Mittwoch, 8. Februar 2012

Vertrauen, Politik und Abschied

Protokoll meines Abschiedsdiskurses bei "Don Alphonso" im FAZ-Blog, das Thema war: "Vertrauen als kostenpflichtige Option"

Oliver-August Lützenich, 05. Februar 2012, 21:10
Vertrauen ist sehr einfach erreichbar, die Piraten, um ein naheliegendes Beispiel zu erwähnen, zeigen es gerade in der Politik: bedingungslose und wechselseitige Offenheit. Lesen Sie Frau Weisbands Interview-Aussagen in dem Spiegel-Gespräch mit Peter Altmaier. Peter Altmaier ist übrigens auf Ihrer Seite, er ist eher der Teil der Gesellschaft die noch Verstecken spielt und das als Selbstschutz deklariert: Mensch kann doch in und mit der Öffentlichkeit nicht frei sprechen! Doch Mensch kann und bekommt, wenn Mensch es damit Ernst und wahrhaftig meint auch eines zurück: Vertrauen. Denn, wie Sie, Don Alphonso, das auch schreiben, selbst wenn Eines 20 oder mehr Jahre eng mit anderen Menschen zusammenlebt, ist Eines vor Enttäuschungen und Überraschungen nicht sicher, wenn es ein Zusammenleben in Verschlossenheit und Misstrauen ist, wie es leider noch weitgehend gelebt wird. Die Gründe dafür sind auch klar.
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Oliver-August Lützenich, 05. Februar 2012, 21:39
Klarstellung: Die Verallgemeinerung: ... auf ihrer Seite... bedeutet, auf der Seite der Klassengesellschaft, der Verteidiger einer Klassengesellschaft, denn diese Schichtung einer Gemeinschaft braucht innere Abgrenzungen und eine davon ist das Misstrauen. Was die Unverschämtheit einer Annäherung ohne den Umweg über Konventionen und Höflichkeiten angeht, ist das, denke ich, kein jüngerer Vorgang sondern einer, der nun mindestens schon seit dem Erscheinen der Lebendigkeit immer wieder passiert, so polternde selbstgewisse und unkonventionelle Kerle und Frauen haben oft die Geschichte geprägt, beileibe nicht Jedes, aber Einiges, Alexander, Cäsar, Napoleon, Hitler, Schröder ... die Liste ist in alle Richtungen ziemlich lang und bitte halten Sie mir den Adolf nicht vor, auch nicht den Schröder, der kommt gerade wieder heftig in Mode, Sarkozy und Fukuyama sei Dank. Vergelts Gott.
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ThorHa, 05. Februar 2012, 21:46
"bedingungslose und wechselseitige Offenheit"
Pruuuust. Empfehlung zu schnellem öffentlichen Selbstmord? Lassen Sie da mal ein paar "Imageberater" dran (das sind die Jungs, die man in der eigenen Nachbarschaft grusslos schneiden würde). Hinterher sind sie tatsächlich in jeder Beziehung nackt, leider auch ebenso erfolglos. Es gibt nichts und niemanden, den man nicht mit genügend Böswilligkeit kleiner bekommt, notfalls wird frei erfunden und häufig genug wiederholt ...
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Und ich habe meine Zweifel, ob bedingungslose Naivität die richtige Voraussetzung für Erfolg wird. Bei genauem Lesen kannten auch Buddha und Jesus ihre Kundschaft erheblich besser :-).
Gruss,Thorsten Haupts
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Oliver-August Lützenich, 05. Februar 2012, 23:35
Wer nur "bedingungslos" liest und das "wechselseitig" überliest oder zu tief hängt und dann auch noch das "wahrhaftig" versteckt, der ist sicherlich nicht naiv. Naivität ist ein Merkmal der Kindheit, also von Menschen, die wenig wissen und wenig erfahren sind, aber voller UrVertrauen, falls es nicht von misshandelnden Erwachsenen verdrängt wird. Der ist erschüttert, enttäuscht und misstrauisch. Ich bin das auch. Aber ich bin auch offen und mutig, davon wieder zu lassen, loszulassen, wieder Vertrauen zu fassen. Und das (Heil)Mittel dazu ist, neben dem unbedingten Wissen, dass diese Schöpfung (des Vertrauens) wieder möglich ist: wechselseitige wahrhaftige Offenheit. Ein langer Weg. Aber Wir sind schon längere gegangen, bis Wir ein iPad in der Hand hielten, auch Tschaikovskis ViolinKonzert wurde anfänglich als unspielbar zurückgewiesen, es ist eines der schönsten und meistgespielten Heute. Wirkliches Vertrauen ist ein enormes Glücksgefühl und die Basis für wirkliche Freiheit, dafür lohnt es doch zu arbeiten und zu kämpfen, oder Herr Haupts.

