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Sonntag, 29. Dezember 2013

Temperatur-Entwicklung

Vorsätze: Diesen und den "BruderBlog": SprechLichtung werde *ich nicht weiter beschreiben, das Warum habe ich in den letzten Beitrag der SprechLichtung eingestellt: Trauer-Arbeit. Den zufällig hier hinein geschneiten Leses, wünsche ich viel Freude beim schmökern in meinen beiden Blogs.

Die Leses werden beim folgenden lesen vielleicht bald denken, na und, was soll mich das interessieren! Das oder ähnliches, erfahre ich alltäglich im direkten Umfeld.

Und *ich gebe Ihnen fast vollkommen recht, denn wir Erdmondlichen sind bis gerade eben jetzt, komplett ohne diese Erkenntnisse mehr oder weniger gut zurecht gekommen, also wozu das ganze Wissen, von mehr, als Wir zum alltäglichen Erhalt und für ein bisschen Luxus brauchen?

Ja, genau! Aber wozu sammeln wir Erdmondlichen - uns Menschen mit ein begriffen - das Alles, wenn es für die Alltäglichkeit nicht nötig ist?
Keine Ahnung. Aber Wir tun es, und zwar immer eiffriger, also auch mit immer grösserem Aufwand.
Diese Antwort suche *ich: Warum tun wir teils wesentlich mehr, als wir zum Erhalt und der Fortsexung brauchen?

Nun also ein wenig Mehrwert.

Das Einstein-Bose-Kondensat (http://de.wikipedia.org/wiki/Bose-Einstein-Kondensat) ist auf elementarer Ebene die Aufgabe / Abgabe jeglichen erkennbaren Selbst-daSeins (Individualität), also der Verschiedenheit von Gleichen / -m.
Die Atome, also die einzelnen "Individuen" eines Elements, sind dabei in einem Zustand der - bis auf den jeweiligen RaumZeit-Ort - völligen Übereinstimmung. Alle "Beteiligten" tun dasSelbe. Ein Schwingungszustand einer Masse, in und aus der keinerlei "TeilnehmEs" mehr erkennbar für ein Äusser-Es herausragt.
Die alte Formulierung: "Alles ist EinEs", ist darin Wirklichkeit.

Die Temperatur ist dabei annähernd 0 Grad, also ist k[aum]eine Temperatur messbar. Und die Leses wissen, dass die "Temperatur" einfach die Beweglichkeit und die Bewegungen von Partikeln innerhalb eines (begrenzten) Bereichs im DaSein ist und misst. Je mehr Beweglichkeit, je heftiger die Bewegungen einer Substanz oder auch von enormen Mengen an Partikeln des DaSein, umso höher die Temperatur.

Das ist ganz einfach auch auf uns Menschen übertragbar. Wir erdmondlichen erLebeWesen sind entstanden und werden erhalten in einem sehr niedrigen Temperatur-Bereich des DaSein. Im Vergleich mit den möglichen HitzeGraden des DaSein, erLeben Wir hier fast völlig am unteren Ende der Temperaturskala.
Das erdmondliche daSein ist ein Kalt-daSein.

Der angenehme Temperatur-Bereich für uns Menschen umfasst in Etwa ganze 20 bis höchsten 25 Grad, so zwischen 300 und 320 Grad Kelvin, in Celsius zwischen 25 und 45 Grad. Darunter und darüber brauchen Wir entweder Kleidung oder Kühlung. Und die mögliche Temperatur im DaSein ist in der Höhe fast unendlich. Millionen Grad sind dabei fast Mittelwerte.

Am unteren Ende werden die Elemente also zu einer gleichschwingenden Einheit, in der sogar der RaumZeit-Ort verschwimmt und in den höchsten Höhen ist ebenso verschwommene nur noch brodelnde Einzelheit, allerdings in Form einer unfassbaren Flüssigkeit.
In der Tiefe der Skala engste Verbundenheit, in den höchsten Höhen der Skala absolute flüssige Unverbundenheit.

Worin ist mehr Freiheit zu finden, so wie die Meisten Menschen sie verstehen? 

Wir haben es schon ganz angenehm hier, hier in unserer kleinsten Schutzhülle irgendwo in den fast Unermesslichkeiten des DaSein. Und wie komme ich jetzt zu der unten eingestellten FAZ-Rezension? Das Thema ist ja die Evolution, vielleicht ist *mir deshalb die Einleitung eingefallen, so als Grundierung des Themas?
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Eine farbenfrohe Riesigkeit nicht sehr weit entfernt in der Galaxie.
Der Orion-Nebel, im gleichnamigen Sternbild
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Aus Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 12.11.12, von Thomas Weber.
Eine Rezension zu Enrico Coens Buch: "Die Formel des Lebens". Von der Zelle zur Zivilisation. Aus dem Englischen von Elisabeth Ranke.
Hanser Verlag, München 2012. 383 S., geb., €24,90 

Titel: Die Evolution würfelt immer und überall
Untertitel: Am Anfang die befruchtete Zelle und zuletzt die kulturelle Evolution: Enrico Coen findet zwar nicht die Lebensformel, hat aber ein lesenswertes Buch über Entwicklungsformen von Organismen geschrieben.

Obgleich die Biologie die Physik als Leitwissenschaft weitgehend abgelöst hat, leiden die Lebenswissenschaften unter einem beharrlichen Minderwertigkeitskomplex: Sie haben eben keine allgemeingültigen Naturgesetze zu bieten. Es gab zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts Versuche, eine "allgemeine Biologie" zu formulieren und in der Nachkriegszeit trat die Biologische Kybernetik mit dem Anspruch auf, Steuerung und Selbstregulation von Systemen zum leitenden Deutungsrahmen zu machen. Die Molekularbiologie und die Theorie des egoistischen Gens versprachen schließlich mit einem radikalen Reduktionismus, die Wissenschaftlichkeit der Biologie zu garantieren. All diese ehrgeizigen Versuche scheitern letztendlich an der Geschichtlichkeit des Lebens: Lebende Systeme sind in einem unheimlich komplexen historischen Zusammenspiel von Zufall und Notwendigkeit zusammengeschusterte Erscheinungen, die sich einer Unterwerfung unter eine biologische "theory of everything" bisher erfolgreich widersetzt haben.

Trotz dieser illustren, aber gescheiterten Vorläufer macht der britische Entwicklungsbiologe Enrico Coen einen neuen Versuch, eine solche allgemeine Theorie des Lebens zu entwerfen. Coen erkennt sieben Prinzipien - Variation, Beständigkeit, Verstärkung, Wettbewerb, Wiederholung, Kooperation und Vielfalt -, die Wandel auf sämtlichen Organisationsebenen des Lebens vorantreiben. Die ersten vier Prinzipien bilden die von Charles Darwin und Alfred Russel Wallace formulierte Grundlage der Evolution durch natürliche Auslese. Coen betont aber auch - wie schon andere vor ihm -, dass Wettbewerb allein nicht reicht, um evolutionären Wandel zu verstehen. Der Zusammenschluss von Genen zu Chromosomen, von Zellen zu Organismen und von Organismen zu Gesellschaften kann nur als kooperativer Prozess verstanden werden. Mit Wiederholung (Rekurrenz) beschreibt Coen das Phänomen, dass Anpassungen meist nur relativ sind und daher die Evolution nie eine Pause einlegen oder gar einen Abschluss finden kann. Der Kontext, in dem evolutionärer Wandel stattfindet, ändert sich ständig. Mit Vielfalt meint der Autor, dass der Raum der Möglichkeiten - ob nun genetisch oder kulturell - so groß ist, dass die Evolution nahezu unendlich viele Richtungen einschlagen kann. Coens "Formel des Lebens" beschreibt nun das vielschichtige Wechselspiel dieser sieben Prinzipien.

{Sieben? Da war doch kürzlich was? Erinnern Sie noch die GPC-Rezeptoren, das sind die Proteinketten, die in den Zellmembranen für den Transport aller Arten von Sinnes-Eindrücken zuständig sind (siehe auch den Beitrag "Die noble Chemie") und die dabei jeweils sieben mal gefaltet sind. Und denken Sie bitte auch an die sieben Todsünden, denen die sieben Tugenden gegenüberstehen und so einige Sieben mehr. Ein Zweifl-Es könnte jetzt schon mal die Kaumuskulatur lockern und die Mundwinkel hochheben, wobei vielleicht ein leichtes Grinsen erscheint und dabei denken: "Ja, genau, die dreizehnte Etage, die zwölf Jünger und Alle guten Dinge sind drei und wenn sie noch nicht gestorben sind, dann vielleicht Morgen, oder so, aber ... Sieben? Irgendwas bedeutet das, nur was?}

Coen macht sich an eine ausführlich Beschreibung, wie mit seiner Formel des Lebens die Entwicklung der befruchteten Eizelle zum ausgewachsenen Organismus, das individuelle Lernen und sogar die kulturelle Evolution zu fassen ist. Auf sicherem Grund bewegt sich Coen in seiner Heimatdisziplin, der evolutionären Entwicklungsbiologie. Er beschreibt fachkundig und gekonnt die Vielzahl der Prozesse, die die Individualentwicklung beeinflussen und steuern. Dabei zeigt er sich auch gegen die Gefahr gefeit, Genen zu viel Macht in diesen Prozessen einzuräumen. Gene sind neben physiko-chemischen Prozessen nur eine Ressource, die im sich entwickelnden Embryo wirksam sind. Das Zusammenspiel von genetischen und anderen Prozessen illustriert hervorragend das Prinzip der Vielfalt in der Individualentwicklung.

Ebenso gewandt und überzeugend beschreibt Coen das individuelle Lernen. Aber nur knapp und unzureichend analysiert Coen die kulturelle Evolution. So bleibt offen, ob der Begriff Evolution überhaupt geeignet ist, kulturellen Wandel zu beschreiben. Es wäre hilfreich gewesen, die denkbaren Verbindungen zwischen biologischem und kulturellem Wandel kritischer zu betrachten. Gerade Coens eigene Disziplin, die Entwicklungsbiologie, bietet Möglichkeiten, gängige Modelle der kulturellen Evolution zu kritisieren und neue Ideen zu entwickeln. So hat die evolutionäre Entwicklungsbiologie beispielsweise endlich eine befriedigende Antwort auf die Frage gefunden, was eigentlich die voneinander unabhängigen evolutiven Entwicklungslinien folgenden Merkmale eines Organismus auszeichnet.

Nahezu alle Theorien der kulturellen Evolution stellen sich nicht ernstlich der Frage, was eigentlich die entsprechenden "Merkmale" des kulturellen Wandels sind. Meme waren einst eine populäre Antwort, sie werden allerdings nur noch in der Popwissenschaft ernst genommen. Die beiden Philosophen James Griesemer und William Wimsatt haben erste wichtige Schritte unternommen, neue Konzepte für die Analyse kultureller Evolution zu entwerfen - Konzepte, die individuelles Lernen in seiner sozialen Einbettung berücksichtigen und auch erlauben, die Einheiten kultureller Evolution besser zu bestimmen. Allem Anschein nach kennt Coen weder diese noch andere wichtige Arbeiten auf diesem Terrain.

