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Donnerstag, 11. Juli 2013

K und K, K.

Da gibt es den Kultur-Begriff und ich glaube einfach nicht mehr, was darin alles Platz hat und Platz nimmt: Kultur?

Kultur ist Alles, Alles ist irgendwie Kultur: Feldfrüchte, Waldpflanzen, Sitzmöbel, Hegel, Kant, Micky Maus, Superman, Max Beckman, Reinhold Beckmann, Bayern München, der Papst, mein Kühlschrank, Deutsch(-land), alles und noch viel mehr passt in den kleinen Begriff: "Kultur".

Schaut doch eigentlich gar nicht so gross aus. Ist aber Alles drinn.
Also kann Mensch es auch für Alles verwenden. Wie ich ess, ist meine Kultur, wie Sie zu Bett gehen, ist Ihre Kultur und so weiter und so fort, von der Zeugung, bis zur Vergängnis.

Also gut, dachte *ich, wenn das so ist, was ist dann Beliebigkeit?

Und es gibt so viel davon. Also *ich sage Ihnen, mir zumindest ist das manchmal zuviel von ALLEM in ALLEN.
Mir wäre ein klein wenig mehr Deutlichkeit und Verlässlichkeit in jed-Es schon Recht. Aber Sie wissen auch: Recht hat jed-Es.
Ist ja auch gut so.

Jed-Es soll sein (SEIN?) Recht haben, Sie Ihres, und *ich?
Ist dann auch irgendwie Ihres, weil, wo Sie Recht haben, habe *ich eben auch Recht, aber *ich laufe schon wieder in eine Richtung davon, die *ich eigentlich gar nicht nehmen wollte, also zurück zur Kultur, in der Wir Alle ein schönes heimeliges Plätzchen finden.

Wir sind ALLE Kultur
Jed-Es = Eine
Die Gleichung lautet also: Kultur = sed-Es
All-Es = Kultur
DaSein = Kultur-Sein.

DaZwischen ein Blick in den Herkunfts-Duden.
Die Hauptwörter: Kult, Kultus und Kultur, entstammen dem lat. 'cultus' = "Pflege, Bildung, Verehrung, Erziehung", einer Substantiv-Bildung zum lat. Verb 'colere' = "bebauen, bewohnen, pflegen, ehren". Dieses entstammt sehr wahrscheinlich der IndoEuropäischen Wurzel '*kuel-' = "[sich] drehen, [sich] herumbewegen", so dass als ursprüngliche Bedeutung für lat. 'colere' etwa emsig beschäftigt sein, sich gewöhnlich irgendwo aufhalten" anzusetzen ist. Das Verb ist auch der Ursprung für das Substantiv Kolonie.
Danke Duden.

So entstammt die Kultur also aus der Feststellung [sich] gewöhnlich irgendwo aufzuhalten, und noch tiefer, [sich] zu bewegen, zu drehen, zu wenden.
Nun, dann ist ja auch klar, warum: All-Es = Kultur ist, was (irgendwo und irgendwie) in Bewegung ist.

Wir aktuellen Menschen haben das inzwischen auch auf die ersichtliche Unbeweglichkeit ausgedehnt, weil (weil in Bewegung ist stets und immer AllEs und All-Es, das ist eine Grundbedingung des DaSein. Das / Im DaSein - also auch als Lebendig-Es - gibt es nie und nirgendwo Stillstand, auch wenn das gespürt so aussehen mag, jedes Pumpen des Herzens, jeder Gedanke sind Bewegung), das Was irgendwo gewöhnlich steht oder aufhält, ist ja nun auch Kultur und so manches im alltäglichen daSein hält die Gewöhnlichkeit auf, oder etwa nicht?

All-Es, was ein-Es aufhält ist Kultur und All-Es, was in Bewegung ist - und das ist ja nun Alles - ist auch Kultur, wird ab und an gepflegt, manchmal bewegt und sehr oft einfach auch aufgehalten, von irgendwas was bewegt. Kein Wunder also, dass inzwischen in der Kultur AllEs und All-Es ein Plätzchen findet: Sie, *ich und überhaupt ALLES ist kultiviert.

In diesem Sinne:
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An der Ecke Chaussee- / Leipzigerstr.,
in Berlin-Mitte. Im Sommer 2012
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Und nun also endlich auch der Einzug des Kapitals in die Kultur, oder habe *ich da was falsch herum verstanden? Vielleicht auch der Kultur in das Kapital?

Die Frage ist, in welchem Begriff ist inzwischen mehr Platz zu [er]finden?

Na egal, denn das Mensch ist ja inzwischen auch ein Kapital, ein Human-Kapital, oder auch "unser wichtigstes Unternehmens-Kapital", also stecken Wir neben das Kultur ja auch im Kapital drinn, wie herum Mensch es dreht und wendet, -Es ist drinn, da oder da und -Es weiss es, sonst würde -Es doch sonst so etwas da drüben (siehe Fotos oben) nicht machen, oder?
Servus.

Freitag, 31. Mai 2013

Sprech-Ballast

Manchmal braucht es ein Refresh älterer Texte, oder ältere Texte passen plötzlich zu einem neueren Text und werden wieder eingereiht.

Die folgenden Zeilen passen ganz gut zu dem gestrigen Beitrag "Grenz-Verlust", in der SprechLichtung, und gehen sogar noch ein wenig Tiefer ins Gemüt und sie sind auch das Sprache gewidmet. In Das ich ja hier in diesen Blogs ein wenig Aufrichtung, Aufklärung und Erweiterung finde, und Das hier auch ein wenig Heimat findet, solange Es das braucht: Das Sprache ist doch gerechtfertigt, oder?
Geschlechtsmerkmale auf sexuell nicht tätiges und "seiendes" zu drucken, finde ich immer mehr unzulässig, sogar verstörend. Haben unsere deutschen Vorfahren zwar irgendwann einmal so angefangen und die Nachfahren, also auch Wir, haben das bisher unhinterfragt übernommen, aber das muss ja nicht so bleiben. Also ich fang' hier mal damit an, diese sexuellen Anmachen auf A-Sexuelles aufzugeben. Und das mache ich gerne nach, weil, soweit ich das mitbekomme, haben es andere Sprachen nie getan oder inzwischen auch bereinigt.

So, aber jetzt zu den etwas - nur etwas - älteren Zeilen, die zur Aktualität immer noch passen. Es waren Kommentare, die ich zu zwei BlogBeiträgen im FAZ.Net abgegeben habe.
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"KaufHaus" an der Gneisenaustr., in Berlin-Kreuzberg
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Im ersten Blog ging es um die "Hausordnung", um die Einhaltung von Regeln und/oder dem Umgang mit ihnen. Selbstverständlich haben sowohl die Autorin als auch einige Kommentatoren das "typisch deutsche" herausgestellt: Regelwut, Ordnungswahn und Unbeweglichkeit. Aber ist das wirklich typisch Deutsch und, ist das schlecht?
Wenn Mensch die Erfolge misst - sowohl die Sprach-Erfolge, als auch die wirtschaftlichen - und die Misserfolge dagegen abwägt, dann komme ich, ob dieser hartnäckigen Klischees arg ins grübeln, daher schrieb ich:

Ziemlich viel Deutsch hier! Und selbstverständlich schlägt der "Deutsche" gerne auf-s-ich ein, Deutsche schlagen, ist also immer noch modern, und ich hoffte, dass Wir Deutsche das endlich den nicht-Deutschen überlassen haben, die Briten sind besonders gut im Deutschen-Bashing, Sauerkraut und Panzer sind dort beliebte Schlagmaterialien, aber was die können, können die deutschen Menschen auch selbst, also vor den Spiegel oder auch die Tastatur und auf und an dem Selbst herumgequengelt und genörgelt. Was haben Sie da draussen und da vorne, vor ihren Flimmerkisten für ein Problem mit dem Deutsch-Sein? Was ist daran schlecht? Und was ist am Belgisch-sein, oder Französisch-sein, oder Russisch-sein, oder Chinesisch-sein, oder Nigerianisch-sein, oder Chilenisch-sein, oder ..., besser? Deutsch-Mensch-sein ist doch schön, oder wollen sie lieber Mars-Mensch-sein? Gut, zu meckern gibts immer was, stimmt schon, wer ist schon jemals zufrieden mit irgendwas, aber ein wenig Abwechslung von der dauernden Deutsch-sein-Verzweiflung und Deutsch-sein-Anklage, wäre schon mal ein kleiner Fortschritt im Selbst-Sein; aber Vorsicht beim ablegen des Deutsch-sein-Grusels, wenn die Maske mal gefallen ist und Eines im Spiegel plötzlich "nur" einen Menschen erkennt, erschrickt Eines oft, vor der Freiheit, die Eines dann gewahr wird. Freiheit kann auch erschrecken, wenn Mensch erst mal nichts damit anzufangen weiss. Dann doch lieber Deutsch-sein und weiter auf dem Deutsch-Selbst rumhacken, oder? Sie könnten ja mal einen Blog-Beitrag schreiben, zum Thema Deutsch-sein, mit der Antwort auf die Frage: Was ist genau dieses Deutsch-Mensch-sein?, im Vergleich z.B. mit dem Malayisch-Mensch-sein, das wär doch mal was. Das gäb eine fette Diskussion!

Die Blog-Autorin schrieb in dem Beitrag auch vom: "... Staub saugen ...".
Eine Kommentatorin wiess sie zurecht und schrieb, korrekt werde das Verb: "staubsaugen" geschrieben. Womit die Hausordnung wieder gerade gerückt wurde, oder?
Ich schrieb daraufhin:

Und an die "Duden-Redaktion" noch ein kleiner Nachschub: Staubsaugen und Staub saugen und staubs augen und auch St. aubs Augen, sind alles sehr verständliche und lesbare Tätigkeitsbeschreibungen, also keine Angst vor neuen Schreibformen, Hauptsache ist doch, dass das Angesprochene/-geschriebene erkennt, um was es geht, in diesem Sinne: St.a-Ub.sa(u)gen Sie weiter, muss ja sein: aus Staub sind Wir, zu Staub werden Wir; also Herr/Frau Nachbar, nicht vor der RaumZeit zerfallen, sonst kommen Sie zu früh in den Beutel.