ThorHa, 05. Februar 2012, 23:58
Sehr geehrter Herr Lützenich,
das las sich für etwa 5 Sekunden richtig gut (ach, die Wärme in meinem Bauch), bis ich meinen Verstand (er sei verdammt) wieder einschaltete:
1) Wie, bitte, funktioniert in einer 1:N Beziehung (also der zwischen einem Repräsentanten und seiner Wählerschaft) wechselseitig?
2) Wer überprüft wie das "wahrhaft"? Webcam samt Mikro im Bauchnabel eingebaut?
3) Was bringt Sie auf die schräge Idee, jeder misstrauische Erwachsene sei als Kind von Erwachsenen misshandelt worden? Ich nicht, ich habe meine Erfahrungen als Erwachsener mit Erwachsenen gemacht (darunter auch einige herausragend gute) und durch Beobachtung.
4) Basis für wirkliche Freiheit? Hmmm. Welche? Die Kantsche - Freiheit als freiwillige Einsicht in die Notwendigkeit? Die Marcuseische - Freiheit als schrankenloser Individualismus mit dem Ziel, dass es einem selbst gut gehe?
Und der Gegensatz heisst übrigens nicht Vertrauen gegen Misstrauen. Sondern begrenztes, gemessenes, abgewogenes Vertrauen gegen grenzenloses Vertrauen aka Naivität oder grenzenloses Misstrauen aka Zynismus.
Wechselseitige wahrhaftige Offenheit in einer selbstgewählten Beziehung (welcher Natur auch immer) - gerne. Wechselseitige wahrhaftige Offenheit als Pflicht für eine Beziehung aller Gesellschaftsmitglieder zu allen? Ich habe schon weniger grauenhafte Utopien gehört.
Gruss, Thorsten Haupts
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Oliver-August Lützenich, 06. Februar 2012, 11:09
Hallo Herr Haupts, falls Sie Zeit haben, lesen Sie bitte das Gespräch zwischen Marina Weisband und Peter Altmaier im Spiegel und auch das Interview mit Camila Vallejo in der gestrigen FAS, daraus wird, denke ich, klar wohin die Entwicklung politisch, also im Binnenverhältnis zwischen den Menschen geht. Ich vermute, Vertrauen ist ein Gefühlszustand, der aus dem Näheverhältnis zwischen Familie und Freunden herauswachsen möchte, Wir Menschen wollen das. Schluss mit der (übertriebenen?) Abgrenzung, und den daraus entstehenden Verletzungen (siehe Don Alphonsos Beitrag). Denn, mit dem alten Misstrauen gegenüber (je)dem/(je)der Anderen, das absolut natürlich ist!, kommen Wir nicht weiter, das aber braucht ein verändertes Verhalten, und das ist aufwändig und dauert, aber ... Nennen Sie mich Gutmensch oder naiv. Gerne. Mich reizt die Aussicht auf weniger verschlossene Türen und Menschen, also auf mehr Teilhabe, Aufmerksamkeit und mehr wechselseitige Wärme. Guten Tag.
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colorcraze, 06. Februar 2012, 11:43
@Lützenich, Haupts: ich bleibe bei der bewährten Form von abgestuftem Vertrauen, das ich für richtig halte. Es funktioniert im Leben nicht, daß jeder alles von allen wissen kann und soll. Und drüber reden, woran man gerne teilhaben möchte, ist etwas anders, als es zu tun.
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Thorsten Haupts, 06. Februar 2012, 11:59
@Oliver-August Lützenich: Das Gespräch zwischen Weisband und Altmaier hatte ich schon vorher gelesen. Und ich nenne Leute überhaupt nicht mehr irgendetwas, Etikettenkleben überlasse ich (inzwischen) anderen. Sie sehen eine Aussicht, ich sehe einen Abgrund, das ist alles.
Gruss, Thorsten Haupts
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Oliver-August Lützenich, 06. Februar 2012, 22:11
