das macht mich manchesmal sehr traurig, da möchte ich weinen, dass Wir einander so wenig kennen, dass Wir einander so wenig vertrauen und zutrauen, weil Wir einander so schlecht behandeln, dass ich schon fast nur noch von misshandeln schreiben möchte, und das ist mir Gestern in die Glieder gefahren und dann habe ich "Die UnTiefen des Selbst-Mit-Leids" geschrieben und hier hingestellt, und ob das dann so Lustig ist, das wage ich doch zu beZweifeln.
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Nie werden die Kirschen,
süsser Münden,
als dieses Year!
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Das war das angekündigte Gedicht.
Ist es nicht so traurig?
Ein vorletztes mal,
bleibt es beim
Zweifel.
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Samstag, 6. April 2013

Poesie-Gestöber

Ab und an kommt einem so ein schräger Satz daher, wegen einer Begebenheit mit Anderen, oder auch einem Gedanken-Rülpser, der einfach so herausgelöst wird aus den Deckeln der Hirnrinde und langsam bis fast zu den Bronchien herabsteigt und zum Husten drängt.

Jetzt ist die Frage: Wie bringe *ich das Husten in der Schrift unter, wie lautmale *ich in den Buchstaben so einen Anfall an krawalligem Luftausstoss aus der Gegend des Rippenfells und der Magengrube? Hust, hust, hust! Nö, das schaut fast lächerlich minderbemittelt aus; diesem "Hust, hust, hust" fehlt völlig der Zwang, die Gewalt, mit der der Brustkorb zuerst gefüllt und dann lautstark entfüllt wird.

Es ist einfach ein grosses Defizit der Buchstaben, also der geschriebenen Sprache, dass sie keine Lautstärke und keine Geräusche - für die Uns die Buchstaben mangeln -, enthält; von der Mimik und Gestik, die ja ebenfalls erst mühsam dazu beschrieben werden muss, ganz zu schweigen.

Mit diesem Mangel wird die Schrift-Sprache wohl demnächst zu Grabe getragen, sie enthält den damit Verbundenen einfach zuviel vor! Ausser, Wir füllen sie, -> die Schrift-Sprache, mit "entsprechenden" Zeichen auf, was mit den Emoticons ja schon etwas schwach versucht wird.
Schwach, aber immerhin.

So, aber nun zu den schrägen Sätzen, die ab und an so daherkommen oder auch daherwanken, je nach dem woher und von Was und in welchem Zustand. Ein paar davon habe *ich in meinen Blogs gesammelt und so neben die tieferen und weiteren Erkenntnisse und ThemenBeiträge dazwischengestreut.

Kleineres und Mittleres. Gedichte und zusammen gedichtetes ohne Reime, ganz in der Tradition der vielen Vorgänger, bis hin zu Walt Whitman und Hölderlin und ...

Ein paar möchte *ich mal wieder vor Sie hinstellen, vielleicht gefallen sie Ihnen ja, oder auch nicht, na, dann eben nicht, aber *mir bedeuten sie noch etwas, wenn sie auch schwach oder schwächer sein mögen, aber das Erste ist doch nun wirklich gut, oder?

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Hier darf jetzt auch einmal die Enge noch dichter machen. Dichter?
Hier darf nun auch die Heimlichkeit einmal das Megaphon ergreifen.
Hier greifen nun auch einmal die Sicherheitsbehörden ordentlich zu!
Hier ruft die Haut die gesamten Innereien einmal zur Ein-Ordnung, aber ...
Hier greift auch das Mit-Empfinden einmal in die Vernunft ein und rüttelt!

Hier: VATERLANDVERRÄTER!!! INTER-NATIONALIST !!!
Hier: NESTBESCHMUTZER!!! DU BIST DES TODES, wenn ...
Hier: HIERGEBLIEBEN DU VERRÄTER!, LOS ERGREIFT IHN!!!
Hier: ALLE ZUSAMMENBLEIBEN!!! KEINER! VERLÄSST DAS ...
Hier: VERDAMMT! WACH ENDLICH AUF UND SPÜR HIN!

