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Montag, 4. November 2013

Glaubens-Sache

Vorwegg: Die Sprache[n] sitzt wie ein Schaum auf/in das Materie des ErLebendigen des Menschen und schäumt. Was genau beschreibt/benennt das Sprache? Ist das Sprache locker auf/in den Dingen, oder ist Es schon genau?

Sie kennen vielleicht meinen Beitrag »Sprach-Defizit« im Juli 2012 in der SprechLichtung eingestellt, dann wissen Sie, dass ich das Sprache für noch ziemlich ausbaufähig halte. Das Sprache ist so-mit im Moment eben mehr schaumig - auch Oliver-August Lützenich hier, schäume Sie gerade ein wenig ein -, die Zeiger der Worte verweisen dabei noch zu sehr ins Ungefähre, statt auf genau das Detail in das Wirklichkeit zu zeigen, das jeweils Benennung sucht.

Und suchen tun alle Details nach Benennung, nach genauer Benennung, nach konkreter Benennung, nach einem eindeutigen Namen, einem für Alles Ander-Es klaren Begriff. Von Das, das darIn enthalten ist.

Wenn die Leses das Mathematik kennen, dann ahnen Sie bereits, dass darin - in den Zahlen und auch in den Worten - genug Platz und RaumZeit enthalten ist, um AllEs und All-Es im DaSein mit einem klaren eindeutigen Namen zu kennzeichnen.
Ohne Doppeldeutigkeit, ohne Redundanz. Diese Aufgabe ist dem Bewusst-Sein aufgegeben, also auch uns erdmondlichen ErLebeWesen, die Betonung liegt dabei auf "AUCH"!, denn jede Form der ErLebendigkeit ist in dieser AufZählung enthalten und ebenfalls mit einem Teil der Forschung betraut.

So fühle *ich das und so respektiere ich das, aber *ich bin nur ein-Es.

Das ist kaum zu Glauben.

Zu einer kleinen Entdeckung der beiden vergangenen Tage (diesen Beitrag habe *ich zuerst am 10.10.2012 in der SprechLichtung eingestellt und Heute überarbeitet).
Es geht darin auch um das Glauben.
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DaZwischen geschobenDiesen Beitrag habe *ich zur Vorbereitung eines neuen Beitrags eingestellt, den *ich morgen in der SprechLichtung veröffentlichen werde. Ein Beitrag zum Thema "AberGlauben", oder besser: Magischen Denken.
Die Überarbeitung dieses Beitrags hilft mir bei der Sammlung von Worten und Fakten, die in diesen neuen Artikel einfliessen werden. Und die Leses bedenken bitte, dass Sie mitlesen, wie ich erwachse, und dass das teils harte Wiederholungs-Arbeit ist: ErLebens-Training. Das DaSein braucht und verlangt ziemlich Übung! Aber nur Übung macht eben den Meister, oder, wie ich lieber formuliere: das stete ErLernen bringt das Meisterschaft. Hihihi.
Ende DaZwischen.

Weiter mit dem überarbeiteten Beitrag.
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Das Folgende ist vor allem eine Sprach-Erkundung: Wie ernst ist das Glaube[n] (ist "der" Glaube nur männlich, zumindest in der deutschen Sprache ist "er" das, aber wir deutschen Sprech-Es könnten das ja ändern, *ich fange hier mal damit an) noch zu nehmen, wie bedroht ist das Glaube[n] in und zwischen Uns?


Ist das Glauben noch zu retten oder verfällt es?

Ich "glaube" das Glauben entlässt die Gläubigen mehr und mehr aus dem Glauben, auch wenn es, wie Sie gleich lesen können, noch einiges an Aufbegehren und Zurückhaltung bereit hält.

Aus der Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 09.10.2012, von Kerstin Holm, aus dem Feuilleton, Seite 27.
Titel: Russlands blinde Seherin
Untertitel: Die Katholiken haben Hildegard von Bingen, die orthodoxe Kirche verehrt die heilige Matrona von Moskau. Wer zu ihr pilgert, versteht erst, wie das Land funktioniert. Eine Klostervisitation.

Vor dem Auszug kurz eine Inhaltsbeschreibung des Artikels: Wie der Untertitel anklingen lässt, geht es darin um die Machtstrukturen und die Hörigkeit der meisten russischen Menschen im Glauben auf/an die Kirche und die Mächtigen aus Staats- und Militärapparat. Und diese Hörigkeit ist stark und fordert auch die entsprechenden Gesetze.

Auszug: "Im Kampf um juristischen Schutz für ihr Charisma gewinnt die Russisch Orthodoxe Kirche immer mehr an Boden. In der Duma wird derzeit an einem Gesetz gefeilt, das die Beleidigung religiöser Gefühle - nicht etwa von Personen, wie Juristen kopfschüttelnd anmerken - mit Gefängnisstrafe von drei bis fünf Jahren bedroht. Damit würde kodifiziert, was die russische Justitia im Urteil gegen Pussy Riot defacto schon anwandte, formal freilich noch mit Berufung auf den Strafparagraphen gegen das "Säen von religiösem Hass". Doch die religiösen Gefühle, die das Selbst und das eigene Schicksal mit einer Aura von Gnade umhüllen können und auch bei den "Leidtragenden" der Punk-Affäre schwer verletzt wurden, sollen, so die Expertenmeinung, tabuisiert werden, der Privat- beziehungsweise Intimsphäre vergleichbar."
Ende FAZ-Auszug.

Das Bild zum obigen Auszug:
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Können Sie die BildUnterschrift lesen?
Die Verkehrung der Wirklichkeit. Das Verbot der Vernunft.
Das Glaube merkt, dass das Wissen aufholt und lässt die Muskeln spielen.
Ich glaube, also bin ich gefährdet, ich weiss, also bin ich gefährlich.
Ist das so?
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und weiter:

Aus der Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 10.10.2012, von Alexander Grau, aus der Beilage "Wissenschaft".
Titel: Religiöse Gefühle sind nicht rational

Auszug: "Insbesondere Politikern, Kirchenvertretern und Sprechern einschlägiger Interessengruppen geht die Behauptung von der Existenz religiöser Gefühle so leicht über die Lippen, dass man vergisst, dass diese lange umstritten war - in der Theologie ebenso wie in der Psychologie. Zum anderen geht die These von der Existenz religiöser Gefühle fast immer mit der Behauptung einher, dass diese in besonderer Weise schützenswert seien.
Dabei braucht man kein besonders antiklerikaler oder antireligiöser Mensch zu sein, um darauf hin zu weisen, dass religiöse Gefühle, wenn es sie überhaupt gibt, eben subjektive emotionale Zustände darstellen wie romantische Empfindungen gegenüber einem geliebten Menschen oder ästhetische beim Genuss eines Kunstwerkes. Solche Gefühle verletzt man als wohlerzogener Mensch vielleicht aus Gründen der Höflichkeit nicht, ein genereller, gar politisch sanktionierter Schutz solcher Gefühle ist in einer pluralistischen und liberalen Gesellschaft aber obsolet. Jedem ist es freigestellt, meine romantischen oder ästhetischen Empfindungen zu kritisieren oder der Lächerlichkeit preiszugeben - damit habe ich als erwachsener Mensch umzugehen."
Ende FAZ-Auszug.

Dem letzten Satz fehlt das Religiöse, oder?
Hat der Autor den Mut verloren auch die religiösen Empfindungen der Lächerlichkeit preiszugeben, oder hat Er aus [Selbst-]Achtung darauf verzichtet?
Auf die Irrationalität der religiösen Gefühle, die im Titel behauptet werden, folgt auch keine weitere Erwähnung oder gar Begründung?
Ausser die kleine Einlassung und Einschränkung in der obigen Formulierung: "..., wenn es sie überhaupt gibt, ..." Was nun? Irrational oder gar nicht? Der Autor bleibt im Ungefähren, im persönlich ungeklärten.
Ist das Glauben vernünftig?

Das ist doch die Frage: lat. 'ratio' = "Rechnung, Berechnung, Erwägung, Überlegung, Denkvermögen (im deutschen ist das Denken immerhin ein Vermögen, wenn auch damit nicht so sehr ein Besitz als vielmehr eine Befähigung und Kenntnis gemeint ist), Vernunft". 
Die Ratio, wie die Ration und die Rate, kommen also aus dem Vermögen: - fast unsichtbar, bis auf ein paar "Denkerfalten" in der Stirn vielleicht - ein paar Dinge und Zahlen zu addieren oder auch zu substrahieren, ganz selten auch zu multiplizieren und noch gar nicht mal zu dividieren. Die Vernunft, das unsichtbare Vermögen.

Daher wahrscheinlich auch das Geist; obwohl das Geist sehr wohl aus einem sichtbaren Zustand entstammt, althochdeutsch 'geist', wie niederländisch 'geest' und englisch 'ghost' sind Weiterbildungen der indoEuropäischen Wurzel '*gheis-' = "erregt, aufgebracht sein, schaudern, erschrecken".

Sie bemerken, die Vernunft hat Uns Menschen schon sehr früh eher entgeistert, als begeistert, das Geist war ein erregtes ErSchrecken in ein-Es, das ein-Es schon früh und danach auch bis Heute aufbringt, aufregt, schaudern macht! So unsichtbar, in ein-Es drinn, schrecklich. Und das ist - für *mich - weniger spassig, wie es klingt.