Liebe @colorcraze: Erwischt! (Teilhabe) Das hat etwas mit der persönlichen Grundausstattung zu tun, also sowohl mit der Ausstattung an Kapital (ich würde gerne noch mehr Reisen, in Theater und Ausstellungen, und ... gehen, aber mein Budget ist bescheiden), als auch der Herkunft (pers. Prägung), also mit den Menschen, die Eines in die Lebendigkeit und die Gesellschaft eingeführt haben; egal in welche "Schicht" Eines gezeugt wurde, Was einen liebevollen, fördernden und  integrativen Start genehmigt bekommt, hat es leichter mit der Teilhabe, auch ohne viel Geld. Was diesen Genuss nicht hat/hatte, und das sind sehr! Viele, Das bleibt oft nur der Wunsch und das Reden davon. Aber ich vermute, Sie bezogen das in Ihren Satz mit ein. Sie schrieben: "Es funktioniert im Leben nicht, daß jeder alles von allen wissen kann und soll." Ganz davon abgesehen, dass die Kapazität der menschlichen Merk- und Erinnerungsfähigkeiten fast unbegrenzt ist, wenn Wir die Schranken der fehlenden Organisation des internen Wissens herausnehmen, so geht es für das Einzelne ich jeweils nur darum, mit all den anderen Menschen, mit denen Es lebt und zu tun hat, offen, aufmerksam und wahrhaftig umzugehen und nicht mit Allen, und das ist doch wohl Jedes auch mit der noch begrenzten Kapazität möglich, aber ich vermute, so war das auch von Ihnen gemeint?
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Niklas Luhmann schrieb: "Vertrauen ist ein Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität." Früher war es einfacher, da war noch Schichtung, Namensgebung und Uniform, da war auf den ersten Blick klar, Was was und woher Es war und Heute? Aus diesem Gefühl heraus hat Don Alphonso vielleicht diesen Beitrag geschrieben? Die Frage ist also, wie erreichen Wir die Reduktion der Komplexität, also das wechselseitige Vertrauen in all der Vielheit und Vielfalt, die Wir inzwischen sind? Einigeln und Abgrenzen kanns doch wohl wirklich nicht mehr sein.
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@Thorsten Haupts: Das Sie ein Etikettierer sind, kommt nicht von mir, so Frei schätze ich Sie längst ein.
Hat das mit dem Abgrund, mit dem Alter zu tun? Ist wirklich eine harmlose Frage, ist ja möglich, dass Mensch mit zunehmendem Alter mehr auf den Boden schauen muss, um nicht über etwas zu stolpern, vielleicht engt sich ja mit dem Alter das Blickfeld etwas ein, kann ja sein, weiss nicht? Oder, weil die Zukunft um riesige Mengen grösser ist, als die Vergangenheit oder erst recht die Winzigkeit des Jetzt ... schon wieder vorbei ... Jetzt. Ja, die Aussicht ist Gigantisch, Wahnsinn, Unglaublich, was noch alles geht und wie wenig schon vorbei ist, wenn ich da einmal von mir persönlich absehe, ich bin auch schon 53, aber Abgrund? Ich geniesse mehr und mehr die Aussicht; fallen Sie nicht in den Abgrund! Und Bitte, nehmen Sie es sportlich. Danke, Ihnen Beiden, für die Aufmerksamkeit.
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colorcraze, 06. Februar 2012, 23:38
@Herr Lützenich: ich bin ja öfters mal hin und weg von Ihren rhapsodisch-poetischen Ausführungen, aber ich frage mich halt hier im Leben, wie geht das hier in der beschränkten, beinharten Realität weiter? Es können nicht alle nur der Luft und der Liebe leben, es muß ja auch wer noch ein paar Pläne für morgen und übermorgen machen, und diese müssen doch auch in die Realität umgesetzt werden...