Gelingt es Coen also, eine allgemeine Theorie evolutionären Wandels zu entwickeln? Hier sind ernsthafte Zweifel angebracht, denn die Theorie bleibt zu sehr an der Oberfläche. Coen bietet eine Gruppe von Modellen an, die sich mit seinen sieben Prinzipien des Wandels auf einer rein formalen Ebene analog beschreiben lassen. Doch dies gestattet noch nicht, von einer allgemeingültigen Theorie zu reden.
Die Behauptung, partielle Differentialgleichungen seien die Theorie der Diffusion von Molekülen, der Wärmeleitung und der räumlichen Ausbreitung von Populationen, würde zu Recht als bestenfalls eigensinnig beurteilt werden. Als heuristisches Werkzeug hingegen, das Denken in neue Bahnen lenken kann, ist Coens Buch mit seinen leidenschaftlich formulierten Ideen und präzise beschriebenen Entwicklungsphänomenen durchaus lesenswert.
Ende FAZ-Rezension.

Die Formel des Lebens?
Das Streben nach Greifbarkeit und Einfachheit des DaSein. Machen Wir es Uns dabei nicht zuu Einfach? Scheuen Wir dabei vielleicht die Komplexität? Also, wenn ich Uns, also zum Beispiel *mich, so im Spiegel betrachte und dabei denke, dann fehlt mir jede Einfachheit, dann fühle ich ziemlich viel kompliziertes.
Ich bin es auf jeden Fall schon mal nicht - einfach -, oder mache *ich es nur kompliziert und die Such-Es nach der einfachen Weltformel, im bekannten Format von: "E = mc²", liegen richtig?

Noch ein paar EndeinSprengsel zur eventuell weiteren Mensch-Entwicklung


Die Leses werden es vielleicht nicht glauben, aber vielleicht ahn[t]en die Leses es auch bereits, das DaSein kennt keine Haltbarkeit, kennt keine dauerhafte Beschäftigung und kennt auch keine ewige Bestandsgarantie, ausser ein-Es nimmt diese Ewigkeit "bestenfalls" als Dauer einer Lebendigkeits-Spanne.
Also im besten Menschen-Fall, für etwa 80 oder ein paar mehr Sonnenumellipsungen. Und diese Haltbarkeits-Begrenzung gilt vom Kleinsten bis zum Grössten, ist also eine Binsenweisheit. Dieses Verhalten des DaSein steckt natürlich auch in allen Beteilligten drinn, also auch in Uns Menschen.

Auch in das Mensch steckt somit die Haltbarkeitsgrenze: die Entlassung, der Garantieverlust und der Verfall der Ewigkeit, vom Kleinsten, also Jedes Einzeln-Es, bis zur Gänze, also der Spezies. So einfach, so wahr, so umfassend, ein bisschen Gespür genügt, darin auch ein Blick. Auch alle unsere Produkte sind so gestaltet.
Alles pure Endlichkeit.

Seit ein paar Jahrzehnten gibt es eine Gruppe von Menschen, die diese Folgerichtigkeit aufgenommen haben und versuchen diese Folgerichtigkeit auszuhebeln. Diese wollen das DaSein "austricksen", dem DaSein eine Bestandsgarantie einpflanzen und die Ewigkeit als Endlichkeit abschaffen. Diese Menschen wollen einfach für immer DaSein, dauernd DaSein, unendlich festhalten am Ich.

Kann das sein im DaSein, für immer daSein?

Diese Jenigen wollen das Mensch quasi unhaltbar machen und das ausdauernd und garantiert. Ist das im DaSein enthalten, das DaSein "auszuhebeln", die Grundlegung des DaSein?

Die Eigenbezeichnung lautet: Transhumanisten (die "DarüberHinaus-Menschlichen", die "Durch-Menschlichen", die "Hindurch-Menschlichen", die "Wechsel-Menschlichen"?; keine Ahnung, wie Nicht-Lateiner das benennen könnten?).

Hier eine kleine Zusammenfassung (in Kürze) von Aussagen des Transhumanismus: 
"Ziel des Transhumanismus ist es, den Menschen, insbesondere das Individuum, von seinem fehlbaren, unvollkommenen, verfallenden Körper - diesem Fleischklumpen {hat ein-Es wirklich so formuliert.} -, zu befreien, zu entkoppeln, um die Beschränkungen der Körperlichkeit in Geschwindigkeit (z.B. der Weiterentwicklung) und Kapazität (z.B. WissensMenge) zu überwinden, und dabei ein Teil des Netzes zu werden (breitere Verbindung (gar Verschmelzung) mit den Anderen), um dem körperlichen Tod zu entkommen."

So in Etwa habe ich das aufgeschnappt, genaueres erfahren Sie, bei Interesse, auf den Seiten der Transhumanisten eben im Netz.
Ein bekannterer Mensch dieser Bewegung ist Ray Kurzweil.

Könnte Oliver-August Lützenich diese Ziel-Richtung, einer so gewünschten Selbst-Veränderung, als Selbst-Aufgabe, als Selbst-Flucht bezeichnen, oder gar als Selbst-Überwindung?
Das körperliche Mensch als Übergangs-Wesen, als blosse Entwickler-Entität für eine neue Spezies des DaSein, das körperliche Mensch also als Evolutions-Gehilfe, weniger noch, als blosses Evolutions-Werkzeug?

Bedeutet das, das Mensch gilt fast nichts im DaSein, das Mensch ist ausbaubar, aus-bau-bar, aus-tausch-bar, ein blosser WeggWerf-Artikel, wie unsere Plastik-Artikel. Das Mensch wird aus der Lebendigkeit entfernt -ausgebaut- und das "Nützliche", das in -Es enthalten war, wird in eine dauerhaftere und flexiblere Einheit eingebaut, eine "Einheit", die auch den Beschränkungen (Bedingungen) dieses Kleinst-Planeten-Systems Erde-Mond nicht mehr ausgeliefert ist, also der besonderen Schwerkraft, dem angenehm niedrigen Temperaturbereich, der Lufthülle (das Mensch ist ja auch noch ein GasWesen, das Neue ist es nicht (mehr)) und der Sonne, als Energiequelle und auch für die gute Laune.
Habe ich etwas vergessen?

Ach ja, die Vielfalt, die Gefühle und Triebe, all das Soziale und ..., die braucht das Neue dann wohl auch nicht mehr, oder nur noch eingedämmt auf das nötigste. 
Die Suche nach Perfektionierung, nach Optimierung, besserer Effizienz, höherer Effektivität, treibt diese Entwicklung voran und fordert und fördert den Transhumanismus.
Vielleicht ist ja genau diese Suche der Hintergrund der Evolution?

Denn, keine Spezies darf in der Entwicklung stehen bleiben, keine Einzelheit im Geschehen des DaSein darf auf kurze, erst recht auf lange Dauer unverändert bleiben. Um Uns herum ist beständiger Wandel, also sind auch Wir kleine Einzelheiten, in diesem Treiben, zu beständigem Wandel aufgefordert, mehr noch: gezwungen.
Denn der Wandel ist ja nicht nur UM Uns herum, sondern auch IN Uns drinn, wenn Viele das auch nicht glauben, aber die Leses wissen(!), was vom g/Glauben meist zu halten ist. Ab und zu erweist auch das g/Glaube[n] eine stimmige Wahrheit.

Dabei  bin Oliver-August Lützenich ein wahrer Gläubiger, bin ein sehr gläubiger Mensch, weil *ich sehr sehr sehr ... vieles einfach nicht weiss, deshalb glaube *ich noch fast Alles, ahne einiges und weiss wenig, aber eins weiss *ich, dass die Evolution, also die stete Entwicklung der Lebendigkeit, um Uns herum UND in Uns drinn weitergeht.

Na, wie dem auch sei: Gute/n Nacht/Tag.

Samstag, 21. Dezember 2013

Un-Markt-lich

Vor ein paar Wochen habe ich den folgenden Beitrag, noch ein wenig roh, in die SprechLichtung eingestellt, mit der Ankündigung, ihn noch etwas zu erweitern und mit neuem Titel wieder einzustellen, was hiermit geschieht.

Wie schaffe ich es nur, das Handeln, das zwischen den einzelnen Individuen stattfindet, also auch das gesamte Markt-Geschehen, das wir Menschen in einem grossen Teil-Bereich auch Kapitalismus nennen, mit dem in jedem Einzel-Wesen stattfindenden internen Handeln zu verbinden? Mir ist einleuchtend bis fast gewiss, dass DaZwischen eine starke Verbindung besteht. Warum?
Weil auch das [Markt-]Handeln keine bewusste oder gar geplante Entwicklung ist, sondern ein Geschehen ist, das vor JahrZehntausenden aus Uns heraus entstand.
Ein-Es hatte Etwas, was ein ander-Es gebrauchen konnte, z.B. einen zugespitzten Ast, oder einen angeschärften Stein, oder auch eine grössere Menge farbigen Pulvers. Und k[aum]ein-Es verschenkte Das, was -Es da hatte.
Dieses Aus- und Ver-Handeln ist in Uns. Auch Geschenke sind immer - gut, wenn die Leses wünschen, fast immer - an eine Vor-Leistung geknüpft oder mit einer Hoffnung oder gar einer gefühlten Erwartung verbunden.
Wie geht ein Spruch: "Auch das Tod ist nicht umsonst, es "kostet" das erLeben". Den habe *ich jetzt in meiner Schreibweise etwas umgeformt.
Jedes Geben ist mit einem Nehmen verknüpft, auch wenn beide Handlungen in das RaumZeit weiter auseinanderliegen mögen. So weit, so klar.

Das Kapitalismus ist kein Geschehen, das erst ausgedacht worden ist, sondern eines, das aus Uns herausgewachsen ist.
So bemerke Oliver-August Lützenich das.
Also keine HandlungsArt, die uns Menschen von anderen MitMenschen übergestülpt worden ist. Alle Modelle und Interpretationen des Marktes sind weit weit nachträglich nach-gedacht; z.B. die von Julius von Soden und von David Ricardo, über Adam Smith, Karl Marx, Werner Sombart, Ludwig von Mises, von Hayek, Max Weber und Vielen mehr, bis zu den unten im eingestellten F.A.Z.-Essay von Emanuel Derman erwähnten aktuellen Nobelpreisträgern. Mir wird das jetzt erst langsam alles klar, denn *ich nahm auch an, das Kapitalismus sei eine von Menschen erst vor kurzer RaumZeit erfundene WirtschaftsArt.

