Mittwoch, 11. Januar 2012

Bekenntnisse, PS und wenig Leid

Klartext: Ich gebe zu, ich liebe es, bin ganz wild darauf, der Wirklichkeit mit dem Werkzeug der Sprache bis ins kleinste zu folgen und vor dem Grössten zu staunen, wahlweise auch umgekehrt. Selbstverständlich mit weit offenen Sinnen und hungrigem Bewusst-Sein als Grundlage.

Dialog:

Was tun Sie da? Ich forsche. Was? Was, ist das falsche Fragewort, richtig ist: Worin, denn ich forsche in der Sprache, insbesondere in der deutschen Sprache. Nach was? Nach Inhalt und Bedeutung, nach einer Bestimmung der Sprache und einer eventuell vorhandenen Richtung in Ihr, also nach so etwas wie einem Sinn. Sinn, in der Sprache? Ja. Aber die Sprache ist doch bloss ein Werkzeug, nur mit der Nebenaufgabe in der Lebendigkeit oder im Besonderen Sinn zu suchen und falls vorhanden zu finden? Für mich ist Sprache mehr als "nur" ein Werkzeug in der Lebendigkeit, Sie ist selbst, ist ebenso Lebendigkeit, deshalb ist auch sie ein Objekt oder sogar ein Subjekt, welches selbst[sic!] Sinnfähig ist. Und wie kommen Sie ausgerechnet auf die Sprache, wo es soviel Wichtigeres gibt? Was denn? Na. z.B. die Politik, die Krisen, den Hunger, die Arbeit, den Sinn der Lebendigkeit, den Sinn des irdischen daSeins, dem Zweck des Menschen, wie es mit und nach dem Klimawandel weitergeht und und und... 
Danach suchen bereits so viele Andere, schon so lange und mehr oder weniger vergeblich, ich möchte das erst einmal weiter diesen Anderen überlassen, obwohl ich ahne, dass von all dem auch in der Sprache, gerade darin die Rede ist und vielleicht sogar die eine oder andere Lösung zu finden ist. Aber warum in der Sprache? Weil in die Sprache inzwischen alles hineingesteckt wird, was uns Menschen so auffällt und aus dem DaSein in die menschliche Verständigungsform (Kommunikation) so hineinfällt. Und mit der passenden Verbindung, den richtigen Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Sprachinseln, ist die eine oder andere Lösung und auch der eine oder auch mehrere Sinn(e) zu [er]finden.
Eine Frage zur Geschichte der Sprache: Womit sprechen und denken Sie? Mit Sprache selbstverständlich. Selbstverständlich? Wie? Sie sagen, selbstverständlich, aber ist es das wirklich? Klar, wie sonst? Na, es ist noch gar nicht solange her, da sassen wir Menschen noch schweigend in der Savanne oder im Wald herum und haben uns bestenfalls angeraunzt und angegurrt; wenn es uns kuschelig ging, vielleicht auch angeschrien und das über hunderttausende, vielleicht sogar Millionen von Jahren, also wesentlich länger, als wir miteinander halbwegs artikuliert sprechen.
Da ist was drann.
Wissen Sie, wie lange Wir so sprechen und denken, wie Wir es aktuell miteinander tun? Ich schätze mal, ein paar hunderttausend Jahre? Ein paar tausend Jahre, höchstens, und je weiter Sie zurückgehen, um so weniger Worte ist die Sprache, und um so weniger sprachen und dachten wir Menschen miteinander. Da liegen Sie wohl richtig.
Deshalb forsche ich in der Sprache nach dem Inhalt, der Bedeutung und einem Sinn, vielleicht einem Zweck von Sprache. Weil die Sprache so jung, so neu für uns Menschen ist? Ja, und weil sie so wichtig und fast bestimmend für Uns ist, weil sie immer mehr Raum und Zeit ausfüllt. Das tut sie, das merke ich auch, je weniger ich mit den Beinen und Armen handle, umso mehr tue ich es mit dem Bewusstsein, mit Mund und Fingern, also in Sprache.
Gute Beobachtung, je reduzierter die Bewegungsfreiheit im Ganzen ist, umso mehr Bewegung wird ins Bewusstsein und die Kommunikation verlagert, also in die Sprache.
Ja, die Sprachnutzung nimmt immer weiter zu und das weltweit. Womit hat das zu tun? Wir Menschen werden immer mehr und rücken dabei immer enger zusammen, weil die Fläche, auf der Wir das tun, nun mal dieSelbe bleibt und da Wir miteinander auskommen wollen, ohne weitere Kriege und Ausrottungsversuche, brauchen Wir ein Mittel der wechselweisen Dämpfung der angeborenen Aggressionen im Umgang miteinander und das ist die wechselweise Verständigung in Sprache.
Ahh!, ich verstehe, die Sprache ermöglicht Uns den Austausch von Informationen und Freundlichkeiten und dämpft so das gegenseitige Misstrauen?
In Etwa, denn Informationen und Freundlichkeiten sind auch durch Mimik, Gestik und Gegenstände auszutauschen, aber Sprache kann weitaus mehr und sie kann es weitaus reicher, bis in kleinste Einzelbereiche hinein und das wird, je enger wir Einander kommen umso wichtiger und bedeutender. Das meint, dass die Sprache die Abstände zwischen Uns Menschen verkürzen hilft und so ein immer engeres und dabei vertrauteres und friedliches miteinander Leben ermöglicht? Ja, dazu vermute ich, ist die Sprache aufgekommen und dahin wird Sie von Uns entwickelt, zu einem Werkzeug der friedlichen Annäherung und des friedvollen Zusammenlebens, drüber hinaus ist Sie ein Gestaltungsinstrument für Unser Zusammenleben und die Planung Unserer erdmondlichen und weiteren Zukunft. Sie bemerken, die Sprache ist von enormer Bedeutung und Wichtigkeit für Uns Lebewesen.

