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Mittwoch, 28. November 2012

Glückliche Konservative

Also, ich war quasi verpflichtet auch diesen Artikel hier einzustellen.
Um das Bild des Konservativen langsam zu vervollständigen: Konservative sind also laut langjähriger Reihen-Untersuchungen weniger intelligent (den Artikel der das behauptete, habe *ich inzwischen rausgenommen, war *mir nicht geheuer), dafür aber besser eingebunden in die Gemeinschaften, in denen Sie MitGlied sind und dadurch auch glücklicher.
Das ist das Ergebnis der Studien.

Eher oder mehr rückwärtsgewandte Menschen sind also besser vernetzt, besser eingebunden und dadurch weniger aufge[schr-/w-]eckt.
Brauchen Sie wahrscheinlich nicht. Ist nicht gefordert. Wir Lebewesen reagieren ja immer noch auf die Forderungen der Umwelt, wenn es um das Bewusst-Sein geht und formen die Umwelt, wenn es um die alltäglichen Bedürfnisse und Triebe geht. So, wie ich das bis Heute verstanden habe, ist das Bewusst-Sein gefüllt mit den Aussen-Eindrücken, die Wir brauchen, um zu überleben, das meint wohl, je weniger Eines Sorge um die täglichen Bedürfnisse hat, umso weniger ist die Vernunft und damit der intelligente Teil des Bewusst-Seins gefordert. Und Menschen, die stark und sicher in eine Gemeinschaft eingewebt sind, sind besser versorgt und sorgen sich stärker und kümmern sich intensiver um den Erhalt und den Verbleib dieser Gemeinschaft und weniger um das Drummherumm.

Und das ist doch Konservativ, oder?
Menschen, denen die Gemeinschaft weniger gibt, die vielleicht enttäuscht wurden, die etwas oder sogar stark isoliert sind, sind mehr gefordert die Verstandesfähigkeiten auszubauen, um die Bedürfnisse und Triebe zu befriedigen, daher sind sie im Durchschnitt etwas intelligenter.
Tja, der Durchschnitt? Manche Konservative sind also mindestens so klug, wie manche Progressive, aber laut der Ergebnisse ist der Klügste ein Progressiver, der dafür aber mit weniger Geborgenheit zurecht kommen muss.
Wo bin ich?
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Darf *ich das schön finden?
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Aber jetzt erst mal der Artikel:
Aus der Süddeutschen Zeitung, vom 13.03.2012, von Sebastian Herrmann.
Titel: Warum Konservative glücklicher sind

Konservative Menschen sind meist glücklicher als Progressive - das zeigen entsprechende Erhebungen regelmäßig. Warum aber steht man rechts eher auf der Sonnenseite des Lebens als links? Wissenschaftler aus Australien und Großbritannien bieten dafür nun eine Erklärung an.
Konservative Menschen stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Das lässt sich aus zahlreichen Studien schließen, in denen Wissenschaftler nach einem Zusammenhang zwischen der politischen Einstellung und der Lebenszufriedenheit fahnden. In solchen Erhebungen zeigt sich regelmäßig, dass konservative Bürger glücklicher durch den Alltag gehen als Menschen mit progressiver politischer Einstellung. So veröffentlichte das amerikanische Pew Research Center im Jahr 2006 Zahlen, wonach sich 47 Prozent der konservativen Anhänger der Republikaner als "sehr glücklich" bezeichneten.
Unter den links-liberalen Anhängern der Demokraten empfanden nur 28 Prozent der Befragten das gleiche Glück. Nicht in allen Befragungen ergibt sich ein ebenso deutliches Bild, aber selbst ein geringer Unterschied weckt das Interesse von Wissenschaftlern.
Psychologen um Jolanda Jetten von der australischen Universität Queensland und Alexander Haslam von der britischen Universität Exeter liefern nun eine Erklärung für das Ungleichgewicht der emotionalen Befindlichkeiten links und rechts der politischen Mitte (Social Psychological and Personality Science).
Laut ihren Daten haben Konservative im Schnitt einen höheren sozio-ökonomischen Status und dadurch einen leichteren Zugang zu sozialen Gruppen wie Klubs, Vereinen oder anderen Vereinigungen. Das wiederum - so die etwas komplizierte Indizienkette - sorge für die höhere Zufriedenheit.
Für ihre Studie befragten die Psychologen 816 britische Studenten, die ausführlich Auskunft zu Lebensumständen und Zufriedenheit gaben. "Dabei haben wir festgestellt, dass konservative politische Ansichten mit einer leicht erhöhten Lebenszufriedenheit zusammenhängen", sagt Jetten. Je konservativer ein Proband sich selbst einschätzte, desto glücklicher war er im Schnitt. Als wichtigsten Faktor identifizierten die Psychologen dabei jedoch die Mitgliedschaft in sozialen Gruppen, deren Zahl mit dem sozio-ökonomischen Status stieg.
Der Zusammenhang von Gruppenzugehörigkeit und Zufriedenheit ist in der Forschung gut belegt. Zahlreiche psychologische Studien haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sich die Mitgliedschaft in sozialen Vereinigungen positiv auf den einzelnen Menschen auswirkt: Wer Zugang zu Klubs, Vereinen oder anderen Gesellschaften hat, in denen er ein Netz von Freundschaften und Kontakten knüpfen kann, ist demnach glücklicher und verkraftet auch heftige persönliche Rückschläge besser.
2009 zeigten Jetten und Haslam in einer Studie, an der ebenfalls britische Studenten teilgenommen hatten, dass die Zahl der Mitgliedschaften in Gruppen in besser gestellten sozialen Klassen im Schnitt höher liegt - was sich nun in der neuen Untersuchung bestätigte. Die Indizienkette der Psychologen hat also scheinbar ein stabiles akademisches Fundament.
Mit ihrer aktuellen Untersuchung widersprechen Jetten und Haslam ausdrücklich einem Erklärungsansatz, mit dem Psychologen vor knapp vier Jahren den Zusammenhang von Konservativismus und Zufriedenheit begründeten. Jaime Napier und John Jost von der New York University argumentierten im Fachblatt Psychological Science in eine gänzlich andere Richtung (Bd. 19, S. 565, 2008).
Es sei Bestandteil konservativer Ideologien, die jeweils bestehenden Verhältnisse zu legitimieren. Diese politische Einstellung habe daher eine "palliative Funktion", wie die Psychologen sperrig formulieren, also eine rechtfertigende Komponente. Diese bewahre den Gefühlshaushalt konservativer Menschen davor, die Widrigkeiten eines Lebens in einer Welt voller Ungleichheit an sich heranzulassen, indem sie den eigenen Status legitimiert.
Salopp ausgedrückt argumentieren die Psychologen: Konservative sind glücklich, weil das Schlechte ausgeblendet wird und alles bleiben darf, wie es ist; Progressive leiden hingegen am Status quo, da sie sich angesichts der allgegenwärtigen Ungerechtigkeiten machtlos fühlen.
Jetten kritisiert, dass die Forscher der New York University keine sozio-demographischen Faktoren berücksichtigt haben. Zudem brauchten Konservative die postulierte Selbstrechtfertigung ihres Status gar nicht: "Die Feststellung, dass die Welt ungleich und ungerecht ist, entspricht einer konservativen Vorstellung von dem, was gerecht und fair ist", sagen sie. Einen emotionalen Puffer benötigten höchstens Progressive.
Vielleicht taugt der folgende Befund als Trostpflaster für unglückliche Menschen, deren politische Haltung links der Mitte liegt: Laut Studien haben sie im Schnitt einen minimal höheren Intelligenzquotienten als Konservative.
Ende Artikel

Über Nacht ist mir aufgegangen, dass der Artikel der Süddeutschen Zeitung, die ich mit meinem Umrundungs-Kommentar versehen, hier in diesem Blog eingestellt habe, einen wichtigen Zusatz brauchen, eine Klarstellung:
Konservativ ist NICHT nur oder automatisch Rechts!