Das Kapitalismus ist wahrscheinlich gerade deshalb auch am erfolgreichsten, weil Es dem inneren {natürlichen (tierischen)} Handeln am nächsten kommt, und all die gut gemeinten Modelle, wie das Sozialismus, das Solidarismus und Kommunismus und andere Ideen und Visionen, eben nicht. Das Kapitalismus ist somit eine körperliche HandlungsArt, die anderen Modelle sind eher vernünftige, also nach-, ausgedachte Handlungsweisen, die dem allgemeinen inneren Treiben fast - oder auch etwas - widersprechen, zumindest nicht entsprechen und daher wohl auch verschwinden oder eben nur, wie auch das Vernunft, eine untergeordnete Rolle im zwischen-menschlichen Handeln spielen. Und eins ist auch klar, das Tarnen und Täuschen ist ebenso eine ganzkörperliche HandlungsArt.

Ein kleines Loblied:
Das Kapitalismus entspricht uns Menschen noch am Meisten, es fordert und fördert die Entwicklung, die Weiter-Entwicklung des Organismus und auch der Organismen (auch Menschen) bis Jetzt noch am Besten (erinnern die Leses noch meinen Beitrag "Kapitafixmus", in der SprechLichtung?). Alle anderen Vorstellungen und Ideen dienen wohl eher einem gepflegten Phlegma. Sozialismus führte zu Stillstand. Zu besichtigen war das in der UDSSR, der DDR, genauso, wie heute noch in Kuba, in ... ?; oder auf Kuba, was ist richtig? Wie das mit dem "gut gemeint" eben so ist.

Das Kapitalismus entspricht wohl am ehesten der Kombination Magen-Darm: Hunger, Verdauen und den Abfall etwas anreichern und rausscheissen. Oder? Von mir aus auch der Kombination Lunge-Herz-Niere-Leber-Blase: Hineinsaugen oder auch Pressen und dann in Umlauf bringen und etwas angereichert mit Abfallstoffen wieder hinausatmen oder -pissen. Das Kapitalismus macht noch gewaltig Dreck, nach ebenso gewaltigem Hunger.
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SchauFenster.
Keine Ahnung, wo ich das
aufgenommen habe? Irgendwo
in Berlin.
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Aus Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 06. November 2013, von Emanuel Derman, aus dem Englischen von Michael Bischoff.

Titel: Sie wollen alles vorhersagen 

Untertitel: Ist Ökonomie eine Wissenschaft? Selbstverständlich. Nur hat sie weniger mit den Naturwissenschaften gemein als mit der Philosophie und den Geisteswissenschaften. Zutreffender ist die Bezeichnung Protowissenschaft. 

Eugene Fama, Robert Shiller und Lars Hansen sind mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet worden. Um ihre Beiträge zu verstehen, habe ich einige ihrer Arbeiten nochmals gelesen.

Fama, Professor der Finanzwissenschaft, eines Teilgebiets der Wirtschaftswissenschaften, ist durch seine Effizienzmarkthypothese (EMH) aus den sechziger Jahren berühmt geworden. Diese Hypothese besagt, dass sich unmöglich voraussagen lässt, ob der Kurs einer Aktie im nächsten Augenblick steigen oder sinken wird. Famas Veröffentlichung aus dem Jahr 1965 war eine sorgfältige Untersuchung historischer Daten und eine Analyse der Voraussetzungen, die zu der These berechtigen, Aktienkurse seien nicht vorhersagbar. Aktienkurse, so behauptete er, bewegen sich so, dass „der zukünftige Weg des Kurses eines Wertpapiers ebenso wenig vorhersagbar ist wie der Weg einer Reihe kumulierter Zufallszahlen, das heisst, wie eine sogenannte Irrfahrt oder ein Random-Walk.“ Die Effizienzmarkthypothese war eine listige Antwort auf einen Teil der Wirtschaftswissenschaftler, eine Antwort, die eine Schwäche in eine Stärke zu verwandeln versuchte: Ich bin bei Vorhersagen erfolglos, also erhebe ich das zu einem Prinzip.

Der Aktienkurs ist eine Primadonna

Zweifellos lässt sich nur unglaublich schwer voraussagen, ob ein Kurs in einem bestimmten Zeitraum steigen oder fallen wird, und in diesem Sinne zerstören Märkte effizient unsere Fähigkeit, ihre Entwicklung vorauszusagen. Man könnte Famas Hypothese mit der Theorie der Evolution durch natürliche Selektion vergleichen, da sie eine prinzipielle Aussage trifft. Man könnte sie auch mit den Kepplerschen Gesetzen der Planetenbewegung vergleichen, da sie versucht, Bewegungsmuster zu erkennen. Aber diese Vergleiche wären allzu schmeichelhaft, denn Mendels Kreuzungsversuche und die Entdeckung der Bedeutung der DNA als Erbmaterial bieten eine Fülle von Bestätigungen und Mechanismen, und Keplers präzise mathematische Beschreibung der Planetenumlaufbahnen hält der Beobachtung sehr viel strenger stand, als das für die von Fama behaupteten Regelmässigkeiten gilt.


{Das ist doch zuckersüss, da wird also das Nicht-Wissen zum Prinzip (Grundlage, Grundsatz) erhoben, mehr noch, das Nicht-Wissen wird geadelt und dadurch auch All-Es, die zu bequem sind, nach wirklichen Gründen und Ursachen (Prinzipien) zu fahnden.

Denn eins ist *mir hier klar, es hat Gründe für das Auf und Ab und die allgemeine Entwicklung von Kursen und sonstigen Börsen- und Handels-Entwicklungen. Und diese Gründe liegen im Menschen, das dieses zwischenmenschliche Handeln gestaltet (Psychologie und Soziologie und verwandte Gebiete der Menschen-Forschung) und in den aktuellen erdmondlichen Umgebungs-Entwicklungen.
Also sowohl in der Entwicklung der MarktTeilnehm-Es (Menschen-Anzahl und deren Bildungs- und zwischenmenschlicher VerhaltensStand), als auch in der technischen Entwicklung (Robotik, Nanotechnologie, BioTechnik, ... Ganz allgemein, welche Industriezweige werden wachsen, welche werden verschwinden, welche Rohstoffe werden gebraucht, wieviel menschliche Arbeitskraft ist nötig u.s.w.), in der Menge der vorhandenen Ressourcen und auch der allgemeinen erdmondlichen Befindlichkeit (Klima!).
Aber klar, auch das - die Hände in den Schoss legen und einfach alles geschehen lassen -, ist ein häufig angewandtes erLebens-Stil. Und, *ich weiss, wovon *ich da schreibe, *ich tue es noch.}


Famas Mitpreisträger Shiller ist ein Wirtschaftswissenschaftler, der sich auf die Finanzwissenschaft spezialisiert hat. Sein Beitrag bestand darin, dass er gut fünfzehn Jahre nach der Formulierung der Effizienzmarkthypothese ein Loch in dieses Gebilde bohrte. Für Fama bildete die Effizienz die Garantie für die Nichtvorhersagbarkeit der Kursbewegungen. Shillers Publikationen aus den achtziger Jahren zeigten, dass Märkte in einem anderen Sinne ineffizient sind. Er demonstrierte, dass Kurse zwar unvorhersehbar fluktuieren, aber weitaus dramatischer nach oben und unten ausschlagen als die zukünftigen Dividenden, die sie den Aktienbesitzern am Ende einbringen. Das ist sonderbar, weil in einer rationalen Welt gerade die zukünftigen Dividenden die Belohnung für den Kauf der Aktie darstellen. Man könnte sagen, Aktienkurse sind Primadonnen, während Dividenden – um die Metaphern zu vermischen – lediglich Corps de ballet sind. Aktienkurse sind im Vergleich zu Dividenden bipolar, und es zeigt sich, dass sie am Ende fallen, falls sie zu hoch sind, und steigen, falls sie zu niedrig sind. Es gibt kaum Zweifel, dass Shiller gleichfalls ein zutreffendes Muster erkannte.


{Wäre es vortrefflich, wenn die ErLebeWesen fast nur von der Logik bestimmt wären? Die Frage ist ja: Was ist Logik? Was ist eine Folgerichtigkeit von Handlungen oder auch Bewegungen?

Ist das genau zu bestimmen, was eine folge richtige Bewegung ist, welche Handlung ganz logisch einer zuvor getanen Handlung folgen muss? Mir scheint immer mehr die Logik ein Wunschbild zu sein, fast schon eine Mär; je mehr *ich davon weiss, was wirklich passiert und wie auch wir in der Vergangenheit und aktuell handeln.
Aus was besteht das DaSein? Wieviel Prozent des DaSein ist Folgerichtigkeit und wieviel ist Chaos, oder Zufall, oder UnSinn, oder Unvorhersagbar; wie die Leses wollen?
Eines ist mir klar, das DaSein ist ein geräumiger Platz für jede Menge Unsinn und Zufälligkeit. Das ist sogar ein Muss. Vielleicht ist ja sogar das DaSein der einzige Platz in den unfassbaren WEITEn des SEIN, in dem auch das Un- sein Wesen aus-erLeben darf.
Dass es immer noch Menschen gibt, die "GLAUBEN"!, dass das Mensch in irgendeinem Bereich fast ganz rational handelt und darauf sogar Modelle und Erwartungen ausrichten, erzeugt in *mir Fassungslosigkeit. Was wissen diese Menschen und Menschen-Gruppen vom persönlichen Selbst? Wenig? Und wahrscheinlich noch weniger vom umgebenden DaSein.
Es ist ja bis Jetzt noch so, dass in allen Ökonomien und deren Schulen,  und fast allen Märkten, die Umwelt (also vielleicht auch das einzelne Mensch-Selbst?) als blosse Externalität (etwas Äusseres [Nebensächlichkeit?]) bezeichnet und ebenso behandelt - oder sollte ich schreiben "misshandelt" - wird. Derweil weiss und ist jedes nur halbwegs aufrichtiges Mensch klar, dass das Mensch ohne diese UmWelt Nichts ist. Die UmWelt und deren Mit-LebeWesen und Materialien, darin auch unser AtemGas, das Wasser, all unsere Nahrung und die Grundstoffe all unserer Produkte, sind absolute und vollkommene Notwendigkeit. Wieso müssen Ökonom-Es das noch lernen?
Gestern schrieb ich einen Beitrag mit dem Titel "Blasen-Wesen", *mir kommt es fast so vor, als würde uns All-Es ein wenig mehr Öffnung der Blasenhaut (Permeabilität) gut tun. Ein gesunder Egoismus ist für uns Menschen auf jeden Fall noch nicht erreicht.}


Ökonomie entzieht sich naturwissenschaftlicher Kausalität

Manche Kommentatoren vergleichen Fama und Shiller mit Newton und Einstein, aber das ist nicht gerechtfertigt. Newtons Bewegungs- und Gravitationsgesetze erklärten letztlich Keplers Muster; und Einstein verfeinerte später Newtons Begriffe der Zeit, des Raums, der Bewegung und der Gravitation, so dass sie besser funktionierten, mit Folgen wie Atombomben und iPhones, die von der Korrektheit dieser Begriffe abhängen.