Oliver-August Lützenich, 07. Februar 2012, 22:12
@colorcraze: immer wieder bin ich überrascht, wenn das, was ich schreibe, als die Schwärmerei eines Schmetterlings zwischen Blüten und Blättern wahrgenommen wird. Sie schrieben von Luft und Liebe und das irgendwer doch in dieser beinharten Realität konkrete Pläne machen muss und nehmen mich dabei wohl aus, Danke für das hin und wegg, aber ich bin kein Schwärmer, selbst von Träumereien halte ich wenig, ausser von den wirklichen, aber trotzdem sind meine Betrachtungen noch eher leichtfertig, als schwerwiegend, das zeigt auch Ihre Reaktion, da darf ich wohl an der Sprech-/Schreibweise noch etwas ändern, damit, was Wir/ich erfahren haben, was Wir/ich daraus schlussfolgern und Wir/ich als Änderung oder Umsetzung für wichtig erachten, auch als solches Ernst genommen wird, wenn auch vielleicht mit dem nötigen Widerspruch.

Eines wird mir aber immer klarer, ohne dass ich Selbst vorangehe, mit dem, was ich an Änderung wünsche und auch für menschlich geboten erachte, bleibt alle Idee und Forderung blosse Schwärmerei und das Geschriebene leichtfertig. Das Schwerwiegende braucht die gesamte Person als Vertretung und nicht bloss den Gedanken. Handlung kommt vor Schönheit. Uralte Erkenntnis, ich weiss, dann wars das hier für mich: Gute RaumZeit noch.