Anfang Bekenntnisse:>

Ich bekenne, ich bin ein Sprach-Amateur,

"Amateur": Das seit dem 18. Jh. bezeugte Fremdwort bezeichnete zunächst den Kunstliebhaber und Kunstfreund, allerdings mit dem leicht verächtlichen Nebensinn des Dilettantischen. Erst vom Ende des 19. Jh.s an kommt die heute übliche Bedeutung des Wortes "jemand, der eine Sache nicht berufsmässig, sondern aus Liebhaberei betreibt" auf. Das Wort ist aus gleichbed. frz. 'amateur' entlehnt, das seinerseits lat. 'amator (-toris)' "Liebhaber, Verehrer, jemand der einer Sache sehr zugetan ist" fortsetzt. Zugrunde liegt das lat. Verb 'amare' "lieben, verehren; gern tun", das wie lat. 'amicus' "Freund", lat. 'amita' "Vaterschwester, Tante" von dem auch in Amme vorliegenden kindersprachlichen Lallwort '*am[m]a' ausgeht.

ein Sprech-Dilettant,

"Dilettant": Das seit dem 18. Jh. bezeugte Fremdwort bezeichnete zunächst nur den nicht beruflich geschulten Künstler bzw. den Kunstliebhaber, dann allgemeiner den Nichtfachmann und schliesslich abwertend den Stümper. Das Wort ist aus gleichbedeutend it. 'dilettante' entlehnt. Das zugrunde liegende Verb ital. 'dilettare' geht auf lat. 'delectare' zurück und bedeutet wie dieses "ergötzen, amüsieren". Stammwort ist lat. 'lacere' "verlocken" bzw. das Intensiv 'lactare' "locken, ködern", das zusammenhängt mit lat. 'laqueus' "Strick als Schlinge" (daraus unser Lehnwort 'Latz'). Die vermittelnde eigentliche Bedeutung von 'lacere' wäre dann etwa "in eine Schlinge locken, bestricken".

ein Amateur-Philologe,

"Philologe": Die Bezeichnung für einen Wissenschaftler, der sich mit Texten in einer bestimmten Sprache, mit der Literatur und Sprache eines Volkes beschäftigt, wurde im 16. Jh. aus gleichbedeutend lat. 'philologus' entlehnt, das seinerseits aus griech. 'philó-logos' "Freund der Wissenschaften; Sprach-; Geschichtsforscher" übernommen ist. Dies ist ursprünglich ein Adjektiv mit der Grundbedeutung "das Wort, die Sprache liebend" und ist gebildet aus griech. 'philos' "liebend; Freund" und griech. 'lógos' "Rede, Wort; wissenschaftliche Forschung".

ein dilettierender Philosoph,

"Philosophie": Das seit dem Ende des 15. Jh.s bezeugte Fremdwort ist aus lat. 'philosophus' entlehnt, das seinerseits aus griech. 'philó-sophos', eigentlich etwa "Freund der Weisheit" (aus griech. 'philos' "liebend; Freund" und griech. 'sophia' "Weisheit"), übernommen ist. Während das griechische Wort ursprünglich ganz allgemein denjenigen benannte, der sich um Erkenntnisse in irgendeinem beliebigen Wissensgebiet bemüht, wurde es seit Sokrates und Plato zur speziellen Bezeichnung des Denkers schlechthin, der nach allgemeinen, jenseits der in den Einzelwissenschaften gültigen Wahrheiten sucht, und dessen Fragen und Forschen auf den Sinn des Lebens, das Wesen der Welt und die Stellung des Menschen in der Welt, auf die letzten Gründe des Seins gerichtet ist.

und paraphrasiere ohne die frz. Phrase.

"Phrase": Zu griech. 'phrázein' "anzeigen; sagen, aussprechen usw." gehört die Bildung griech. 'phrásis' "das Sprechen; Ausdruck; Ausdrucksweise". Diese gelangte im 16. Jh. über spätlat. 'phrasis' ins Deutsche in der neutralen Bedeutung "Redewendung, Redeweise", die allerdings heute nicht mehr lebendig ist. Im 18. Jh. geriet das Wort unter den Einfluss von entsprechend frz. 'phrase' (bzw. wurde daraus neu entlehnt) und gilt seitdem mit dem im Frz. entwickelten abwertenden Sinn von "abgegriffene, leere Redensart; Geschwätz". ...
An den neutralen Sinn von 'Phrase' schliesst sich die Bildung 'Phraseologie' "Gesamtheit typischer Wortverbindungen, Wendungen und Redensarten und deren Darstellung" an - Zu griech. 'phrázein' gehört griech. 'para-phrázein' "etwas erklärend hinzufügen; umschreiben" mit dem Substantiv griech. 'paráphrasis' "erklärende Umschreibung". Daraus entlehnt ist unser Fremdwort 'Paraphrase' "verdeutlichende Umschreibung eines textes mit anderen Wörtern; freie Umspielung oder Ausschmückung einer Melodie" (16. Jh.); davon abgeleitet ist das Verb 'paraphrasieren' "umschreiben" (17. Jh.).