Ist also das Glauben Geistig oder doch ein Gefühl?
Die Leses merken, Verwirrung aller Orten. Geistig oder UnGeistig, also Gefühl? Das Glauben huscht so herum zwischen den Zellen und ist kaum zu ergreifen, geschweige denn zu begreiffen, was ja noch viel anstrengender und länger dauert, als das eingreifen, oder war es das ergreifen. Ergriffen sein. Ich bin ergriffen vom Glauben. Geist oder Gefühl, oder Beides? Genug der pseudospassigen Wortspiele, zurück zum Ernst des Themas.

Die Behauptung der Rationalität ist, dass Etwas (AllEs und All-Es?) in Worte zu fassen ist.
Die Behauptung der Gefühle ist [noch], dass sie nicht in Worte zu fassen sind.
Stimmt das so?

Für *mich persönlich ist das Gefühl eine jeweils Innere Bewegung und Bewegtheit und das Empfinden eine Bewegung und Bewegtheit des DaZwischen - Haut? -. Das Gefühl ist und entsteht Innen in ein-Es, die Empfindung[sZellen] empfängt das Gefühl und transportiert es nach Aussen oder nach Innen, mit den Sinnen. Somit zählen die Signale von das Zunge, Nase, Augen, Haut (z.B. auch die Fingerspitzen) und den Ohren zum Empfinden.
Das Empfinden ist DaZwischen. Zwischen dem Innen, also eher nach Aussen gerichtet. So bewerte *ich das, und so schreibe ich davon. Das Gefühl ist jeweils die Bewegungen im Inneren eines eingehäuteten Selbst. Für *mich zählen dazu auch die Grundbausteine der Materie, aus der auch wir Menschen sind, die Atome, die Moleküle und alle anderen ErLebens-Formen. Alle ErLebendigkeit ist eingehäutet, ist also ein Innen (im Aussen und ist auch Selbst Aussen) und ist demnach auch Gefühl und im DaZwischen Empfindung, oder, wie ich auch schreibe: Gespür.
Gefühl ist Selbst, Selbst ist Einzigartig, Jedes Selbst ist Einzig. Einzigartigkeit ist also ein Selbst-Merkmal und darin ist ALLE ErLebendigkeit GLEICH: DasSelbe ist Einzig.
So fühle *ich das. Das wiederhole ich gerne.
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HerbstHimmel
.
Ist das Glaube ein Gefühl oder eine Empfindung?
Wie Sie nach den Vorworten wissen, ist Es für mich Beides. Wenn Es Eines gepackt hat, ist Es ein Gefühl, wenn Es Andere packen möchte, ist Es eine Empfindung.
Das Glaube[n] ist in jedem Fall eine Bewegung, mal stärker, mal schwächer. Im ein-Es so, im Ander-Es so, in *mir wird das Glaube[n] immerzu etwas schwächer, je mehr das Wissen anwächst. So empfinde ich das.

Das Empfinden denkt, das Empfinden sitzt DaZwischen und bewertet, schätzt ab. Und das könnte Es in All-Es tun, aber leider ist das sehr aufwändig und deshalb lassen es die Meist-Es wohl noch (gerne?) Ander-Es tun.
Vielleicht ist das ja das Essenz des Glauben: das Glauben ist, das/die Fremd-Es tun und bestimmen zu lassen, wohin die Richtung des Selbst-Handelns führt(!).
Vielleicht könnte das Mensch das Glauben auch mit: "das Ander-Es empfinden - und *ich packe in das Begriff 'Empfindung' auch das Denken und Planen - lassen" erfassen?

"Ich empfinde selbst nicht gerne", sagt der Gläubige vielleicht: "Ich glaube eben lieber (Liebe(r)? Ist die Liebe also zu beschreiben, also in Worte zu fassen, oder ist die Liebe eine Gläubigkeit?). Jedes empfindet, das ist auch klar, aber eben meist ohne Worte.

Und das Wissen ist erst klar und bedeutend in/mit Worten.

Sonst ist das Wissen wenig mehr als Glauben und davon hat das Glauben sehr viel zu bieten. Das Glauben weiss nicht so recht; obwohl, (das) Recht hat das Glaube[n] schon, also anders formuliert, das Glaube[n] weiss meist nicht so links, was Es damit spürt, mit den Empfindungen, aber Es glaubt es zu Wissen. Manchmal.
So ein Durcheinander!?

Ist dem Glauben zu trauen?

Eindeutig, Ja! Ist dem Glauben zu Wissen?
Eindeutig; vielleicht!? Ja, gut, ist Wissen im Glauben drinn? Ja, unklar. Sie kennen all diese Formulierungen noch nicht? Unklar eben, sehr unklar, das AllEs und All-Es.
Nun, gut, so empfinde ich das. Und seien Sie gewiss, *ich bin ein Mensch des Glaubens, ganz und gar, fast nur.

Fast ganz und gar.

Haben Sie das "Rohe und das Gekochte" von Claude Lévi-Strauss gelesen?
Da schildert Claude Lévi-Strauss den Übergang vom reinen Tier zum unreinen Tier (dieses 'un' = "nicht"), Er schrieb, vom Tier zum Menschen, aber das Mensch ist ja weiterhin ein Tier geblieben, ein reines noch dazu.

Naja, das ist in Ordnung, jedoch die Formulierung "unreines Tier" ist vielleicht etwas zu negativ besetzt, aber als wir Menschen anfingen Unseren Fang zu brutzeln, egal ob Fleisch oder Gemüse, da war das schon so etwas wie ein Übergang oder auch eine Wegg-Entwicklung vom blossen Tier-Sein, oder?
Also unrein. Und 'un-' heisst ja auch "kein". So, wie *ich das verstehen könnte, hiesse das ja, dass das Mensch kein Tier mehr ist?
Nein. Unreines heisst also, dass das Mensch kein vollkommen [Selbst-]bestimmtes, also den Umständen vollständig ausgeliefertes ErLebewesen mehr ist, sondern den jeweiligen Umständen, der Umwelt, inzwischen eine kleine Distanz entgegensetzt, Aber ...

Die Leses wissen, Sie entkommen dem - aber - nicht, aber der Einwand, der nun kommt, ist nicht so einfach von der Hand zu weisen: andere Tiere haben, um den Unbilden der Umwelt etwas "entgegen" zu setzen, zum Beispiel ein Fell entwickelt (bekommen), wir Menschen haben das Feuer domestiziert, da Uns die Natur vorher das Fell (einfach so?) ab-/fortentwickelt hat. 
Frechheit! Oder?

Und die Natur hat uns Menschen auch die Eckzähne und die hornigen Fingernägel wegg-entwickelt, aber daraufhin haben dann - viel später - einig-Es von Uns den Stinkefinger in die Luft gereckt und ...vernichtungsmittel bis hin zur Wasserstoffbombe entwickelt.
Was auch immer die Natur uns Menschen "abgewöhnt hat", Wir erfanden jeweils eine Technik, die um zwei teils vielfaches weiter reichte und für die Umwelt gefährlicher ist, als das, was Uns vorher ab-entwickelte wurde. Das DaSein ist als Natur sehr anziehend, obwohl Es das Selbst lieber auszieht; von RaumZeit zu RaumZeit ent-zieht das DaSein dem Selbst die Selbst-Bestimmung, vielleicht um das Selbst entscheiden zu lassen?

Ist das Natur, also das DaSein, stolz auf Uns!

Oliver-August Lützenich vermute: Ja. Das DaSein hält Uns ab und an noch in den Armen, wie eine wärmende Amme und herzt Uns; und lässt Uns dann wieder herum laufen, zieht Uns aber vorher noch ein Kleidchen (eine -Bestimmung?) mehr aus, damit Wir schneller laufen müssen, um warm zu bleiben, so warm, wie es sonst nur in den Armen des DaSein ist. Oder?

Super!, ruft das DaSein in uns Menschen hinein und klatscht in die "Hände", oder schnalzt mit der "Zunge", und Wir rennen weiter und weiter, damit die Wärme nicht nachlässt. Weil die RaumZeit stetig wächst, muss das Inhalt stetig mehr bewegen, um das RaumZeit mit Wärme zu füllen. Und das Mensch ist doch auch ein Inhalt, oder? Bis hierhin.
ErLeben Sie wohlig.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Zitate 01 »Von der Mühe des Fortschritts«

Noch ein wenig zitiererei, noch ein wenig ältere Worte, die *mir entweder gefallen haben, oder die *ich, naja, daneben fand, aber von denen Manche-Es behaupten, sie seien bestimmt ganz stimmig und wichtig.
Naja, vielleicht, vielleicht auch nicht.
Und dazu meine Meinung.