Mit Konservativ ist hier keine nur national-politische Einstellung gemeint. Hilfe, Nein. Aber wie das mit den Worten so ist, Jedes füllt da hinein, oder lässt draussen, was Es will oder (nicht) kennt, aber das ist ein anderes Thema, welches *ich hier im Verantworten-Blog bereits in vielen Beiträgen behandelte.

Konservativ ist eine Einstellung, die in jeder politischen Partei genauso vorhanden ist, wie sie in Jedem Menschen verinnerlicht ist.
Ich möchte das Bewahren, was Oliver-August Lützenich ist, das Selbst erhalten, gesund und munter, gut versorgt, mit allem notwendigen und mit mehr, damit das Selbst Befriedigung der Bedürfnisse, Freude und Geborgenheit empfindet. Das Konservative, ist die einhegende Sorge, um das Selbst genauso, wie für die Gruppe, für die Gemeinschaft und die Umwelt, in die dieses Selbst eingebettet ist, hineingezeugt und geboren wurde.
Konservativ ist eine Haltung, die in Jedes steckt, die Jedes ist, daher der Titel.
Mal mehr mal weniger.
Parteivorsitzende, Staatsverantwortliche, Famillienvorstände, Vereinsvorsitzende, Sie wissen, worauf ich hinaus möchte, sind es mehr, sie sind es qua Amt und Verpflichtung, sie müssen den "Laden" zusammenhalten. Dazu sind sie auserwählt.
Progression ist dabei nur in kleinsten Schritten möglich.

Kleine Wortkunde:
lat. 'pro' = "vor, vorwärts, hervor", aber auch "für, für Eines einsetzen", wie in: "protegieren", oder in Verbindungen wie "ProEuropäer, pro Kopf", auch als 'anstelle von' in "ProNomen", und 'im Verhältnis zu', wie in "ProPortion".
lat. 'gradi' = "schreiten", aus lat. 'gradus' = "Schritt". Daraus entstanden Bildungen wie: 'ad-gradi' = "hinzu schreiten, darauf zu schreiten", was zur "Aggression" wurde, oder auch 'kon-gradi' = 'mit[einander] schreiten', was zum Kongress wurde.
lat. 'pro-gressus' = "das Voranschreiten".
Progression bedeutet Uns Heute: "Weiterentwicklung, Erweiterung, aber auch die Erhöhung des Steuersatzes" Hmm!

Mit Worten ist es also, wie mit ALLEM und Jedes, dort wo "Gut" draufsteht, steckt stets auch das "Schlechte" mit drinn. Eine stets banale, aber auch stimmige Weisheit. Eine Erkenntnis, die auch erst mal überrascht, weil Wir irgendwie nach "Reinheit" streben, nach Eindeutigkeit, diese aber, zumindest in diesem DaSein, nirgends finden. Dieses DaSein und damit auch Wir, sind nunmal sowohl aus LEID, wie aus FREUDE aufgebaut, alles also eine Frage der Verteilung, aber genug der Einfachheiten, hier gilt das Komplizierte.
Progressivität ist ebenso eine Haltung, die in Jedes steckt.
Die allerdings auch im Progressivsten Wesen wesentlich geringer ausgeprägt ist, als das Konservative, ausser dieses Wesen ist darauf aus zu platzen, oder weniger aggressiv (!) formuliert, Es will das Wesen, welches Es ist, auflösen. Was mit dem DaSein und Allem darin ebenfalls passieren wird, Irgendwann, da glücklicherweise das Konservative Element, die bewahren wollende Tendenz im Ganzen noch überwiegt. Aber auch, wenn in Jedes Selbst (wenn Sie an einer genauen Ausarbeitung der Begriffe "dasSelbe", im Vergleich mit "dasGleiche" interessiert sind, klicken Sie -> hier.) das Bewahrende selbstverständlich überwiegt und der Veränderungswille/-wunsch nie daran reicht, so ist doch vom DaSein dafür gesorgt, dass die Entwicklung immer weiter geht. Ich weiss: Banal.

Bin ich ein Konservativer? Ja, klar, wie irgendwie Alle hier.
Bin ich ein Progressiver? Ja, klar, wie ebenfalls irgendwie Alle hier.
Allerdings bin ich progressiver, als Alle, die ich so kenne. Keines hat solche weitgehenden Ideen und Veränderungswünsche, wie ich sie formuliere und erdenke.

Bewahren ja, Behinderung nein.
Was also bewahren? Und was voran(schreiten)bringen?
Dazu bald mehr in diesem und dem anderen Blog.
Zur politischen "Kultur" können Sie auch den Beitrag "Abgesang der Politik" hier im Verantwortung-Blog lesen.

Sonntag, 4. November 2012

Die Entwicklung der Verschiedenheit

Aus der Abteilung Selbst-Erkenntnis.
Wie stets, bette ich dabei das Mensch ganz und gar in das DaSein und die darin gegebenen Gesetze (Gesetzmässigkeiten), Wechselwirkungen und Verhältnisse ein. Aber auch ich stelle natürlich die Frage: Was unterscheidet Uns von den anderen Lebens-Formen? Was hebt Uns vielleicht aus dem DaSein heraus, und wenn es nur Mikro-Meter und/oder nur Milli-Sekunden sind?

Aus einer Sonderseite der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Seite 32, vom 11.03.12, von Hendrick Ankenbrand und Patrick Bernau.
Titel: «Das Handy lotst uns durchs Leben»
Untertitel: «Es zeigt uns nette Menschen»

Kurzer Auszug: "Allein unterwegs ...? Mit etwas Pech hat man einen Sitznachbarn, der einem die ganze Zeit von der Beerdigung seiner Schwiegermutter erzählt. Dabei nutzen manche Leute die Zeit unterwegs doch sonst gerne, um neue Leute kennenzulernen.
Bisher gibt es Fluggesellschaften die beim Check-in auf Wunsch prüfen, ob ein facebook-Freund auch an Bord ist.
Die Fluggesellschaft KLM vergleicht künftig zudem das Profil aus facebook und Twitter mit denen anderer Reisender und vermittelt einen Sitznachbarn, der ähnliche Interessen hat. Solche Dienste werden sich in Zukunft noch weiter ausbreiten. Dann hat man auf jeden Fall ein gemeinsames Gesprächsthema - aber die Chance, ganz neue Leute kennenzulernen und Überraschendes über (in) der Welt zu erfahren, wird auf einmal deutlich kleiner."

Ja, die Tendenz zur AnGleichung ist stark; sehr stark!
  ➥ Die Neigung zur Filter-Blase ist über-ragend!
        ➥ Kann es sein, dass Wir Vielfalt "natürlich" schlecht ertragen?
              ➥ Der Untertitel ist bezeichnend: Ähnliches, ist "nett". Zumindest.