Dank an den Duden Verlag! Ende Bekenntnisse.<

PS: Der Schreiber dieses Blogs ist ein Autodidakt. Mich hat Niemand auf die Reise geschickt, keine Tradition oder Gesellschaftsnotwendigkeit hat eine Profession, eine Richtung eingefordert, es war eine innere Leere, ein grosser Mangel an Geborgenheit und Ziel[en] in der Lebendigkeit, der sog! und zog.
Anfangs vergeblich, nur die persönliche Haut wurde ausgezehrt, aber dann gingen langsam, durch schöne Erlebnisse, Kanäle auf und der Sog zog von Aussen und von Innen Wissen an. Die Offenheit und das Verständnis wuchsen weiter, die Borniertheit und Ignoranz immer enger. Und nun schreibe ich hier von Dingen, die ich vor 10 Jahren noch nicht einmal erahnt habe. "Ich bin ein ernsthafter Mensch."
Das z.B. Aber der Spass kommt nicht zu kurz.
Ende PS.

Zum Abschluss: «HumorSophie«

Die "Sprache" hält nun der FREUDE und dem LEID ganz kurz ihre Mittel hin.

Hallo Sie. Ja, Sie, ich spreche Sie direkt an, das Lesende, das Ich, das Sie sind. Ich bin die Freude, ich bin das Wohlbefinden, ich bin die Scheu, bin das leise Erröten, ich bin die Wärme, ich bin die Lust, bin das Wippen und sanfte Wiegen in der Musik, ich trage Sie weich und sicher im SEIN, ich bin die kostenlose Freundlichkeit, bin die stützende Aufrichtigkeit, ich bin die erwünschte Zärtlichkeit in Jeder Bewegung, ich bin der willkommene Kuss, bin das zufriedene Miteinander, ich bin das leichte Mehr, ich bin die lobende Ernüchterung, ich bin die Orientierung im Glauben, bin die Verantwortung im Wissen und bin die Tränen der Trauer, ich bin die verletzliche Schönheit, ich bin das Glück und der Spass im Mit-Einander, ich bin das fröhliche im Lachen und ich bin die Wirklichkeit in der Wahrheit, das alles bringe ich in Ihnen mit, das alles bin ich in Ihnen.

Hey, sie da!, ja, sie da, Ich bin das LEID! und Ich bin auch in ihnen, aber Ich bin ALL das obige Nicht!

Dienstag, 10. Januar 2012

Meinungen zu Sprache, Philosophie und ein Gedicht

Weiter unten schrieb ich vor Jahren: "Wir brauchen einen "Türöffner" um diesen RIESIGEN Raum in Jedes von Uns nutzbar zu machen, damit Wir nicht mehr vor Millionen verschiedener Pflanzen stehen und nur "Pflanze" formen, oder einfach stumm überwältigt sind."
Heute weiss ich, Wir stehen auch vor den Tieren, vor den Billionen mit-Tieren, und wissen kaum, was das beinhaltet, was das Tier bedeutet, was das SäugeTier Mensch ist und was es bedeutet, obwohl Wir, ich jedenfalls, es sind. Mensch.
Tatsache und Beschwerde zugleich. Nur an Was?
An Irgendwas.
Weil an Irgendwas, irgend Eine Instanz braucht Es, das Mensch zum Beispiel, für eine Beschwerde. Also hier eine Beschwerde an Irgendwas im DaSein.
Entstanden aus einem Blog-Dialog zum Thema Sprache.
Hier also genau richtig.
Dies ist zwar kein neues Beitrag, dafür ein von Grund auf erneuertes. Und bitte behalten Sie im Hintergrund, dass ich Kein studierter Sprech-Es bin!
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William Turner, "Death on a pale horse", 1830
Phantastisch! 1830!? Aufgelöste Formen und
 Farben, und trotzdem: Kenntlichkeit.
Hat fast nichts mit dem unten
Folgenden zu tun.
Oder?
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Ein Sprech-Dialog:

Sie schreiben: "Es gibt Bildsprachen, es gibt »Zeichensprachen«, der Körper spricht seine eigene Sprache. Denkbar wäre auch eine Sprache vermittelt über Gerüche, über Pheromone oder »Schnupperquanten«."
Das ist ein Beispiel dessen, worum es mir, auch hier geht, um die unnötige Aufblähung oder Aufladung von Begriffen, um das Zuschütten von Bedeutung und Genauigkeit, mit immer neuen Begriffsinhalten.
Für mich ist das Sprache ein kleiner Bereich menschlicher Kommunikation, neben all den anderen Möglichkeiten Gefühle und Nachrichten, Signale und Informationen, aus einem Innen, einem anderen Innen mitzuteilen.