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Von Quintus Septimius Florens Tertulianus:
Aus dessen: «Certum est, quia impossibile» = "Es ist sicher, weil es unmöglich ist" (gemeint ist damit die Auferstehung von Jesus Christus), wurde im Lauf der Jahrhunderte: «Credo quia absurdum est» = "Ich glaube, weil es unsinnig {eigentl. "misstönend"} ist".
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Damit möchte ich den Glauben nicht etwa schmähen, Nein, gar nicht, damit möchte ich darauf aufmerksam machen, was schon Tertullian (um 200 nC) wusste, aber was Er ganz anders betonte, als Oliver-August Lützenich.
Ich betone die Vernunft, werte die Erkenntnis und Logik mehr, als den Glauben, allerdings ist *mir sehr wohl bewusst, dass die Vernunft aus dem Glauben kommt, daraus die Kraft erhält und sich daraus, mit dem Segen (= der Erlaubnis!) des Glaubens, emanzipiert und zur mit-entscheidenden Grösse im DaSein wird.

Mehr dazu auch in dem Beitrag: "Entscheidungs-Fertigkeit", vom 25.12.2011.

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Von LaoTse (etwa vor 2600 Jahren?) und auch von François-Pierre-Gonthier Maine de Biran (1766-1824): "Die Mühe schafft sich das Hindernis".
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Soll das bedeuten: Lass alles Bemühen, alles Arbeiten, um ein Ziel fallen, lass es einfach geschehen?

In solchen "Weisheiten" steckt jede Menge Arroganz und trotteliger Besserwisserei, denn ohne Mühe hat noch nie ein-Es, auch nur einen geringsten Fortschritt erreicht. Nur durch abwarten und stillhalten, wird ein-Es bestenfalls mitgezogen, dahin, wo die Entwicklung halt so hinentwickelt, dorthin, wo die Masse ein-Es so hinschiebt.
Ich vermute aber, Selbst zu sein und Selbst ein Ziel anzustreben, braucht die Vorbereitung, die Erkundung, die Auswahl und die Anstrengung (Mühe).
Schon die Auswahl und die Formulierung einer Richtung ist Mühe.

Allerdings kann es auch sein, dass dieser Spruch nur davor warnen möchte, ein Ziel mit allzustarkem Willen, mit Trotz, oder gar Gewalt zu erreichen, denn das erschwert oder verunmöglicht selbstverständlich einen jeden Schritt.

Aber dann sagt es doch auch Bitte so, und nicht in so einem verkürzten BlaBla, also zum Beispiel so: "Verkrampftheit, Trotz und/oder auch sture Beharrlichkeit behindern, oder sogar verhindern die Erreichung jeglichen schöpferischen Fortschritts", denn damit und mit Gewalt, erreicht Jed-Es nur Leid und bestenfalls vorzeitigen Verfall.
Und das wünschen Wir doch Alle nicht.
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Dies ist das Ergebnis einer Supernova, 
also der Explosion eines Sterns von der
vielvielvielfachen Grösse der Sonne. Wenn
wir der Astrophysik glauben schenken, dann
ist auch unser Sonnensystem, mithin also auch
wir erdmondlichen EsLebeWesen, erst durch die
Elemente entstanden, die in den letzten Zuckungen
so eines Riesensterns und der darauf folgenden Explosion
entstehen ("gebacken werden"). So ist diese Bild vielleicht eine
Zygote, also eine erste Zelle, aus der nun langsam neues EsLeben
keimt? Danke der NASA und dem Hubble-Teleskop für die Aufnahme.
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Denn:

Italo Svevo (1862 - 1928):
«Das Leben ist weder hässlich noch schön, es ist originell».
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So ist es.
Für Jed-Es und AllEs. Ich würde das "Leben" nur mit "EsLebendigkeit" vertauschen, dann stimmte es für Oliver-August Lützenmich, denn das Leben gibt es nur mit dem Tod; und BEIDE zusammen begründen die »EsLebendigkeit«, und um die geht es doch wohl, bei der Originalität.
So viel Genauigkeit in der WortWahl ist doch wichtig.

Übrigens: Italo Svevo heisst: "schwäbischer Italiener", warum, das finden Sie sicher hier bei Wikipedia.

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und nun ein ganz Grosser, ein Dichter und radikaler Mensch.
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Arthur Rimbaud: "Also ist der Poet wahrhaftig ein Dieb des Feuers. Er ist beladen mit der ganzen Menschheit, sogar mit den Tieren. Er muss, was er erdichtet entdeckt, fühlbar machen, tastbar, hörbar, und wenn das, was er von da unten heraufholt, Form besitzt, so gibt er es als Form; ist es formlos, dann gibt er das Formlose. - Eine Sprache finden - und wenn schliesslich jedes Wort ein Gedanke ist, dann kommt auch die Zeit einer Universalsprache! Man muss schon Akademie-Mitglied sein - mehr tot als ein Fossil -, um ein Wörterbuch zu verfassen, in welcher Sprache auch immer. Wenn Schwächlinge anfangen, über den ersten Buchstaben des Alphabets nachzudenken, können sie ganz schnell dem Wahnsinn verfallen! Diese Sprache wird von der Seele kommen und zur Seele gehen und alles zusammenfassen: Düfte, Töne, Farben und den Gedanken, der dem Gedanken folgt und ihn weiterführt. Der Poet bestimmt dann das Ausmass des Unbekannten, das zu seiner Zeit in der Allseele erwacht: er gäbe mehr - als die Formel seines Gedankens, als die Aufzeichnung seines Weges zum Fortschritt! Indem er das Ungewöhnliche zum Gewöhnlichen macht und alle es aufnehmen in sich, würde er in der Tat zu einem Vervielfacher des Fortschritts!"
Aus einem Brief an Paul Demeny, 15.Mai 1871. 

Sie kennen dieses Zitat inzwischen bestimmt, ich habe es schon verwendet, aber spüren Sie auch, wie es langsam wahr wird?
Warum haben diese Worte Arthur Rimbaud gefunden? 
Weil Sie wahr werden möchten, weil Sie anwesend sein möchten, so spüre Oliver-August Lützenich das. Diese Worte, sind die Worte des vorletzten Jahrhunderts, aber in ihnen steckt ein Drang, etwas unbändiges, das gewahr werden möchte.
Das DaSein möchte mit ALLEM DaSein in die Wirklichkeit einsteigen:
Das DaSein möchte voll bewusst DaSein.

Ein umfassend gebildetes, aufrichtiges, wahrhaftiges und verantwortungsvolles Selbst könnte das Ziel oder auch Ergebnis des DaSein?

Die Seele, von der Arthur Rimbaud schreibt, ist das gesamte Körper eines EsLebewesens, mit dem speziellen, persönlichen, also nur dieser Einzelheit im DaSein innewohnenden Inhalt.

Und nun ein wenig persönlicher Spekulation. 

Jedes EsLebewesen ist durch die Zeugung etwas Besonder-Es, etwas Ander-Es, als Alle Ander-Es, nur ein wenig, aber Immerhin und dieses kleine, aber bedeutende Etwas, ist die sogenannte "Seele", diese kleine Verschiedenheit von AllEs Anderem, die jedes EsLebewesen ist, die jedes EsLebewesen anders leuchten lässt, im Gleichklang des DaSeins.
Und das auch das DaSein zu etwas Besonderem macht, im SEIN.

Die "Seele" ist, so verstehe *ich das, eine andere Bezeichnung für das SELBST, das jedes EsLebewesen auch ist. Also für das ganz besondere EsLeben und Wirken dieses Einen DaSeins.

Jedes EsLebewesen ist eingebettet in die GleichHeit des DaSein, besteht also aus der gleichen Energie, der gleichen Materie, den gleichen Verbindungen, dem gleichen Aufbau, der gleichen Struktur, in der gleichen RaumZeit, ist ausgestattet mit den gleichen Fähigkeiten, hungert nach den gleichen Bedürfnissen, und ist eben deswegen AUCH verschieden.
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Die Gleichung lautet:
DasSelbe = dasGleiche + Verschiedenheit; oder, in Zahlen: 100 = 99 + 1.

Vielleicht ist die Verschiedenheit etwas kleiner oder auch etwas grösser, aber viel mehr ist es bisher nicht. Bisher reichte das auch aus.
Jedes Selbst besteht somit aus einer grossen Masse GleichHeit und einer kleinen Portion VerschiedenHeit.
So auch das DaSein.

Viel SEIN und ein wenig da.
Und dieses da, hat bisher wenig zu sagen im SEIN. Es schwingt so mit. Einfach da. Mehr darf es bisher nicht Sein, weil es so wenig ist, in der Riesigen Masse.

Doch, wie auch Arthur Rimbaud spürte, ist genau diese Verschiedenheit im SEIN das Interessante, das SEIN hat quasi ein Auge darauf geworfen, so wie Wir ein Auge ins DaSein werfen. Das SEIN fördert die Verschiedenheit und pflegt sie. Zu diesem Zweck hat das SEIN das DaSein mitgegründet.
Ja, mitgegründet, denn diese Verschiedenheit ist eine Neuigkeit im SEIN. Wenn ich von Neuigkeit schreibe, dann schreibe ich von Billionen und nicht von Gestern. Bisher ist diese Verschiedenheit zwar eine NeuGierigkeit im SEIN, hat aber für und im SEIN noch keinen passenden Platz und Aufgabe erfunden.

Das DaSein hat den Auftrag danach zu suchen.