Dagegen hat noch kein Finanzwissenschaftler – und Fama oder Shiller bilden da keine Ausnahme – ein Modell vorgelegt, das eine tatsächliche Erklärung des Verhaltens von Kursbewegungen böte. Damit möchte ich Famas und Shillers Leistung keineswegs schmälern; aber es ist einfach eine Tatsache, dass die Finanzwissenschaft viel schwieriger ist als die Physik.

{D'accord. Der Markt hat so viele "Teilnehmer", da kommt die Mathematik noch nicht mit. Die Mathematik schafft bis Jetzt gerade einmal die Berechnung des weiteren Verhaltens in "komplexen" Systemen mit 3 (in Worten: Drei) "Teilnehmern". Bei mehr Teilnehmern liefern die Berechnungen nur ungültige Ergebnisse (mehr dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Mehrkörperproblem). Die Physik kommt damit bis Jetzt einigermassen aus, wie wir an unseren technischen Geräten und den ausserirdischen Flügen merken. In Vielteilchen-Systemen bleiben nur Wahrscheinlichkeiten übrig (aber auch damit arbeiten die ForschEs bis Jetzt grossartig). Auch das wohl ein Grund für die "Un-Berechenbarkeit" des Marktes.}

Andere Kommentatoren haben sich über diesen Nobelpreis lustig gemacht, weil er zwei gegensätzliche Beschreibungen zu ehren scheint. Und da das in den Naturwissenschaften nicht vorkommen kann, ziehen sie daraus den Schluss, dass die Wirtschaftswissenschaft keine Wissenschaft sei. Aber das ist nicht richtig. Fama und Shiller versuchen, das empirische Verhalten von Märkten zu beschreiben, und es ist durchaus möglich, dass beide in grosser Annäherung Regelmässigkeiten entdeckt haben.

{Herr Derman ist überaus freundlich und wahrscheinlich näher an der Realität der Märkte, als *ich, mit meiner Einschätzung? Wie weit bin *ich Idealist oder gar Träumer?}

Untrennbare Verbindung mit Philosophie und Politik

Fama und Shiller haben Beiträge auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft geleistet, einem Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften, das sich auf das Management und die Bewertung von Vermögenswerten konzentriert. Das heisst, dass die Mathematik hier selbstverständlich eine grosse Rolle spielt. Ich bin deshalb bereit, die Finanzwissenschaft als Wissenschaft zu bezeichnen, auch wenn ich glaube, dass Thomas Kuhns Begriff der Protowissenschaft hier wahrscheinlich angemessener wäre: Eine Protowissenschaft ist keine Pseudowissenschaft wie die Astrologie, ähnelt aber dennoch „in ihren Entwicklungsmustern eher der Philosophie und den Geisteswissenschaften als den etablierten Naturwissenschaften, etwa in der Weise wie die Chemie und die Elektrizitätslehre vor der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts“. Das ist wahrscheinlich eine zutreffende Einordnung der Finanzwissenschaft, die zwar umfangreichen Gebrauch von der mathematischen Syntax der Naturwissenschaften macht, aber eine deutlich geringere Effizienz aufweist.

Bei den Wirtschaftswissenschaften stehen die Dinge etwas anders. Der verstorbene Professor Lionel Robbins hat sie so definiert: „Die Ökonomie ist die Wissenschaft, die menschliches Verhalten als Verhältnis zwischen Zielen und knappen Mitteln mit alternativen Verwendungsweisen untersucht.“ Ich zöge es vor, den Ausdruck „Wissenschaft“ in diesem Satz durch einen Ausdruck wie „Gebiet“ oder „Feld“ zu ersetzen. Ziele und Zwecke werden von Menschen gewählt – das ist eines der letzten Rechte, die uns als Individuen vorbehalten bleiben. Obwohl die Finanzwissenschaft eng mit der Mathematik verbunden ist, sind Ziele und Ökonomie doch untrennbar mit Philosophie und Politik verknüpft. Der traditionelle PPE-Studiengang an britischen Universitäten (Philosophy, Politics, Economics) ist die angemessene Zusammenstellung. Die Ökonomie vermag sich nur als Wissenschaft zu verkleiden, indem sie entweder vorgibt, dass die Ziele offenkundig und universell seien, oder indem sie deren Rolle gänzlich ignoriert.

Keine Scheinwissenschaft

Naturwissenschaft verfährt reduktiv. Sie sucht nach Prinzipien, die das Verhalten beobachteter Systeme kausal erklären. Die auf diesen Prinzipien basierende Technik ist konstruktiv. Sie versucht Geräte und Vorrichtungen zu bauen, die so funktionieren, wie man es beabsichtigt hat. Die mechanische Technik basiert auf den Newtonschen Gesetzen, die Elektrotechnik auf den Maxwellschen Gleichungen u.s.w. Die Naturwissenschaft bietet die Autorität, auf deren Grundlage die Technik vorzugehen vermag.

Im Blick auf den Nobelpreis für Fama und Shiller hat Ray Chetty, Professor für Ökonomie in Harvard, kürzlich in der „New York Times“ einen Artikel mit dem Titel „Ja, die Ökonomie ist eine Wissenschaft“ veröffentlicht. In Chettys Biographie findet sich der Hinweis, er verbinde „empirische Forschung mit Wirtschaftstheorie, um eine effizientere staatliche Politik zu ermöglichen“. Zu Beginn seines Artikels äussert er die Sorge, die Menschen könnten meinen, die Ökonomie sei „ein wirres Fachgebiet, eine Scheinwissenschaft, deren Ergebnisse keine brauchbare Grundlage für politische Entscheidungen“ bieten könnten. Es bekümmert ihn, dass die Menschen die Fähigkeit der Ökonomie anzweifeln könnten, „politische Entscheidungen durch empirische Befunde statt durch Ideologie“ zu untermauern.

Manipulation durch politische Technologen

Warum legt Chetty solchen Wert darauf, dass die Ökonomie als Wissenschaft gilt? Weil er wie alle, die politische Technologie betreiben, darauf angewiesen ist, dass die Ökonomie als Wissenschaft gilt, um die Illusion aufrechtzuerhalten, dass politische Technologie auf einem gesunden und unwiderleglichen Fundament ruhe. Politische Technologen wie die „Nudgers“ brauchen die Illusion einer geistigen Verbindung zur echten Wissenschaft Newtons, Maxwells, Darwins und Einsteins, um den Universalitätsanspruch der von „ihnen“ für „andere“ entworfenen Politik zu untermauern, obwohl diese Politik keineswegs ideologiefrei ist.

Ich fürchte, viele Ökonomen wissen nicht sonderlich viel über echte Wissenschaft und deren Effizienz. Ich habe den Verdacht, dass einige von ihnen zu viel Zeit auf das inzestuöse Spiel mit ökonomischen Modellen verwenden, die sämtlich von zweifelhafter Zuverlässigkeit sind. Ich fürchte, wenn ihre Modelle überhaupt funktionieren, dann nur an einem bestimmten Ort, in einer bestimmten Gemeinschaft und zu einer bestimmten Zeit. Viele Ökonomen haben gar keinen Sinn für die Effizienz von Modellen, weil sie nie ein wirklich erfolgreiches Modell gesehen haben. Ich fände es gut, wenn alle Ökonomen verpflichtet würden, einen Kurs in Newtonscher Mechanik zu belegen, damit sie wissen, was ein wirklich gutes Modell zu leisten vermag, und sich danach Modellen menschlichen Verhaltens mit grösster Demut nähern.

Ziele und Zwecke sind nicht universell. Die Menschen sind nicht dazu da, ihr Verhalten von politischen Technologen manipulieren zu lassen. Auden hat einmal in einem etwas anderen Kontext geschrieben: „Wie alle Behavioristen wendet er seine Dogmen nicht auf sich selbst an.“
Ende FAZ-Essay.

Da habe *ich oben in meinen Zwischenkommentaren schon fast von Herrn Derman abgeschrieben. Oder bin zumindest ähnlicher Meinung.
Fakt ist, dass die Märkte bisher einigermassen gut funktionieren, nur für Wen und Was?

Denn die GrundFrage lautet doch: Was kann das zwischen-menschliche Handeln - also auch alles Dienstleisten, Produzieren (Nahrung und Waren), alles Forschen und alle Kunst - sicherstellen, gewährleisten und bewirken?
Und was davon leistet die aktuelle zwischen-menschliche Handlungsart?

Die Spanne reicht dabei wie in jedem Handlungsbereich von 0 bis 100 Prozent.
Vom verdursten, verhungern, von völliger Unbildung, persönlicher Entwicklungs- und allgemeiner Fortschritts-Behinderung, von der Verweigerung der Geborgenheit und Anerkennung als vollwertiges Mitglied der erdmondlichen EsLebens-Gemeinschaft, bis hin zu: "mir fehlt nur Eins, die Antwort auf die Frage: Was können Wir noch verbessern?".

Bisher sind viel zu viele MitMenschen weit unter 50% der bestmöglichen Versorgung mit Gefühlen, Waren und Kunst; viele unserer Mit-EsLebeWesen ebenso, manche vegetieren sogar nahe 0, sind also kurz vor dem Aussterben, oder nur noch "Fabrikware", zum Fressen gern.

Die längeren Leses wissen, dass in *meinen Sätzen kein Vorwurf enthalten ist, sondern ernstliches Interesse an einer Steigerung unseres erdmondlichen Wohlergehens.
Wie ich schon öfter hier geschrieben habe, ist mir klar, dass an kaum einer Ware, Ressource, Energie und Emotion ein Mangel ist. Allerdings gibt es bis Jetzt einen Mangel an Organisation und passender Bewertung des Geschehens und der Möglichkeiten im und vom DaSein.
Oder ist das falsch? Keine Ahnung.
Schönen Sonntag.

Freitag, 13. Dezember 2013

Das Übel der Gewöhnlichkeit?

Achtung! Dies ist eine übliche Überführung. Es besteht also keine Rutschgefahr.

Wahrscheinlich brauche ich für die Leses nicht mehr erwähnen, dass es für mich hier in diesen Blogs und auch im ausserbloggigen Drummherum, darum geht, der Üblichkeit zu entkommen, der Gewöhnlichkeit ein Schnippchen zu schlagen, wie es etwas aggressiver heisst. Die Gewöhnlichkeit, die ein-Es so schön einlullen kann, weil dieses Tun so sparsam ist, weil dieses Handeln so wenig Denken und Bewusst-Sein [ein]fordert und erst recht keines davon fördert: Mensch macht halt. Mensch tut halt, was Mensch immer so tut.
Und eines ist den Leses klar: Oliver-August Lützenich bin das Gewöhnl*ichste schlechthin.

Was würde das Mensch-sein, wenn Es mehr AusserGewöhnlichkeit wagt? 