Das Sprache ist dabei das Kommunikationsform, das Übermittlungsart, das die Muskeln des Mund-, Gesichts- und Rachenraums, mit Unterstützung des Bauch- und des Brustraumes, gesteuert von grossen Bereichen des Nervennetzes, - mit anderem im sogenannten Broca- und dem Wernicke-Areal im frontalen Grosshirnlappen (soweit das bisher bekannt ist) -, seit kurzem geschätzt vor etwa 30.000 Sonnenumkreisungen der Erde nutzt[e]; und viel später auch die Hände in die Sprache[n] mit-eingebunden hatte.
Sprache ist für Oliver-August Lützemich nur die Laut- und Schriftäusserung mit - bestenfalls - eindeutiger Bedeutung; und nicht auch noch Musik, Mimik oder Gestik, oder Gerüche, oder Gefuchtel oder ... andere Mitteilungsformen gibt es Viele, auf vielen Ebenen, aus und mit vielen Extremitäten und aus vielen Poren.
Sprache aber kommt für mich nur aus dem Mund oder wird aus den Händen in/auf Etwas geschüttelt und gehackt. Mimik, Gestik, Pheromone, Kleidung, Schmuck, Duftwässerchen und und und, sind Begleiterscheinungen neben das Sprache, manchmal ist auch das Sprache eine Begleiterscheinung.
Alles zusammen sind Mitteilungs[Kommunikations-]formen, also verschiedenen Arten und Weisen Informationen (= Nachrichten + Gefühle --> daraus entstehen die Fragen: Was ist eine Nachricht?; und: Was ist ein Gefühl?; und: Wie grenze ich die beiden Begriffe und deren Bedeutungen klar voneinander ab?) von einem Ort zu einem davon (verschiedenen) entfernten Ort zu übermitteln, aus einem Innen heraus, in ein anderes Innen hinein.

Vor, während und seit Platon, ist es für die meisten Menschen schwierig einen Oberbegriff von den Unterbegriffen zu trennen; also die Aufschrift des Faches mit dem Inhalt.
Sie kennen vielleicht die Diskussion um Platons "Ideen" (siehe auch weiter unten). Der Zeigefinger deutet auf eine Latschenkiefer, das Sprache formt "Baum", stimmt ja, aber dann geht der Finger zu einer Buche und wieder formt der Mund "Baum".

Wissen Sie, wieviel Platz in jedem Gehirn für Informationen ist? In Jedem!
Wir brauchen einen "Türöffner" um diesen RIESIGEN Raum in Jedes von Uns nutzbar zu machen, damit Wir nicht mehr vor Millionen verschiedener Pflanzen stehen und nur "Pflanze" formen, oder einfach stumm überwältigt sind. Aber das führt in dieser Diskussion zu weit.

Zur Meinung: "... die Abstrakta sind vom Zeigefinger befreit".
Oliver-August Lützenich bin gewiss, auch die Abstrakta sind nicht dem Zeigefinger enthoben, das Mensch zählt mit dem Finger und zeigt auch auf Äussereien sowie Innereien, incl. jeden Gefühls, jeder Stimmung, um es zu benennen. Ein Mensch ist wütend, zeigt auf-s ich und schreit: "ich (bin) wütend!", ein Anderes ich zeigt in klirrender Kälte auf fallenden Schnee und spricht: "Winter".
So lassen sich für alle Abstrakta, wie auch für die Konkreta, Beispiele und Situationen finden, in denen es möglich ist, diese und nur und speziell diese zu benennen; ihnen den Eingang in das Sprache zu gewähren, es/sie den anderen Sprechenden vorzusprechen und zu fragen, ob sie der Benennung zustimmen. Auch ganze Geschehnisfolgen sind mit dem Zeigefinger zu benennen. Ich denke nicht, dass viele Alltagsbegriffe am Schreibtisch ausgetüftelt wurden, abgesehen von den riesigen Weiten der wissenschaftlichen Taxonomien, aber auch die gehen vom Ursprung und gewissen Grundformen der Benennung von Abstrakta, Spezies, Arten und Materialien aus.

Sie schreiben: "... wozu sprachlich bezeichnen können, wenn ich eben doch mit dem Zeigefinger drauf zeigen kann?" Wie kommen Sie dazu, den Hauptzweck und eine der Ursachen der Entstehung der Sprachen so schmählich auszublenden, nämlich, von Etwas zu sprechen, das nicht anwesend ist?
Oder zu weit entfernt ist, oder zu viele Fingerzeige braucht?
Das Lebendigkeit ist nun mal auch oder vielleicht sogar vorwiegend, eine Veranstaltung der Vereinfachung und Optimierung von Prozessen, und auch von Einzelhandlungen im DaSein, so auch das Mensch (Sie wissen: der + die = das). Das Mensch vereinfacht beständig alle Handlungsabläufe, so auch die Informationsübermittlung mit Hilfe [der] Sprache[n] und vielem anderem mehr. Sie könnten jetzt fragen, warum sind sie  (ich) dann gegen die Füllung von mehr Inhalt in ein Wort? Entweder haben Sie die Antwort schon oder sie folgt aus dem weiteren. 