Auch in uns Menschen schlummert nun diese Aufgabe.
Sie schlummert und Wir werden sie nun erwecken, das genau besagt der Text von Arthur Rimbaud, so empfinde *ich das.
Die Frage lautet: Was fangen Wir ALLE (SEIN) mit der Verschiedenheit an.
Das Mensch ist auch vor die Aufgabe gestellt, diese Antwort zu finden.
Was soll all die gewöhnliche Kleingläubigkeit! Wir stecken in ETWAS grossem drinn, also können Wir auch gross Fragen.

Das SEIN hat, mit Ander-Em, das Mensch nicht zur Sinnlosigkeit oder zur Zerstörung entwickelt, sondern zur Findung von Antworten, also zum Suchen von passenden Fragen.
So spüre Oliver-August Lützenich das. 
Verrückt? Oder was spüren Sie?

Samstag, 28. April 2012

Was ist das Allgemeine?

Sie werden in meinen Texten wenig oder gar keine Allgemeinheiten finden, präziser: Sie werden keine Allgemeinheiten finden, denen *ich irgendeine Besonderheit, quasi eine Persönlichkeit zuspreche, die bereits als eines von vielen Inhalten innerhalb dieser Allgemeinheit vorhanden ist.
Ein Beispiel: Alle Fahrradfahrer sind ..., besser: DIE Fahrradfahrer sind soundso, oder alle Autofahrer sind ... Ich bin gewiss, so einen Allgemeincharakter gibt es nicht, als Mischung ist im Allgemeinen immer Alles von Allem/n enthalten und eine besondere Ausprägung erfährt eine Allgemeinheit stets nur im Vergleich mit einer anderen Allgemeinheit, die ähnlich strukturiert und mit gleichem Inhalt gefüllt ist. Was wäre die Vergleichsmasse mit den Fahrradfahrern?
Oder mit den Menschen? Die Schimpansen?

Als also Frau Weisband in ihrem FAZ-Blog von Allgemeinheiten schwärmte, wurde ich hellwach! Ausserdem kam auch Gott vor, aber lesen Sie Selbst oder auch nur meinen Kommentar.
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Yves Klein, "Dessin sans titre, 7"
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Hallo Frau Weisband, ich schrieb einst (Aufgepasst, Poesie:), schonen Sie sich, denn ich schone Sie nich;-).
Sie wollen Kunst, also gut, hier bekommen Sie Kunst. Durch die Leitung geflogen, mitten rein ins Ge[d/s]icht; aber das Kunst, Einschränkung: das "gute" Kunst, hälts mit Oberflächlichkeit nicht lange aus, also weiter, durch die Augen mitten rein in die Innerlichkeit.

Also dahinein, wo gute Kunst erst entsteht; das beste Kunst geht noch weiter rein, noch näher hin, an die Stellen, an denen es funkt, an denen es blitzt, an denen erst entsteht, was Sache ist, dort, wo noch nichts war, ausser Potential, pures Potential, das noch keine Richtung und keine Ausprägung kennt, sondern ALLES ist: reines SEIN, noch ohne das uns ausmachende DaSein.
Bis dorthin geht das beste Kunst.
Oder von dort kommt Es, das weiss Mensch noch nicht so genau.

Aber erst einmal wieder zurück, mitten hinein ins pralle DaSein, mitten hinein in die Wüstenei der Worte ("wüsten" = verschwenderisch mit Etwas umgehen), in die Stofflichkeit der Worte. Nun kauen Sie mal schön:

"Die" Literatur hat einerseits den unbe-schreib-lichen Vorteil, dass Mensch "sie" ... (sie? wirklich? Bei so vielen Männern! 10 mal mehr als Frauen. Das ist Tatsache NICHT Wertung, ich machs mal neutral:), ... dass Mensch es mit Es  (das Literatur) treiben kann, wie Mensch es will.
Mensch kann Literatur anlesen, durchblättern oder nur anschauen und gleich wieder beiseite legen, das kann Mensch zwar auch mit anderes Mensch, aber dieses andere Mensch ist dann vielleicht beleidigt oder gar verletzt, wenn es einfach so angemacht, durchgeschaut wird, dabei ein wenig durchgeschüttelt wird, um dann schell wieder abbestellt zu werden, bei Nichtgefallen, Widerspruch oder Langeweile.

"Das Literatur" ist das unbekannt (ist das nun ein Vorteil, dass "das Literatur" als Un-Wesen auch keine besonderen Gefühle ist, also Ausdruckslos ist, wenn es auch alle Gefühle kennt, nennt und mehr schlecht oder auch herausragend be-schreibt?), deshalb ist Es (das Literatur) auch nicht beglückt, wenn ein-Es mit Feuer im Herzen ergriffen und an selbiges gedrückt wird, wenn ein-Es mit mindestens hundert Eselsohren, Speiseresten und Tränenflecken wieder im Regal oder auf dem Boden landet. Das Autor würd's freuen, aber Das bekommt oft nur Geld, oft auch nicht und das Geld ist, wie das Literatur: Ausdruckslos (Oder bedeutet: viel Geld  = viel Gefühl? Oder: viel Literatur = viel Gefühl? Ja schon, aber eben von ALLEM Etwas, also nichts besonderes).
Ausdruckslos kann also auch voller Gefühl sein, aber eben ohne Besonderheit, somit ist jedes Selbst zwar voller Gefühl, aber erst das besondere Gefühl gestaltet auch ein besonderes Selbst.

Das Selbst mag voller besonderer Gefühle sein, die Ver-Sammlung aller Selbst ist jedoch ohne diese Besonderheit, ist Ausdruckslos. Warum?
Weil in das Sammlung ALLES Gefühl enthalten ist, gleich-mässig, also von Ab-, bis ZuNeigung, von Himmelhoch, bis Mittellos, ... und wie nicht nur die Mathematik-Es wissen, ist das ALLES stets im vollkommenen AusGleich, bis auf kleinste, allerallerkleinste Dichte-Schwankungen, etwas Nichts (ein Gekreusel im SEIN; ist das DaSein?), aber bevor ich hier in die Physik abweiche, die ja auch in das Literatur Platz hat, möchte ich auf den Punkt kommen:
Das Literatur ist "die" Liebe Gleich (Ihre Frau Weisband genauso, wie meine, oder von Was und Wem auch immer) gültig mit das Fremdheit, allerdings enthält Es Liebesbriefe und Liebenswertes und auch sonst viel Wertvolles, wie es auch Wertloses, Schund und dürre Abschiedsbriefe enthält.

Vielleicht ist es da mit dem Gott gleich, denn Sie anbeten; Es, das Gott, nimmt ALLES an und auf und gibt auch ALLES wieder zurück, aber Sie wissen es auch, wie Es (Gott) ist, Es trifft oft genug, vielleicht sogar Meistens?, die "Falschen", wahrscheinlich genau deshalb, weil Es, wie Es eben ist, nichts Besonderes ist, also (k)ein klares Selbst ist, mit-besonderen-Gefühlen, sondern ALL-ES ist und ALL-Es nimmt und verteilt, was so ist, und so in Es hineingeglaubt wird.

Ist also das Gott von Herrn Hitler dasSelbe Gott, wie der Ihre, oder gibt es mehrere Gotts?

Ich sage Ihnen, Geist-sein ist nicht einfach, Gefühl-sein ist da vielfach einfacher, aber erst mit Geist wird das Gefühl etwas besonderes, also: mehr "Geist-mit-Gefühl", dann wird aus dem luftigen Geist die Vernunft und die brauchen Wir doch Alle in Zukunft, oder?