Montag, 6. Februar 2012

Konsequenz und Strenge

Das folgende ist ein Gegenbild zu persönlichen Erfahrungen (siehe im Text):
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Auf der Bank neben mir eine Familie.
Die Eltern in den End-Dreissigern. Ein Mädchen, etwa 8 Jahre, ein Knabe, etwa 5 Jahre. Der Mann spricht intensiv auf die Frau ein. Das Mädchen sitzt aussen, neben dem Vater. Während der Mann spricht, ruft sie dazwischen: "Mammi, hast du das von Julia ...". Der Vater spricht weiter, die Frau hört zu. Das Mädchen setzt erneut an: "Mammi, Mammi, hast du ..." Der Vater: "Ich spreche!", wendet sich dabei kurz zur Tochter und spricht dann weiter mit der Mutter.
Das Mädchen sinkt zusammen, mit einem trotzigen Stöhnen und schlägt sich mehrmals mit der Faust auf den rechten Oberschenkel. Es wendet sich ab und schweigt etwa eine Minute lang, also sehr lang und bleibt dabei an den Vater angelehnt.
Die Autorität des Mannes war keine handgreifliche, sondern eine der Konsequenz. Was er sagte, tat er, was er versprach, hielt er ein, das war schon in der Stunde zu beobachten, die *ich neben der Familie sass. Denn, die beiden Kinder waren keineswegs verschüchtert oder gar ängstlich im Umgang mit den Eltern oder der MitWelt, sondern aufgeweckt, offen und fröhlich. Das Mädchen lief vor dem Vorfall und danach zwischen den anderen Menschen, Fremden, hin und her und fragte mich, ob der Hund, der neben mir lag, meiner sei und ob sie ihn streicheln dürfe. Ich verneinte und zeigte auf den Hundebesitzer, sie lief zu ihm und bekam den Namen des Hundes und die Erlaubnis zu streicheln, der kleine Junge lief brummend mit einem kleinen Spielzeugauto zwischen den Beinen der anderen Menschen umher.
Nachdem der Mann ausgespochen hat, wendet er sich zur Tochter und fragt: "Was möchtest du sagen?". Sie ist jedoch längst woanders, schaut ihn nur fragend an und zuckt kurz mit der Schulter, schweigend. Der Mann redet weiter mit der Frau.
Später, der Sohn hat vom Essen einen verschmierten Mund, der Vater fordert ihn auf: "Wisch dir bitte den Mund ab". Der Knabe reagiert kaum, windet sich etwas und blickt dabei zur Mutter. Der Mann fordert ihn ein zweites mal auf: "Wisch dir bitte den Mund ab". Der Knabe schaut auf den Tisch und schaukelt leicht mit dem Oberkörper, reagiert aber wieder nicht auf die Aufforderung. Der Mann wird nun etwas lauter: "Wisch dir jetzt den Mund ab, sonst ist aber Zappenduster!". Zurückgelehnt, die Hände lässig unter dem Tisch, zwischen den Beinen. Der Knabe nimmt das hingehaltene Taschentuch, von der Frau und wischt leicht unter dem Mund. Der Vater fordert: "Wisch dir den Mund richtig ab". Der Knabe wischt leicht über dem Mund. Der Mann fordert: "Wisch dir den Mund ab, los, aber richtig!". Der Knabe schmirgelt mit dem Taschentuch mehrmals über die Lippen, streckt dann die Zunge heraus, lacht zum Vater und zur Mutter, wirft das Taschentuch auf den Tisch und streckt erneut die Zunge heraus, zur Mutter, die ihn mit dem Smartphone fotografiert. Er posiert etwas und fällt der Mutter dann in den Schoss: "Will die Fotos sehen!", lacht er.
Das Mädchen ist inzwischen zu einer zeichnenden Frau gegangen und schaut längere Zeit auf den Block, dann fragt sie: "Was zeichnen Sie da?, was ist das?". 
Warum schreibe ich diese Nachmittags-Episode auf? Weil es eine völlig andere Form der Prägung ist, wie *ich sie erlebt habe, besser: erlitten habe. Die Kinder folgen nicht aus Gewaltandrohung und Verunsicherung, sondern aus Konsequenz und Einsicht; aber auch einem liebevollen Vorbild, von beiden Eltern. Die Strenge des Vaters ist keine der Angst, der Rohheit, also des Unverständnisses, sondern eine der strikten Konsequenz, der Folgerichtigkeit von Ankündigungen, in Worten und den daraus folgenden Handlungen. Es ist Verlässlichkeit und Erklärung.
Ich lernte zu folgen, weil *ich sonst Strafe (Ablehnung, Miss-Achtung) und/oder Gewalt zu befürchten hatte.
Die beiden Kinder fürchten nicht, sie folgen der Folgerichtigkeit und der Strenge, welche allerdings eine liebevolle, eine verständnisvolle ist, denn sowohl das Mädchen als auch der Knabe kuschelten davor und danach mit dem Vater. Die Frau stützt diese Handlungsweise. Sie mildert die Strenge und Forderungen des Mannes in keinem Fall ab, und Sie ist keineswegs weniger klar und deutlich als Er. Sie tut es somit nicht aus Unterlegenheit oder gar Unterwürfigkeit.
Dass das Mädchen sich mehrmals auf den Oberschenkel geschlagen hat, - nach der Zurechtweisung durch den Vater -, zeigt, dass die Ungeduld und Ignoranz eines Einzel-EsLebeWesens in und "gegenüber" der umgebenden Gemeinschaft, schmerzliche Gefühle sind.
Die Frage an die Mutter, nach dem Ausreden des Vaters, wäre ohne Schmerzen gewesen, sie wäre sowohl der Mutter, als auch dem Vater, willkommen gewesen und beantwortet worden.
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Diese andere Umgangsweise zu beobachten, war ein Genuss!
Mit meiner so anderen, so einengenden, Erfahrung im Kreuz und den Beinen, merke ich diese erleichternde, achtsamkeits- und bewusst-sein-s-fördernde Weiter-Entwicklung des Umgangs und Vorbildes für die nachwachsende Generation, umso deutlicher.
Angst, Drohungen und Schmerzen sind die Behinderung von Solidarität, Respekt und Aufmerksamkeit. Aber genau diese Gefühlsumstände brauchen Wir, um das Gefühl (Innen), die Wahrnehmung (Bewusst-Sein, als Vermittlung und Interpretation von Innen und Aussen) und die Sinne (Aussen) weiter auszubauen und zu stärken und damit die Verantwortlichkeit füreinander und umeinander auszubauen. Diesen Dienst fordert das DaSein von der Lebendigkeit.
So spüre *ich das und so ist die Richtung, in die das Verhalten der kleinen Familie zeigt; und in welche die kleineren und grösseren Aufstände in der Welt weisen, die sie im Augenblick beweisen.
Ein aufmerksamer und friedlicher und liebevoller Umgang im so kurzen und auch sonst so begrenzten DaSein scheint am Horizont (Zukunft?) auf.