Das glaube ich, habe ich schon erwähnt, dass selbstverständlich in den seltensten Fällen die Worte den Dingen, die sie bezeichnen, nachgebildet sind. Diese sehr seltenen Fälle sind die  "Interjektionen", wie "ahh", "aua", "ih!, oder "pfui", also die Lautmalerei (ein sehr schöner Begriff), oder manchen Verben, wie "brummen", "schnattern" und ähnlichem bei Adjektiven und Adverbien. Das Sprache[n] ist im Grossen und Ganzen Einigungen über Bezeichnungen für die Dinge der Lebendigkeit im Innen und Aussen, des Es Sprechenden. Sprache ist eine Übereinkunft der Sprechenden, das da was da ist und passiert, so und so und so ..... zu bezeichnen, zu "verworten".
Das hat irgendwann bestimmt einmal ziemlich klein und mit sehr Wenig[en] angefangen, und hat inzwischen schon ziemlich viel erfasst und benannt. Aber der Zeigefinger hat längst noch nicht auf Alles und Jedes gedeutet.
Die Wirklichkeit ist somit eine noch weitgehend unbefragte, unerforschte und somit auch unverwortete WEITE, in der für den Zeigefinger, zumindest zum Deuten, leider auch zum Missdeuten und Belehren, noch jede Menge Bereiche und Richtungen offen stehen. 

Selbstverständlich ist es physikalisch, als Fremdsprachler oder als Baby möglich, das Laute (die Tonfolgen, das Geräusch) der Sprachen von dem darin transportierten Inhalt zu trennen. Indem es den, in der schillernden Haut (dem Geräusch) transportierten, Inhalt schlichtwegg nicht versteht, ich spreche aber vom Heimatslang, und ich glaube kaum, dass es ein Heimatsprachler jemals schafft, die Laute (die Blase/Haut) vom Inhalt klar zu trennen.
Mir ist klar, dass der Baum in fast jeder anderen Menschensprache eine andere Lautkombination bedeutet, wie eben in Deutsch, mir geht es jedoch um die Kombination von beidem, denn selbst im Denken formen Wir die Geräusche der Sprache nach.
Oder denken Sie in einer anderen Form?
Form und Inhalt sind pro Sprache kaum zu trennen, davon bin ich ausgegangen. Mir ist aber klar, dass die Lautkombination, die in Deutsch "Unfug" bedeutet in einer anderen Sprache "Kurzmitteilung" bedeuten könnte. Das ändert jedoch nichts an meiner Verzweiflung und meinen Erkenntnissen aus dem Text.

Zur WIRKLICHKEIT: Mit ein Punkt meiner Verzweiflung, aber einer anderen, als der mit dem Ge- oder Missbrauch der so wundervollen und wenig ausgeschöpften Möglichkeiten der Entdeckung "Sprache[n]", ist der Glaube, dass es Wirklichkeit-"en" gäbe.
Es gibt verschiedene Standpunkte innerhalb der Wirklichkeit (denken Sie an den Nachweis durch Einstein und Andere in der speziellen Relativitätstheorie), die Wirklichkeit aber ist nur im Singular zu haben oder besser, Da [zu] Sein.
Die Wirklichkeit ist für mich jeweils ALLES und ALLE im SEIN.
ALLES was IST, ist Wirklich[keit].
Diese Wirklichkeit enthält enorm viele Orte, also auch enorm viele Standpunkte und verschiedene Bereiche (darin auch eingehäutete Bereiche z.B. Menschen, Planeten, Sonnen, Galaxien, ...), also auch enorm viele An-, Ein- oder Aussichten in der Wirklichkeit.
Eine Möglichkeit IN der Wirklichkeit Informationen von Ort zu Ort zu transportieren, ist das Sprache[n]. Die Häute dieser Bereiche (Sprachen) innerhalb der Wirklichkeit sind jedoch niemals absolut dicht (denken Sie dabei bitte zum Beispiel an die Gravitation und deren Verbindung/Wechselwirkung mit der RaumZeit in der allgemeinen Relativitätstheorie). Die Abgrenzungen, Abtrennungen und Sonderungen innerhalb der Wirklichkeit, sind weder besonders dicht noch von Dauer.
Vielleicht ist eine der Gründe für so viel Leid und Konflikte und Unsicherheiten und den immer noch riesigen Vorsprung des Glaubens im DaSein, dass fast Jed-Es glaubt, Es sei die Wirklichkeit; und was Es spürt und fühlt, sei die einzige Wirklichkeit, oder zumindest die einzig wahre oder gültige, die es gibt.
Und seien Sie gewiss, auch Oliver-August Lützenich bin da noch ziemlich überzeugt von. Auch wenn ich hier besseres erschreibe.

TöffTöff!: Es ist klar, dass das Sprache Menschengemacht ist. Dass Es eine Verlängerung des Zeigefingers ist und war, dass also nicht die Dinge den Laut, der für sie steht vorgegeben oder verlangt haben, sondern dass das Mensch (Das Mensch hat inzwischen die freie Wahl eines Geschlechts oder auch der Unbestimmtheit; das ist inzwischen Fakt. Leider sind die meisten Sprech-Es noch nicht imstande diese Tatsache anzuerkennen, so hinkt also auch das allgemeine Sprache dieser Tatsache noch hinterher.) den Dingen eine Bezeichnung und/oder eine Bedeutung verliehen hat.
Aber deswegen zu behaupten, dass das Sprache[n] sich nicht an der Realität orientiert und keine Wirklichkeit abbildet, ist abenteuerlich, ist fast ein solipsistischer Standpunkt. Ein Mensch hat auf eine Pflanze mit Stamm und Zweigen gedeutet und Baum geräuscht, alle anderen in der umliegenden Gegend haben diesem Geräusch als Bezeichnung für diese Pflanze und allem, was dieser ähnlich ist, zugestimmt.
Das ist der Wirklichkeitsbezug aller Sprachen, vermute ich. Dass Es eine Übereinkunft der Sprechenden im miteinander ist, dass ein-Es/Etwas einen Namen und eine Bedeutung trägt, der alle Sprechenden zugestimmt haben, oder die sie zumindest verstehen.
Nicht so, wie es Uns Allen Heute ergeht, denn kein-Es von Uns hat je einer Bezeichnung von IrgendEtwas zugestimmt, die Namen/Worte sind Uns anerzogen worden, denn ich hätte den "Baum" vielleicht anders bezeichnet und das "Auto" gerne als Töfftöff behalten, aber spätestens in der Schule war das verboten, das fahrende Etwas da heisst: Auto. Punkt.