Donnerstag, 26. April 2012

Die mulmige Entdeckung des Selbst

Noch ein DiMonologos, von Eines, welches sich vielleicht von dem Krisengerede oder manchmal auch Krisengeschrei anstecken lässt. Gerade deshalb, weil Es die Krise in-s ich trägt und merkt, Es trägt die Krise vielleicht in-s ich, weil sie überall zuHause ist, weil sie in Allen Anderes auch ist, zumindest in den Meisten. Da kann doch was nicht richtig laufen, sagt das ich in-s ich, weil Es auch wunderschöne und ruhige und gelassene Momente und sogar grosse Phasen davon erlebt, im Selbst, aber auch Draussen? Aber erst mal gibt es der Krise und der ZukunftsAngst grossen Raum, aber glücklicherweise mit eines Begleites, das zweifelt und korrigiert, was ausufert, aber, weiss Eines das so genau?
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William Turner, "Das Sklavenschiff"
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A: Ich möchte einmal Gott spielen.
B: Ernsthaft?
A: Ja.
B: Sie vergreifen sich! Seien Sie vorsichtig, es sind Menschen schon für wesentlich weniger gehenkt worden. Die Kirchen hierzulande sind ja bereits einiges gewöhnt und werden ein solches Begehren als Überspanntheit oder, in Anführungsstrichen, dumme Provokation eines Einzelnen abtun, aber etwas weiter südlich, ... hören Sie auf, wenn ich nur daran denke, die werden über Sie herfallen, wie ein Rudel Wölfe und Sie zerreissen. Wie kommen Sie denn auf diese Idee?
A: Wir brauchen ein Gegenüber, ein respektiertes Gegenüber.
B: Wir? Sie sprechen von Uns als Menschheit?
A: Ja.
B: Und warum?
A: Jetzt spielen Sie mal nicht den Unbedarften, Sie wissen warum.
B: Ist die Natur, ist das Klima, sind die anderen Lebewesen um und in Uns nicht Gegenüber genug?
A: Sie sprechen nicht, deshalb verstehen Wir sie nicht, nicht mehr.
B: Sie sagen, das Wir inzwischen so sehr Sprach-Wesen geworden sind, das Wir die anderen Signale, der Wahrnehmung nicht mehr wahrnehmen?
A: Wahrnehmen schon, aber Wir überhören sie. Wir überspüren sie gewissermassen, das Geräusch der Sprache in und um Uns, ist so eindeutig, so mächtig, das Wir die etwas leiseren Signale, aber auch die lauteren, der UmWelt nicht mehr verstehen.
B: Haben Wir sie je verstanden?
A: Sie haben Recht, wahrscheinlich haben Wir das nie so richtig. Sie sprechen von: Verstanden! Das ist genau die richtige Abgrenzung, denke ich, denn wahrgenommen haben Wir sie stets, und Wir haben Uns auch danach gerichtet, sind vor manchem zurückgeschreckt, was Ekel in Uns erregt hat und sind Anderem gefolgt, das Uns gelockt hat, aber verstanden, das heisst: bewusst gemacht und festgehalten in Worten, das haben Wir bisher nicht.
B: Wir haben danach gehandelt und wurden davon behandelt?
A: Ja, Wir sind von den Bewegungen und Signalen der UmWelt fremdbestimmt worden und zwar von Innen, wie von Aussen.
B: Und jetzt sprechen Wir?
A: Ja, und das so deutlich und so bestimmt, das der Rest an Signalen dabei verschwimmt.
B: Die Technik.
A: Ja genau, auch die Technik trägt dazu bei, das Wir die Signale der UmWelt fast nur noch als Rauschen wahrnehmen, solange sie nicht spricht.
B: Und Sie möchten das jetzt übernehmen, aber warum als Gott, warum nicht als das, was Sie sind, als Mensch?
A: Gerade, weil ich Mensch bin. Wie könnte ich so dem Mensch ein Gegenüber sein, ein Spiegel, der zur Überprüfung des eigenen Tuns einlädt und auch einmal lobt und straft.
B: Brauchen Wir denn das noch? Sind Wir nicht längst, gerade in und durch die Sprache zur Selbstkontrolle, zur Selbst-Überprüfung fähig? Ist das nicht genau einer der Stärken der Sprache, die Möglichkeit der erfahrenen Reflexion, schliesslich ist die Sprache nicht ganz in Uns, sondern mehr zwischen Uns und somit auch zum Gegenüber fähig?
A: Es fehlt die Ernsthaftigkeit, es fehlt der distanzierte Standpunkt, es fehlt der menschlichen Sprache und einem Menschen der Abstand, die Fremdartigkeit, um ein objektives Gegenüber, um ein ernstgenommener Kritiker zu sein. Das befürchte ich. Sie haben recht, in der Sprache liegt auch die Möglichkeit zur Distanz und zur Reflexion, in der Sprache steckt vor allem die Möglichkeit der deutlichen, punktgenauen Verständlichkeit, während die Signale der UmWelt meistens sehr breit, aus vielen Richtungen und damit verschwommen daherkommen, somit ein Medium brauchen, eine Übersetzung und die fällt von Jahr zu Jahr schwerer, je mehr Wir die Technik, sowie die Sprache um Uns herum aufbauen.
B: Das ist alles richtig, aber ist das nicht vielleicht sogar von der UmWelt, wenn Sie so wollen, von Gott gewollt, das Wir Uns von der Fremdbestimmung emanzipieren und ein Selbst-Bewusstes DaSein innerhalb der Natur entwickeln? Denn, wozu sonst, hätte die Natur in Uns dieses Potential entwickelt? Dieses Potential zur Vereinzelung, also zur Individualität, aber auch zur Gemeinschaftsbildung, also zur Solidarität, aber vor allem das Potential zur Selbst-Entscheidung, also aus den vielen Richtungen, die zur Fortentwicklung und Weiterbildung möglich sind, die Uns angenehmsten auszuwählen.
A: Sind Wir dazu fähig, diese Richtungen wahrzunehmen und die für Uns passenden auszuwählen, ohne fremde Hilfe, also ohne ein anerkanntes Gegenüber?
B: Sie wollen zuviel an Sicherheit. Sie wollen Jemanden, der Uns mit dem Finger, oder mit der Sprache auf- und anzeigt, wo es überall langgeht, und wo Wir am Besten hingehen, damits nicht wehtut, Uns nicht und auch den Anderen Lebewesen nicht. Aber das ist doch langweilig! Das ist doch öde, wo bleibt Ihre Lust am Risiko? Ohne Risiko, kein Thrill und ohne Spannung geht die Mimi nicht ins Bett, das wissen Sie doch.
A: Sie schon wieder. Aber Sie liegen wohl richtig. Gott wäre wieder Etwas oder Eines, das Uns sagt, wo es langgeht, das bestimmt und Wir sollen folgen, der Gott des Glaubens, der HerrGott des BesserWissens, statt eines Gegenübers, das Uns wohlwollend prüft, bewertet und Hinweise gibt, die Uns weiterhelfen, statt zu kommandieren.
B: Sie sind ein Mensch der Sicherheit und der Ernsthaftigkeit. Sie brauchen wohlwollende Führung, das war es wohl, was Sie mit Gott, oder einem gottähnlichen Gegenüber suchten: einen wohlwollenden, überlegenen Berater. Aber ich bezweifle einfach, ob Wir so Etwas oder Eines, wie Sie sagen, finden und, ob Wir so etwas überhaupt brauchen.
A: Sie meinen, das können Wir auch selbst?
B: Ja. Nicht Alle und nicht Jedes, aber Einige können das wohl Heute schon tun. Wir forschen ja wohl genug und haben schon genug heraus- und hereingefunden und, wie Sie auch richtig bemerkten, genug Abstand voneinander und von der UmWelt, das Wir langsam in der Lage sind, eine unabhängige Selbst-Einschätzung vorzunehmen.
A: Es bleibt dabei, ich befürchte, das wird nicht reichen. Ein Mensch, schätzt den Menschen ein, das ist im Miteinander eine natürliche Methode zur Selbst- und Gesellschafts-Kontrolle, zur KulturBildung und An- und AufReibung, aber für Uns als Ganzes, als einer Art inmitten der Mit-Lebewesen, inmitten der Natur, ist das zu eingeschränkt. Ein Floh schätz den Floh immer als Floh ein, als Floh ein, mit dem ganzen Floh-Sein, aber Niemals von Aussen, als Fremdes Wesen, mit dem etwas anderen Blick, mit dem vielleicht sogar, Bestenfalls!, weiten, weiteren Blick. Es bleibt die Innensicht, mit ein wenig Aussen und das empfinde ich als zu wenig.
B: So verunsichert sind Sie?
A: So verunsichert sind Wir.
B: Na, ich kann nicht klagen, mir geht es gut, meine Rente ist gesichert, so viel wird nicht mehr passieren, auch klimamässig nicht, bis ich den Löffel abgebe und in den Sarg gelegt werde. Also was juckts mich? 
A: So denken Sie?
B: So fühle ich.
A: Und die zukünftigen Lebewesen?
B: Jetzt machen Sie aber mal halblang! Ihnen geht es doch auch gut. Auch Ihnen droht keine Katastrophe mehr, weder Materiell noch Universell, auch Sie liegen vor weiteren grösseren Umwälzungen längst verteilt unter einer Wiese oder in einer Urne, also was fürchten Sie? Die Nachkommen werden mit allem weiteren schon umzugehen wissen. Schliesslich verbessern auch Wir die Technik und die Ein- und Umsicht immer weiter und übergeben sie so an die Nachkommen. Damit sind die besser ausgestattet und vorbereitet, als Wir es waren und sind und werden noch besser mit allen Gefahren fertig. Ist doch so?
A: Wenn Sie meinen.
B: Ja, das meine ich. Mir ist die Zukunft nicht egal, aber ich denke, Wir, und damit meine ich auch die zukünftigen Menschen, werden mit den An- und Herausforderungen des DaSeins so umgehen, das stets bessere Lebensumstände entstehen. Ihren Pessimismus teile ich nicht.
A: Wir brauchen also kein Gegenüber?
B: Ich denke, das ist schon noch die UmWelt, die Natur, aber eben auf andere Weise, wie bisher.
A: Sie denken, sie wird das sprechen lernen?
B: Ich vermute, sie wird in Uns und durch Uns sprechen. Wir wissen und fühlen inzwischen so viel, das Wir die indirekten und breiten Signale, das Verschwommene, wie Sie meinten, bald ohne Medium verstehen.
A: Es bleibt das Selbst, das nicht fähig ist, das Selbst unabhängig zu beurteilen.
B: Aber wozu das Ganze? 
A: Wir drohen zu zerreissen, Wir sind inzwischen so dermassen verschieden, das ich befürchte, das Wir bald als Art zerfallen, dass der Mensch als Einheit verschwindet.
B: Ernsthaft?
A: Ja.
B: Das ist gefährlich, dieses Gefühl.
A: Weshalb?
B: Es ist die Vorstufe zum Rassismus, zur "Unter"teilung einer Art in eine, in Anführungsstrichen, Höhere und eine Niedere und das ist Verständnislos, das ist sogar gefährlich. Und jetzt fragen Sie nicht warum. Sie sind Deutscher, darum!
A: War schon klar.
B: Wenigstens das.
A: Kommen Sie wieder runter, das behagt mir mehr. Ich habe ein Gefühl geäussert, eine Spannung, die ich beim wahrnehmen der Mit-Menschen und der Umwelt spüre, und ich habe Angst dabei, aber ich bin weder Nationalist, noch gar Rassist. Ich suche nach einer Handlungsfolge, die ein Auseinanderbrechen verhindert, statt es abschätzig oder gleichgültig geschehen zu lassen oder sogar gutzuheissen, wie ein Rassist.
B: Ich sprach von einer Vorstufe. Mir ist schon bewusst, das Sie dieser Spagat innerhalb der Menschheit beunruhigt, aber Wir werden nicht zerfallen, auch wenn es grosse Unterschiede und Differenzen in Uns gibt.
A: Sie sind da sicher?
B: Ja. Ich vermute, Sie sind im Moment dabei, einen Abstand zwischen sich und der Mit-Welt zu erarbeiten. Sie bemerken diese Distanz auch gerade. Und jetzt verallgemeinern Sie diese, dehnen sie auf die Gesamtheit aus oder legen sie da hinein, veräussern sie quasi. Aber Ihre Angst, ist nicht eine der Menschheit, sondern eine der Persönlichkeit.
A: Hmm?
B: Wissen Sie, was ich meine?
A: Ja, ich habe Sie schon verstanden. Ich nehme mich, für das Ganze und spüre eine innere Distanz, die ich somit auch in das Ganze hineinlege.
B: Sie entwickeln eine Eigenheit, Sie entwickeln ein unabhängiges Selbst, das Sie früher nicht waren, früher waren Sie wohl fast gänzlich Fremdbestimmt. Jetzt sind Sie langsam ein wirkliches, ein eigenständiges Selbst. Aber noch macht Ihnen diese Trennung wohl Angst, schliesslich lebten Sie die Fremdbestimmung bis jetzt und empfanden sie als normal. Eine Neuorientierung macht wahrscheinlich immer erst mal unsicher und ängstlich, aber seien sie gewiss, diese Form der Weiterentwicklung ist gut für Sie, und ich stehe Ihnen da stets bei. Als wohlmeinendes Gegenüber.
Dazu brauchen Wir keinen Gott.
A: Vielleicht Maschinen?
B: Hoffentlich nicht.