Was die Kreativität und die Regularität - die das Schöpferische angeblich hemmt - angeht, ist fast alles schon gesagt: Ohne geht es nicht, weil Wir sonst ALLE zerfallen, es kommt also nur darauf an, sie so zu formulieren und zu gestalten, dass Uns die Freiheit der Mit-Gestaltung nicht zugetextet und verregelt wird.

Warum gibt es überhaupt Regeln und Gesetze?

Ich nehme an, weil die Lebendigkeit und damit auch Wir Menschen, ohne Gesetze und Strukturen nicht -Da wären- (DaSein), dafür reicht mir ein Blick in die Standardwerke der Naturwissenschaften.
Und weil ALLE Lebendigkeit auf dem Vorhanden-Sein, sowie der Einhaltung von Gesetzen beruht, - darin ist auch das kleine FreiRaumZeit für Neugestaltung und Umformung (Chaos oder auch Zufall; als innere Handlung auch das Zweifeln) zu finden, denn auch das ist ein Gesetz - finde ich es ein wenig schäbig, auf die Menschen (herab?)zuschauen, die die Regeln einhalten und sie auch einfordern.
Überheblichkeit ist kein Zeichen von besonderer schöpferischer Kraft, damit rede ich den Nörglern und Recht(e-in)habern nicht das Tun gut, aber ich hole Sie auf dasSelbe Niveau, auf dem Sie und Oliver-August Lützenich sind, und versuche eine Einigung oder Veränderung, die jede Regel zulässt zu erreichen.
Die Suche geht weiter.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Selbst-Extremismus

Da kam mir eine Freundin mit der Bemerkung, dass die Vergangenheit doch eigentlich nur etwas wegggedrängt - nur ein klein wenig unter die Oberfläche - des Hier und Jetzt.
Ja, wofür erLeben Wir hier so herum, immer ganz Gegenwärtig, aber das konnte Sie mir auch nicht sagen, aber Sie begründete ihre These mit dem unterschwelligen Fremden-Hass, der, vermeintlich vergangen, immer noch allerorten zu spüren ist.

Ich wollte Ihr da nicht zustimmen, nicht bei dem Gefühl des Hasses, das ist mir zu viel, weil der Hass für mich nach der intensiven Annahme und Zustimmung und nach einer enttäuschten engen Nähe kommt und nicht schon davor; aber bei einer sehr wohl zu spürenden Feindschaft könnte *ich Ihr zustimmen. Einer Ablehnung von Zuneigung, einer Abwehr von Annäherung, einer Verachtung der Gleichwertigkeit also.

Ja, bei dieser Bewertung könnte ich zustimmen. Fremden-Feindlichkeit ist normal. Da braucht es schon eine höhere Selbst-Bewertung und Selbst-Einordnung ins aktuelle DaSein und Geschehen, damit ein-Es diesem Reflex nur noch vorsichtig nachgibt, je einfacher ein-Es ist, umso unbehauster im Selbst, je Fremder das Selbst und die anderen Selbst, umso unangenehmer ist das Alles. Vermute ich so. Aber *ich kann mich ja auch täuschen.

Dann erwähnte Sie noch den allseits gärenden AntiSemitismus, der ja nun auch schon längst geklärt sein sollte, spätestens nach der Shoah, aber immer noch alltäglich ist, so sehr auch klar ist, dass jüdische Menschen mit allen anderen Menschen Gleich sind, aber eben auch ein wenig verschieden, wie das mit der Gleichheit eben so ist.

Oliver-August Lützenich bin mit jedem anderen Menschen Gleich, aber eben auch verschieden, aber *ich mache keinen Kult daraus.

Aber vielleicht sollte *ich das machen? Was die jüdischen Menschen angeht und die Feindschaft, weiss ich nur halbwegs folgendes:
Da war zuerst der Gott, der Sie erwählte, vielleicht als Spielzeug, oder so, auf jeden Fall schob der Gott Sie hierhin und dorthin und versprach Ihnen dies und das, aber immer nur unter geradezu unerfüllbaren Bedingungen, weil dieser Gott wohl die menschliche Natur kaum kannte, konnte Mensch auch dessen Bedingungen kaum erfüllen, also wurden Sie, die jüdischen Menschen, von dem Gott, der Sie erwählte - und den Sie bis Heute nicht los geworden sind - bestraft, und zwar ständig und bedroht, dauernd, und vertrieben und dezimiert und unterworfen und ..., wie sollten das Menschen ohne wirr zu werden überhaupt aushalten, so einen [Ver-]Führer, wie dieser Gott - der die jüdischen Menschen erwählte, oder Sie auch ihn, so genau ist das nicht geklärt -, einer war, aber eben auch verführerisch, weil sonst hätten ihn doch fast all die Anderen MitMenschen nicht auch noch übernommen, die sogenannten Christen zum Beispiel oder auch der Islam, nahmen diesen Gott ebenfalls an, als Einzigen, denn dieser Gott war ein wahrer Egoist, er duldete Keinen Anderen neben-s ich, was wiederum ganz menschlich ist, weil, Was dulden Wir schon mehr als das Selbst, das Jedes Einzelne ist: Nichts.

Oder zumindest relativ wenig, weil, wie Sie ja auch wissen: Nichts ist immer zumindest ein-Es / Etwas, was vielleicht gerade fehlt oder von mir gerade nicht zu haben ist.

Also kam uns Menschen diese$ Gott doch auch ganz gelegen, E$ war wie Wir, fast wie Wir, aber das verschiedene ist eigentlich nur, dass diese$ Gott nicht stirbt und Uns ständig mit irgendwelchen Strafen bedroht und das ist ja wohl die höchste Form der Anmassung, weil Alles im DaSein stirbt, also auch diese$ Gott, E$ mag es nur nicht zugeben, und weil E$ das nicht zugeben will, beharrt diese$ Gott auch auf einer Unmenge an Regeln und Gesetzen und Ausschliessungen, dass Mensch darin kaum Bewegung und somit auch Veränderung findet, sondern fast nur Strafe, bis auf Wenige, Denen das scheinbare nichts ausmacht, und DieJenig-Es werden immer mehr, die wandern vermehrt ins Nationale ab, aber inzwischen gibt es sogar Welche, denen selbst das noch zuviel Einengung ist, Die brauchen inzwischen noch mehr Frei-RaumZeit und auch das werden immer mehr, aber davon ist hier keine Rede ...
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"Fahrräder abstellen verboten"
So sind Wir; ständig Verbote aufstellen,
Uns aber genauso beständig nicht daran halten.
Dieses und das dritte Foto in diesem Beitrag, habe
ich in Berlin-Kreuzberg fotografiert, an der Lilienthalstr.
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Denn die Meisten sind noch dabei zu denken, diese$ Gott kann Uns mal gern haben, Wir tun das ja auch, deshalb sehen Wir das nun mal nicht ganz so eng, wie diese$ Gott und haben inzwischen auch Abstand von E$ genommen, was Uns ganz gut bekommen ist, weil Anfangs waren da wirklich fast immer nur Feinde, die Mesopotamier und Ägypter waren die Ersten und dann kamen die Perser (Nebukadnezar) und dann schon bald die Römer, ich kann nur sagen, dass vor allem die jüdischen Menschen immer für Abwechslung gesorgt haben (müssen?) in der Auswahl ihrer Feinde, da haben es später die sogenannten christlichen Menschen einfacher gemacht, die betreiben dieses "Geschäft" überwiegend im Inneren, sind also mehr oder weniger in-Einander spinnefeind, aber Beide "Kulturen" haben es bisher weit gebracht, also wenn es um die Findigkeit, um Problemlösungen, sowohl vernünftig (Mathematik, Logik, Planung und Kontrolle), als auch praktisch (Physik, Architektur, Maschinenbau, Kunst) geht, sind diese beiden Menschen-Kulturen mit einigem Abstand führend, zugegebener-massen auch im Rauben, Erpressen und im Dreck machen, aber zumindest die konfuzianische Menschheit holt die beiden "vorne" liegenden Kulturen bald ein, die islamische Kultur liegt noch ziemlich weit hinten, hat aber inzwischen immerhin das "ineinander-spinnefeind-sein" der Christlichen übernommem, was die wiederum ganz gerne los geworden sind, von Ausnahmen abgesehen, aber die bestätigen ja nur die Regel, und von den afrikanischen ganz zu schweigen, aber das liegt nicht an diesen Menschen, es liegt wohl fast eindeutig an den jeweiligen Klima- und Landschafts-verhältnissen, und um die für Uns Alle anzugleichen, schaffen Wir gerade die Bedingungen, ein Lob also für den Klima-Wandel, oder?; aber genug jetzt.
.
Berlin-Wilmersdorf, Hohenzollernplatz.
Ein Kirchturm im Frühling, eingerahmt.
Der eindrucksvolle Fingerzeig Gottes,
doch inzwischen sind Unsere Häuser
höher und weiter, als jede Kirche,
einen Gott brauchen Wir darin
nicht mehr, das haben Wir
inzwischen fast Selbst
übernommen.
Übernommen,
Selbst Da zu Sein, ohne
eine Erlaubnis dafür,
von Anderen-ich,
oder von einem
Gott-ich, nur
einfach
Ich
.
Kurze Pause
---
Bei all dem Obigen, taucht doch - vielleicht - die Frage auf?

Bin *ich ein Extremist? Und, mag *ich ein-Es sein?

Was ist das überhaupt und ist das Extreme-daSein überhaupt nötig?

Vorher aber noch eine ganz subjektive Selbst-Erkenntnis, die vielleicht vor der Beschäftigung mit dem Extremem vorne drann wichtig ist.

Eins ist *mir und vielleicht Ihnen schon länger klar: Ich bin Hier ein Selbst-Erklärer. Wenn Sie mir zulesen, hören Sie also meinen *Selbst-Erkenntnissen, *Selbst-Bekenntnissen und somit *Selbst-Erklärungen zu und hin.