Aber nur 1 MAL.

Oder?

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Für eine schöne Frau (Sie war die Inspiration):

Berge stehen, Seen gründen tief, Landschaft voller Pracht.
Einfall Reinfall Kein Fall Streitaxt Feiztanz Halberschwanz
Jodeldidö Ein Franzos ist in der Höh Hängt am Gipfelkreuz
Mitten in der Nacht ohne das es vorher hat gekracht. Lacht
Einen Tag den zweiten bis es im Gebälk schon feste kracht
Franzosen mitten in der Nacht fette Gipfelkeuze ausgelacht
Hängt so dran am Gipfel bis die Wipfel beugen Windeseile
Schwingt am Seil so in der Brise mitten überm steilen Hang
Hollereidullijö Franzosen singen Gipfellieder in der Nacht
Watte gleich die Wolken treiben ein Franzose Feuer macht
Gipfel Flammen Laune bringen weit sogar bis Spanierinnen
Aufi Hinaufi klettern steigen bis das Kreuz in Flammen lacht
Spanierinnen Wein in Säcken schleppen Käse grosser Last
Schuhe hüpfen spielerisch von Fels zu Stein Röcke wippen
Spitzen stechen, Seelen gründeln tief, Menscheln voller Saft
Gemsen meckern Spannierinnen wippen steile Hänge rein
Tage lauer Sinne träger Winde steiler Wege Muskeln beben
Äste krachen Feuers Lust grüne Matten schwinden im Fels
Sonnenflut im gelben Gleiten blühend ins halbe Firmament
Rotes Blut die Hänge gleissend füllt ankündigend die Nacht
Gipfelkreuze brennen weit die Runde macht Sternenpracht
Spanierinnen voller Freude klimmen Felsen knirschen sacht
Welch Freude weckt solche Ankunft mit der Franzosenschaft
Spanierinnen Säcke voller Wein mit allerletzter Tageshelle
Feuersbrunst die Funken stieben an Franzosen in der Glut
Röcke schwingen Hände klatschen Wein die Runde macht
Franzosen wenn im Schritte steigen feste Schenkel beben
Tanzen der Knie voller Hüfte Singen im Mund in der Nacht
Franzosen auf der Höh Spanierinnen wenn sie nur lachen
Käse gegessen süsser Frühe Himmel heller Klang in Freude
Spanierinnen Franzosen hüpfen Stein zu Stein nunta ins Tal
Gipfel ohne Zeichen durch die laue Nacht hat Spass gemacht

La Risa

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Beim folgenden sind Süddeutsche oder Dialektkundige eindeutig im Vorteil. Aber dieses Blog bleibt trotzdem sauber!

Ein Ausruf:

"Du lieber Himmel!, wird hier gesprachsext, da kommt endlich zusammen, was zusammengehört, in RO fragte mich Eine mal: "ob ma's soachzeig zammstecka woin", - jo, des hod mi fei fast umkaut, wei i zwengs'm biesln scho imma no aufs Klo geh woit, aba de hod oafach schneei zammstecka woin; wos a Weib, hob i denkt, waaansinn, wos ois so vor di Berg haust -; aber *ich wurde nicht zweimal gebeten. Das waren Zeiten, so kurz vor GOEsTHErReich. Aber genug davon."
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Schaufenster an der Veteranenstr. 19, in Berlin
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Vortrag:

Und da soll ein-Es ruhig bleiben, bei all dem, was da so hochbrodelt, aus den Tiefen der Vergangenheit; und immer im Jetzt und Hier verweilen; mit dem Verstand, der schräg liegt in der Viererkette der Abwehr, vor dem Mittelfeld. Das Mittelfeld will immer gewinnen und die Abwehr verhindern, was gewinnt; und das Verstand mittendrinn. Der Zug zum Tor entgleist kurz vor der rettenden Idee, weil die Abwehr wieder einmal den Sturm und Drang zurückgeworfen (Revolution) hat, um das Mittelfeld am vorne sein zu verhindern. So bleibt das Mittelmass, ähh, das Mittelfeld ein weiteres mal vor dem Tor hängen, neuerlich gelang dem Mittelfeld kein Tor, wieder wurde es zurückgedrängt, auf seinen "normalen" Bereich, wi€der blieb die Mitte an der Gegenwart der Gravität hängen und musste sich der RaumZeit geschlagen geben, die einen quälend langsamen RaumZeit-Gewinn vorgibt! Mist! rief der Sturm, und das Spiel endete 0:1 für die Bequemlichkeit der Innerlichkeit. Aber auch die Haut verlangt nach gemässigter Ausdehnung, weil sie sonst platzt, obwohl ...