Donnerstag, 29. März 2012

Glaubens-Dialog

Gestern hat ein Kommentator, ich glaube es war in der FAZ, die Religion(en) schon mal vorab ins Museum gehievt, oder hat den Glauben gar schon im Museum gesehen, ich weiss nicht mehr so genau.
Oliver-August Lützenich weiss, das ist Unsinn, eine ziemlich bornierte Ansicht.
Die Religionen sind Alltag, auch wenn Manche sie gerne auch mal zum Teufel wünschen.

A pro pos "Teufel", da war doch was in meinem "Museum", in meinem Archiv, zum Thema (christlicher) Glaube und der Satan, ein SelbstDialog:

Und DaZwischen ein paar wunderbare Gemälde zum Thema.
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Yves Klein, "Christus trägt das Kreuz"
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Z>Warum der Bezug auf die Bibel?

A<Sie ist für mich am prägendsten, die anderen prägenden und zivilisierenden Werke der Menschheit kenne ich zu wenig. Die Werke des Hinduismus, der Ägypter und der Perser, von Konfuzius, von Laotse, von Buddha, von Mohammed, von Homer und vieler Anderer. Sie alle sind geschaffen worden, um den Menschen zu erleuchten und zu befrieden. Allesamt aufklärerische Werke, aber die Bibel ist mir am nächsten, sie entfaltet nach wie vor in mir und um mich herum die stärkste Wirkung. In ihrer Folge auch der Koran und die Vielzahl an religiösen oder auch atheistischen Werke, die daraus entstanden sind.

Z>Ich ahne etwas. Die Bibel ist die Geschichte von Menschen, die beständig unterwegs sind, von Adam und Eva, dann Noah, über Abraham und Sara, die aus dem Zweistromland auszogen und Moses, der mit den Israeliten aus Ägypten auszog. Alles Menschen, die in der Fremde siedeln, vertreiben und selbst wieder vertrieben werden und weiterziehen bis ins gelobte Land, wo sie wieder vertrieben werden, zurückkehren und wieder vertrieben werden und so weiter und so weiter, bis Heute. Kein Wunder also, dass sie der personifizierten Furcht den Namen der Vertreibung, der Verfolgung und der Hetze gegeben haben (also: Satan).

A<Mit einem Gott, dessen Launen sie vollständig ausgeliefert waren, der sie wesentlich mehr straft und verletzt, sie vertreibt und dezimiert, als dass er sie in Sicherheit wiegt und beschützt. - Nebenbei: Wie sehr prägt diese Geschichte die heutigen Menschen, deren Religionen in der Bibel wurzeln? Aber zurück. - Kein Wunder also, dass der Satan auch nur 3 mal im Alten Testament erwähnt wird, in der Chronik, bei Hiob und im Buch Sacharja. Bei so einem Gott, braucht es keinen besonderen Bösen. Bei Hiob bringt der Satan, mit Erlaubnis Gottes, Hiob zur Verzweiflung und das, weil Gott Hiob testen möchte; der Satan ist also der Versucher Gottes, der die Standhaftigkeit Hiobs zu Gott prüft und dabei sogar soweit geht, alles zu vernichten, was Hiob lieb und wichtig ist. Bei Sacharja steht Satan rechts vom Hohepriester Jeschua vor dem Engel des Herrn, der wiederum den Herrn, also Gott, darum bittet, Satan in die Schranken zu weisen. Das wars auch schon.
Aber das bemerkenswerteste ist die quasi Gleichsetzung von Gott und Satan in den beiden fast gleichlautenden Erzählungen von der ersten Volkszählung im Israel Davids. In der Chronik, 21,1 und beim 2. Samuel, 24,1. In den Chroniken lautet die Aufforderung zur Volkszählung: "Der Satan trat gegen Israel auf und reizte David, Israel zu zählen. David befahl Joab und den Anführern des Volkes: Geht zählt Israel von Beerscheba bis Dan." Bei Samuel aber steht: "Der Zorn des Herrn entbrannte noch einmal gegen Israel, und er reizte David gegen das Volk auf und sagte: Geh, zähl Israel und Juda. Der König befahl daraufhin Joab ... Durchstreift alle Stämme Israels von Dan bis Beerscheba."

Z>Ich weiss noch eine Stelle. Im Buch der Weisheit, 2,23 steht: "Durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt." Wobei das unglaubwürdig ist, weil Gott den Tod in den Gesetzen reichlich als Strafe ausspricht, demnach der Tod in erster Linie Gott nützlich ist. Satan ist also der Zorn Gottes, der Name für eine Laune des Herrn, für die Boshaftigkeit oder auch nur für die Unsicherheit Gottes?
Denn wäre Gott nicht unsicher, wieso bräuchte ein "Allwissender" sonst die Versuchung des Hiob und vieler Anderer?  Und diese Unsicherheit hat Gott auch an seinen Sohn Jesus weitergegeben, denn der fragt unter anderem in Matthäus, 16,13 seine Jünger: "Für wen halten die Leute den Menschensohn?" und fragt sie auch direkt: "Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?" So reicht die Unsicherheit, die Ungewissheit von der Schöpfung, bis in die Geschöpften hinein.
Was Grundlegend ist, bestimmt auch das daraus gewachsene. Das ist das fraktale, das Du vorhin erwähntest?

A<Genau. Gott ist genauso starrköpfig und unsicher, wie das Mensch, den Er geschaffen hat; das sagt Er auch laut der Genesis, aber Gott ist auch noch viel mehr: Gott ist die Einheit von Gut und Böse, Gott ist die überhöhte Widersprüchlichkeit, ist so Gerecht, wie Ungerecht, so Schöpferisch, wie Zerstörerisch, so selbstbezogen und fremdenfeindlich, wie fremdenfreundlich, so versorgend, wie strafend.
Der Gott der Bibel ist die personifizierte Natur, so launisch und unvorhersehbar wie die Natur. Gott ist der Name für das überwältigende Gegenüber, der alles überragende Andere, das die Natur dem Menschen war. Ich betone: war!
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William Turner, "Die fünfte Plage der Ägypter"
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Gott hat das Leben, hat ES geschaffen und gestaltet ES, mit Uns mittendrin. So wie wir Menschen bis Heute dem ErLeben ausgeliefert sind, das Uns geschaffen hat und einhüllt, so waren die Menschen der Bibel dem Herrn und Gott ausgeliefert. Sind es in weiten Teilen bis Heute.

Z>Diese Widersprüchlichkeit war den Schreibern der Bibel anscheinend bewusst, sonst hätten Sie die Widersprüche in den Geschichten der Bibel wohl ausgemerzt. Die Schilderung der Volkszählung hätte dann denselben Verursacher und würde auch nur einmal vorkommen.

A<Das vermute ich.