Dazu eine kleine Anbindung an die physikalische Wirklichkeit.
Auf der u.a. den Menschen aufbauenden Ebene des DaSein, auf der Ebene der Atome, sind die Materiepartikel, wie Protonen, Neutronen und Elektronen ununterscheidbar. Ein Wasserstoff-Atom gleicht dem anderen Wasserstoff-Atom völlig, so völlig, wie nichts auf Unserer Ebene der materiellen Dinge dem anderen Ding gleicht, auf der atomaren Ebene können Sie ein Wasserstoff-Atom aus einem Molekül entfernen und ein anderes dafür an die selbe Stelle einsetzen, das Molekül bleibt dasSelbe, ohne jegliche fühl-, wie spürbare Veränderung. Die vollkommene Symmetrie.

Auf Unserer Ebene wird Ihnen das in keinem Fall gelingen. Kein Klon ist dasSelbe wie das Geklonte, kein noch so genau produziertes Industrie- oder Handwerks-Produkt ist ununterscheidbar vom Vorherigen oder Nachfolgenden. Je komplexer die Zusammensetzung, also je grösser die Einheiten, umso unterscheidbarer sind sie, selbst bei der genauesten Kopie; deshalb wird auch das "beamen" nie dasSelbe Ergebnis erzeugen und somit nie angenommen, ausser das zu "Beamende" verzichtet auf die Genauigkeit.

Auf der Ebene der Grundierung der Materie sind Alle Bestandteile jeweils mit denSelben Eigenschaften und "Persönlichkeiten" unterwegs. Individualität ist kein Kennzeichen von Partikeln, aus denen das DaSein, -> die Lebendigkeit, aufgebaut ist. Lebendigkeit besteht demgemäss aus der Anhäufung von Ununterscheidbarkeit. Auf der Ebene der Partikel gibt es auch keine Farben (auch wenn die Physiker die noch grundsätzlicheren Partikel, die Quarks, mit FarbNamen unterscheiden), keine Geräusche, keinen Geschmack, keinen Geruch, wenigstens nicht wie Wir auf Unserer Ebene es kennen.

Aber wie ist es für die Partikel?
Erkennen die Partikel einander als verschieden an, gibt es auf dieser Ebene, ausser der Position in der RaumZeit, ein oder mehrere Kriterien für Individualität? Überhaupt ist, von Uns aus gespürt, die Position in der RaumZeit das wirklich einzige Kriterium, zwei Partikel der Nano- oder gar Femto-Ebene voneinander zu unterscheiden.

Wie ist das mit Uns Menschen? Sind Persönlichkeit, Farben, Geschmack, Geruch und Form wirklich so einzigartig, wie Wir das auf unserer Ebene empfinden?
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Galaxien-Cluster "Abel 2744"
Also fast Alles, was Sie auf diesem
Bild wahrnehmen, sind Galaxien. Eine
Zusammenballung riesiger Ansammlungen
von Materie, Strahlung und aller Energieformen.
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Wie beurteilt das wohl ein "Wesen" auf einer noch grösseren (höheren?, eher wohl komplexeren) Ebene, also wie beurteilt eine Galaxie, die aus vielen Milliarden Sternen, Planeten, GasWolken, aus dunkler Materie/Energie und so einigen/m Uns noch unbekannten Strukturen, Verbindungen (auch zu NachbarGalaxien) und Materialien aufgebaut ist; wie beurteilt eine Galaxie, die Lebensformen in und um die Planeten herum, die Es (die Galaxie) auch ausmachen, also auch Uns irdische Lebewesen?

Als Gleich, als Ununterscheidbar?
Und auch Galaxien gibt es Milliarden, also fast soviele wie Menschen, oder sogar noch mehr, Wir wissen es nicht genau. 

Montag, 18. Juni 2012

Geologische KurzReise: Welt-Bewegend

Kommen Sie doch mit mir mit, auf eine kleine Reise durch die irdische RaumZeit, durch JahrMillionen, wie auf Flügeln, auf kleinen Buchstaben, mit grosszügigem Inhalt. Denn Oliver-August Lützenich begreiffe langsam, was unter meinen Füssen, hinter meiner winzigsten Lebendigkeit, und auch In meiner winzigsten Lebendigkeit, und um meine winzigste Lebendigkeit herum so passiert. Neben Vielem Anderen! Aber hier nur ein winziger Ausschnitt davon.

Kleine Begebenheiten aus der enormen Masse der Billionen mal Billionen Ereignisse herausgepult, wie die Rosinen aus einem Rosinenbrot, aber eben einem gigantischen Rosinenbrot.
Irdische Gegebenheiten und Bewegtheiten und Verwerfungen, bis in die menschliche Politik hinein; vielleicht? Aber das überlasse ich auch Ihrem Urteil?

Los gehts. Wobei die Reise nicht ganz chronologisch, also linear erfolgt, sondern mal hier einen Punkt erwähnt und mal dort einer Linie folgt, aber Sie, wie *ich, können trotzdem folgen, denn es geht ganz gemächlich, im Lesetempo.

Also:
Vor etwa 6 Millionen Jahren, so ziemlich am Ende des ErdRaumZeitAlters, welches die Geologen das Miozän nennen: http://de.wikipedia.org/wiki/Miozän, wurde Afrika soweit nach Norden geschoben, dass dabei die Verbindung von Mittelmeer und Atlantik verschlossen wurde.
Das Mittelmeer verdunstete in den darauffolgenden hunderttausenden Jahren langsam und weitgehend, Zeugnisse dieses Vorgangs, dieser Austrocknung eines Meeres, sind bis zu 1,5 km dicke Salzschichten, die Sie auch in einer Grotte bei Realmonte, in Sizilien, besichtigen können (http://ec.europa.eu/research/research-eu/oil/article_oil44_de.html), und die teils wunderschöne geometrische Formen aufweisen, die auch durch die Bewegungen der oberen Erdschichten geformt wurden.

Während dieser Zeit wanderten auch viele Tiere und Pflanzen aus dem Süden nach dem Norden, der Millionen Jahre später von Uns Menschen Europa benannt wurde. Wir waren damals noch eine kleine Gruppe von affenähnlichen Lebewesen in der Nähe des Äquators, eher im Osten der Landmasse, die Wir heute Afrika nennen.

Vor circa 5,3 Millionen Jahren, noch im Miozän (siehe oben), wurde durch gegenläufige Plattenbewegungen wieder ein Spalt zum Atlantik geöffnet und das Mittelmeer lief erneut mit Wasser voll und der Boden des Mittelmeeres und damit auch der Meeresspiegel sank im Vergleich zu den umgebenden Landmassen um bis zu 150 Meter ab, während der Boden an anderer Stelle um etwa die gleiche Höhe anstieg.
Und dieses Bewegungs-Spiel passiert selbstverständlich bis Heute, es ist ein grosses Verschieben in der Ebene und in der Höhe. Die Höhe des Ätna auf Sizilien zum Beispiel, schwankte allein in den letzten 200 Jahren um nicht weniger als 100 Meter.

Das Gebiet, welches Wir heute Türkei nennen, ist jener Bereich zwischen Europa und Afrika, mit den meisten kleinen und grösseren Bewegungen zwischen den beiden Erd-Platten, also an deren Plattenrändern.
Die Verwerfungslinie, die durch den gesamten Süden Europas läuft, ist hier am instabilsten, die Erdbeben am häufigsten. Griechenland und Italien sind ebenfalls auf dieser instabilen Verwerfungslinie, die auch weiter nach Norden reicht, wie die kürzlichen Erdbeben in der Emilia Romagna zeigen.