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Herzblatt!
Nimm kein Blatt vor den Mund. Sag es geradeheraus. Was ist? Was passiert Hier mit Uns? Mit Uns Lebewesen. Mit diesem Planetensystem (Erde-Mond), mit diesem Sonnensystem. Was macht das DaSein mit Uns? Was macht die Natur mit Uns? Zu was werden Wir entwickelt?

Denn, dass Wir zu Irgendetwas entwickelt werden, ist inzwischen Jedem aufgewachten, vom Alltag etwas Abstand nehmenden und wissenschaftlich aufgeklärten Menschen, vollkommen klar. Wir sind ein Bereich einer Entwicklungsmelodie, die Tonfolge einer Symphonie, die menschlich "Natur" genannt wird. Und die Natur ist ein Entwicklungsprozess und Wir Irdischen mittendrinn, oder auch am Rand, egal.

Die Werkzeuge, die dabei das DaSein bearbeiten, sind Uns noch unbekannt. Das bearbeitete Material ist die Materie, also -stabilisierte / punktierte und verbundene- Energie, durch die Grund<>Kräfte (Gravitation, starke / schwache KernKraft, EM) stabilisiert und durch Licht, also fliessende / gerichtete Energie, miteinander verbunden und bewegt, dazu wurde noch ein Hauch Freiheit / Zufall beigemengt und die Ganze Mischpoche ins DaSein ausgedrückt.
Hinausgepresst und fallengelassen.
Wow!

Was für ein Riesending ist inzwischen daraus geworden, wenn Mensch es mit dem Ursprünglichen vergleicht. Im SEIN ist es bestimmt immer noch winzig, aber bereits spürbar. Wir werden beobachtet.
Aufmerksam.

Nichts¡ was Wir Lebendigen tun, bleibt dem SEIN verborgen, denn Wir tun es darIN und daMIT. Deshalb kommt mir die Debatte über Privatsphären und intime Geheimnisse auch so überflüssig vor, auch die Besorgnis über das Vernichten, Vergessen oder Verdrängen von Informationen erscheint in diesem Wissen naiv, zumindest unhinterfragt oder gar egozentrisch.
Denn, jede einzelne Veränderung in diesem DaSein, von diesem Universum, ist / wird gespeichert. Vom einzelnen Substanzbestandteil (vielleicht die Strings?), in der raumZEIT, bis zur Bewegung des gesamten DaSein im SEIN, in der RAUMzeit, ist ALLES dokumentiert.
Wirklich Alles!

Ein WitzVersuch:
Nur das Nichts geht dabei verloren und das braucht es nicht. Hihihi.

Das DaSein ist ein Experiment mit leicht ungewissem Ausgang, denn dem DaSein ist ein wenig Chaos beigemischt, aber die Entwicklungsrichtung und -geschwindigkeit sind weitestgehend vorgegeben, so empfinde *ich das.
Die Freiheit, also die Selbst-gestaltete Form, die Selbst-eingerichtet Struktur und die Selbst-gewählte Richtung des Selbst-Seins, sind noch unfassbar winzig.
Noch. Aber sie ist ausbaufähig.

Das ist in den Anfangswerten enthalten.
Das fühle *ich so.
Was braucht es zur Ausweitung der Freiheit des DaSein und darin der (auch menschlichen) Lebendigkeit? Den Aufbau von Verantwortung und Umsicht im SEIN.
Das vermute *ich.
So handle *ich.