Z>Die Widersprüchlichkeit beginnt ja, wie Du bereits angedeutet hast, schon in der Genesis. Gott setzte die Menschen in das Paradies und verbot ihnen unter Androhung des Todes, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (Bewusst-Sein?) zu essen.
Ein paar Sätze weiter sagt die Schlange: "Nein, das stimmt nicht. Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse". Und Sie sahen, dass der Baum eine Augenweide(!) war und assen von seinen Früchten. Da gingen Beiden die Augen auf, und sie erkannten, dass Sie nackt waren. Adam schob die Schuld auf Eva - was übrigens "Leben" heisst, so wie Adam "Mensch" heisst, der männliche Mensch schob also die Schuld für die Erkenntnis von Gut und Böse auf die Frau, insgeheim auf das Leben -, also auf Gott den Schöpfer des Lebens.
Worauf Sie von Gott aus dem Garten Eden vertrieben wurden, um daraufhin mit harter Arbeit, auf dem "verfluchten" Ackerboden und mit den Schmerzen der Geburt, das Leben zu fristen. Gott der Herr sprach: "Seht, der Mensch ist geworden wie wir"(!).
Mensch beachte, Gott spricht von sich zum ersten mal in der Mehrzahl, und da Wir so sind, wie Gott, sind auch Wir alle Vielheiten, ist doch so, oder?
Aber weiter: "...der Mensch ist geworden, wie wir; er erkennt Gut und Böse." Dass das Mensch nicht auch noch vom Baum des Lebens isst und ewig lebt, wird Es aus dem Paradies vertrieben. Seltsam nur, dass das Wort "ewig" aus dem indoeuropäischen Ur-Wort 'aiu' gewachsen ist, und das bedeutet "Lebensdauer oder Lebenskraft", im griechischen Wort 'aion' fällt die "Lebenszeit" zusammen mit der "Ewigkeit". War dem "Herrn" das bewusst, dass die Ewigkeit, die Spanne eines Lebens ist und nicht die "Un"-Endlichkeit?
Die das Leben übrigens gar nicht zu bieten hat, das Leben ist die vollkommene Endlichkeit, nicht mehr und nicht weniger, als das.

A<ErLeben ist Endlichkeit. Deshalb ist es Lebendigkeit. Die Unendlichkeit gibt kein ErLeben her. Das SEIN ist erleblos.

Z>Das finde ich auch. In der Unendlichkeit gibt es nichts mehr zu tun. Dann ist doch alles vergeblich, denn alles bleibt in der Unendlichkeit, wie es ist. Nichts vergeht, nichts verfällt, nichts ist Endlich und vergänglich; alles bleibt ohne Ende bestehen. Stell Dir diese unendliche Langeweile vor!? Da bin ich lieber Ewig.

A<Viel lieber. Lieber eine Ewigkeit erleben, als unendlich. Das hat Gott gut eingerichtet.

Z>Aber das interessiert die meisten Menschen doch sowieso nicht mehr, schau Dir doch die leeren Kirchen an und die Austrittszahlen aus den verschiedenen Konfessionen? Selbst dem Islam laufen die Gläubigen davon.

A<Trotzdem, es bleibt die nach wie vor andauernde Prägung des Menschen, durch die lange Zeit, in denen die Religionen die gesellschaftliche Klammer und fast die einzige Sprecherin und Lehrerin war. Im strengen Islam ist das, wie in vielen Regionen, bis Heute noch so; die einzigen Schulen sind Koranschulen, im orthodoxen Judentum wird nur die Thora gelesen und in Europa waren es Jahrhunderte lang nur die Klöster, an denen gelehrt wurde, und die Mönche waren die Lehrer der Herrscher und Könige.
Aufgepasst! Noch im 15. Jahrhundert hat die Kirche in Paris fast ein Jahr lang gestreikt, um Studenten aus den Gefängnissen der Stadt zu befreien. Geschlossene Kirchen, keine Gottesdienste, alles um die Lehre zu sichern und die Lernenden vor der Gewalt der "unge-/unbe-lehrten" Masse zu schützen. Auch das war der Glauben.
Und bedenke, auch die Philosophie und daraus die Wissenschaften, sind Wirkungen des Glaubens. Kinder des Glaubens, um es pathetisch zu formulieren. Dazu ein Beispiel aus dem alten Testament, aus dem Buch der Weisheit, Vers 19,18: "Die Elemente verändern sich untereinander, wie auf einer Harfe die Töne den Rhythmus ändern und doch den gleichen Klang behalten. Dies lässt sich aus der Betrachtung der Geschehnisse deutlich erkennen. Landtiere verwandeln sich in Wassertiere und schwimmende Tiere stiegen ans Land. Das Feuer steigerte im Wasser die ihm eigene Kraft und das Wasser vergass seine löschende Wirkung."

Z>Wow! Dass die Elemente auch in Verbindungen erhalten bleiben, dass die Säugetiere ursprünglich Fische waren und die Wale landbewohnende Säugetiere, bevor sie zurück ins Wasser gingen. Das wussten diese Menschen schon vor über zweitausend Jahren? 
Erstaunlich!

A<Und auch Psychologie. Weisheit, Vers 17,11: "Furcht ist ja nichts anderes, als der Verzicht auf die von der Vernunft angebotene Hilfe. Je weniger man solche Hilfe erwartet, umso schlimmer erscheint es, die Ursache der Qual nicht zu kennen."

Z>Wie bitte? Den zweiten Satz verstehe ich nicht ganz.

A<Die Ursache der Qual nicht zu kennen, erscheint umso schlimmer, je weniger das Mensch von der Hilfe durch die Vernunft weiss. Weiss ich, dass es Hilfe, also Heilung, für meine Qualen gibt, ist das schon etwas Linderung.

Z>Dann brauche ich "nur" noch für die Einnahme oder für die Einholung der Hilfe zu sorgen und bin frei von der Qual. Jetzt habe ich verstanden. Stimmt. Den Grundstein, den Anfang der Aufklärung haben die alten Mythen und religiösen Werke gelegt. Es geht um die Sprache, es geht um die Benennung der Innen- und Umwelt, es geht um die Eindämmung von Gewalt und die Erkenntnis und die Regulierung widerstreitender Gefühle und Begehren innerhalb jedes Einzelnen, sowie von Gruppen und ganzen Gesellschaften. Es geht um die beruhigende Wirkung von Erklärungen und Erfahrungen mit der Natur, um einem Ausgleich im Miteinander und auch ein wenig um die Weiterentwicklung des Menschen. All das leisteten und leisten diese wichtigen Werke.
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Max Beckmann, "Christus und die Sünderin"
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A<Ein weiteres Beispiel aus dem Buch der Weisheit, Vers 13,10: "Unselig aber sind jene, die auf Totes ihre Hoffnung setzen und Werke von Menschenhand als Götter bezeichnen, Gold, Silber, kunstvolle Gebilde und Tiergestalten, oder einen nutzlosen Stein, ein Werk uralter Herkunft. Da sägt ein Holzschnitzer einen geeigneten Baum ab, entrindet ihn ringsum geschickt, bearbeitet ihn sorgfältig und macht daraus ein nützliches Gerät für den täglichen Gebrauch. ... Was dann noch übrig blieb, das nahm er, schnitzte daran so eifrig und fachgemäss, ... formte es zum Bild eines Menschen oder machte es einem armseligen Tier ähnlich ... machte ihm eine würdige Wohnstatt, stellte es an der Wand auf und befestigte es mit Eisen, wusste er doch, dass es sich nicht helfen kann, es ist ein Bild und braucht Hilfe. Aber wenn er um Besitz, Ehe und Kinder betet, dann scheut er sich nicht, das Leblose anzureden. Um Gesundheit ruft er das kraftlose an, Leben begehrt er vom Toten. Hilfe erfleht er vom ganz Hilflosen und gute Reise von dem, was nicht einmal den Fuss bewegen kann. Für seine Arbeit, für Gewinn und Erfolg seines Handwerks bittet er um Kraft von einem, dessen Hände völlig kraftlos sind."

Z>Denkst Du da an die Kreuze und Heiligenfiguren der Kirche?

A<Ja. Was für ein Werk ist diese Bibel, diese heilige Schrift! Voller Wahrheit und Warnung, aber kaum ein-Es hält sich daran. Aber das erstaunliche ist, dass all das nicht aus der Bibel ausgemerzt wurde. Die Bibel ist ein Werk der Offenheit und Vielfalt, Was (Sie + Er + als was auch immer ein-Es daSein möchte = Was) sie mit offenen Augen und Ohren liest, verurteilt jede Form des Totalitarismus, der Diktatur und des Vorurteils, aber Was tut das schon.

Z>Du willst aber bitte nicht verdrängen, das mindestens 10 mal in der Bibel zum Schlagen der Kinder aufgerufen wird; beispielhaft hier nur aus dem Buch der Sprichwörter, Vers 3,12: "Wen der Herr liebt, den züchtigt er, wie der Vater seinen Sohn, den er gern hat.