Im Moment ist die afrikanische Platte auf AnnäherungsKurs und die nordamerikanische Platte geht auf Abstand, der Ausbruch des Eyjafjallajokull 2010, in Island, war eine Folge davon. Beide Platten tun dies mit einer Geschwindigkeit von etwa 2 cm pro Jahr.
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Eyjafjallajokull
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Jetzt gehen bei Einigen von Ihnen vielleicht die "geistigen Lampen" an und Sie vergleichen diese Plattendrift mit den politischen und gesellschaftlichen Bewegungen der Menschen-Gesellschaften, die auf diesen -Landmassen in Bewegung- leben, und Sie bemerken, diese Bewegungen stimmen überein, während die nordamerikanischen Gesellschaften den Blick verstärkt nach Osten, nach Asien, richten, geht der Blick der afrikanischen Gesellschaften, nach Norden, besonders der im nördlichen Afrika. Andere von Ihnen sagen nun "Schmarrn!, das kann Mensch nicht miteinander vergleichen!".

Mag sein, Oliver-August Lützenich bekenne immer stärker ein Geschöpf der Erde zu sein, ohne das gesamte Darumherum zu vergessen, also zu vergessen, dass das Material aus dem Wir bestehen, die Erde und alle Lebewesen darauf in mehreren Stern-Generationen (und das sind mehrere Milliarden irdischer SonnenUmkreisungen) "ausgebrütet", also geschaffen wurde, dass also auch das Universum an unserer Schöpfung beteiligt ist, aber doch sind Wir zuallernächst Geschöpfe in diesem Planeten und von den Geschehnissen, den Bewegungen und Veränderungen dieses kleinen Planeten auch beeinflusst und davon ebenso bewegt, wie es der Sturz eines Freundes erregt.

Wie weit dieser Einfluss reicht, und ob wirklich gesellschaftliche Prozesse von tektonischen Bewegungen mit-beeinflusst werden, oder gesellschaftliche Bewegungen auf kontinentale Platten einwirken, ist noch ungemessen, aber immerhin möglich. Für mich jedenfalls besteht da eine Verbindung, besteht eine starke Verbindung in und mit der Erde und deshalb auch ein Einfluss.

Am Ende des Eozän: http://de.wikipedia.org/wiki/Eozän, vor etwa 30 Millionen Jahren wurde der Boden eines Urmeeres an der WestSeite der Landmasse, die Wir heute Europa und Asien nennen, um mehrere hundert Meter angehoben, Mittel- und WestEuropa wurden dabei trockengelegt. Die Spuren dieser langen Lage als Meeresboden, können Sie bis an die Spitzen der höchsten Berge der Alpen bewundern, in Form von versteinerten MeeresLebewesen im Fels, aber auch in vielen Tälern und Ebenen des Halbkontinents.
Z.B. auch in den Sedimentschichten in der Gegend von Solnhofen und Eichstätt, fahren Sie doch mal, bei Gelegenheit, ins dortige Jura-Museum in Eichstätt: http://www.eichstaett.info/sehenswertes/jura-museum_eichstaett-239/, dort finden Sie die beeindruckendsten Funde ausgestellt.

Korsika und Sardinien wanderten in diesen 30 Millionen Jahren seither, an die heutigen Positionen im Mittelmeer, aus der ursprünglichen Lage als SüdOst-Ecke der franz.-span. Halbinsel. Korsika war einst der Süden einer Landschaft, die Wir Heute Provence nennen.
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Auch Italien und Griechenland sind "kleine" Abspaltungen der afrikanischen Platte, die in über 20 Millionen Jahren, ab dem ErdRaumZeit-Alter der KreideZeit, also vor etwa 100 Millionen Jahren, auch der letzten Phase der Erd-Entwicklungs-RaumZeit des Mesozoikum: http://de.wikipedia.org/wiki/Mesozoikum, eine Reise als Insel machten und schlussendlich gegen die euro-asiatische Platte gedrückt wurden und zwar so massiv, dass dabei das AlpenMassiv aufgeschoben, aufgeworfen wurde. Die Alpen sind also ein Folge des Eintreffens, des Auftreffens, des Stiefels, den Wir heute Italien nennen, an Europa.

Wenn Sie zum Beispiel nach Zermatt, in der Schweiz fahren und auf das eindrucksvolle Massiv des Matterhorn blicken, sehen Sie Afrika, zumindest einen Teil der afrikanischen Platte, die beim Auftreffen auf Europa weit nach oben geschoben wurde, und wenn Sie auf die Spitze des Monte Rosa blicken, sehen Sie einen ganz alten und einst sehr weit unten liegenden Teil der euro-asiatischen Platte, der beim Auftreffen Afrikas weit nach oben geschoben wurde.

Mit Italien und Griechenland wurde auch Kroatien, ebenfalls ein Abspaltung der afrikanischen Platte, an den heutigen Balkan gedrückt, der Gebirgszug der Dinariden: http://de.wikipedia.org/wiki/Dinariden ist das Ergebnis davon.

Die Kristallschichten der Bergspitzen deuten auf die Herkunft und die Bedingungen bei der Entstehung der Alpen: Denn Kristalle entstehen nur bei sehr hohen Temperaturen und in enormem Druck, der nur in grossen Tiefen, weit unter NormalNull herrschte, Tiefen unterhalb der Oberfläche von mindestens 10 - 15 Kilometern.
Die heutigen Gipfel waren also im Laufe der ErdGeschichte auch einmal tief tief in den oberen Erdschichten verborgen und wurden erst durch die "Wander"-Bewegungen der tektonischen Platten so hoch über NormalNull gehoben, Heute bis fast auf 9000 Meter Höhe im Himalaya.

Die Erdoberfläche, die Wir Heute Europa nennen, lag vor etwa 300 Millionen Jahren, im ErdRaumZeitAlter genannt Karbon: http://de.wikipedia.org/wiki/Karbon, noch am Äquator und entsprechend blühte und grünte es. Üppige Wälder blühten auf und verblühten über eine RaumZeit von Millionen von Jahren. Die Überreste holten und holen Wir bis Heute aus den Tiefen der Erdkruste und verbrennen sie in Öfen und Hütten, Sie wissen: Kohle und Erdöl. Aber es gibt sogar noch einen Ort in Europa, an dem Sie ganze Bäume aus dieser RaumZeit bestaunen können, also Pflanzen, die vor mehreren hundert Millionen Jahren gewachsen sind und geblüht haben. Dieser Ort heisst Champclauson und dort ist es der "La forêt de fossiles": http://www.mineral-hub.net/musee-foret-fossiles-champclauson-gard.html, im SüdWesten Frankreichs, wenn Sie dort vorbeikommen, nicht verpassen. Allerdings sind die Pflanzen natürlich inzwischen versteinert, aber trotzdem sehr eindrucksvoll.

Manche Menschen, Geologen und Prospectoren, vermuten die Keimzelle der Landmasse, die Wir heute Europa nennen, ganz oben im Norden dieser Landmasse, in einer Gegend, die Wir Heutigen Norwegen getauft haben, genauer, in der Gegend um Kirkenes herum, denn dort sind die ältesten Steinformationen und Mineralien innerhalb Europas zu finden, nämlich sogenannte Kimberlite: http://de.wikipedia.org/wiki/Kimberlit und ebenso seltsam, nämlich sogenannte Zirkone: http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkon.