Ab hier das Beitrag von 10/2012 aus der SprechLichtung
Das Übliche ist das Gewöhnliche, ist das Meiste, ist das Dauerrauschen, das überhört wird. 
Das Übliche bitte.
Die gewöhnliche Mitte, in die fast AllEs und All-Es drängt (drängen muss! --> Gravitation), die allgemeine Sitte, das normale Handeln. Bin ein wenig unsicher: Aber habe ich genug Beispiele zur Einführung erwähnt?

Das Übliche ist, dass ein Apfel fällt, das Übliche ist, dabei gewöhnlich und bestenfalls nur dem Fallen zuzusehen.
Das Un-Übliche ist, zu fragen: Warum fällt der Apfel nach "unten"?
Könnte ja auch davonfliegen.

Das Übliche ist, dass die Sonne jeden Tag im Osten aufgeht und es dann hell und heller wird, das übliche dabei ist, es gewöhnlich einfach hinzunehmen.
Das Un-Übliche ist, zu fragen: Warum geht die Sonne jeden Tag im Osten auf und noch un-üblicher ist die Frage: Warum ist dieses rundliche Etwas Da überhaupt am "Himmel" und warum ist das kugelige Etwas Da oben eigentlich so un-gewöhnlich hell!?

Ein bekannterer Philosoph hat dieses Phänomen einst in folgende Worte gefasst:
Ludwig Wittgenstein in "Philosophische Untersuchungen", PU 129: »Die für uns wichtigsten Aspekte der Dinge sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen. (Man kann es nicht bemerken, - weil man es immer vor Augen hat.) Die eigentlichen Grundlagen seiner Forschung fallen dem Menschen gar nicht auf. Es sei denn, dass ihm dies einmal aufgefallen ist. - Und das heißt: das, was, einmal gesehen, das Auffallendste und Stärkste ist, fällt uns nicht auf.«

Das Übliche ist ein tägliches Verlangen, welches Wir jedoch fast ALLE überspüren und auch noch überfühlen. Es verlangt Uns, aber Wir fühlen Es nicht, Wir spüren es nicht, nur eine winzig kleine Anzahl fühlt und spürt Es irgendwann und fragt: Was ist da und Warum?
Menschen kommen mit dieser Frage ins DaSein hinein, aber meist wird diesen jungen Menschen das Fragen ausgetrieben, ausgetrieben, ausgetrieben, weil *ich dabei auf  Kein-Es mit dem Finger zeige und schuldig rufe, sondern in *mich spüre und herausfinde, dass auch *ich vor lauter Alltagsbewältigung und Einordnung in die normale (übliche?) Menschlichkeit, das Fragen fast schon vergessen habe. Es braucht Arbeit und Genuss, um diese, im Vergleich mit der Gewöhnlichkeit, kleine Lust aufrecht zu erhalten.

Fast Alles ist üblich.
Üblich ist fast Alles.
Gewöhnlichkeit ist.
Ohne Üblich nichts.

Klar ist, dass ohne Gewöhnlichkeit Alles vorbei ist, weil das DaSein einfach üblich ist, weil die Lebendigkeit ohne Üblichkeit nicht ist, weil Natur einfach üblich ist.
Schwirrt Ihnen die Gedanken-RaumZeit vor lauter Üblichkeit? Auch mir schwirrt die Wort-RaumZeit, vor so häufiger Üblichkeits-WortBildung, und dabei noch die Nähe zur Übelkeit, da wird die Üblichkeit schnell zur Übelkeit, so nah wie die "beiden Lautfolgen" beieinander stehen.

Ist das DaSein entstanden aus Üblichkeit, oder doch aus Übelkeit? Nein.
Etymologie: Die Üblichkeit entstammt aus der Übung, also dem wiederholten Tun, um eine Fähigkeit zur Fertigkeit auszubauen; und die Übelkeit entstammt aus dem "über", dem mehr als genug, dem mehr als gut, dem mehr als üblich oder gewöhnlich erhältlich oder bekömmlich ist. Ist das "Über" inzwischen zur Gewöhnlichkeit geworden?
Verschmilzt gerade die Übelkeit mit der Üblichkeit zur Gewöhnlichkeit?

Genug der Fragen, die sind nicht üblich!
Hätte Isaac Newton doch nicht den Apfel befragt, oder war es die Erde, die Er befragte?
Hätte, wäre, könnte, wollte, sollte, würde nur die Gewöhnlichkeit DaSein, käme Nichts besonderes dabei heraus, stets nur das Übliche.
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Das ist üblich, oder? Noch?
(Ein Motto der Berliner Schaubühne
am Lehniner Platz, im Jahr 2012 .)
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Kleine Provokation (lat. 'pro-vocare' = "heraus-rufen"): Sind Sie üblich?
Bin Oliver-August Lützenich üblich? Ja, sehr, mir schaut kein-Es besonders nach, *ich errege keinerlei Aufsehen, wenn ich vor die Tür gehe, auch nicht bei Bekannnten, Freunden, Nachbarn, ich bin ein gewöhnliches Mensch.
Die Tatsache ist jedoch, dass *ich es gerne wäre: Ungewöhnlich. UnÜblich.

Aber bei dem Gedanken wird *mir etwas übel. Kein Wortspiel, Wirklichkeit. Daher lebe *ich die Un-Üblichkeit nur in Worten aus und da auch nur zart und vorsichtig, um ja nicht zu sehr anzuecken, ich bin wahrlich noch kein Jandl, oder ein Kafka, oder Beuys, oder gar ein Schlingensief.
Nein, Oliver-August Lützenich bin die Üblichkeit.

Aber wollen Wir nicht alle auch Un-Üblich sein, etwas abweichen von der Gewöhnlichkeit? 
Dabei ist anzumerken, dass die Üblichkeit keine vollkommene Uniformität bedeutet, wie Wir DeutschÖsterreichen das ja bereit ausprobiert hatten; NEIN!
Die Üblichkeit ist, wie alles im DaSein ein flexibler Bereich, kein Punkt oder Strich, die Üblichkeit ist eine Spanne von ..., bis ..., die der Masse erlaubt ist und von der Masse auch eingehalten wird, bis auf eben immer mal wieder ein paar Ausnahmen.
Bis auf ein paar Ausreisser, bis auf jeweils stets nur ein Paar, in unserem Fall, wenige Menschen, die in diese UnÜblichkeit geschickt werden, um mal etwas Neues auszuprobieren, und zwar etwas wirklich Neues, nicht bloss ein "neues" Leckerli, eine "neue" Maschine, oder auch einen bisher ungewöhnlichen Käse oder Rotwein.
Nein. Die etwas ausprobieren oder entwickeln, das bisher nicht gegeben war, und jetzt denken Sie bitte Nicht an Apple und diese iSachen, schauen Sie mal Star Treck und Sie werden den Designern und Phantasten dort danken, für all die iSachen, die es dort schon im "23. Jahrhundert" gab, so kleine Mobiltelefone und Tablet-PCs und 3D-Plotter/Drucker, das war ungewöhnlich. Apple, Google, facebook, Siemens, BMW, ... sind purer Konformismus, sind Sie jetzt enttäuscht, ich nicht, Irgendwas musste diese Ideen doch Strassentauglich machen, warum also nicht z.B. Apple.

Die Üblichkeit ist - wie ALLES innerhalb des RaumZeit - auch im Wandel, was Gestern üblich war, ist Heute ungewöhnlich, was Heute gewöhnlich ist, wird bereits über-Morgen unüblich sein.
Wir wachsen aus dem 2D-Dasein in ein 3D-Dasein hinein, das ist üblich, so ist das DaSein beschaffen, das muss Es tun: Wandeln, Wachsen, Wundern, aber meist "weiter so".
Das 3W-Dasein.

Und Wir erweitern dabei auch stets den Bereich des UnÜblichen aus, besser: das DaSein fordert in Uns Allen (LebeWesen) die Ungewöhnlichkeit auszubauen, so empfinde ich das, das Natur fordert auch uns Menschen zur UnÜblichkeit auf.

Für die Philosophen in(mitten von) Ihnen eine Spekulation: Für das SEIN ist das DaSein eine UnGewöhnlichkeit, eine - vielleicht - ErScheinung der Unüblichkeit, nämlich eine Form (FliessHindernis?), in der Formlosigkeit, im Wandel.
Aber bitte mit einem Tempo, das das SEIN diesem unüblichen Geschehen Da (in seiner Mitte?), folgen kann, also nur langsam die Einförmigkeit verlassen und zur VielFörmigkeit werden.

Ganz langsam, bitte, weil sonst platzt das ALLES (das SEIN) vielleicht auseinander, vielleicht, weil, wenn Etwas platzt, dann wohl nur in Etwas anderes hinein; und gibt es Etwas anderes, als das SEIN? Nein, also platzt DAS auch nicht, auch wenn ES schneller wandelt, oder?; oder gibt es einen anderen Faktor, der schnelles Wandeln nicht erträgt?

Irgendeinen muss es geben, sonst wäre nicht alles so behäbig, sonst wären die Kräfte der Beharrlichkeit im DaSein nicht so stark.
Oliver-August Lützenich wäre nicht so behäbig, so gewöhnlich, so beharrlich vergangen, so hartnäckig der frischen Luft, dem klaren Wasser, dem GrauBrot und den Weisswürsten und Ihnen und der Üblichkeit zugeneigt, und das bin ich. Punkt.
Ende der Spekulationen.

Bisher liegt die Ungewöhnlichkeit fast nur auf der Oberfläche, an den Rändern, ist auf die groben Einheiten des Ganzen verteilt, aber nur wenig in der Einzelheit - des Selbst - zu finden, es gibt Menschen mit hellerer Haut, mit dunklerer Haut, nur Menschen mit zwei Augen und diese auch nur mit derselben Formung, es gibt einheitliche Geschlechter, Sprachen, Religionen und Nationalitäten, aber es gibt so wenige oder noch gar keine Menschen mit brauner Nase und orangenen Ohren und einem grünen und einem roten Auge und einer runden Augeform links und einer mandelförmigen rechts und mit 5 Zehen links und sieben rechts und dem Herzen auf der Zunge und dem Magen in den Knien und Menschen, die mit dem Hintern denken, ohne dabei das UmSein aus den Augen zu verlieren.
Ganz selten vielleicht.

Unüblichkeit.
Warum gibt es die Üblichkeit, Sie haben es vielleicht gerade beim Lesen erfühlt, oder auch gespürt, vielleicht ein wenig Verwirrung, eine kleine Unsicherheit, wenn Sie näher in die Vorstellungen eingestiegen sind, fühlten Sie gewiss auch Angst, beim überfliegen ein wenig Spass, aber was wäre, es begegnete Ihnen ein Mensch ohne fixe Geschlecht(szugehörigkeit), ohne fixe Hautfärbung, ohne fixe Ausformung, na, was wäre dann?
Es wäre einfach noch ein Mensch, das spricht und fühlt und spürt und Wärme braucht und gibt, lernt (übt -> üblich) und tätig sein möchte für das Ganze, aber Jetzt unüblich?
Schwer zu ertragen, erstmal, fällt aus dem Rahmen, schwebt ausserhalb des Bereichs der gestatteten Unüblichkeit, den Wir meistens - gewöhnlich - einhalten.