Ich merke, und Sie mit dabei, da wo lange RaumZeit wenig Selbst war, weil Anfangs wenig Selbst zugelassen wurde, von allzu widrigen Umständen, entsteht Jetzt und Hier, vor Ihren werten Augen, ein ganz wirkliches und auch langsam ganz persönlich handelndes Selbst.

Die Philosoph-Es schreiben gerne von einem Subjekt, aber wissen Sie wo dieses "Subjekt" herkommt, woraus Es gebildet wurde? Nein. Dann ein kurzer Ausflug in die Etymologie. 
Das Wort Subjekt besteht aus der lateinischen Vorsilbe 'sub', also "unter" und dem lateinischen Verb 'i[a]cere', also "werfen"; so wie das Objekt aus der lat. Vorsilbe 'ob' = "hin, hinzu" und ebenfalls dem lat. Verb 'iacere', also "hin[zu]werfen" entstanden ist.
Nach diesem Wissen, stelle ich die Frage: Bin / Ist Ich ein Unterworfen-Es?

Irgendwie schon.
Unter die Gewalt der Natur, den - noch - heimlichen Abläufen des DaSein in der RaumZeit, unter die erdmondlichen, die menschlichen und die familiären Bedingungen, also schlichtwegg ziemlich Unterwürfig.

Aber gut, das muss wohl so sein, sonst wäre ich nicht, wenn ich dem Allem nicht Unterworfen wäre, also wird dieser Begriff der Philosophie wohl zurecht so gebildet sein. Die Philosophen wussten ja wohl, von was Sie sprachen, oder?

Aber gut, hier geht es um das Selbst und das ist mir lieber.
.
Was hält da Was?
.
Wo war *ich stehengeblieben?

Genau, es entsteht langsam ein fühlendes, wahrnehmendes, ein bewusstes und ebenso handelndes Selbst. Im Netz und davor, hinter meinen und vor Ihren Augen. Was für eine Köstlichkeit, aber gut, es ist nur ein Selbst, aber was für ein Selbst?
Das ist Ihre Frage?

Dann könnten Sie zum Einstieg meine Beitrag: "Willkommen bei einem fremden Selbst", hier in diesem Blog lesen. 

Oder auch einfach hier bleiben.

Gestern las *ich einen Bericht über Extremsportler, dazu fiel mir ein:
Die Extremsportl-Es, egal ob Es Tieftauch-Es, Muskelvergrösser-Es, Endlosläuf-Es, Multi-Sportl-Es, Hoch- und WeitSpring-Es, Berg[ohne jede Hilfe]Steig-Es, oder HochFlieg-Es sind, Sie Alle testen Grenzen der Spezies aus. Es sind Randständige, so wie auch VielDenk-Es, StändigLes-Es, EntRückt-Es, VerRückt-Es, NägelLieg-Es, SuperReligiös-Es, AntiReligiös-Es oder auch besessene Forsch-Es, die alle am Rande der gemeinsamen und einsamen Existenz unterwegs sind. Meist Männ-Es, das ist so.

Es gibt extreme Passivität, wie extreme Aktivität, extreme Verbindlichkeit, wie extreme Flüchtigkeit, extremen Sex, wie extreme Enthaltsamkeit, auch das in alle Richtungen, es gibt extreme Friedlichkeit, wie extreme und hysterische Gewalt - die schon aber-Millionen Verletzte und Tote gefordert hat, *ich denke da auch und gerade an die Deutsche Geschichte -, es gibt extreme Dummheit, wie extreme Informiertheit (*ich denke da an manche Autisten, sogenannte Savants, die ganze Regalmeter an Wissen gespeichert haben), es gibt extreme Aufmerksamkeitsverweigerung, wie extreme Wachheit und Weitblick, extreme Beliebigkeit, wie auch extreme Verantwortlichkeit (Nein, das kann nicht sein, oder? Verantwortung ist niemals ein Extrem, wie ist extreme Verantwortung auch darstellbar? Nein, Verantwortung ist eine HandlungsWeise, die zwischen Extremen angesiedelt ist. Ja, das ist es.) ...

Jetzt ist ja auch klar, dass es Extremismus in fast alle Richtungen gibt, ob ein-Es das gefällt oder nicht, Mensch trägt es in-s ich, aber eben nur am Rande, also meistens unbeachtet und unausgelebt.

Möchte Oliver-August Lützenich ein Extremist sein?
In manchem ja, aber meistens NEIN, *ich neige eher nicht zum Extremisten.
Irgendwie wäre mir eine Lebenswelt, eine Lebensform lieber, die Extreme hemmt, die diese teils sehr schmerzhaften Auswüchse und Erweiterungen behindert, wenn nicht dabei auch die Auswüchse in die Freude und ins Glück, in die Gesundung verhindert würden.

Müssen Wir also, um den Erhalt der FREUDE,
die Beibehaltung des LEID ertragen?
Extrem-Sein.
Müssen Wir das tun, ist Uns das ohne Ausweg mitgegeben?

Ja, ein wenig: Extremitäten sind in Uns und sind auch Unser Auftrag.
Aber zwischen den Extremitäten ist viel Materie enthalten, die die Extremitäten erst möglich macht, dadurch, dass Sie einfach daIst, weil, Sie wissen, ohne Mitte keine Ränder, denn, wo Nichts ist, gibt es auch nichts extremes.
So ist also die Bedingung von Extremitäten und Extremem, ein unExtremes DaSein.

Für mich stellt-s ich nun die Frage: Wage *ich die RandExistenz und damit das Extreme, oder bleibe *ich lieber in der ruhigen, gesättigten, einfachen Mitte, dort, wo *ich bisher dahoam bin. Tja?

Soll *ich also meine Haut, meine persönliche Randständigkeit, ernst nehmen und meinen Extremitäten, die *ich ja auch bin, mehr RaumZeit Platz lassen?
Schon kompliziert, das Alles, aber irgendwie auch machbar, wenn ... Ja, wenn Mensch will, will *ich?

Bist Du nicht will-ich, dann brauch ich Gewalt, sprach der Extremist?
Nee, mit Drohungen will ich nich, dann bleib ich eben mitt-ich.
Und was ist mit Terrorismus und mit anderen Gewaltexzessen, also mit den üblen Formen des Extremismus, sind Wir aufGrund des "Extrems" daSein dazu gezwungen, diese Opfer, diesen Schmerz auszuhalten, hinzunehmen, oder sogar zu verüben?

Also entweder Selbst das Opfer von Extremismus zu sein,
oder Extremist zu sein?

Ich als Mitt-ich-er Mensch fürchte mich vor der Antwort.
Und denke lieber noch mal drüber nach,
ob denn das wirklich so zu bleiben hat,
in der Wirklichkeit, in diesem DaSein,
das zwar auch auf Extremen beruht,
aber vielleicht auch davon geheilt,
davon befreit werden könnte.
Oder?

Mittwoch, 3. April 2013

Das Mensch um das Gehirn

Das jeweilige Gehirn im jeweiligen Körper. Das "ZentralOrgan"?

Nun, *ich befrage das Gehirn, in *mir, ob es nicht vielleicht zu wichtig nimmt, was es für das Ganze is[s]t und dafür tut, und schüttle es dabei etwas durch, damit es endlich mit einer Antwort herausrückt, weil *ich diese Frage ja nun schon so lange stelle und langsam kommen so ein paar Bröckelchen, die Mensch fast für eine Antwort halten könnte, aus dem Gehirn heraus, das jedes Lebewesen auch ist, wie jedes Lebewesen eben auch Haut und Herz und Leber und Magen und Darm und ... ist, manchmal ist das auch alles in eine einzige Zelle verpackt und das "Herz" sind ein paar Proteinketten, wie z.B. in Viren und Bakterien, und das "Hirn" ist ein zentraler Bereich der DNS, aber immerhin ein zentraler.

[M]ein Gehirn "sagt" in *mir, es ist wichtig, so wichtig wie die Niere und der Darm und die Lunge, vielleicht etwas wichtiger als der Musculus biceps femoris oder der Musculus iliopsoas und vielleicht auch etwas wichtiger, nur etwas, wie der SolarPlexus, aber eigentlich ist es ein gleichwertiges Organ und seine Fähigkeiten sind trainierbar und deshalb ausbaubar, vergleichbar mit einem der vorgenannten Muskeln. Mein Gehirn und damit auch *ich scheuen vor Übertreibungen zurück, wie jedes nervöse vorsichtige Lebewesen, aber ...

Das (mein!) Gehirn gibt auch zu, dass es sehr lange vernachlässigt wurde, dass es unter Wert ge- und behandelt wurde und es nun auch geniesst, im Moment soviel Aufmerksamkeit aus allen Richtungen zu erkennen. Aber ich (Gehirn?) übe daran auch Kritik, wie Sie vielleicht schon öfter hier erlesen haben, bin aber auch bereit dazu zu lernen.

Deshalb lasse *ich einen sehr bekannten Neurologen auch hier in diesem Blog eine EhrenRede halten, für einen jungen Mit-Forscher, um das und dabei auch mein Gehirn weiter auszuleuchten und abzuwägen, und mittenhinein stelle *ich meine persönlichen Betrachtungen und Befühlungen zur Herkunft und zum Inhalt und der Bedeutung des Wortes [Ge]Hirn.
Ihr Gehirn wird es freuen, oder?
.
Auch dieses schöne LebeWesen
ist ein Gehirn
.
»Laudatio von Professor Dr. Wolf Singer anlässlich der Verleihung des Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreises 2013 an Dr. James Poulet in der Paulskirche, Frankfurt am Main, 14. März 2013.