Wie geschrieben, nur ein paar ganz winzige Ereignisse, in einem wirklich weltbewegenden Geschehen, das, wie Oliver-August Lützenich finde, auch in mir steckt und mich bewegt, wie es Ihnen dabei geht, oder ob Sie davon unbeeinflusst sind, wage ich selbstverständlich nicht zu beurteilen, ich finde es grossartig und umwerfend, aber bin noch etwas unschlüssig, was ich damit anfange, was das für Einwirkungen auf meine Handlungen nimmt und hatte, aber immerhin hat es die, wenn auch vielleicht nur winzigst, so winzigst, wie ich eben bin im Welt-Geschehen, aber immerhin.
Bis bald.

Freitag, 24. Februar 2012

Zitate 04 «RaumZeit»

Augustinus von Hippo (354 - 430): "Was also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich's, will ich's aber einem Fragenden erklären, weiß ich's nicht.", aus «Bekenntnisse lib. 11.»
Das gilt für fast alle Fragen, irgenwie weiss ich es, aber beim Versuch es zu verWorten fallen nur Bruchstücke auf die Zunge und viele ähhs und mhhs aus dem Mund. Aber es wird besser, inzwischen schaffe ich schon zwei ähhs/sec, also fast unhörbar, der Rest ist dann reine Information;-)

Noch ein Zitat von dem katholischen Weisen: „Suche nicht draußen! Kehre in dich selbst zurück! Im Innern des Menschen wohnt die Wahrheit. ... Der Verstand schafft die Wahrheit nicht, sondern findet sie vor.“, aus «De vera religione 39, 72f.»
Dem ersten Block stimme ich eingeschränkt zu, genauso eingeschränkt, wie Jedes Wesen von einer Haut eingeschränkt ist. Stimmig ist, dass die Wahrheit überALL zu finden ist: Innen, wie Aussen. Da wollte ein-Er die Menschen aber wohl aus gutem Grund, vom NUR Sehen weggführen und auch mal die Aufmerksamkeit nach Innen lenken. Das ist ihm gelungen, insofern war Freud ein später Schüler von Augustinus.
Dem zweiten Block stimme ich unumwunden zu: findet sie vor (und findet sie heraus, aus all dem Durcheinander und der Verborgenheit.).

Übrigens! Eine Ableitung des ersten Zitats ist: "Was ich bin, weiss ich nicht, und was ich weiss, bin ich nicht mehr." Stark, oder? Ja, das nachhinken des Verstandes, immer den Geschehnissen hinterher, also all das nach-denken, ist schon lange vor den Nach-Weisen durch die Erkenntnisse der NeuroWissenschaft, vielen Menschen klar gewesen: Das Wissen ist nun mal bis eben, ein Gefühlsfolger, also der Schaum, der auf der Erregung mitschwimmt, aber vielleicht, wenn die Welle an die Küste bricht, sogar als Erstes da ist. 

Sie könnten jetzt fragen, an welche Küste bricht das DaSein denn irgendwann einmal, und ich antworte: Was weiss denn ich, aber wenn ich so nach-denk...
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Salvador Dali, "Die Beständigkeit der Erinnerung"
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Da ist mir noch ein RaumZeit-Irrtum aufgefallen!
In einem Spiegel-Interview (07/2012), mit dem Neuro-Wissenschaftler David Eagleman, lass ich von eben diesem folgendes Zitat: "Stellen Sie sich vor, die Zeit würde mitten in unserem Satz plötzlich stillstehen, eingefroren für 5000 Jahre, und dann wieder zu ticken beginnen. Davon würden wir gar nichts bemerken, die Unterbrechung gäbe es gar nicht."
Diese Wissenschaftler!?
Sind oft nicht gerade Spezialisten der Folgerichtigkeit, also der Logik und die sprachliche Ausformulierung sollten Sie meist auch den Spezialisten dafür überlassen, sonst kommt dabei nur Kuddelmuddel oder Verschleierung heraus.
Wenn das Raum(!)Zeit stillsteht (denn, ganz abgesehen davon, dass es die "Zeit" als EinzelGrösse gar nicht gibt, das ist spätestens seit Albert Einsteins spezieller Relativitätstheorie klar. Die Zeit ist nur mit Raum möglich, oder: ohne Raum keine Zeit, aber auch: ohne Zeit kein Raum.

Und was ist die Voraussetzung von RaumZeit?

Substanzen, also ETWAS.
Ohne das ETWAS vorhanden ist, braucht es weder Raum<noch>Zeit, erst aus dem Vorhanden-Sein von Etwas, ergibt sich das RaumZeit.
Das? RaumZeit. Wenn Oliver-August Lützenich so in das RaumZeit hineinspüre und auch in *mich hineinfühle, schliesslich bin auch *ich RaumZeit, dann fühle und spüre ich darIn kein besonderes Geschlecht, somit spricht das RaumZeit mehr oder weniger neutral zu *mir, aber die Leses können gerne einen anderen Artikel erfühlen und erspüren.

... wenn also das RaumZeit stillsteht ... einfach so ... Was misst dann die 5000 Jahre? 

Entweder steht das RaumZeit still, oder es vergehen mit dem "Ticken" des RaumZeit die 5000 Jahre. Denn, selbst wenn das RaumZeit in das WIR erLeben, in das Wir entstehen und vergehen, in ein anderes Medium eingebettet ist, also das RaumZeit in einer Haut in einem noch grösseren SEIN existiert, so zählen in diesem SEIN garantiert keine RaumZeit-Jahre, wie sie hier in diesem Sonnensystem zählen, oder?

Helvetius (1715 - 1771): "Die Menschen werden unwissend, aber nicht dumm geboren, dumm macht sie erst die Erziehung."
Welche? Zu was?
Zu Anpassung und Ein-/Unterordnung, zu Massenverträglichkeit oder zu blosser Gegen-Sätzlichkeit (Reaktanz)? Auf jeden Fall brauchen Wir eine neue Idee und ein neues Modell, wie die Fortsetzungen (Kinder) in die Lebendigkeit eingeführt werden, in eine Welt von Artefakten und verschiedenen ErLebensVorstellungen und evtl. -Weisen.

Protagoras (490 - 411): "Der Mensch ist das Mass aller Dinge."
Blödsinn. Das wird durch anmassende Wiederholung auch nicht wahrer. Ich hoffe, das haben auch die letzten EthnoZentristen und (nur) MenschenRechte-Verteidiger bald geschnallt, dass das Mensch eine ErLebensform in vielen ErLebensformen ist und darin Gleichheit ist, auch wenns schwer fällt, aber irgendwann fällt's auch dem Letzten ein.

Aristoteles (384 - 322), aus «Politische Theorie»: "Durch Handel erworbener Reichtum ist mit Recht verhasst, weil er unnatürlich ist."
Und: "Durch Wucherei (Zinsen erheben -> Bank) erworbener Reichtum ist verhasst, weil die Art des Erwerbs die aller naturwidrigste ist."
Wann wird dieser Mensch und seine Aussagen endlich vergessen!?

So zu messen und zu urteilen, zeigt nur, dass dieser Mensch wenig Ahnung von den Grundlagen menschlichen, natürlichen, DaSeins hatte und bloss einer persönlichen, einer schichtspezifischen (dem städt. Bürgertum und den Landbesitzern; aus ehemaligen Bauern) Vorstellung von Sitte und Moral gefolgt ist.
Und leider tun das bis Heute noch jede Menge Menschen und vergessen, das Handel und Banken elementar wichtig waren und sind, um Menschen und deren Gesellschaften zu verbinden und mit dieser Verbindung und dem Austausch, von Waren UND Ideen, auch für eine Befriedung und Weiterentwicklung zu sorgen.
Auswüchse, Betrügereien und Dummheiten bietet jedes Mensch und jede Menschen-Gruppe meist reichlich an, davon kann *ich hier zwei drei Liedchen singen, und die handeln von *meinen Blöd- und Unverschämtheiten hier, zu anderes Mensch hin.