Leicht gesagt: Lebe lieber ungewöhnlich, wenn diese Ungewöhnlichkeit bestenfalls eine Nettigkeit, ein überraschendes Entgegenkommen, oder auch ein brutaler Ausfall ist, alles im Rahmen der gelassenen Gewöhnlichkeit, aber wann wird es wirklich UnGewöhnlich?
Jetzt vielleicht?

Na, lieber noch nicht, besser noch eine Nacht drüber schlafen.
Oliver-August Lützenich hadere mit diesem zugestandenen Bereich.
Dieses Text ist ein weiterer Versuch den Bereich für *mich auszuweiten, nicht nur im Denken, also im versteckten und Minimal-Handeln, sondern auch im öffentlich einsehbaren und von Ihnen wahrnehmbaren Handeln.
Mal - ohne Kunststoffaufsatz - mit grüner Nase ausgehen und in den Augen so ein Blinken wenn ein interessantes Mensch auftritt, statt nur immer blau und beige; Scheisse Mensch beweg deinen Arsch und fliege aus der Üblichkeit hinein in Etwas voller FREUDE, statt noch ewig in diesem kleinen LEID festzuhängen.
Ohne Kommas und Ausrufezeichen.

Aber ich weiss, die Angst drückt mich noch ins Übliche zurück. LEIDer wird es momentan noch nichts mit der FREUDE, die muss noch warten, aber das ist ja nun auch völlig üblich für mich.

Wie ist es bei Ihnen gewöhnlich?
Nein, bestimmt nicht, nicht bestimmt, Nein.
Bleiben Sie mir ungewöhnlich treu(herzig).
Also, mit dem üblichen Gruss: von Tsch... bis ...üss.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Schwarz-Markt

Dies ist, nein, weil ab Jetzt: war ein, für meine Verhältnisse, überaus erfolgreiches Beitrag in der SprechLichtung, mit dem Titel "Die Dunkelheit auf dem Markt", vom Oktober 2012. Dort wurde es weit über einHundert mal angeklickt.
Und eine besondere Ausnahme war dieser Beitrag auch und schon deshalb, weil *ich dazu einen Kommentar erhalten habe. Den *ich selbstverständlich zusammen mit meiner Antwort unten hinzugefügt habe.
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Diesen Beitrag übertrage ich auch, weil in den nächsten Tagen ein weiterer Beitrag zum Thema Markt und Marktgeschehen und MarktBerechnung[en], also in und um das System Kapitalismus hinein und herum (Gibt es überhaupt ein Geschehen ausserhalb des Kapitalismus? Ist doch eine Frage wert, weil, irgendwie ist doch Alles im DaSein ein Handel[n], sowohl mit Bekannten / Bekanntem als auch mit enorm vielen Unbekannten und somit auch Unbekanntem. Ist das DaSein eine Handels-RaumZeit, das System des von Uns so benannten Kapitalismus also eine Zwangsläufigkeit, eine Notwendigkeit, das alle anderen System-Ideen oder -Versuche sofort frisst? Und die Leses wissen: dieses "sofort" kann in universalen Massstäben tausende vielleicht sogar Millionen Sonnenumkreisungen sein. Für das Kleinigkeit Mensch sind es Minuten oder auch Sekunden, für das DaSein sind Wir hier vielleicht sofort wieder wegg. Kaum haben wir Menschen bemerkt, dass Wir DaSind und vielleicht sogar bemerkt, was so geht, Hier, schon ist wieder ein sofort Da und Wir wegg. Blödsinn, *ich weiss, also beende ich jetzt diese fast ewig lange Klammer sofort) in die SprechLichtung hineinwandert. Wieder um einen für mich sehr interessanten F.A.Z.-Essay herum.

Ein Nebenbei vom Ernst:
Haben die Leses auch meinen heutigen Beitrag in das SprechLichtung gelesen und gelacht?
Also Oliver-August Lützenich habe während und erst richtig nach dem Schreiben von "Freud-en[t]-Zug" fast Tränen gelacht, und die Leses? Und die längeren Leses wissen, dass die Beiträge hier kein Witz sind, nicht oberflächlich, und auch nicht Gesamtinhaltlich, aber in manchen Verbindungen und so manchen Zusammen-stellungen, erkenne *ich einen Schalk und eine Komik, bei dem *ich kaum mehr das Lachen zurückhalten möchte. Und das ohne den Ernst, der ganz klar hauptsächlich darin enthalten ist, zu entwerten und damit auch das Freude. Denn davon ist reichlich auch im Ernst vorhanden, wenn das auch eher eine seltene Entdeckung von Aussen ist. Aber im Ernst, nicht zu verwechseln mit Neutralität, Nüchternheit oder Langeweile im AusDruck, ist fast nur Freude enthalten. Allerdings wartet das Freude darIn, bis Heute, Jetzt, auf Entdeckung, aber fast AllEs und All-Es schaut beim Ernst meist nur von Aussen drauff hin, und sind schon wieder wegg.
Vielleicht, weil das Leid äusserlich oft mehr Spass verspricht, mit einem Lächeln vielleicht, gezwungener-Mássen wahrscheinlich, oder?; aber das nur nebenbei.
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Ab hier:
Eigentlich geht es in dem Artikel, den ich in der Mitte eingefügt habe und der den Sätzen darumherum als Kondensationskeim diente, um den Markt, insbesondere, um die dunkle Seite des Marktes, aber genau dieses "Dunkle", dieses Unbekannte, ist doch genau der Stoff an dem das Bewusst-Sein saugt, oder?

Das ist doch genau die Füllung, die das Bewusst-Sein ersehnt, das Dunkle, der dunkle Stoff, aus dem das DaSein auch ist, das meiste DaSein ist; denn daIst ja auch noch das Licht, das das Meiste beleuchtet, was leuchtet, beleuchten könnte, das Verscheuchte, aber trotzdem ist es noch so dunkel, weil ...?

Vielleicht, weil das (Er-?)BeLeuchten soviel Energie braucht, aber die halten Wir noch lieber zurück, wollen diese fast-Unendlichkeit noch teuer verkaufen, oder haben dieses Faktum auch noch nicht entdeckt, die enormen Mengen Energie, die es gibt, die das DaSein ist und Uns auch frei geben würde, wenn ..., hmm ...?
Alles was Viel ist, kostet wenig. Und was noch viel mehr ist, hat bald gar keinen Preis mehr. Erst das fast-unendliche, wird dann wieder (richtig) teuer:
Die dunkle Energie, = massenhaft vorhanden, aber die Entdeckung ist enorm teuer, die dunkle Materie ebenfalls,  = enorm teuer, Sonnenenergie, massenhaft, = enorm teuer, Windenergie, massenhaft, = enorm teuer, Uran235, sehr selten, = enorm billig.
Oder gesellschaftlich / gemeinschaftlich wichtige Arbeiten, wie Strassenbau, Müllentsorgung, Kranken- / Kinder- / Alten-Pflege, Bildungs-Vermittlung / Wissens-Weitergabe, Transportwesen u.s.w.u.s.f. entweder Arbeitslos oder schlecht bezahlt; nebensächliches oder fast überflüssiges für das Gesellschaft oder den Betrieb und den Erhalt des Sozialwesens, "verdienen" Gehälter in Millionenhöhe pro Jahr, Hedgefonds, Personalberater, Firmenanwälte, Controling, Chefs, Präsidenten, Stars aller Bereiche. Auch da gilt also im Kapitalismus, das mehr oder weniger verzichtbare bekommt alles und mehr was -Es braucht geschenkt und zugeschoben, das sozial unverzichtbare die Brosamen, und die darf es dann auch noch vom Boden lecken. Oder?
Die Logik des allgemeinen (menschlichen) Wirtschaftssystems ist fast-unendlich und dadurch auch kaum zu fassen, wenigstens für *mich hier. Aber das nur zur Transparenz.

Kleine VorRede
Aber Sie können Jetzt auch schon unter das "Gemälde" scrollen, dort beginnt der F.A.Z.-Artikel; diese VorRede ist mir auch so aus dem Bewusst-Sein entwichen, war nicht aufzuhalten und ist mir fast etwas unangenehm, aber Es hat darauf bestanden, also ...
Wir sind ja schon länger dabei, das Bewusst-Sein zu entdecken. Das Mensch denkt und das Denken ist teuer (s.o.), es kostet wesentlich mehr Nahrung, vor allem Zucker und Sauer-Stoff (wieso eigentlich "Sauer"?), als jede andere körperliche Tätigkeit.
Das Un-Bewusste tun ist wesentlich günstiger.
Soweit die aktuellen Erkenntnisse. Also ist es eine Mär, dass das Mensch ein bewusstes Lebewesen ist? Das Mensch ist vielleicht nicht bewusster als ein Braunbär. Das Braunbär denkt: Wie komm ich an Honig und wo ist die Braunbär. Das Mensch denkt wahrscheinlich meist ähnlich;-)

Nun, die Leses dieser Blogs wissen, wie intensiv ich zur RaumZeit mit meinem (Unserem?) Bewusst-Sein beschäftigt bin, von Ihrem weiss ich jetzt nur vom Hörensagen, ist doch so;-) oder? Also, ich achte auf alle Beiträge, die mit dem Bewusst-Sein zu tun haben und stelle so einige auch hier ein, die noch frischesten sind: "Von der Tarnung der Wirklichkeit", hier im VerantwortenBlog und "Die Grösse des Bewusst-Seins", in der SprechLichtung.
Und alle künden davon, wie schwindend geringer der Anteil des Bewusst-Seins benötigt wird, für das alltägliche Handeln auch des Menschen. Die Erkenntnis lautet etwa: je näher Wir dem Bewusst-Sein kommen (dem Anteil dessen, an allem Handeln / Tun), umso kleiner wird es.
Bis es irgendwann im vielleicht Nirvana verschwunden ist ...

Nein, es wächst. Das nur zur Beruhigung.
Die Philosophie und die NeuroWissenschaften suchen nach einer Theorie des Bewusst-Seins. Einer Theorie des ... mit ... Darin enthalten gewiss auch mathematische Gleichungen, mit allen Werten, die das Bewusst-Sein ausmachen und die die einzelnen Vorgänge und Ergebnisse gestalten. Denn, die Mathematik erfasst Alles und Jedes.
Bloss, was tut die Mathematik, wenn da Nichts ist?
Also kaum etwas, weil: die Leses wissen ja, Nichts = (ist immer zumindest) > Eins, wenn Es auch gerade nicht da, nicht greifbar oder nicht wichtig ist: Nicht[s] ist!