Liebe: Was ich also bemängele ist nicht, dass das Sprache[n] ausserhalb der Wirklichkeit stehen, sondern den nach-/fahrlässigen Umgang mit den Möglichkeiten der Sprache[n]. Das viele darumherum-Reden, die entsetzlich vielen Banalitäten und Wiederholungen, die Lügerei und Verdrängerei, die Beliebigkeit so vieler Worte!
Das Wort "Liebe" steht inzwischen für jede Form der Hin- und Zuwendung, quasi als besitzanzeigendes Fürwort und zwar für Sachen genauso, wie für Lebewesen und beinhaltet inzwischen Zwang, Abhängigkeit, Auslieferung und Gewalt genauso, wie die Freiheit, den Respekt, die Zärtlichkeit und die Verlässlichkeit, das nur als Beispiele.
Vielleicht steckt genau deshalb in dem Wort, das für Belanglosigkeit und das Allerlei steht, der "Beliebigkeit" auch die Liebe drinn? Vielleicht sollten Wir von der Liebe weniger "halten", als Wir es seit Jahrhunderten tun.
Mir ging es also nicht um einen fehlenden Bezug zur Wirklichkeit, denn der ist in allen Formen gegeben, sondern um einen unaufmerksamen, ignoranten und oberflachen Umgang mit dem Imformations- und Konstruktions-Werkzeug Sprache. Aber, als Liebhaber der Sprache, sehe ich das wahrscheinlich zu eng.

Vielleicht hat es damit etwas zu tun, dass Wir noch keine Einigung für und in der Sprache erzielt haben? Denn, wie ich erwähnt habe, Uns Allen ist/sind die Sprach(en) vorgegeben worden, ungefragt und auch unbewusst.

Wie oben geschrieben, ist klar, dass das Sprache, das Geräusch in/von das Wirklichkeit, von den Dingen in das Wirklichkeit ist und nicht die Dinge selbst, das "Töfftöff" ist der Zeigefinger und nicht das Töfftöff.

Zur Unsicherheit vom SEIN und der Existenz:
Das SEIN ist ALLES was IST. Gibt es ein Ausserhalb des SEIN? Vielleicht?
Ich bin jedoch gewiss: Nein. Die Existenz ist Alles was innerhalb des SEIN: (Da ist) = (DaSein), also jede flackernde Quanteninstabilität, jedes Photon, jedes Quark und Boson, jedes Atom und Alles, was daraus gebildet wird und wurde und werden wird. Alle Materie ist fühl- und spürbares DaSein/Existenz.
Daneben bestehen auch für Uns kaum oder gar nicht spürbare Verbindungen und Zusammenhänge, innerhalb und zwischen der Materie, wie einige Experimente und Erkenntnisse der Quantenmechanik (EPR, Quantenverschränkung), beweisen, denen Wir sehr wahrscheinlich zwar die Lebendigkeit verdanken, die aber aufgrund der "Grösse" und Beschaffenheit unserer Existenz, im Vergleich mit der Kleinheit und Beschaffenheit jener Anwesenheit, nicht spürbar sind.
Unsere Sinne sind dafür schlichtwegg zu grob.
Das DaSein bildet und fasst die Existenz zusammen.
Dessen bin ich gewiss.
Das ist solange fix, bis das SEIN oder Eines oder Mehrere der Mitglieder des SEIN einen Beweis für ein "Ausserhalb des SEIN", oder ein "Mehr als nur ein SEIN", oder eine andere Ausgestaltung und/oder Umgebung der Wirklichkeit liefern.

Zum "NICHTS": Das Nichts ist für mich NIEMALS Leere oder völlige Abwesenheit von Etwas. Auch das ein Begriff, der meistens missverstanden ist. Die Leere oder die völlige Abwesenheit ist kein Kennzeichen, kein Inhalt der Wirklichkeit, sondern einfache Phantasie. Alle Erkenntnisse der Natur- und Geisteswissenschaften belegen eindeutig, dass überall ETWAS IST. Das Nichts fehlt höchstens, ist verschwunden, ist unspürbar oder uneinsehbar, aber es ist definitiv immer und stets etwas vorhanden und wenn es eine Hoffnung, ein Glaube oder ein Energiegewimmel auf Qantenebene ist. Wenn Nichts mehr da ist, ist es woanders und wenn da ein Nichts ist, dann ist es da und wenn Keines mehr an mich glaubt und Keines mehr an mich denkt, dann tue ich es noch und das ist auch da, oder? Geben Sie dem Nichts eine Chance, lassen Sie es wenigstens da SEIN.