Und was die (übliche?) Art von Klientel-Moral und Hass bewirkt hat, davon können Alle, die mit Handel und Zinsgeschäften ihren Lebensunterhalt verdient haben oder verdienen mussten, berichten.
Damit sind jedewede Verfehlungen von Menschen, die diese Organisationen bilden und repräsentieren, weder erklärt noch entschuldigt, es bleiben Verfehlungen, aber, wie oben angedeutet, welches Mensch ist frei davon?
Danke.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Vertrauen, Politik und Abschied

Protokoll meines Abschiedsdiskurses bei "Don Alphonso" im FAZ-Blog, das Thema war: "Vertrauen als kostenpflichtige Option"

Oliver-August Lützenich, 05. Februar 2012, 21:10
Vertrauen ist sehr einfach erreichbar, die Piraten, um ein naheliegendes Beispiel zu erwähnen, zeigen es gerade in der Politik: bedingungslose und wechselseitige Offenheit. Lesen Sie Frau Weisbands Interview-Aussagen in dem Spiegel-Gespräch mit Peter Altmaier. Peter Altmaier ist übrigens auf Ihrer Seite, er ist eher der Teil der Gesellschaft die noch Verstecken spielt und das als Selbstschutz deklariert: Mensch kann doch in und mit der Öffentlichkeit nicht frei sprechen! Doch Mensch kann und bekommt, wenn Mensch es damit Ernst und wahrhaftig meint auch eines zurück: Vertrauen. Denn, wie Sie, Don Alphonso, das auch schreiben, selbst wenn Eines 20 oder mehr Jahre eng mit anderen Menschen zusammenlebt, ist Eines vor Enttäuschungen und Überraschungen nicht sicher, wenn es ein Zusammenleben in Verschlossenheit und Misstrauen ist, wie es leider noch weitgehend gelebt wird. Die Gründe dafür sind auch klar.
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Oliver-August Lützenich, 05. Februar 2012, 21:39
Klarstellung: Die Verallgemeinerung: ... auf ihrer Seite... bedeutet, auf der Seite der Klassengesellschaft, der Verteidiger einer Klassengesellschaft, denn diese Schichtung einer Gemeinschaft braucht innere Abgrenzungen und eine davon ist das Misstrauen. Was die Unverschämtheit einer Annäherung ohne den Umweg über Konventionen und Höflichkeiten angeht, ist das, denke ich, kein jüngerer Vorgang sondern einer, der nun mindestens schon seit dem Erscheinen der Lebendigkeit immer wieder passiert, so polternde selbstgewisse und unkonventionelle Kerle und Frauen haben oft die Geschichte geprägt, beileibe nicht Jedes, aber Einiges, Alexander, Cäsar, Napoleon, Hitler, Schröder ... die Liste ist in alle Richtungen ziemlich lang und bitte halten Sie mir den Adolf nicht vor, auch nicht den Schröder, der kommt gerade wieder heftig in Mode, Sarkozy und Fukuyama sei Dank. Vergelts Gott.
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ThorHa, 05. Februar 2012, 21:46
"bedingungslose und wechselseitige Offenheit"
Pruuuust. Empfehlung zu schnellem öffentlichen Selbstmord? Lassen Sie da mal ein paar "Imageberater" dran (das sind die Jungs, die man in der eigenen Nachbarschaft grusslos schneiden würde). Hinterher sind sie tatsächlich in jeder Beziehung nackt, leider auch ebenso erfolglos. Es gibt nichts und niemanden, den man nicht mit genügend Böswilligkeit kleiner bekommt, notfalls wird frei erfunden und häufig genug wiederholt ...
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Und ich habe meine Zweifel, ob bedingungslose Naivität die richtige Voraussetzung für Erfolg wird. Bei genauem Lesen kannten auch Buddha und Jesus ihre Kundschaft erheblich besser :-).
Gruss,Thorsten Haupts
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Oliver-August Lützenich, 05. Februar 2012, 23:35
Wer nur "bedingungslos" liest und das "wechselseitig" überliest oder zu tief hängt und dann auch noch das "wahrhaftig" versteckt, der ist sicherlich nicht naiv. Naivität ist ein Merkmal der Kindheit, also von Menschen, die wenig wissen und wenig erfahren sind, aber voller UrVertrauen, falls es nicht von misshandelnden Erwachsenen verdrängt wird. Der ist erschüttert, enttäuscht und misstrauisch. Ich bin das auch. Aber ich bin auch offen und mutig, davon wieder zu lassen, loszulassen, wieder Vertrauen zu fassen. Und das (Heil)Mittel dazu ist, neben dem unbedingten Wissen, dass diese Schöpfung (des Vertrauens) wieder möglich ist: wechselseitige wahrhaftige Offenheit. Ein langer Weg. Aber Wir sind schon längere gegangen, bis Wir ein iPad in der Hand hielten, auch Tschaikovskis ViolinKonzert wurde anfänglich als unspielbar zurückgewiesen, es ist eines der schönsten und meistgespielten Heute. Wirkliches Vertrauen ist ein enormes Glücksgefühl und die Basis für wirkliche Freiheit, dafür lohnt es doch zu arbeiten und zu kämpfen, oder Herr Haupts.