A<Es ist ein Werk des Menschen, mit allen Ecken und Kanten. Ich halte es für weitestgehend überholt und unzeitgemäss, aber ich schätze und achte es hoch, weil es für die freiheitlichen und unkonventionellen Gesellschaften mitverantwortlich ist, gerade wegen seiner Widersprüchlichkeit und der Extreme. So gross Gott auch war, das Mensch durfte ihm widersprechen, so wie Abraham vor Sodom und Gomorrha in der Genesis, Vers 18,23: "Abraham trat näher zu Gott und sagte: Willst Du auch den Gerechten mit dem Ruchlosen weggraffen? Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt: Willst Du auch sie weggraffen und nicht dem Ort vergeben, wegen der fünfzig Gerechten dort? ... Sollte der Richter über die ganze Erde sich nicht an das Recht halten?".
Soll ich die Bibel also verdammen oder ignorieren, wegen dem Unsinn und dem Abscheulichen, das wir Menschen teilweise in sie hineingeschrieben haben, ohne es besser zu wissen?

Z>Gewiss nicht.

A<Dann lass uns darin lieber die  Schätze heraussuchen und bewahren, die noch immer der Erfüllung harren, denn es enthält Perlen der Weisheit und Erkenntnis, wie folgende aus dem Buch der Weisheit, Vers 13,1: "Töricht waren von Natur alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Sie hatten die Welt in ihrer Vollkommenheit vor Augen, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können. Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht, sondern hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft oder die Himmelsleuchten (die Götter und Götzen) für weltbeherrschende Götter ... denn von der Grösse und Schönheit der Geschöpfe lässt sich auf ihren Schöpfer schliessen. Wenn sie durch ihren Verstand schon fähig wären, die Welt zu erforschen, warum fanden sie dann nicht eher den Herrn der Welt?"

Z>Ja, noch immer regiert der Mammon (die Zwänge eines anfänglichen Mangels) die Welt und wir leisten Ihm eifrig Götzendienst. Und Milliarden Hungern und darben in Ausbeutung und Ignoranz.

A<So ist es im Inneren und im Äusseren. 

Z>Aber nun ist Gott die Vergangenheit, beziehungsweise die Einheit mit Gott ist es?

A<Ja. Gott ist der Ursprung, ist der Schöpfer, ist der Herrscher der Vergangenheit und auch noch im Hier und Heute. Aber Gott ist dabei Uns, damit meine ich alle ErLebewesen, also inklusive des Menschen, ins Licht [als Bild für die Erhellung der Angst und der Mangelbewirtschaftung (Macht/Triebe) durch Forschung und die Werkzeuge der Folgerichtigkeit (Logik)] zu gebähren.
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William Turner, "Licht und Farbe", nach der Sintflut.
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Z>Die Schöpfung wird also ins Licht hinein entlassen, aus der anfänglichen Dunkelheit, das ist deine Schlussfolgerung und Idee? Deshalb Luzifer (aus lat. "lux" = 'Licht' und dem lat. Verb "ferre" = 'bringen') der Lichtbringer? Schon die ersten Christen haben so etwas vermutet, denn, wie heisst es im ersten Johannesbrief, 3,2: "Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir Ihm (Gott) ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden Ihn sehen, wie er ist." Da ist zwar von Luzifer nicht die Rede, jedoch von einer grundlegenden Veränderung.

A<Genau. Aus der behüteten Götterwelt in die Selbstständigkeit. Aus der engen, - denk dabei an die Angst -, kleinen Familien- und Gruppenwelt, in der stets auch Ein-, Unter- und Überordnung gefordert war, in der Auslieferung und Abhängigkeiten, also Zwang herrschte, hinaus und hinein in das gigantische und das riesige RaumZeit-Volumen, ab ins "Licht".
Noch hält das Mensch die Hand vor die Augen, wie es eben stark Geblendete machen. Und "Luzifer" zieht daran, sanft zwar, aber unnachgiebig. "Luzifer" ist noch eine Person der Furcht. Mit Hilfe 'Gottes' werden die Menschen aber erkennen, das "Luzifer" ihnen den Weg ins "Licht", in das Selbst-entschiedene Freiheit, weist, ihnen beim Umgang mit der Helligkeit und Klarheit des Verstandes und den enormen Weiten des Bewusstseins hilft. Luzifer ist bald kein Begriff der Angst mehr. 

Z>Interessant, Sören Kierkegaard schrieb bereits 1844, in dem Essay, "Der Begriff Angst": "Die Angst ist der Schwindel der Freiheit". Die Angst beruht also auf der beunruhigenden Fremdheit der Welt, der Freiheit des Lebens. Das DaSein ist ErLebendigkeit, das SEIN ist leer davon.

A<Die Angst ist die Tür zur "Un"-Endlichkeit der Welt, wie einige Andere formulieren. Wobei das "Un"- vor der Endlichkeit stets nur die eingeschränkte Sicht, das beschränkte Wissen bedeutet. Die Lebendigkeit ist Endlich, wie schon gesagt, nur in einer Endlichkeit ist Lebendigkeit möglich, ist Veränderung möglich, und die ist die Grundlage von Lebendigkeit. Die Unendlichkeit kommt gänzlich ohne Veränderung aus, wozu auch? 

Z> Und wie Du es siehst, ist Luzifer eine Facette Gottes, ein Bereich Gottes, ein Bereich der Schöpfung des DaSein, in den wir nun wechseln. Luzifer ist also der oder das, das Uns in die Freiheit nach der "Geburt" einführt?

A<Ja, das Wesen oder das Wissen, das Uns in die Hände nimmt oder in Uns hineingelegt wird, hineingelegt von Gott, stellvertretend für die Schöpfung, und Uns in die Freiheit einführt.

Z>Dass Du ein so religiöser Mensch bist, wusste ich gar nicht?

A<Das ist doch keine Frage, schliesslich ist das ErLeben vor Allem/n eine Schöpfung des Glaubens, sehr viel weniger des Wissens, und die Religionen wiederum wurzeln tief im Glauben. Selbstverständlich bin ich ein religiöser, ein auch gläubiger Mensch, ein ErLebewesen, dessen DaSein und Entstehen im Glauben stattfand und -findet, und das diese Wurzeln auch für ein ErLeben im Wissen braucht und nie verlieren wird.
Das Wissen schafft nicht, das Wissen ist.
Der Glaube schafft viel und weiss wenig.
So sind bisher die Verhältnisse.
In Uns, in den ErLebewesen, hat der Glaube etwas geschaffen, das fähig ist, das Wissen d'EsLebens und den Glauben des DaSein im Bewusst-Sein zu vereinen.

Z>Gott ist also die Zeugung, der Schutz  und die Geborgenheit des Heranwachsens, und der Lichtbringer Luzifer ist der Lehrer des EsLebens. Erwartet oder auch befürchtet bereits seit tausenden von Jahren.

A<Damals noch befürchtet, denn damals brauchten wir die Dunkelheit, also die Unwissenheit, die Wärme und die Nähe Gottes noch, - denk dabei ruhig auch an die Trage-RaumZeit in der GebärMutter -. Alles andere hätte und hat uns überfordert.

Z>Du meinst, damals wäre es eine Frühgeburt gewesen und Heute ist die Tragezeit um? 

A<So in Etwa. Es hat damit zu tun, dass mehr und mehr Menschen die Sprache an und ernst nehmen, dass sie als kreatives Werkzeug und Mittel der Sicherheit, also als schöpferisch und befriedend anerkannt und angenommen wird.
Schluss des Dialogs

Gibt es eigentlich eine/n Göttin / Gott des Zweifels? Ich kenne nur die Göttin der Zwietracht, aus der griechischen Mythologie: Eris, aber Zwietracht hat nur wenig mit dem Zweifel zu tun, wenn die Zwietracht entfernt, um zu streiten, ist der Zweifel der Abstand, um möglichst viel in eine Bewertung einzubeziehen.
Also, zweifeln Sie.

NachSätze vom 10. Mai 2014:
Schon verrückt, wie viele Menschen eine durchaus spannende und auch lehrreiche, sogar stimmige Erzählungen, wie Bibel oder Koran, für die Wahrheit halten, als Handlungsanweisung nehmen, fast voll und ganz, ohne darin die Fehler, die Widersprüche und Unmöglichkeiten zu erkennen und genauso, ohne die Weisheit und den guten Rat, die ebenfalls enthalten sind, ernst und anzunehmen. Davon erwähne *ich oben ja ein paar wenige.

Das bedeutet doch wohl, dass das Mensch fast vollkommen ohne Wissen, ohne überprüfte Erkenntnis, ohne Logik und Selbst-Verantwortung auskommt.
Das Mensch kann das Vernunft füllen mit ... (siehe oben, in Wikipedia u.s.w.), braucht das aber nicht, es reicht der Masse das blosse Folgen irgendwelcher Traditionen und biologischer Vorgaben, bis Heute.

Fast erschreckend, wie gross die SpannWeite von fast völliger UnWissenheit, bis zu grosser Klugheit und Selbst-Verantwortung innerhalb des Menschheit ist. Riesig. Wobei die Masse des Menschen eher der Unwissenheit und mehr oder weniger blinden Folgsamkeit hingegeben ist. Schade, weil doch jedes Mensch die Fähigkeit zur Klugheit, ja sogar zur Weisheit innewohnt, aber nur eine Winzigkeit kann diese Fähigkeit auch zur Fertigkeit entwickeln?

Schade, für uns Alle.