Sie schreiben: "Ihm (dem Begriff) ist kein vorsprachliches »Wesen« inne". Ist mit "Ihm" der Inhalt der sprachlichen Morpheme und Lexeme oder ganzer Wörter gemeint?; folgendes: aus allen mir zugänglichen, bisher erhobenen Daten der Sprachforschung und Paläoanthropologie geht hervor: "Die Benennung folgt der Existenz".
Bisher war das immer so, ausser Sie schreiben von Phantasie und den Geschöpfen der Vorstellungskraft. Die existieren jedoch nur als Artefakte, als Künstlichkeit, ist "Ihm" nur eine unbestimmte Lautfolge, ist es ein Geräusch?
Wie oben beschrieben: Erst taucht etwas auf oder ist auch schon lange da und dann wird daraus ein Laut resp. eine Lautkombination geformt, ein Wort. Sprache ist eine Existenzfolge, eine Existenzschöpfung und schöpft keine Existenz. Aber Es ist dazu fähig.
Die Basis eines Könnens ist also in das Sprache angelegt. Sprache ist fähig schöpferisch zu wirken, aber noch ist Es dazu nicht imstande, er-schöpft sich in mehr oder weniger unterhaltsamen Artefakten.
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Seit Platons "Ideen" gibt es diese Diskussion, um die Differenz von Fach und Inhalt, von Baum und Latschenkiefer, Buche, Tanne, Eibe, Esche, Ulme ... Was ist so schwierig daran, die Verschiedenheit von Gruppen-Bezeichnung und Einzelbezeichnung anzuerkennen. Also die Verschiedenheit in der Gleichheit und die Zusammenfassungen der Verschiedenheit zu Gleichheit. Ein Mensch ist die Zusammenfassung der 100 Billionen Zellen, die Es bilden und ausmachen, da sollte es das Mensch doch auch möglich sein, diesen Niveau-Unterschied zu begreifen. Dazu gleich(?), besser: sofort mehr.
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Zum Erstaunen von Herrn Jorge Luis Borges (in "Die analytische Sprache von John Wilkins!", daraus "in einer gewissen chinesischen Enzyklopädie", 1965) und Herrn Michel Foucault ("Die Ordnung der Dinge", 1966), dass andere "Kulturen" anders sind und Dinge anders ordnen: 
ich bin weniger erstaunt über die vernunftkritische und dabei kindliche, kuriose, nette und phantasievolle Aufzählung/Zusammenstellung des Herrn Borges, als über das Erstaunen des Herrn Foucault!
Was dachte Herr Foucault, wie die Welt und die Lebendigkeit eingerichtet ist und in welcher Welt er lebte? Der "exotische"  (von griech. "exôtikós" = 'ausländisch[e]') Zauber eines anderen Denkens, steckt für mich in jedes anderes Körper drinn.
Mir ist längst und sehr lange klar, das Ander-Es anders denken, selbst wenn Wir an das Selbe denken. Herr Foucault schien zu "glauben", dass zumindest die meisten Mitmenschen das Selbe denken, wenn sie an dasSelbe denken. Derweil ist mir, sicher auch Ihnen klar, dass Wir bestenfalls dasGleiche denken, wenn Wir an dasSelbe denken, denn Ihnen und mir ist der Unterschied zwischen DasSelbe und DasGleiche geläufig.

Aber zur Vergewisserung: DasSelbe gibt es nur jeweils einmal im SEIN, es ist Einzigartig, als Beispiel: Jedes Lebewesen, also auch Jedes Mensch, ist eine Einzigartigkeit, ein Unikat im DaSein, Jedes Mensch ein Selbst; aber auch Gleich mit jedes anderes Mensch, denn dasGleiche ist Verschiedenheit, denn Jedes Mensch ist mit Jedes anderes Mensch fast zu 99,99% übereinstimmend, aber eben doch auch zu mindestens 1 Promille und etwas mehr verschieden, vielleicht auch 1 Prozent, aber das ist für die Argumentation unwichtig:
Wir sind Gleich in Unserem Selbst-Sein. Oder?

Das war Herrn Foucault scheinbar nicht geläufig, anders ist das Erstaunen und die Befremdung, die er bei der Begegnung mit anderen Denkweisen beschreibt, für mich nicht verständlich. 

Die Zusammenstellung des Herrn Borges ist ähnlich der, die wir als Kinder oft vorgenommen haben, um unsere Unwissenheit mit einigen Gewissheiten zu kombinieren und so ein wenig Sicherheit in der so neuen Umgebung zu gewinnen.
Wie weit ist Herr Foucault davon, in seinem Denken und der Erinnerung, wegg gewesen, dass ihn diese Harmlosigkeit erstaunte, gar zu einem Sprung veranlasste?

Nur der Genauigkeit halber: Die Chinesen, wie alle Ander-Es an der ausser-phantastischen Wirklichkeit interessierten Menschen, benutzen selbstverständlich die inzwischen als "allgemeingültig" anerkannten Taxonomien.
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Und Nebenbei: Alle meine Nachbarn sind völlig anders eingerichtet, haben und leben ganz andere Ordnungen und Tagesabläufe, als ich, manche davon lesen die Bild oder anderes, oder gar nicht und reden ein Deutsch, dem ich manchmal kaum folgen, geschweige denn, es verstehen kann, so nah ist die Verschiedenheit. Und Ja, ich hoffe, das Wir bald eine Sprache sprechen, dass Wir Uns einander auch in den Bedeutungen und den Inhalten von Begriffen einig sind und Uns dadurch deutlicher und genauer verstehen, aber dazu sofort mehr.
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Zur Verzweiflung: Das "fliessen" der Sprache, das Sie ansprechen, findet ja sowohl in den Bedeutungen, als auch in der Neuschöpfung von Begriffen statt, also sowohl quantitativ, als auch qualitativ.