ThorHa, 05. Februar 2012, 23:58
Sehr geehrter Herr Lützenich,
das las sich für etwa 5 Sekunden richtig gut (ach, die Wärme in meinem Bauch), bis ich meinen Verstand (er sei verdammt) wieder einschaltete:
1) Wie, bitte, funktioniert in einer 1:N Beziehung (also der zwischen einem Repräsentanten und seiner Wählerschaft) wechselseitig?
2) Wer überprüft wie das "wahrhaft"? Webcam samt Mikro im Bauchnabel eingebaut?
3) Was bringt Sie auf die schräge Idee, jeder misstrauische Erwachsene sei als Kind von Erwachsenen misshandelt worden? Ich nicht, ich habe meine Erfahrungen als Erwachsener mit Erwachsenen gemacht (darunter auch einige herausragend gute) und durch Beobachtung.
4) Basis für wirkliche Freiheit? Hmmm. Welche? Die Kantsche - Freiheit als freiwillige Einsicht in die Notwendigkeit? Die Marcuseische - Freiheit als schrankenloser Individualismus mit dem Ziel, dass es einem selbst gut gehe?
Und der Gegensatz heisst übrigens nicht Vertrauen gegen Misstrauen. Sondern begrenztes, gemessenes, abgewogenes Vertrauen gegen grenzenloses Vertrauen aka Naivität oder grenzenloses Misstrauen aka Zynismus.
Wechselseitige wahrhaftige Offenheit in einer selbstgewählten Beziehung (welcher Natur auch immer) - gerne. Wechselseitige wahrhaftige Offenheit als Pflicht für eine Beziehung aller Gesellschaftsmitglieder zu allen? Ich habe schon weniger grauenhafte Utopien gehört.
Gruss, Thorsten Haupts
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Oliver-August Lützenich, 06. Februar 2012, 11:09
Hallo Herr Haupts, falls Sie Zeit haben, lesen Sie bitte das Gespräch zwischen Marina Weisband und Peter Altmaier im Spiegel und auch das Interview mit Camila Vallejo in der gestrigen FAS, daraus wird, denke ich, klar wohin die Entwicklung politisch, also im Binnenverhältnis zwischen den Menschen geht. Ich vermute, Vertrauen ist ein Gefühlszustand, der aus dem Näheverhältnis zwischen Familie und Freunden herauswachsen möchte, Wir Menschen wollen das. Schluss mit der (übertriebenen?) Abgrenzung, und den daraus entstehenden Verletzungen (siehe Don Alphonsos Beitrag). Denn, mit dem alten Misstrauen gegenüber (je)dem/(je)der Anderen, das absolut natürlich ist!, kommen Wir nicht weiter, das aber braucht ein verändertes Verhalten, und das ist aufwändig und dauert, aber ... Nennen Sie mich Gutmensch oder naiv. Gerne. Mich reizt die Aussicht auf weniger verschlossene Türen und Menschen, also auf mehr Teilhabe, Aufmerksamkeit und mehr wechselseitige Wärme. Guten Tag.
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colorcraze, 06. Februar 2012, 11:43
@Lützenich, Haupts: ich bleibe bei der bewährten Form von abgestuftem Vertrauen, das ich für richtig halte. Es funktioniert im Leben nicht, daß jeder alles von allen wissen kann und soll. Und drüber reden, woran man gerne teilhaben möchte, ist etwas anders, als es zu tun.
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Thorsten Haupts, 06. Februar 2012, 11:59
@Oliver-August Lützenich: Das Gespräch zwischen Weisband und Altmaier hatte ich schon vorher gelesen. Und ich nenne Leute überhaupt nicht mehr irgendetwas, Etikettenkleben überlasse ich (inzwischen) anderen. Sie sehen eine Aussicht, ich sehe einen Abgrund, das ist alles.
Gruss, Thorsten Haupts
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Oliver-August Lützenich, 06. Februar 2012, 22:11
Liebe @colorcraze: Erwischt! (Teilhabe) Das hat etwas mit der persönlichen Grundausstattung zu tun, also sowohl mit der Ausstattung an Kapital (ich würde gerne noch mehr Reisen, in Theater und Ausstellungen, und ... gehen, aber mein Budget ist bescheiden), als auch der Herkunft (pers. Prägung), also mit den Menschen, die Eines in die Lebendigkeit und die Gesellschaft eingeführt haben; egal in welche "Schicht" Eines gezeugt wurde, Was einen liebevollen, fördernden und  integrativen Start genehmigt bekommt, hat es leichter mit der Teilhabe, auch ohne viel Geld. Was diesen Genuss nicht hat/hatte, und das sind sehr! Viele, Das bleibt oft nur der Wunsch und das Reden davon. Aber ich vermute, Sie bezogen das in Ihren Satz mit ein. Sie schrieben: "Es funktioniert im Leben nicht, daß jeder alles von allen wissen kann und soll." Ganz davon abgesehen, dass die Kapazität der menschlichen Merk- und Erinnerungsfähigkeiten fast unbegrenzt ist, wenn Wir die Schranken der fehlenden Organisation des internen Wissens herausnehmen, so geht es für das Einzelne ich jeweils nur darum, mit all den anderen Menschen, mit denen Es lebt und zu tun hat, offen, aufmerksam und wahrhaftig umzugehen und nicht mit Allen, und das ist doch wohl Jedes auch mit der noch begrenzten Kapazität möglich, aber ich vermute, so war das auch von Ihnen gemeint?
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Niklas Luhmann schrieb: "Vertrauen ist ein Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität." Früher war es einfacher, da war noch Schichtung, Namensgebung und Uniform, da war auf den ersten Blick klar, Was was und woher Es war und Heute? Aus diesem Gefühl heraus hat Don Alphonso vielleicht diesen Beitrag geschrieben? Die Frage ist also, wie erreichen Wir die Reduktion der Komplexität, also das wechselseitige Vertrauen in all der Vielheit und Vielfalt, die Wir inzwischen sind? Einigeln und Abgrenzen kanns doch wohl wirklich nicht mehr sein.
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@Thorsten Haupts: Das Sie ein Etikettierer sind, kommt nicht von mir, so Frei schätze ich Sie längst ein.
Hat das mit dem Abgrund, mit dem Alter zu tun? Ist wirklich eine harmlose Frage, ist ja möglich, dass Mensch mit zunehmendem Alter mehr auf den Boden schauen muss, um nicht über etwas zu stolpern, vielleicht engt sich ja mit dem Alter das Blickfeld etwas ein, kann ja sein, weiss nicht? Oder, weil die Zukunft um riesige Mengen grösser ist, als die Vergangenheit oder erst recht die Winzigkeit des Jetzt ... schon wieder vorbei ... Jetzt. Ja, die Aussicht ist Gigantisch, Wahnsinn, Unglaublich, was noch alles geht und wie wenig schon vorbei ist, wenn ich da einmal von mir persönlich absehe, ich bin auch schon 53, aber Abgrund? Ich geniesse mehr und mehr die Aussicht; fallen Sie nicht in den Abgrund! Und Bitte, nehmen Sie es sportlich. Danke, Ihnen Beiden, für die Aufmerksamkeit.
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colorcraze, 06. Februar 2012, 23:38
@Herr Lützenich: ich bin ja öfters mal hin und weg von Ihren rhapsodisch-poetischen Ausführungen, aber ich frage mich halt hier im Leben, wie geht das hier in der beschränkten, beinharten Realität weiter? Es können nicht alle nur der Luft und der Liebe leben, es muß ja auch wer noch ein paar Pläne für morgen und übermorgen machen, und diese müssen doch auch in die Realität umgesetzt werden...

Oliver-August Lützenich, 07. Februar 2012, 22:12
@colorcraze: immer wieder bin ich überrascht, wenn das, was ich schreibe, als die Schwärmerei eines Schmetterlings zwischen Blüten und Blättern wahrgenommen wird. Sie schrieben von Luft und Liebe und das irgendwer doch in dieser beinharten Realität konkrete Pläne machen muss und nehmen mich dabei wohl aus, Danke für das hin und wegg, aber ich bin kein Schwärmer, selbst von Träumereien halte ich wenig, ausser von den wirklichen, aber trotzdem sind meine Betrachtungen noch eher leichtfertig, als schwerwiegend, das zeigt auch Ihre Reaktion, da darf ich wohl an der Sprech-/Schreibweise noch etwas ändern, damit, was Wir/ich erfahren haben, was Wir/ich daraus schlussfolgern und Wir/ich als Änderung oder Umsetzung für wichtig erachten, auch als solches Ernst genommen wird, wenn auch vielleicht mit dem nötigen Widerspruch.

Eines wird mir aber immer klarer, ohne dass ich Selbst vorangehe, mit dem, was ich an Änderung wünsche und auch für menschlich geboten erachte, bleibt alle Idee und Forderung blosse Schwärmerei und das Geschriebene leichtfertig. Das Schwerwiegende braucht die gesamte Person als Vertretung und nicht bloss den Gedanken. Handlung kommt vor Schönheit. Uralte Erkenntnis, ich weiss, dann wars das hier für mich: Gute RaumZeit noch.

Montag, 23. Januar 2012

Schicht, Stützen, Klamotte und Freiheit

Erneut ein Doppel-Kommentar aus zwei verschiedenen FAZ-Blog-Seiten, die aber erneut thematisch zusammenpassen. Wahrscheinlich sucht sich ein gesellschaftliches Thema stets mehrere Wege um an die Oberfläche zu blubbern, wie Luftblasen unter Wasser, deshalb bringe auch ich gesellschaftliche Standpunkte und Überlegungen auch jeweils in mehreren, anscheinend verschiedenen Themenbereichen unter. Kann auch sein, dass ich es unbedingt unterbringen will, weil es mir auf der Zunge liegt und unbedingt(!) runter will, raus will, weil die Zunge für anderes wieder die Unbelastetheit braucht. Kann sein, kann aber auch der erste Ansatz sein?