"Der diesjährige Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter Nachwuchspreis wird Dr. James Poulet für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Neurobiologie zuerkannt. Damit wird zum dritten Mal seit der ersten Verleihung dieses Nachwuchspreises im Jahre 2006 eine Forscherpersönlichkeit geehrt, die sich der Hirnforschung widmet. Dies reflektiert die ungewöhnliche Ausweitung dieses Forschungsfeldes innerhalb des letzten Jahrzehnts – eine Beschleunigung, die sich genau den Forschungsansätzen verdankt, die unser Preisträger vertritt. Hirnforscher gehen davon aus, dass alle mentalen Leistungen auf neuronalen Prozessen beruhen, dass also nicht nur neurologische sondern auch psychische Erkrankungen durch Fehlfunktionen neuronaler Netzwerke verursacht werden. Weil Erkrankungen des Nervensystems nach wie vor zu den großen ungelösten medizinischen und damit auch gesellschaftlichen Problemen zählen und weil die Medizingeschichte lehrt, dass Aufklärung von Mechanismen Voraussetzung für die Entwicklung kausaler Therapien ist, verbinden sich Heilserwartungen mit der Hirnforschung, - und das zu Recht, auch wenn so manche Hoffnung, zum Teil mit Zutun der Zunft und von den Medien verstärkt, gelegentlich zu früh geweckt wurde. Dies und die vielfältigen Konsequenzen der Hirnforschung für unser Menschenbild begründen, warum ihr gegenwärtig so viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wird – was ihr nicht immer gut tut. Die wahren Gründe für die rasche Expansion der Neurowissenschaften liegen jedoch woanders. Sie sind wissenschaftsimmanent.
Forscher wie James Poulet suchen dort, wo Licht ist und Licht ist dort, wo es neue methodische Ansätze erlauben, bislang unsichtbare Territorien auszuleuchten. Dies war nicht immer so. Noch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts verstanden es Hirnforscher als ihre vornehmste Aufgabe, dort zu suchen, wo die medizinischen Probleme liegen. Die Ursachen neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen sollten durch Untersuchungen an Patienten aufgeklärt werden. Dieser direkte Ansatz erwies sich nur in ausgewählten Fällen als erfolgreich und manche der damaligen Patientenstudien wären nach heutigen Kriterien ethisch nicht mehr zu verantworten. Erst im Lauf der letzten Dekaden beschritt auch die Hirnforschung den wesentlich ertragreicheren Weg, zwar die Probleme im Auge zu behalten, aber zunächst in kleinen Schritten und vorwiegend an sorgfältig ausgewählten Tiermodellen die grundlegenden Mechanismen von Hirnfunktionen zu erforschen. Dies führte in rascher Folge zu bahnbrechenden Entdeckungen, wobei die Methodenentwicklungen in anderen Disziplinen, insbesondere der Genetik, der Molekularbiologie, der Zellbiologie, der Bildgebung und Computertechnologie Pate standen. 
Ein Protagonist dieses Paradigmenwechsels ist unser Laureat, James Poulet. Seine wegweisenden Forschungsansätze und Ergebnisse, die heute gewürdigt werden, beruhen auf der Anwendung modernster Technologien zur Analyse grundlegender Mechanismen neuronaler Funktionen in ausgewählten Modellsystemen. Ich werde diesen Forschungsansatz im Anschluss an eine kurze Würdigung der wissenschaftlichen Laufbahn von James Poulet erläutern. Viele, wenn nicht gar die meisten der sehr erfolgreichen Wissenschaftler sind Nomaden."«
Erstmal bis hierher, jetzt kommt mein Beitrag.

Was wird aus der Zervelatwurst, wenn die Karotte im Gehirn isst?

Vom Kopfschütteln beim Lebewesen, oder: eine spitze Zunge sticht in das Selbst.

Etwas Hirn-HerkunftsForschung:

Hirn: Ahd. 'hirni', mhd. 'hirn[e]', niederl. 'hersenen', mittelengl. 'hernes', schwed. 'hjârna', gehen auf germanisch '*hirznia-, *herznan-' "Hirn" zurück, das mit den germanischen Sippen von 'Horn, Hornisse' und 'Hirsch' sowie weiterhin mit 'Ren' und 'Rind' verwandt ist und zu der vielfach weitergebildeten und erweiterten Indo-Europ. Wurzel '*ker[∂]-' "Horn, Geweih; gehörntes, geweihtragendes Tier; Kopf, Oberstes, Spitze" gehört. Zu dieser Wurzel stellen sich aus anderen IndoEurop. Sprachen z.B. griech. 'kárâ' "Kopf, Haupt" (Ursprung von "Karotte" {Oooha!?}), griech. 'kéras' "Horn" (Ursprung von "Karat") und 'krânion' "Hirnschale, Schädel" ("Migräne"), lat. 'cerebrum' "Hirn" (beachte fachsprachlich 'zerebral' "das Gehirn betreffend; und es ist der Ursprung von "Zervelatwurst" {Ach!?}). - Eine auf das deutsche Sprachgebiet beschränkte Kollektivbildung zu 'Hirn' ist "Gehirn {Soso.}.

Da stammt das Gehirn also aus derSelben Wurzel wie die Hornisse, das Rindvieh, trägt ein Geweih, ist nur ein wenig Spitze und wird irgendwann zur Wurst oder auch zur Karotte, je nach Alpenseite. Kein Wunder, dass dabei manchmal Migräne entsteht. "Du Hirsch!" wird da zum Lobpreis für einen gebildeten Menschen, statt zur Abfälligkeit und die Hornisse erklären wir nun zum Symbolwesen der Klugheit, statt sie zu fürchten, denn Wir sind wesentlich wehrhafter, auch ohne Stachel.

Die Periode des Gehirns ist in voller Blüte. Das Mensch ein NeuroJunkie. Lange Jahrhunderte war das Mensch ein Wesen des Herzens, auch wenn Es in Wirklichkeit eines des Magens und des Darms ist. So waren Wir Menschen doch voll ergriffen vom Pumpmuskel in der Brust, nun ist das Organ im Schädel das höchste der Gefühle und das, obwohl die Gefühle nach wie vor in der Mitte entstehen und "nur" vom Gehirn erfasst und ermessen werden. Jeden Tag eine neue Professur, plus Assistenten, jeden Tag ein neues Labor mit dem Auftrag zum Gehirndoping, jeden Tag überschwängliche Berichte, Dokumentationen, Filme und und und in allen Medien, in denen das Gehirn alles ist, alles tut, alles macht, alles kann und vor allem ALLES fühlt? Das Mensch kniet mit verklärtem Gehirn "vor" dem Organ, das in Es ist; das Mensch ist schüttelnd verwundert "in" dem Organ, das in Es ist, statt es folgerichtig (konsequent) zu nutzen. Durch das viele Kopfgeschüttle, darin auch das Gehirn, kommt kaum eine klare Befühlung dieses ohne Zweifel sehr fähigen Organs (Muskels?) zustande.

Wie alle Muskeln eines jeden Körpers ist auch das Gehirn trainierbar, ist das etwas besonderes? Wie alle Muskeln eines jeden Körpers ist auch das Gehirn für eine spezielle Aufgabe entwickelt worden, ist das etwas besonderes?

Das Organ Lunge ist hauptsächlich zuständig für die Sauerstoffversorgung und Kohlendioxidentsorgung eines Körpers, das Organ Gehirn ist zuständig für viele Steuerungsprozesse innerhalb des Körpers, für die Auslegung und Deutung des Erfühlten und Erspürten, also der Sinneswahrnehmungen von innerhalb und ausserhalb des Körpers, ist also mit-Verantwortlich für die Aufrechterhaltung der Gesundheit, für die Orientierung und Bewertung, und damit die Bewegungsrichtung des gesamten Organismus, ist das etwas besonderes?

Das Gehirn ist deshalb wandelbarer, anpassungsfähiger und heilungsbereiter als alle anderen Bereiche in einem Lebewesen, weil es als Organ für die Sinneseindrücke, das Zurechtfinden und die Einschätzung der In- und Umwelt, mit wesentlich vielfältigerem und veränderlicherem Material sowie Zu- und Umständen zu tun hat, als es die eingesaugte Atemluft, die eingenommenen Getränke und die Nahrung sind; deswegen sind Blut, Lunge, Magen, Leber, Niere, Darm, Milz, Herz, Muskeln, Knochen und und und auch wesentlich stabiler angelegt, als eben das "Wahrnehmungs-Aus-und-Bewertungs-Organ" Gehirn, und um alles drummherum die Haut. Somit ist das Gehirn ein normales Organ, das in Jedem Organismus vorhanden ist, und in Jedem Organismus genau für die dafür entwickelten Aufgaben zuständig ist, oder?

Weder das Herz noch das Gehirn sind die Zentren oder gar die Verursacher der Gefühle, die Wir Lebewesen sind, falls das der Grund für dieses falsche hochleben lassen, dieser beiden Körperbereiche ist. Die Gefühle sind jeweils eine gesamtkörperliche Erscheinung, sie entstehen in der linken kleinen Zehe genauso, wie im rechten Ellenbogen und sind beide wichtig und werden dann vom Nervensystem an das Steuerorgan Gehirn weitergeleitet, um eine Reaktion hervorzubringen, eine neue Armhaltung vielleicht, die den Ellenbogen entlastet oder den Kauf eines anderen Schuhs, der weniger drückt. Der gesamte Körper ist die Quelle für Gefühle, auch das Herz, der Magen ... und das Gehirn, das diese bewertet und in Entscheidungen umsetzt, mehr nicht, und das ist einfach die Aufgabe dieses Muskels, so wie es die Aufgabe der Gelenke ist Uns Beweglichkeit zu ermöglichen.

Wann lassen Wir endlich den Darm hochleben, der hat es doch auch verdient, bekommt seit Äonen nur Unsere Scheisse durchgeschoben, und arbeitet fast immer hervorragend damit, oder?

Mich wundert das anhaltende Wundern über die Tatsache, dass auch Wir Menschen vom Leben in der Umwelt geprägte Lebewesen sind. Ja, liebe Mitmenschen, spätestens seit Charles Darwin und Alfred Russel Wallace wissen Wir, dass auch Wir zu 100% Natur sind, irdisches und universales Lebewesen, geschaffen und gewachsen im Laufe von mindestens 13,7 Milliarden Jahren, jeweils im Einklang mit den umgebenden Verhältnissen. Zuerst als ziemlich beengtes Plasma, mitten drinn im Rohstoff für alle spätere Natur, dann platzend vor lauter Lust, Schmerz und Glück hinein ins SEIN, einfach hinein, mal fühlen was daraus wird? Später im Sternenteig kräftig ausgebacken und vielfältig materialisiert, in weiteren kleineren Fanalen wieder hinausgeschleudert ins umgebende Universum, um langsam anzuwachsen zu einem ganz ausgezeichneten Sonnensystem. Jedes von Uns war einmal in einer SuperNova, Wow!, was für eine Riesen-Sache! Und dann weiter, immer heiter, zu diesem Sonnensystem.