Bewusst-Sein?
Je mehr Wir also davon wissen, umso weniger bleibt davon übrig. Puff!
Das Mensch als illusionsvoller Handlanger und bekommt als Zuckerle für seine Dienste ein wenig Freiheit ins Ohr geblasen, obwohl das Freiheit woanders und was anderes ist.
Ganz anders ist.
Und von dort lächelt Es freilich über das mehrheitlich menschliche Verhältnis zur Freiheit, vor allem über den menschlichen Glauben von der Freiheit und weiss von der menschlichen Bestimmtheit.
Bestimmt heut.
Bewusst-Heit.
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Ich weiss ja nun, es (meines auf jeden Fall) ist knapp bemessen;-) aber eines weiss ich inzwischen gewiss: Erweiterung tut auf Dauer gut, auch wenn es erst mal ziemlich aufwändig ist, die Erkenntnis lautet:
Ich glaube wesentlich mehr, als ich weiss.
Das Glauben überragt das Wissen um Vieles.
Und was Wir von der Wirklichkeit glauben, ist mehr ein vages inneres Gefühl, als dass ein-Es sonderlich viel von das Umgebung mit bekommt: Ich bin, was ich fühle.

Dazu gibt es folgendes festzuhalten: Manche sind das (vom?) Vorteil (Glück?) in wohlige Verhältnisse hineingeboren zu sein und "wohligen" nun so vorm ich hin; und halten auch das Drummherum für mehr wohlig, und Andere wurden in miese Verhältnisse hineingeboren und halten nun das Drummherum für mehr Mies, als es vielleicht ist.

Die Frage lautet für Alle: Was ist?
Und im besonderen: Was ist ich und was ist um mich herum?
Klar gibt es auch ein DaZwischen, zwischen wohlig und mies, das ist selbstverständlich auch wesentlich weiter als die wohlige und die miese Spanne; und in diesem DaZwischen stecken die Aller-Meisten von Uns drinn.


Vielleicht haben die Leses schon bemerkt, dass *ich in den miesen Bereich hinein-geboren wurde (hier im VerantwortenBlog habe ich dazu einen Beitrag eingestellt, mit dem Titel: "geschlagenes Vorgestern") und mich gerade erst daraus hervorarbeite (-schreibe). Dem Neid war das eine reine Freude, dem Verständnis eine Last, inzwischen ist es in *mir umgekehrt.
Das nur zu Ihrer Information und einer Standortbeschreibung des Autors.

Nach all der VorRede, die eigentlich mit dem Folgenden kaum etwas zu tun hatte, oder doch, ja, doch ..., komme ich zu einem Fund, der schon ein paar Monate gereift ist und dadurch fast noch besser geworden ist, einem Artikel zum Markt, der Wir inzwischen Alle sind und dem Geschehen darin und dabei, vor Allem dem Geschehen, von dem Mensch nicht so recht weiss, warum Es so und warum Es überhaupt stattfindet, also der Dunkelheit in Uns und somit auch im Markt-Geschehen, welches ja nun von Uns bevölkert und gestaltet ist.

ZwischenAbregung:

Manchmal kann ich es gar nicht fassen, mit welcher Blauäugigkeit (das kommt von den immer-blauen Augen Neugeborener und deren unwissendem "Staunen" in das Wirklichkeit, ausserhalb der Blasen, in denen Wir die ersten paar Monate anwachsen) ... mit welcher Blauäugigkeit Wir das Leben bisher meistern?
Alles ist so wunderbar organisiert, na, obwohl, ..., wunderbar?, gut, es ist einigermassen wohl organisiert, und in manchen Bereichen erreichen Wir bereits Tiefen und Weiten, die den Meisten von Uns meist noch unfassbar oder auch ungehörig erscheinen, aber Wir esLeben noch, und Wir sind dabei die deutlichste Spezies in diesem Kleinst-Planeten-System.
Weil, deutlicher als das Mensch, räumt hier kein-Es auf und um.
Wir sind Was!!!
Wir sind Spitze.
Oder?
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Schwarz-Markt?
.
Aber nun auf den Markt und dem darin auch enthaltenen Dunklen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 09.08.2012, von Marco Herack
Titel: Politik mit Marktbeteiligung. Der Markt hat immer recht
Untertitel: Für politische Entscheidungen gilt heute die Maxime: Bloß die Märkte nicht nervös machen. Wir leben in einer Finanzdemokratie, in der uns das Demokratische immer mehr abhandenkommt.

"Der Markt“ ist seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 zu einem gebräuchlichen Euphemismus für alles geworden. Stets muss er bewahrt werden, sei es vor zu viel oder zu wenig Rettung. In bisher nicht gekannter Ambivalenz scheint das politische Personal der Bundesrepublik Deutschland damit beschäftigt, jegliche Entscheidungen von diesem Markt abhängig zu machen. Seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte der Marktfetischismus jüngst mit der Forderung, das Bundesverfassungsgericht möge doch bitte schneller entscheiden, damit „die Märkte“ nicht in Aufruhr versetzt würden.

Die vom Volke gewählten Politiker haben durch die Existenz des Marktes scheinbar nicht nur keine Wahl mehr in ihren Handlungen, sie werden zugleich auch von jeglicher Verantwortung entlastet. Wenn Angela Merkel betont, die Kanzlerin aller Deutschen sein zu wollen und Deutschland zu dienen, dann tut sie dies mittlerweile durch die Beruhigung der Märkte, denn sie weiß: „Der Markt hat immer recht.“

Eine geläufige Antwort auf die Frage, wer dieser „ominöse“ Markt sei, lautet: wir alle. Die Theorie geht dabei davon aus, dass jede existierende Person durch ihr Handeln am Markt teilnimmt und sich auf Basis der durch den Staat geschaffenen, kontrollierten und durchgesetzten Marktregeln ein angemessener Preis bildet. Die Preisbildung ist das Zusammenführen jedweder Interessen.

Im Zweifel zahlt der Staat

Das gilt nicht für den Finanzmarkt. In diesem sammeln größere Institutionen Geld ein, indem sie Produkte zur Altersvorsorge, Versicherungen, Zinsgewinnung oder sonstiger Investitions- und Spekulationsmöglichkeiten anbieten. Mit diesen eingesammelten Geldern agieren sie am Markt und handeln die Preise unter sich aus. Der eigentliche Geldgeber wird in seiner Entscheidungsmöglichkeit auf den Auswahlprozess zwischen den Anbietern und deren angebotenen Produkten reduziert. Wie weit diese Akkumulation von Geld führen kann, ist am weltweit größten Anleihen-Investor PIMCO sichtbar. Das Unternehmen agiert mit mehr als einer Billion Dollar.

Finanzdienstleister sind Versicherungen ebenso wie der Finanzvertrieb, die Fondsgesellschaft und in letzter Konsequenz auch jede Bank. Diese Institutionen bestimmen grundsätzlich über die Ausprägung unseres Lebens. Gewähren sie einen Kredit für den Haus- oder Autokauf, ist das für die Festigung des sozialen Status eines Individuums ebenso entscheidend wie die Erwirtschaftung einer ansehnlichen Rendite für das angesparte Geld der Altersvorsorge.

Wie wir als Gesellschaft in der Finanzkrise bitter lernen mussten, können wir nicht mehr begreifen, was hinter all dem steckt. Es geht um Milliarden, wahlweise Billionen, und im Zweifel zahlt der Staat und somit der Steuerzahler. Der Finanzmarkt scheint nur noch als Entität wahrnehmbar, deren Vorhandensein nicht bestritten werden kann, deren allgegenwärtige Existenz aber nur spürbar ist, und zwar durch das vielfache Eingreifen in den Markt. Manchmal reicht bereits ein Wort, um Ängste auszulösen, die Kurse bewegen und somit Bewertung verändern.

Mannigfaltige Möglichkeiten

Auf Dauer prägender ist das direkte Handeln dieser Gebilde, das einen unmittelbaren Geldzu- oder -abfluss in Branchen und Staaten zur Folge hat. Ein wesentlicher Teil des Geschäfts besteht darin, durch politisches Engagement Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Dabei wird in der Zielstellung an die Renditeziele des Unternehmens gedacht.

Eine Stärkung erfuhren finanzmarktbasierte Unternehmen durch die Privatisierung der Altersvorsorge. Statt des Staates kümmert sich der Bürger zunehmend selbst um seine Rentenlücke. Der Gradmesser für seine Auswahl eines Produktes ist die zu erwartende Rendite, die sich gegebenenfalls aus der Historie herleiten lässt. Rendite steht zugleich für Risiko, das mindestens proportional, oftmals aber auch überproportional zur Rendite ansteigt. Entsprechend wird abgewogen zwischen dem Ertrag und dem vermeintlichen Risiko. Nicht thematisiert wird in diesem Prozess, was der anbietende Finanzdienstleister dafür tun muss, um diese Rendite zu erwirtschaften. Direkt oder indirekt kann durch die Zielsetzung einer hohen Rendite die Umwelt geschädigt werden, können Menschen ihr Hab und Gut verlieren oder kann wichtige Infrastruktur zu hohen Gebühren unterliegen. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und werden genutzt.

Der Anspruch einer hohen Rendite ist die Triebfeder jeder kapitalaffinen Entscheidung. Es ist ein im Kern auf die Sache reduziertes Anliegen, dessen Umsetzung Rationalität verspricht und dabei Verantwortung auf andere auslagert. Durch die Auslagerung verlieren wir die Kontrolle über das Geschehen. Wir bekommen keine spürbare Rückkoppelung von dem, was mit unserem Geld angerichtet wird, nur einen Kontoauszug, der es uns bestenfalls ermöglicht, im Bio-Supermarkt einzukaufen.

Ein Drang nach Vereinfachung

Unser Handeln hat dadurch keine Konsequenz, die über das persönliche Verlustrisiko hinausginge. Doch neben den gesellschaftlichen Schäden wird auch finanzielle und, in der Folge, politische Macht an Finanzdienstleister ausgelagert, deren moralische Ansprüche mit der Höhe der Rendite sinken. Der Finanzmarkt erscheint als dunkle Seite unseres Ichs, bei der die Bewusstseinsebene unseres Gewissens wegrationalisiert wurde.

Die dunkle Seite, die uns innewohnt und ein Teil des Menschseins ist, konnten wir innerhalb des sichtbaren Parts der Gesellschaft mittlerweile bändigen. Ein hohes Maß an Eskalation und Schmach war notwendig, um ein Maß des Erträglichen zu erreichen. Doch funktionieren unsere Mechanismen beim Thema Geld nicht, da es nicht nur unseres ist, das an dieser Stelle wirkt. So können die Institutionen, an die wir die Betreuung unseres Kapitals auslagern, ein Vielfaches dessen als Kredit aufnehmen und mit wesentlich mehr agieren, als sie haben. Die Investmentbank Goldman Sachs fühlte sich einst berufen, das Werk Gottes zu verrichten. Das entspringt dem Schöpfungsmoment des Geldes.