Ein Beitrag, @Don Alphonso (aus dem Blog "Stützen der Gesellschaft"), in dem Sie von Menschen berichten, die vieles haben, aber wenig sind. 

Ein Psychogramm, das in mir folgende Zustandsbeschreibungen der beschriebenen "Schicht" hervorruft: Desinteresse, Beschränktheit, Gleichgültigkeit, ist Teilnahmslosigkeit das Gleiche?, das Nachlaufen hinter Entwicklungen (das im Vergleich mit anderen Weltgegenden immer noch ein Vorauslaufen ist; zugegeben!), die Beklemmung in der Abgeschiedenheit, Mutlosigkeit, Nassauertum, ist Schmarotzer dasSelbe?, eine mitleidlose Freudlosigkeit und ... kein Wunder also, dass Sie das in Verbindung mit der Schilderung von Selbstötung bringen.

Inside "Ober-Mittelschicht" ist also Ideenlosigkeit, Absonderlichkeit und viel Selbstmitleid. Tragisch. Jetzt kann ich Boris Becker und Guttenberg und Rösler und die Stein- und Wulff ... besser verstehen (Frau Merkel ausgenommen). Aber was haben Sie dort zu suchen? Was hält Sie dort noch? Ihre Kundschaft hier in diesem Blogoversum, so klein und fein, so unverschämt, so ausgezeichnet, so "links" und "rechts", so arm (wohl eher wenige) und so reich (dasGleiche), so "oben" und so "unten"?, ich z.B. bin im Hasenbergl aufgewachsen, "unten", wie üblicherweise eingeschätzt wird, aber, wenn ich die "oben" so anschaue, blicke ich meistens nach unten, nicht so sehr wegen der (Körper)Grösse, ich messe 1.82, sondern wegen des Verhaltens und der fehlenden Kunst-Fertigkeiten (aber das nur nebenbei, zu all den (nützlichen?) Stereotypen), also ihre Leser würden Ihnen wahrscheinlich auch woanders hin folgen, ich jedenfalls.
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Eine Stütze ist doch dazu da, sie abzulegen, wenn der innere Halt so weit stabilisiert ist, das Mensch diesen äusseren Halt nicht mehr braucht. Brauchen Wir diese "Stützen der Gesellschaft" noch? So, wie Sie diese Stützen beschreiben, Inside out, sind sie eher eine Belastung und sollten abgelegt werden, um der Gesellschaft wieder Luft zum atmen zu gewähren: zieht der Gesellschaft die Korsage aus, sie engt zu sehr ein! Widersprechen Sie mir, Sie und die Mit-Kommentatoren: ist die Gesellschaft inzwischen so weit, die Stützen abzulegen, oder sind Wir noch so eng, so (s.u.), dass Wir sie noch brauchen? Nun, ich fühle, Sie werden noch gebraucht. Leider. Denn, wie Sie berichten, ist deren Zustand bejammernswert, selbst für einen armen Schlucker, wie ich einer bin. Und dass sie noch gebraucht werden, besagt was, vom inneren Zustand der Gesellschaft? Haltlosigkeit? Orientierungslosigkeit? Sinnlosigkeit?
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Wie dem auch sei, noch sind die "Stützen der Gesellschaft" vonnöten, so wenig mir das gefällt, weil ich mehr WEITE wünschte, aber noch gibt es die Kirche und den Islam und den Kapitalismus und den Obrigkeitsismus und Unterlegenheitsmitmuss in und um Uns herum, also Vivat Tegernsee, sie leben hoch!
[Ergänzung: Warum sind die "Stützen der Gesellschaft", also die Mittel- und Oberschicht noch nötig und eine wirklich gleichgestellte Gesellschaft bestenfalls in Vorbereitung? Weil sie befriedend in der Gesellschaft wirken, weil sie den Bildungsschatz bewahren und noch immer mehr vorangehen und Freiheit und Interesse leben, als es die Meisten anderen Menschen können und dürfen (Mangel an Ausstattung, Wissen und Wärme) und somit immer noch ein Vorbild der Masse sind, wenn auch mit Schattenseiten (Abgrenzung, Arroganz, Besitzstandswahrung, Ignoranz), aber die sind allgemein Menschlich, treffen auch auf die Masse zu, und sind deshalb keinen Vorwurf wert.]

EinBlicke sind manchmal schmerzhaft. Zertrümmert die Spiegel und Röntgengeräte und Scanner und lasst und wieder Tiere sein, einfache Tiere sein und übereinander herfallen und Uns die Augen ..., ach, einfach alle Sinne auskratzen, damit Wir einander nicht mehr spüren und nicht mehr so weit voraus und herum kommen! Nun habe ich mich anstecken lassen, von der Stimmung Ihres Beitrags. Aber gut ...

Aus dem FAZ-Blog.

(Aus dem Blog "Deus ex Machina", mit dem Thema: passende Kleidung im Zeitalter des CAD und der maschinellen Serienfertigung.) Soso, dann stehen Sie also eher auf die steiffe Klamotte und auf "Werte", die eine Lupe brauchen, oder den absoluten Kennerblick. Frack? Du lieber Himmel!? Die Etikette des 19.Jhts. und einer "Schicht", die für eine Jacke so viel ausgegeben haben, wie eine andere "Schicht" im halben Jahr für Nahrung. Smoking, der Raucheranzug, auch von vorGestern und alles nur Nachts zu tragen? Steiff eben und angebunden an die Nachtzeit. Da haben Wir in einem langen umkämpften Prozess, mit Millionen Toten und Verwundeten, die Freiheit auch der Klamottenwahl erkämpft und doch gibt es immer noch Menschen, die dieser steiffen und abgeschotteten Vergangenheit nachtrauern, statt die Unabhängigkeit von Direktiven und Moden und Stilen und Etiketten und Vorschriften zu feiern und solche absonderlichen Schichtenkleidungen dort zu bewundern, wo sie meiner Meinung nach bestens aufgehoben sind: im Museum. Wenn bei einer Hose die 50 Euro gekostet hat, nach 3 Jahren die Nähte aufplatzen, oder das Gesäss abgewetzt ist, na und? Ich bin froh, dass die bucklige Arbeit von SchneiderInnnen und Knöpfe-AnnäherInnen langsam vollständig von Maschinen übernommen wird. Ich hoffe nur und arbeite daran, ein Gesellschaftsmodell zu entwerfen, dass diese Menschen, u.a. in Vietnam, auch weiterhin mit einer allerdings würdigeren Arbeit den Lebensunterhalt bestreiten können. Aber, Wem es Freude macht, kann sich ja weiterhin den Rücken krumm nähen, bloss um der "besseren" Qualität wegen. In diesem Sinne, lassen Sie das Steiffe sausen, @Sophia ..., viel Freiheit dabei, auch im Geldbeutel, es gibt wichtigeres zu unterstützen, auch in Asien, besonders in Afrika, aber auch in Europa, vermitteln Sie das doch auch dem Ex mit dem Kleider-/Schuhschrank, oder reicht dessen Weitblick nur bis zu den Schnürsenkeln, kann ja sein? Verzeihen Sie die Offenheit, aber ...

Aus dem FAZ-Blog.