So viel Schutz und Stabilität wurde bislang keinem zweiten Sternenstaub zugebilligt, wie dem kleine Planeten, den Wir sehr viel später Erde-Mond benannt haben. Deshalb wuchsen aus den vielfältigen Sternenbröseln, aus denen dieser Planet besteht und die auf und um ihn herumschwirrten, langsam aber sicher grössere Brösel-Verbindungen heran, die Wir heute Lebewesen nennen. Millionen verschiedene Formen, Farben und Töne, mittendrin und eine, nur eine davon, Wir Menschen. Geprägt von den Verhältnissen in denen Mutter Erde/Mond, zusammen mit Vater Sonne und den anderen Geschwistern lebt. Ausgezeichnet geschützt in einem Seitenarm (Orion) einer wunderbaren sanft schwebenden Heimatspirale, die die Griechen Milchstrasse tauften. Mutter Erde-Mond, unser Aller wunderschöne Auster, hält ihrer Perle, der Biosphäre, die väterlichen Ausbrüche weitgehend vom Leib und schützt die Lebewesen zusammen mit den anderen grossen Geschwistern, darin besonders Saturn, Jupiter und Mars, vor Zusammenstössen mit den vielen kleinen und kleinsten Verwandten oder gar Fremden.

100% Lebewesen, ganz ausgezeichnet und bevorzugt mitten in der WEITE des Universums, ist ein Mensch. Wer? Hier. Soooooo Viele! Menschen. Darin auch Gehirne. Und darumherum - vielleicht auch darin - All die Verwunderung?

Was haben die Menschen mit der Karotte gemein und was wird aus der Zervelatwurst, wenn die Verwunderung "über" - irgendwie darin immer nur leicht schwebend -  das Leben, in die Bejahung im System >Leben-Tod< übergeht?

Nebenbei und Frage: Die Neuronen wechselwirken miteinander durch Neurotransmitter über einen Spalt hinwegg, also ohne direkte Berührung (Leib-Seele-/Körper-Geist-Problem?) der Zellen miteinander. Ist diese Lösung, des wechselseitigen Miteinander <--> in Distanz, eine Folge der vielfältigen und selbst-ständigen Lebewesen im Äusseren, zwischen denen ebenfalls Distanz ist? Das Empfindungs-/Bewertungs- und Kommunikationsorgan Gehirn also eine Spiegelung der äusseren und im kleinen auch inneren (Organe) Verhältnisse?
Ist die Sprache also der "Neurotransmitter" zwischen den Menschen, zwischen dem Leben?

Nachbemerkungen:

Alle Wort-Herkünfte (Etymologien), wie: "Hirn:", sind nur wenig verändert aus dem 'Herkunfts-Duden', 2. Aufl., 1997, entnommen, die Bedeutungen dem 'Bedeutungs-Duden', 2. Aufl., 1985. Alle Texte in diesen "{...}" Klammern sind persönliche Einwürfe, Anmerkungen und Kommentare, innerhalb der Auszüge aus dem Duden.

Zu diesem Beitrag passt auch der "von Dr. Gerhard Roth" hier im Blog.

Und nun zurück zu der EhrenRede von Wolf Singer.
Bleiben Sie noch ein wenig, es lohnt, es ist faszinierend was Wir alles in und von Uns herausfinden, noch mehr durch den Umweg über andere Lebewesen, aber doch in den Methoden immer mehr eine Annäherung an Uns Selbst.

Eine dieser Annäherungen beschreibt Wolf Singer in seiner Laudatio und der geehrte Forscher tut es aktiv. Wir sind auf dem besten Wege den Spiegel, in den Wir bisher noch blicken müssen und der immer nur ein ungenaues und oberflächliches Bild vom Selbst liefern kann, zu einer wirklichen EinFühlung und einem echten Begreiffen dessen, Was wir und Wie Wir sind weiter zu entwickeln.

Hier also der sehr interessante Abschluss der Laudatio auf Dr. James Poulet:
"Seit der Zeit in Lausanne konzentriert sich James Poulet auf ein Sinnessystem, mit dem Nager aber auch die kleinen und großen Katzen ihre nähere Umgebung erforschen, das System der Schnurrhaare. Ich werde gleich erläutern, warum dieser Wechsel von Insekten zu Säugern und vom auditorischen zum taktilen System nur scheinbar ein Bruch im Forschungsansatz ist.
[...]
Aber nun zum roten Faden, der die Wissenschaft des Laureaten durchzieht, - zur Frage, die ihn umtreibt und die er konsequent und mit so großem Erfolg seit Beginn seiner Laufbahn verfolgt hat. Die Prinzipien, die er zu verstehen sucht, sind grundlegend für das Verständnis von Sinnesfunktionen, und sie bieten wahrscheinlich auch Erklärungen für Wahrnehmungsstörungen, wie sie bei psychischen Erkrankungen, in diesem Fall der Schizophrenie, auftreten. Warum bloß hat er sich ausgerechnet die Heuschrecke ausgesucht. Jeder weiß um das erstaunlich durchdringende Gezirpe dieser kleinen Tierchen, das sie durch Reiben der Hinterbeine an speziellen Resonanzkörpern erzeugen. Natürlich wollen sie gehört werden und Eindruck machen, aber zugleich wollen sie auch die Rivalen hören. Wie es ihnen gelingt, so laute Töne zu erzeugen, muss Fabrikanten von Musikinstrumenten interessieren, wie es aber möglich ist, das eigene Gezirpe von dem anderer zu unterscheiden und nicht durch den selbst erzeugten Lärm zu ertauben, das interessiert die Neurobiologen seit langem. Horst Mittelstädt vom Max-Planck-Institut für Verhaltensforschung in Seewiesen, dem Institut, an dem auch Konrad Lorenz tätig war, hat schon vor mehr als 50 Jahren seine Reafferenz- Hypothese formuliert. Sie geht davon aus, dass eine Kopie des motorischen Kommandos, das die eigenen Laute hervorbringt, in das Hörsystem eingespeist wird und dort bewirkt, dass die selbst erzeugten Laute gefiltert und anders wahrgenommen werden als die fremd erzeugten. Wahrnehmungspsychologische Hinweise für die Richtigkeit dieser Hypothese gibt es zuhauf.
Es fühlt sich einfach sehr viel anders an, wenn man sich selbst streichelt als wenn es jemand anderes tut. Welche neuronalen Prozesse diesem Phänomen zugrunde liegen, ist kaum erforscht und die zentrale Frage von Poulets Forschungsansatz.
Erste Antworten fand er in seinen originellen und bahnbrechenden Arbeiten an der zirpenden Heuschrecke. Es gelang ihm, die Mechanismen zu identifizieren, die dafür sorgen, dass die Heuschrecke durch ihren Gesang nicht selbst ertaubt. Es war dies einer der ersten experimentellen Nachweise des postulierten Reafferenzsignals.
Zusätzlich gelang ihm durch eine Kombination von anspruchsvollen elektrophysiologischen Techniken und minutiösen Verhaltensbeobachtungen die Aufklärung der neuronalen Kodierungsstrategien, mit denen Heuschrecken den Gesang anderer erkennen und entziffern. Dass es ihm gelungen ist, diese Arbeiten in den höchst angesehenen Zeitschriften „Science“ und „Nature“ zu publizieren, die neun von zehn Submissionen ablehnen, belegt die Originalität des Ansatzes und die Bedeutung der Ergebnisse.
Was jetzt anstand, war die Überprüfung der Verallgemeinerbarkeit der entdeckten Mechanismen und deshalb wechselte Dr. Poulet nach Lausanne, wo die Möglichkeit bestand, der Frage an einem Säugetier, in diesem Fall der Maus, nachzugehen. Warum die Maus und warum die Schnurrhaare? Mit diesem Modell verbinden sich eine Reihe von Vorteilen, die Dr. Poulet voll ausschöpfte. Die Maus besitzt eine Großhirnrinde, die ganz ähnlich aufgebaut ist wie die unsere, so dass die dort erzielten Ergebnisse direkt auf den Menschen übertragbar sind.
Das Genom der Maus ist vollständig aufgeklärt und deshalb steht eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung, um über Genmanipulationen zu erreichen, dass ausgewählte Nervenzellen maßgeschneiderte, fluoreszierende oder lichtempfindliche Eiweißmoleküle erzeugen. Dies erlaubt, elektrische Signale sichtbar zu machen bzw. die Aktivität der Nervenzellen durch Licht zu manipulieren und eröffnet grandiose Möglichkeiten, die Dynamik vernetzter Neuronenpopulationen zu analysieren und gezielt zu beeinflussen. Soweit zur Maus – und jetzt zu den Schnurrhaaren? Diese sind ein ideales Modell zur Erforschung von Reafferenzprinzipien. Schnurrhaare sind keine passiven Sensoren, sondern werden in komplizierten Wellenmustern rhythmisch bewegt. Treffen sie auf Gegenstände, können die Tiere aus den komplexen raumzeitlichen Mustern der Berührungssignale die entsprechenden Objekte nicht nur lokalisieren sondern auch erkennen.
Hierzu aber ist es erforderlich, dass die Netzwerke in der Hirnrinde, welche die einlaufenden Berührungssignale interpretieren, präzise Informationen erhalten über die Bewegungstrajektorien der jeweiligen Tasthaare. Auch hier muss also eine Kopie der Bewegungssignale, die in der motorischen Hirnrinde erzeugt werden, an die sensorischen Rindenbereiche übermittelt werden, damit diese die taktilen Signale interpretieren können. Weil die anatomischen und funktionellen Eigenschaften sowohl der motorischen als auch der sensorischen Anteile des Schnurrhaarsystems bereits sehr gründlich erforscht sind, war hier genügend Licht, um die komplexen Interaktionen zwischen den beiden Teilsystemen untersuchen zu können. Und wieder gelangen unserem Preisträger schon nach kurzer Zeit wegweisende Entdeckungen, die wiederum in den besten Journalen seiner Zunft zur Veröffentlichung kamen.
Ihm ging es zunächst darum, die Kodierungsstrategien besser zu verstehen, die in der sensorischen Hirnrinde für die Verarbeitung der Berührungssignale zum Tragen kommen. Der Schlüssel für seine Erfolge war der Einsatz neuester Technologien, die es ihm erlaubten, von mehreren Zellen in der Großhirnrinde wacher Tiere gleichzeitig intrazelluläre Ableitungen zu erhalten. Dies ist hohe Schule und eine technische Bravourleistung, die nicht genug gewürdigt werden kann. Im Zuge dieser Untersuchungen gelang ihm auch erstmals der Nachweis, dass sich die zeitliche Koordination neuronaler Aktivitätsmuster abhängig vom Aufmerksamkeitsgrad der Tiere nachhaltig verändert – was für die Deutung von Kodierungsstrategien wichtige Konsequenzen hat.
Den Wechsel nach Berlin und die dadurch gewonnene Autonomie hat Herr Poulet dazu genutzt, sein methodisches Repertoire erneut zu erweitern und die bereits erwähnten molekularen Techniken seinen Bedürfnissen anzupassen. Auch machte er die Tiere zu aktiven Teilnehmern seiner Untersuchungen, indem er ihnen beibrachte, gezielte Bewegungen mit den Vorderpfoten auszuführen. Die Quantifizierung dieses Verhaltens versetzte ihn wiederum in die Lage, die neuronalen Kodes zu entziffern, die der Integration von sensorischen Signalen und motorischen Kommandos zu Grunde liegen, - also das Reafferenzprinzip in der Großhirnrinde dingfest zu machen. 
Nun aber schulde ich Ihnen endlich die Erklärung für meine Andeutung, die Arbeiten von Herrn Poulet würden auch zur Aufklärung von Mechanismen beitragen, die psychischen Störungen zugrunde liegen.
Es gibt wohlbegründete Vermutungen, dass einige der Symptome von schizophrenen Patienten auf einer gestörten Verarbeitung von Reafferenzsignalen beruhen. Es könnte dies der Grund für Halluzinationen sein, also für das Unvermögen, zwischen selbst erzeugten und von außen einwirkenden Signalen zu unterscheiden. Wohin sich die Forschung von Herrn Poulet wenden wird, ist natürlich nicht vorauszusehen, da Wissenschaft umso besser ist, je weniger sie weiß, was sie morgen entdecken wird – und die wissenschaftliche Arbeit von James Poulet ist von dieser Art. In welchem Kontext ihm die nächste große Entdeckung gelingen wird, kann er wohl auch selbst nicht vorausahnen, gewiss aber ist, dass ihn seine Neugierde, seine Begeisterung, seine Kompetenz und vor allem sein Gespür für überwindbare Herausforderungen noch weit tragen werden. Lieber James Poulet – alles Gute für Ihre Zukunft und jetzt freuen Sie sich erst mal richtig über das Erreichte."