Was mich so aufwühlt, ist die Qualität, nicht die Neuschöpfungen oder das Verschwinden, wie Sie bereits erkannt haben. Ich sprach nicht von Steiffheit oder Festgezurrtheit, gar von Abgeschlossenheit von Begriffen oder deren Inhalten; ich spreche und hoffe darauf, dass Wir Sprechenden in einer Sprache, ein Höchstmass an Übereinstimmung erzielen, was der Inhalt eines Begriffes ist.

Fliessend.
Jederzeit veränderbar und erneuerbar, wie die Lebendigkeit, die eine einzige Schau der Veränderung, Weiterbildung und Neuausrichtung ist, aber eben für kürzere oder längere Momente für alle Sprechenden gleich bedeutend und begreifbar, nicht so Wischiwaschi und jeder Exzentrik oder Egomanie ausgeliefert, wie im Augenblick.

Es stehen uns noch fast unendlich viele verschiedene Laute und Lautkombinationen zur Verfügung! Wir brauchen nicht Alles und Jedes, das mit Irgendetwas Ander-Es zu tun oder oder nur mal daran gerochen oder geleckt hat, in das SELBE Wort füllen.

Diese Form der Optimierung führt in die Sackgasse, in die Zuspitzung auf ein Wort für Alles, was schon Douglas Adams in "per Anhalter durch die Galaxis" mit der Antwort "42", auf die Frage nach dem Warum karikierte, oder auch als Gefahr voraussah.

Gute Poesie, Sie merken, ich erspüre Unterscheidungen, deckt auf, entblättert, entfernt zärtlich Schicht für Schicht, bläst den Staub vorsichtig wegg und präsentiert den Fund auf einer blanken, sauber geputzten Unterlage im allerbestem Licht: gute Poesie weiss, wovon sie spricht. Lesen Sie Heine, Schiller, Goethe, Shakespeare, Molière, etc.pp. Von den Poeten in den Naturwissenschaften und der Philosophie, wie Augustinus, Galileo, Bacon, Hume, Descartes, Nietzsche, Darwin, Schrödinger, Feynman ... ganz abgesehen..

Dazu ein Sonett:
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Nr. 59 von W. Shakespeare

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Wenn's gar nichts Neues gäb, und all dies jetzt


hätt's schon gegeben: Wie verwirrt dann wären

die Köpfe, die, erfindungsschwanger, stets
dasselbe Kind noch einmal tot gebären!
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O könnte ich mit einem Blick nach hinten

fünfhundert Sonnenjahr' zurück mich schalten
und Euer Bild in einem Buche finden,

wo erstmals Geist in Lettern festgehalten!
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Dann gäbe mir die alte Welt Bericht,

wie sie zu Eurem schönen Körper steht,

ob wir uns nun verbessert oder nicht,
und ob sich alles noch ums Gleiche dreht.
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Ach sicher bin ich, was die alten Dichter
in höchsten Tönen priesen, war viel schlichter!
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Abschliessend zur guten Poesie: "Gute/Beste Poesie weiss, wovon Es schreibt". Und Es weiss es bis ins Detail, Es hat daran gerochen, daran geleckt, daran herumgezerrt und es herumgeworfen, damit geschlafen und auch sonst viel Zeit damit verbracht, bis es, das bespürte und erfühlte, klar ist, bis es, was auch immer es ist, so vertraut war/ist, dass Es zum Poeten spricht, dass Es die Poetin/den Poeten mag und damit z.B. ein Bier trinkt, oft auch mehr.
Beste Poesie ist Gewissenhaftigkeit und Vertrautheit, ist Kunstfertigkeit, ist Hingabe, ist Schlaflosigkeit und der unbedingte Wunsch nach Klarheit und Wahrhaftigkeit, nach Enthüllung und Erklärung.

Zur Philosophie: Philosophie ist für mich die ernsthafte, konzentrierte, liebe- und respektvolle Befragung des DaSein im SEIN, es ist die vorsichtige Auseinandersetzung in und mit der Lebendigkeit im SEIN, sie braucht grosse Aufmerksamkeit und Hingabe nach DrAussen, in die enormen Weiten der Umgebung, somit auch für ALLE Mit-Lebewesen und andere Existenzformen; sowie eine ebenso intensive Einfühlung und Wahrnehmung ins DrInnen, also in das Selbst des Suchendes, auf der Suche nach Antworten auf die Fragen nach der Substanz des SEIN, nach der Ursache des SEIN, (darauffolgend) der Ursache des DaSein, nach dem Sinn des SEIN und ALLEM, was daraus folgt und darin geschieht und noch einiger umfangreicher Fragen mehr.
Viele Menschen haben zur Beantwortung der "bedeutend[st]en" Fragen bereits grosse Vorarbeit geleistet, und Uns schon reichlich mit Facetten der Antworten befüllt oder zumindest angeboten. Mit Hilfe aller unserer technischen Entwicklungen, aber vor allem mit kräftigem Anschub durch Unser DaSein sorgt die Natur und das SEIN weiterhin dafür, dass die vollen Antworten gefunden werden.

Leben Sie wohl und in Frieden.

Danke.