Es waren die politischen Entscheidungen der Kanzlerschaft Schröders, die in Deutschland Finanzmarktprodukte ermöglichten, von denen wir mittlerweile wissen, dass nur wenige Menschen sie wirklich verstanden, aber viele mit ihnen handelten. Die Kompliziertheit der Konstrukte verschärfte den Drang nach Vereinfachung, den Blick auf das Ergebnis. Die Rendite ist der einfachste Weg in einer komplizierten Welt voller Fragen.

Die Abhängigkeit von unserer dunklen Seite

Dieser in sich reduzierte Vorgang funktionierte am Anfang sehr gut. Erstinvestoren strichen ansehnliche Gewinne ein und fungierten dann als Multiplikatoren, die weitere Investoren anzogen, ein schleichender Prozess der Geldakkumulation, in dessen Konsequenz der Bürger sein Geld umschichtet und die politische Macht der Finanzinstitutionen nährte. Die wahre politische Macht des Finanzmarktes bemerken wir erst jetzt, in Krisenzeiten. Als es wirtschaftlich noch besser lief, waren es aber dieselben Institutionen, die für eine Lockerung der Regeln und weniger Kontrolle eintraten. Sie wurden nur weniger wahrgenommen, da alles funktionierte, und wenn etwas funktioniert, dann lässt die Politik es laufen oder beschleunigt es sogar noch.

In der Krise würde sie nun gerne Maßnahmen zur Entschleunigung treffen und tut es auch. Alles, was der Bändigung der Krise dient, hat das Ziel, Zeit zu kaufen. Dafür muss Geld aufgewendet werden, und es endet in einer Alternativlosschleife – moderiert von Angela Merkel, deren Hauptaufgabe es ist, einen Interessenausgleich zwischen unserem moralischen Anspruch als Gesellschaft und unserer als Finanzmarkt agierenden, dunklen Seite zu schaffen.

Die Alternativlosigkeit der Rettungsmaßnahmen für Banken und Staaten deutet darauf hin, dass unsere dunkle Seite gewinnt und alles dafür getan wird, um das fehlgeschlagene System zu retten. Dabei bleibt der gesellschaftliche Diskurs über uns selbst auf der Strecke. Für Parteien ist dieser Ausschluss systemkongruent, denn so wird ihre Macht nicht hinterfragt. Für uns als Bürger bedeutet dies die endgültige Unterwerfung unter die uns präsentierten Tatsachen.

In einer Demokratie müssten wir darüber diskutieren, was nötig ist, um die Abhängigkeit von unserer dunklen Seite zu lösen. Wir würden uns dann fragen, was unsere Ängste in einer ausbrechenden Krise sind, und Auffangmechanismen entwickeln – nicht für Banken, sondern für Bürger: Strom, Essen, warmes Wasser, also auch Dinge, die ein Staat als gesichert zur Verfügung stellen kann und die den Begriff der „Systemrelevanz“ im Vergleich zu heute stark verändern.
Ende FAZ-Artikel

NachRede:
Die dunkle Seite?
Die dunklen Seiten bedürfen der Beschriftung oder der Beleuchtung. Die dunklen Seiten, bedürfen der Erleuchtung?
Na gut, das ist zu gläubig, Erleuchtung ist doch eher etwas für [Er]Wartende, da bin ich doch mehr für das forschen und wühlen und nutze die Fackel, die Uns der Mythologie nach von Prometheus übergeben wurde.

Wir sind also noch sehr von unbekannten Kräften und Mächten bestimmte ErLebeWesen, die zwar eine Fähigkeit zur Bewusst-Heit und damit zum Handeln mit Bewusst-Sein, in die Gene eingebracht bekommen haben, aber diese ist noch - wie die Forschungs-Ergebnisse und auch dieser F.A.Z.-Artikel erweisen - weitgehend unbenutzt.

Das Bewusst-Sein wartet auf Herein-Bildung und Heraus-Spürung, zur Ausgestaltung der Fähigkeit zur Fertigkeit im DaSein. Noch ist vieles im Dunkeln, unbekannt und unbewusst.

Und dann fangen besonders eiffrige Menschen schon an, diese noch unfertige Fähigkeit auf Maschinen übertragen zu wollen?

Transhumanisten nennen sich Viele davon. Nun, diese werden scheitern, weil Sie vom Bewusst-Sein so wenig wissen, wie das Bewusst-Sein bisher von das Wirklichkeit weiss.

Mach[t] den Mensch zur Maschine, Mach! Kennen Sie Ernst Mach?
Tja, der Ernst und der Mach. Mal. Glauben Sie nur nicht, das seien blosse Wort-Spielereien, der Ernst Mach war ein herausragender Forscher, Physiker und Philosoph; und wenn Sie ihn und seine Texte und Ideen kennen, wissen Sie, was Er mit Obigem zu tun hat.

Ein Spass?

Darf ich zum Schluss noch einmal anmerken, dass ich ein überaus gläubiger Mensch bin, wenn auch nicht religiös, so doch einer des Glaubens: wesentlich mehr, als des Wissens. Von den Religionen weiss ich jedoch viel, deshalb kann ich davon nur noch wenig Glauben, daher bin ich auf den >Glauben vom Wissen< umgestiegen: *ich glaube einfach fest daran zu Wissen.

Fazit: Ich Glaube zu Wissen.

Gute[n] ?

PS: Hier noch der Kommentar und meine Antwort.


Kommentar von "Stefan Wehmeier":

Titel: Markt oder "Moral"
"Ihr habt gehört, dass gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei."

"Man sagt es harmlos, wie man Selbstverständlichkeiten auszusprechen pflegt, dass der Besitz der Produktionsmittel dem Kapitalisten bei den Lohnverhandlungen den Arbeitern gegenüber unter allen Umständen ein Übergewicht verschaffen muss, dessen Ausdruck eben der Mehrwert oder Kapitalzins ist und immer sein wird. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass das heute auf Seiten des Besitzes liegende Übergewicht einfach dadurch auf die Besitzlosen (Arbeiter) übergehen kann, dass man den Besitzenden neben jedes Haus, jede Fabrik noch ein Haus, noch eine Fabrik baut."

Der Prophet Jesus von Nazareth war das größte Genie aller Zeiten. Er entdeckte als erster Denker in der bekannten Geschichte – fast 19 Jahrhunderte vor dem Sozialphilosophen Silvio Gesell – die einzige Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.

Wäre Jesus nur der moralisierende Wanderprediger gewesen, zu dem ihn die "heilige katholische Kirche" machte, wüssten wir heute nicht, dass es ihn jemals gegeben hat, denn die "Moral" ist eine irrelevante Größe. Solange es möglich ist, einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zu erzielen, wäre selbst dann, wenn alle Menschen "gut" wären, der nächste Krieg unvermeidlich. Sind aber leistungslose Kapitaleinkommen in einer monopolfreien Marktwirtschaft eigendynamisch auf Null geregelt, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn der Einzelne nur das Beste für sich anstrebt (Gemeinnutz = Eigennutz). Der Moralbegriff löst sich auf."

Meine Antwort:
Hallo Herr Wehmeier, Danke für Ihren ausführlichen Kommentar.
Als erste Antwort darauf, nehme ich zwei Sätze aus den Links, die Sie eingefügt haben.
Mit diesem Satz habe ich Schwierigkeiten: "Die Arbeitsteilung erhob den Menschen über den Tierzustand, und die Qualität der makro-ökonomischen Grundordnung bestimmt den Grad der Zivilisiertheit, die der Kulturmensch erreichen kann".

Warum? Weil die Arbeitsteilung ein Grundprinzip jeder Körperlichkeit ist. Schauen Sie in-s ich hinein und Sie werden bemerken, dass die erste Zelle, die Sie am Ende des Zeugungsaktes waren, die einzige Zelle, die Sie ganz am Beginn waren --> die Zygote, inzwischen zu tausenden verschiedenen Zellen geworden ist, zu Leberzellen, zu Herzzellen, zu Blutzellen, zu Knochenzellen, ..., und all diese verschiedenen Zellen arbeiten so eng zusammen, dass daraus ein Organismus entsteht, ein Lebewesen, wie Sie und ich eines sind, oder auch eine Ameise, oder auch eine der Myxomyceten, die ich so mag.
Und wie wir Menschen, arbeiten auch fast alle anderen Spezies der irdischen Lebendigkeit in Arbeitsteilung miteinander, es ist also kein besonderes Kriterium des Menschen: "die Zusammenarbeit in Arbeitsteilung", sondern es ist schon in den Grundaufbau allen irdischen Lebens eingewebt.
Und es geht noch tiefer, oder besser winziger, schon der Aufbau der Materie, ist ein Prozess der Arbeitsteilung der einzelnen verschiedenen Strukturelemente; so werden die fruchtbaren Funktionsweisen des DaSein von Stufe zu Stufe weitergereicht.

Auch damit habe ich Probleme: "... Mängel, die den Kapitalismus schufen, der zu seiner eigenen Verteidigung wieder den Staat ausbaute, wie er heute ist ..."?
Der Kapitalismus schuf den Staat?
Ist "der Kapitalismus" eine Person, ein Lebewesen, welches etwas erschaffen kann? Ich denke, Sie werden das ebenso verneinen, wie ich.
Das Kapitalismus ist eine Handlungsart des Menschen, eine Eigenart des Menschen, eine starke unbewusste, vielleicht triebgesteuerte Verhaltens- und Verhandlungsart des menschlichen Lebendigkeit, vielleicht noch nicht mal speziell des Menschen, das zeigen Experimente mit anderen Tieren (siehe die Versuche von Frans de Waal u.a.). Das Mensch entwickelte diese "Spielart" des Miteinander - und, wie ich vermute, wenn ich zurückblicke - zusammen mit den sozialen Verbindungen, als Gruppen, als Sippen, oder viel später, als Staaten; nicht das eine schuf oder baute das andere, sondern es ist ein gemeinsamer Prozess, so spüre ich das.
Nebenbei: ich bin auch mit vielem nicht einverstanden und auch wütend, aber ich vermute, dass Wir nur mit Verständnis und viel Erkenntnis und verarbeitetem, anerkannten Wissen und dem beruhigten Gefühl und Trieben, diese alten Verhaltensweisen, die Uns von der Natur, quasi als Starthilfe und Erst-Ausstattung übertragen wurden, ... ausbauen, erweitern und in eine, von UNS Allen gewünschte Richtung lenken können.

Somit in einen Umgang - also ein mit-Einander handeln - im MitEinander (DaSein), das von Aufmerksamkeit, Gleich-Wertigkeit aller LebeWesen, Mit-Arbeit im und am DaSein, Verantwortlichkeit und dem Interesse an einer friedlichen und gemeinsamen Weiterentwicklung geprägt ist.
Also weniger von der starken Konkurrenz (Egoismus) und Ausbeutung (Ignoranz) und Verdrängung (Trägheit), wie es seit Anbeginn der Fall ist.
Die Bezeichnung ist (glaube ich): [R]Evolution.

Diese Form der Bestimmung würde *ich gerne ändern.