Grossartig! Schöne Rede. Ich bin voll dabei und unterstütze das, soweit *ich das mit meinen äusserst bescheidenen Möglichkeiten kann.
Es bleibt die persönliche Erkenntnis, dass das Gehirn nicht mehr Aufmerksamkeit und Anstrengung verdient, wie das Drummherum in das so ein Gehirn eingebettet ist, aus und in das es gewachsen ist und das es als Ganzes braucht.
Danke.

Donnerstag, 14. März 2013

Mit Sicherheit ein Hicks

Da kommt die Sicherheit immer wieder mit Beruhigungen und auch mit Einengungen daher, da verspricht die Sicherheit "Sicherheit", indem "sie" sagt, bleiben Sie in Deckung, halten Sie still, vertrauen Sie "mir", oder indem Sie ein-Es oder Mehrer-Es auffordert ganz schnell in die nächste Deckung zu rennen und den Kopf unten zu behalten, oder die "Sicherheit" geht sogar soweit, die totale Kontrolle zu fordern und die vollständige EinOrdnung unter "ihre" Regeln und Verfahrensweisen zu erzwingen.

Ja, die "Sicherheit" meint es gut mit Uns, will Uns doch nur beschützen vor ? 
Weiss nich, aber irgendwas gibt es immer das der "Sicherheit" eine Gefahr ist, wovor Wir unbedingt zu schützen sind. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und unter Einsatz aller Technik und Energie. Die "Sicherheit" fordert enorm viel und liefert meist ?

Weiss nich, aber sonst beschützt Uns doch k[aum]ein-Es, wenn es die Sicherheit nicht tut, oder?, denn das Selbst - also ein einzelnes Selbst - ist dazu doch noch nicht in der Lage, dazu fehlt Es die Ausbildung, die Ausrüstung und die Freiheit, oder?

Frage an die Sicherheit: Was ist sicher?
Die Antworten sind LEIDer kaum verständlich; also eine FREUDE ist das nicht, die Sicherheit zu befragen, Mensch versteht sie so schwer, aber wenigstens die Gründe sind nachvollziehbar, das ist jedoch ein anderer Beitrag.

In diesem Beitrag geht es um Haltbarkeit (Sicherheit?) von ganzen Theorie-Gebäuden, die immerhin Milliarden irgendwas Geld kosten, ohne wirklich haltbar zu sein, die also zu Jed-Es RaumZeit auch wieder "einstürzen" können, könnten. Nun, *ich bin ein Gläubiger der Wissenschaft, ich bin ein EinÄugiger der Wissenschaft, *mir ist oft genug gewiss, was *mir da vorgesetzt wird, ohne das *ich eine Chance erkenne, das dann auch zu überprüfen, z.B. auf die Sicherheit darin.

Aber *ich lasse meine Gewissheiten und darin die Sicherheiten gerne erschüttern, weil *ich inzwischen zu zweifeln gelernt habe, aus der einfachen irgendwann entstandenen Selbst-Erkenntnis heraus, dass kaum etwas von dem bekannt ist: Was ist?

Da gibt es noch so enorm viel und WEITERES zu entdecken und zu erforschen, da kann das, was Wir bis jetzt wissen und manch-Es auch für schon gewiss erachtet, doch nur ein vorübergehendes Gewissen sein.
Die Gewissheiten sind vorübergehend und im Wandel, wie es das DaSein eben so ist. Deswegen lasse * das Selbst gerne erschüttern von neuen oder auch alten Erkenntnissen, in neuem Licht vielleicht und überprüfe Selbst, aber das dauert oft sehr viel länger, als es in Labors möglich ist.

Nichts desto trotz hier eine kleine Erschütterung von Gewissheiten von so Vielen; von modellhafter Gewissheit, modellhafter Sicherheit des Wissens.

Gut, manch-Es von Ihnen mag die VorSätze für Banalitäten halten, für kaum mehr erwähnenswert, aber wie um manche Sicherheit und Gewissheit gekämpft, gestritten und festgehalten wird, über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte (die Erde ist das Zentrum des Universums, Kapitalismus, Sklaverei, Hierarchien, ...), ist das alles andere als Selbst-verständlich zu zweifeln und um die Unfertigkeit des DaSein zu wissen.
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Mit Sicherheit steht das zu Weihnachten
erneut am KurfürstenDamm!
.
Bevor *ich den NZZ-Artikel, der *mir als Kondensationskeim diente einstelle, noch eine kleine Erwähnung und Worterklärung, die *mir sehr wichtig erscheint (Die längeren Leses wissen, was *ich vom Schein halte, aber mehr ist es momentan eben noch nicht), es ist das Wörtchen "Ästhetik", das so oft erwähnt wird und aus vielen Mündern kommt, immer auch gerne in Verbindung mit der "Schönheit", um das es nur ganz kurz hier geht:
"Ästhetik" entstammt aus dem Griechischen, und wurde dort von der Ableitung 'aisthêtikós' = "wahrnehmend" - zu dem Verb 'aistánesthai' = "wahrnehmen" -, als Substantiv (um 1750) gebildet.

Die "Ästhetik" ist also von den griechischen Ursprüngen her die "blosse" Wahrnehmung, also der Eindruck der nach aussen gerichteten Sinne eines LebeWesen. Die Wurzel des griechischen Wortes wiederum ist wohl das indoGermanische Wort '*auêi-' welches in etwa: "sinnlich erkennen, auffassen" bedeutete.

Jetzt taucht für m*ich die Frage auf: Ist Wahrnehmung schon Urteil? Deshalb das Adverb "bloss" in den VorSätzen. Oder ist Wahrnehmung einfach nur das Auftreffen, das Erkennen und die Hereinnahme von Äusserem in ein Inneres? Ohne Bewertung.

Also mir schmeckt die Begründung einer Wissenschaft oder von Ergebnissen einer Wissenschaft mit dem Adjektiv "ästhetisch" bitter, noch bitterer schmeckt es, wenn von Erkenntnis oder sogar einer "WeltFormel" verlangt wird, Es müsse "ästhetisch" oder auch schön sein. Aber gut. Jedes hat doch einen anderen Geschmack, oder?
.
Mit
Oder etwa nicht?
Passt doch auch zum Blog-Titel.
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Aus der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), vom 11.03.2013.

Titel: Der Higgs-Kater
Stirbt die Grundlagenphysik in Schönheit?
Untertitel: Der Quasi-Nachweis des Higgs-Teilchens ist ein Triumph der Grundlagenphysik. Trotzdem macht sich hier und da Katerstimmung breit. Denn der Nachweis zementiert ein ästhetisch unbefriedigendes Modell.

Physiker haben einen speziellen Sinn für das Schöne. Er manifestiert sich in der Vorliebe für besondere Stilmerkmale ihrer Theorien: Einfachheit, mathematische Eleganz, Symmetrie. Für Paul Adrian Dirac etwa, den genialen Theoretiker der Antimaterie, war «eine mathematisch schöne Theorie eher richtig als eine hässliche, die mit dem Experiment übereinstimmt». Einstein sah in der Schönheit der Naturgesetze bekanntlich sogar ein göttliches Signum: «In der Wahrnehmung tiefgründiger Vernunft und Schönheit im Universum liegt die wahre Religiosität.»

{Dieses Klammern an der Religion hat Albert Einstein vielleicht daran gehindert noch einen oder gar zwei Schritte weiter zu gehen, als Er ohnehin schon gegangen ist, dann hätte Er auch die Auflösung der Präzision und der Form in den Strukturen der Materie - also in der Ebene der Quanten und noch winzigerer Strukturen (Unschärfe) - anerkennen können und so auch noch zur Einbindung der KleinstBedingungen in / zu die / den GrossBedingungen (Gravitations-Mechanik) beigetragen. So aber blieb er am Glauben hängen.

Bis Heute ist es doch wohl so, dass das Wissen den Glauben hofiert, dass die Weisheit das Haupt vor der UnWissenheit neigt, dass die Aufrichtigkeit und Wahrheit vor der Gläubigkeit fast im Staub liegt. Warum? Na, weil der Glauben noch viel weiter verbreite[r]t ist, weil das Glauben noch viel stärker ist, weil die Unwissenheit und das "Weiss nich, aber ..." noch stets die Macht besitzt. Da kann das Wissen nur ohnmächtig hinspüren und immer wieder zurückzucken bei der Hitze der UnBildung des Menschen.

Aber sowohl das Wissen als auch das Glauben sind in Eins. Sind in jedem LebeWesen als Bereiche präsent. Auch Oliver-August Lützenich glaube noch wesentlich mehr, als *ich weiss, als *ich wissen könnte, auch *ich bin noch weit im WissensMangel und eng in den Glauben vertieft, so ist das nun noch. Was könnten wir Menschen alles erreichen und für Freudensprünge tun, wenn das Wissen nicht mehr das Haupt für den Glauben beugen muss, nicht ständig in Zurückhaltung gehemmt wäre in der Macht des Glaubens! So viel.
Aber gut, weiter im Text: }

Schönheit als Obsession

Vielleicht ist es nicht so weit hergeholt, solche Äusserungen als Idiosynkrasien einer «schöngeistigen» Physik zu betrachten. Denn kreative Theoretiker müssen zunächst eine höchst kunstvolle mathematische Sprache entwickeln, um ihren Ideen überhaupt Gestalt und Fassung zu verleihen. Es ist dann zumindest nachvollziehbar, dass sie die Schönheit ihrer theoretischen Formulierungen mit der Schönheit der Welt gleichsetzen (das heisst verwechseln). Es ist aber auch eine alte Obsession, die hier ihren Ausdruck findet: die tief verwurzelte Vorstellung, dass der Schlüssel zu den Geheimnissen des Universums in einer einfachen Einsicht, in einer Formel oder einem Codewort liege. Ästhetik als Führerin in der Wahrheitssuche – verführt sie die Physiker zu einer unglücklichen Liebe?

Von besonderer Aktualität ist die Vorliebe für Symmetrien. Nicht so sehr für Symmetrien im anschaulichen geometrischen, sondern in einem abstrakteren Sinn: als theoretische Bauprinzipien von Gesetzmässigkeiten. Die Frage, die man sich hier stellt, lautet in der Regel: Wie sieht ein Gesetz aus, wenn ich es aus einer andern Perspektive betrachte? Hierzu ein triviales Beispiel. Ein Apfel fällt vom Baum in meinem Garten in Bern. Unter den gleichen Bedingungen gilt die Physik auch für einen Apfel in Wladiwostok oder auf den Weihnachtsinseln. Und wenn es in irgendeiner fernen Galaxie Apfelbäume gibt, dann würde das gleiche Phänomen auch dort beobachtet. Die Gesetze der Physik, sagen wir, sind unabhängig vom Ort, sie sind «symmetrisch» unter einer räumlichen Verschiebung.

Gleiches gilt für die Zeit. Ob ich das Experiment heute oder vorgestern oder ob es jemand in zweitausend Jahren durchführen wird, sein Ausgang ist derselbe. Physikalische Gesetze sind unter einer Zeitverschiebung symmetrisch. Wäre dies nicht der Fall, gäbe es keinen universellen Energieerhaltungssatz.

Aber auch wenn Naturgesetze symmetrisch in diesem Sinne sind, ist die Welt, die sie beschreiben und erklären, meist asymmetrisch. Man stelle sich eine ideale halbkugelförmige umgekehrte Salatschüssel vor. Das Naturgesetz, welches das Herunterrollen einer Murmel bestimmt – in unserem Fall das Gravitationsgesetz – bevorzugt keine spezielle Richtung. Es ist in dieser Hinsicht symmetrisch. Und trotzdem rollt die Murmel bei jedem Versuch wahrscheinlich in einer anderen Richtung hinunter. Sie bricht die Symmetrie des Gesetzes. Der Grund dafür, sagen Physiker, liege darin, dass die Halbkugel nicht ideal ist oder dass wir die Anfangsbedingungen stets leicht und unbemerkt variieren. Sie «reparieren» also die Symmetriebrechung, indem sie zusätzliche Erklärungen ins Spiel bringen. In der Quantenphysik kann dieser Bruch der Symmetrie auch spontan erfolgen, das heisst er liegt in der Struktur des Quantensystems – seinem Vakuumzustand – selbst begründet.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Gesetzen der schwachen und elektromagnetischen Kräfte. Aufgrund einer Symmetrie, die diesen Gesetzen innewohnt, kommen als Vermittler der beiden Kräfte nur masselose Teilchen infrage. Die Realität sieht jedoch anders aus. Nur das Photon, das die elektromagnetische Kraft vermittelt, ist masselos, während die W- und Z-Bosonen der schwachen Kraft eine Masse besitzen. Zur Rettung der Theorie wurde deshalb ein Feld postuliert, das die Symmetrie spontan bricht. Durch die Wechselwirkung mit diesem Feld, dem sogenannten Higgs-Feld, erhalten die W- und Z-Bosonen eine Masse, während das Photon masselos bleibt. Mit dem Nachweis eines Teilchens, bei dem es sich aller Voraussicht nach um das mit dem Higgs-Feld assoziierte Higgs-Boson handelt, ist diese Vorstellung letztes Jahr triumphal bestätigt worden.

Ein zweifelhafter Erfolg

Es gibt allerdings zahlreiche Physiker, die über diesen Erfolg gar nicht so glücklich sind. Lawrence Krauss, ein führender Kosmologe, fand den treffenden Ausdruck für diese Stimmung, als er neulich vom Higgs-Boson-Kater («Higgs Boson Hangover») sprach: Man hat zwar das Erwartete gefunden, aber wie geht es weiter jetzt? «Die Entdeckung des Higgs bestätigt die Voraussage des Standardmodells und damit einen Grossteil der theoretischen Fundamente moderner Elementarteilchenphysik und Kosmologie», schreibt Krauss: «Aber nun sind wir völlig verwirrt über die Gründe des Standardmodells selbst. Ich für meinen Teil befürwortete vor dem Experiment den Ausgang ‹Kein Higgs-Boson, aber eine Menge interessanten Stoffs›, weil er bedeutet hätte, dass wir mit unseren Ideen auf der falschen Spur sind.»

Diese Katerstimmung spiegelt eine Entwicklung in der rezenten Physik. Es klingt paradox: Die Physiker suchen nach einer «vollkommenen» Theorie, aber nichts ist langweiliger als eine derartige Theorie. Eigentlich erwartet man vom Large Hadron Collider (LHC) am Cern den Adrenalinschub neuer Daten, die möglicherweise über den Horizont des Standardmodells hinausweisen, man erwartet Unerwartetes. Denn dieses Modell sei noch lange nicht das letzte Wort, befand Steven Weinberg, einer seiner Schöpfer, schon in den 1990er Jahren. Und der Grund liegt für ihn – im Ästhetischen.

Unschön ist zum Beispiel, dass das Modell willkürlich anmutende Parameter enthält; Masse und Ladung der Teilchen sind «einfach so», wie sie sind. Unschön ist auch, dass das Modell die beiden anderen fundamentalen Wechselwirkungen – starke Kernkraft und Gravitation – nicht abdeckt {siehe dazu auch den unten eingestellten Leserbrief}. Von einer schönen Theorie würde man aber gerade dies und möglichst wenige willkürliche Parameter erwarten; sie würde einsichtig machen, warum die Teilchen die Masse und Ladung haben, die sie haben; sie würde zeigen, dass die fundamentalen Kräfte symmetrisch, das heisst letztlich (am Ursprung des Universums) gleich stark sind.

Wahrscheinlich ist das zu viel verlangt. Der fundamentalste und zugleich trivialste Einwand gegen eine solch schöne Fundamentaltheorie lautet nämlich immer noch und immer wieder, dass die Wirklichkeit zu hässlich ist. Sie weist nur Bruchteile jener theoretisch in Anschlag gebrachten Einfachheit, Eleganz und Symmetrie auf. Ist es nicht ein hoffnungsloses (manche sagen: aberwitziges) Unterfangen, in diesem Chaos, das wir Welt nennen, ein einziges, letztes, reines, wahres und schönes Ordnungsprinzip walten zu sehen? Erinnert das nicht genau an jenen Realitätsverlust, den man üblicherweise bei Wahnvorstellungen konstatiert?

In der Forschung nennt man Realitätsverlust Mangel an experimentellen Daten. Nichts liegt mir ferner, als Psychopathologie des physikalischen Alltagslebens zu betreiben. Aber der «schönphysikalische» Diskurs dieser Tage könnte als Symptom dafür interpretiert werden, dass das Momentum der Grundlagenforschung mangels empirischer Anstösse anderswo, eben im Ästhetischen, gesucht wird. Mangels Daten schöne Theorien. Die Physiker, schreibt die Stringtheoretikerin Lisa Randall, hätten gar «keine andere Wahl, als ästhetische (. . .) Überlegungen anzuwenden, um zu erraten, was jenseits des Standardmodells liegt».

Rasender Stillstand

Spätestens hier erhebt sich natürlich der Einwand: Aber gerade der LHC wurde ja gebaut, um endlich die Daten im gegenwärtigen Theoriengewucher sprechen zu lassen. Also «Big Data» statt «Big Theory». Das trifft zu. Aber es wäre naiv, anzunehmen, dass Daten von selbst sprechen. Sie brauchen den «Vormund» einer Theorie. Und je verstiegener die Theorie, das heisst je höher die Energiezonen, in die sie (notwendigerweise) steigt, desto aufwendiger wird die Datenerhebung. Die gegenwärtig hoch gehandelten «schönen» supersymmetrischen Theorien zum Beispiel postulieren weitere, bisher unbekannte Superpartner der bekannten Teilchen. Sie nachzuweisen, würde wahrscheinlich Superbeschleuniger erfordern. Und es ist abzusehen, in welchen rasenden Stillstand die Spirale immer kolossalerer Teilchendetektoren führen wird.

Ob die letzten Geheimnisse des Universums schön sind oder nicht, eines ist sicher: Sie sind teuer. Zu teuer, um wahr zu sein?
Ende NZZ-Text
Der Autor Eduard Kaeser ist Gymnasiallehrer für Physik und Philosophie an der Kantonsschule Olten und als freier Publizist tätig.

Dazu einer der Leserbriefe an die NZZ.
Von Roland Rosenfelder:
»Die Aussage im Artikel "Unschön ist auch, dass das Modell die beiden anderen fundamentalen Wechselwirkungen – starke Kernkraft und Gravitation – nicht abdeckt"

stimmt nicht:

Bekanntlich ist die Quantenchromodynamik (QCD), die die starke Wechselwirkung zwischen Quarks und Gluonen und damit auch zwischen den Kernteilchen beschreibt, ein Teil des Standard-Modells.

Und sie beschreibt mit fantastischer Genauigkeit alle experimentellen Daten von stark wechselwirkenden Teilchen: eine ganze Heerschar von theoretischen Physikern und der Einsatz von immer leistungsfähigeren Super-Computern hat dies in den vergangenen Jahrzehnten erarbeitet: auch dies ein Triumpf des Standard-Modells!

Nur die Gravitation, die im mikroskopischen Bereich keine Rolle spielt, ist nicht im Standard-Modell enthalten. Da noch nicht einmal (klassische) Gravitationswellen nachgewiesen worden sind {Dazu ein Link zu "LISA": http://de.wikipedia.org/wiki/Laser_Interferometer_Space_Antenna, einem Versuch ein 'HörGerät' zu bauen, mit dem Wir die tiefsten und die lautesten Töne des Universums "hören" könnten, und zwar von einem "Urknall" an, wenn es denn einen solchen gab?}, wird es noch sehr lange dauern, bis eine Theorie der Quanten-Gravitation gefunden und experimentell verifiziert worden ist.

Der romantische Traum von einer "Weltformel" oder einer "Theory of Everything" oder der damit unvermeidliche "Higgs-Kater" ist unwissenschaftlich: Physik ist in erster Linie eine empirische Wissenschaft und macht nur in kleinen (manchmal auch grösseren) Schritten Fortschritte!«
Das war der Leserbrief.
...
Was also ist Sicherheit im DaSein?
Was wissen Wir schon? Sprechen Sie den VorSatz bitte nur als einfache Frage, nicht als Vorwurf, genau so habe *ich es geschrieben. Was wissen Wir schon, im Vergleich mit dem, Was [zu wissen] ist? Wenig.
Dafür sind wir Uns aber schon ganz schön sicher!

Zu viel für meinen Geschmack, aber der mag auch etwas sonderbar sein?

Aber diese Sicherheit ist völlig natürlich.
Die Sicherheit ist nicht aufgebauscht oder gar künstlich, im Sinne von: menschengemacht, sie ist ein natürliches Bedürfnis. Wir brauchen diese Sicherheit, Wir brauchen Sicherheit! Sonst zerfallen Wir oder fallen sonstwie auseinander. Nur, Wieviel Sicherheit brauchen Wir [noch]? Wie wenig davon ist nützlich, wie viel davon ist überwältigend?
Sind doch wohl Fragen, die zu stellen-s ich lohnt, oder?

Und nun noch ein Nachtrag zum Higgs-Teilchen

Aus der Süddeutschen Zeitung, vom 15.03.2013:
Titel: Das Higgs ist ein Higgs
Untertitel: Neue Daten vom Cern bestätigen die Eigenschaften des Partikels

In den Augen der Weltöffentlichkeit ist das Higgs-Teilchen längst entdeckt, und zwar seit Juli 2012, als das Forschungszentrum Cern darüber berichtete und entsprechende Nachrichten um die Welt gingen. In den Augen der Wissenschaftler war die Sache allerdings noch nicht ganz wasserdicht. Ein Teilchen war zweifellos entdeckt worden, aber war es auch jenes Boson, von dem Theoretiker vermuten, dass es allen anderen Teilchen des Universums ihre Masse verleiht? Das war noch nicht mit letztgültiger Sicherheit bewiesen. Deshalb hatten die beteiligten Forscher, Physiker von zwei Großexperimenten am Cern bei Genf, in ihren Publikationen bisher noch das Wörtchen 'like' eingefügt: Sie sprachen von einem 'Higgs-like particle', einem Higgs-ähnlichen Teilchen. Man wollte ein Hintertürchen offenhalten, falls sich die Entdeckung in Luft auflöst, sobald die Experimente an dem ringförmigen, 27Kilometer langen Protonenbeschleuniger des Cern mehr Daten und somit eine größere statistische Genauigkeit liefern.

Nun sind mehr Daten hinzugekommen. Zweieinhalb Mal so viele Protonen-Kollisionen wie im vergangenen Sommer haben die Physiker analysiert. Und auf Basis dieser Datenmenge haben die Cern-Forscher beschlossen, das Wörtchen 'like' zu streichen. Das Higgs-Teilchen gilt nun auch unter Wissenschaftlern offiziell als entdeckt. So entschieden es die beteiligten Physiker in dieser Woche bei ihrer jährlichen Wintertagung im italienischen Alpendorf La Thuile.

Es klingt wie eine akademische Petitesse, doch für die Physiker steht viel auf dem Spiel. Sollte das neue Teilchen zum Beispiel in seinen quantenmechanischen Eigenschaften nicht dem theoretisch vorhergesagten Higgs-Boson entsprechen, so würde das gesamte Gefüge der modernen Teilchenphysik ins Wanken geraten. Nun ist klar: Das Higgs ist ein Higgs.

Offen ist allerdings, ob es ein Unikat bleiben wird, oder weitere Teilchen mit ähnlichen Eigenschaften gefunden werden. Das wäre dann kein Widerspruch zu den existierenden Modellen der Teilchenphysik, wohl aber der Einstieg in eine neue Ära der Physik. Dabei könnte sich gar ein ganzes Schattenreich auftun, bei dem zu jedem existierenden Baustein des Universums ein sogenanntes supersymmetrisches Gegenstück existiert. Oder wie Siegfried Bethke, Direktor am Münchner Max-Planck-Institut für Physik, es ausdrückt: 'Es ist entweder der letzte, noch fehlende Baustein im Standardmodell, oder der erste einer völlig neuen, supersymmetrischen Welt, die dann auch gleich noch - die Natur sei uns hold - das Wesen der mysteriösen Dunklen Materie im Universum erklären könnte.'
von Patrick Illinger

Aus Neue Zürcher Zeitung-online, vom 15.03.2013:
Titel: Cern. Das Higgs-Teilchen ist jetzt offiziell
Untertitel: Das im Juli letzten Jahres am Large Hadron Collider (LHC) entdeckte Elementarteilchen ist tatsächlich ein Higgs-Boson. Das liess das Kernforschungsinstitut Cern am Mittwoch verlautbaren. Nun stehen Wissenschafter vor der schwierigen Frage, um welches der verschiedenen möglichen Partikel es sich handelt.

rtz. Das im Juli letzten Jahres am Large Hadron Collider (LHC) entdeckte Elementarteilchen ist aller Wahrscheinlichkeit nach das gesuchte Higgs-Boson. Im Zuge der fortschreitenden Datenanalyse «sehe das neue Teilchen mehr und mehr wie ein Higgs-Boson aus», teilte das Kernforschungsinstitut Cern am Mittwoch mit.

Zuvor hatten Wissenschafter aus aller Welt an der Teilchenphysik-Konferenz «Rencontres de Moriond» im italienischen La Thuile ihre Ergebnisse präsentiert.

«Für mich ist klar, dass wir es mit einem Higgs-Boson zu tun haben», sagte Joe Incandela, der Sprecher des CMS-Experiments am LHC. Fraglich ist indes noch, um welches Higgs-Teilchen es sich handelt. Denn verschiedene physikalische Theorien sagen Higgs-Bosonen mit leicht unterschiedlichen Eigenschaften voraus.

Das gefundene Higgs passt bisher zum sogenannten Standardmodell der Teilchenphysik – aber es könnte eben auch «nur» das leichteste Teilchen einer Gruppe von Higgs-Bosonen sein, wie es andere Theorien fordern. «Was wir sehen, ist komplett kompatibel mit dem Higgs-Teilchen des Standardmodells», sagt Thorsten Wengler, der am Atlas-Experiment arbeitet. Das sei aber keine endgültige Antwort.

Man müsse zahlreiche andere Hypothesen überprüfen, um mit dem Standardmodell konkurrierende Szenarien ausschliessen zu können. «Es ist noch ein weiter Weg dahin, herauszufinden, um welche Art Higgs-Teilchen es sich handelt», betonte deshalb auch Incandela.

Praktisch gesprochen habe man aber das Erwartete gefunden, sagt Wengler: «Es gibt nicht mehr viele Physiker, die noch dagegen wetten würden.»
Von "rtz"