Mittwoch, 7. März 2012

Zitate 3.5 «DaZwischen» und ein Witz

Eigentlich könnte Mensch behaupten «DaZwischen» ist stets etwas, das ist doch der Grund oder zumindest eine Voraussetzung für das, was die Philosophen «DaSein» nennen und Menschen, wie ich, die es mit der Sprache genau nehmen, «Lebendigkeit».
Das "Leben" ist nur ein Aspekt der Lebendigkeit, das Zweite - das aber gerne verdrängt wird, wie alles schmerzhafte und verlustnehmende ganz natürlicherweise eher verdrängt wird, das Zweite - ist das Tod. Leben und Tod machen die Lebendigkeit erst möglich, nur Leben wäre genauso wenig lebendig, wie das Tod ohne Leben tödlich wäre.
Aber das nur nebenbei, so «DaZwischen» eben.
Das DaSein, also Unsere Lebendigkeit - die LebenTod-RaumZeit -, findet somit zwischen zwei Bereichen des SEIN statt, oder auch in einem Grenzbereich - DaZwischen -, in dem Beide Bereiche hineinreichen, einander vermischen und wirken; damit die Zeugung genauso stattfindet, wie das Verlöschen.
«DaZwischen» ist Bewegung in Grenzen (Haut) möglich, «DaZwischen» ist Bewusst-Sein drinn und damit die Reflexion sowohl in den einen Bereich, wie auch in den Anderen - denn Reflexion, die Betrachtung und Abwägung, braucht Abstand von der Sache -, der Lebendigkeit, die Bedacht und Bewertet wird.
Trotzdem bemerke ich den steten Versuch dieses «DaZwischen» zu überwinden; in dem Wir doch Alle erst sind. Ob das Gut ist? Davon handelt also dieser Beitrag.
.
Das folgende bietet reichlich davon,
 also lesen Sie vorsichtig.
.
In fast allen Betrachtungen zur Weltlage und zur Einschätzung unserer menschlichen Aktualität merke, also spüre und fühle ich, ein Sehnen, ein Verlangen, eine Unsicherheit und auch Distanz.
Mir ist klar, dass das immer schon vorhanden war, seit also bereits 13,7 Milliarden Jahren, und dass es mir eben Jetzt klar ist.
Dass es also nichts besonderes oder eine RaumZeitliche Besonderheit ist, sondern etwas ist das Andauert, das, wie oben geschrieben, vielleicht sogar ganz Grundsätzlich und Unabdingbar ist. 
.
Das erste Zitat dient der Verortung und der Grundierung für die weiteren Zitate, die alle auf eine Heraus[Herein-]forderung deuten, vielleicht auch auf eine, allerdings "künstliche", Lücke, eine fehlende Verbindung, oder auf einen (noch) zu grossen Abstand, im allgemeinen Menschen oder sogar im DaSein? (Die Klammern habe alle ich eingefügt)
.
Jean-Paul Sartre, 1905 - 1980, Philosoph und damit ein Arbeiter für das Erkennen und Einholen von Tatsachen und Fakten der Wirklichkeit in das menschliche Bewusst-Sein. Ein Wissens->[Her]Einholer.
Bei Herrn J.-P. Sartre war es auch ein tätiger und täglicher Kampf mit der Tradition, die Fakten nicht bloss einzuholen, sondern sie auch in neue Handlungen, also Veränderungen des bisherigen Handelns, umzusetzen, hier ein klitzekleiner Auszug aus der «Kritik der dialektischen Vernunft»:

"... die Geschichte des Menschen ist ein Geschehen der Natur und dies nicht allein, weil der Mensch ein materieller Organismus mit materiellen Bedürfnissen ist, sondern weil die bearbeitete Materie als Entäusserung der Interiorität {Innenseite, Innerlichkeit} den Menschen hervorbringt, der seinerseits sie hervorbringt und der sie benutzt, insofern er in der totalisierenden Bewegung der Vielheit, die sie totalisiert, gezwungen ist, die Exteriorität {Oberfläche, Aussenseite} seines Produkts zurückzuverinnern."

Wiebitte? Ja, das Mensch ist eines von Milliarden - oder mehr -, LebeWesen-Arten, eine materielle Form, da aus Atomen und Molekülen und deren Gebilden, den Zellen, aufgebaute Lebensform, aber Interiorität und Exteriorität? Das Äussere kommt von Innen und dieses Innen ist gezwungen (besser: gefordert) dieses Aussen nach Innen zurückzuverinnern. Gemeint ist damit wohl eine fehlende [Ver-]Bindung oder eine zu grosse Distanz, also bemerkt auch Herr J.-P. Sartre, dass im menschlichen Verständnis und Handeln, vielleicht sogar im natürlichen Verständnis vom DaSein eine «Irritation» vorhanden ist? 

Ein paar Zitate dazu:
.
Von Prof. Herfried Münkler, Politologe, HU Berlin, über das deutsche Politik-Verständnis, in der wochentäglichen Fernseh-Sendung «Kulturzeit» (3Sat), 04.05.11:

"Ich glaube das in F und in GB, also den Ländern, die durchaus (Macht-/Welt-) Politik betreiben, in der Auseinandersetzung mit asymetrischen Akteuren {Staaten <-> Rebellen/Revolutionären/Opposition}, eher die Handlungsperspektive dominiert, während in D die Beobachterperspektive abläuft, so, wie man ein Kür betrachtet und hinterher sagt, dieser Sprung war aber nicht besonders gelungen."

Ist das geschichtlich verständlich?
Wenn Herfried Münkler auch richtig liegt, dass er darauf hinweist, das Deutschland inzwischen längst wieder soweit ist, auch klar und deutlich Stellung zu beziehen, gewachsen aus der Aufarbeitung des Grauens, welches von D ausging, und erwachsen in der Einsicht der Gleichheit im Wert Jedes Menschen und dem friedlichen Aushandeln auch gegensätzlichster Vorstellungen.
.
Dazu auch Klaus Naumann, Historiker, Hamburger Institut für Sozialforschung, ebenfalls in  der TV-Sendung «Kulturzeit», 12.05.11:

"Im Libyen-Konflikt zeigt sich die Konkurrenz zwischen innenpolitischen Zwängen und multilateralen {wechselseitigen} Bekenntnissen andererseits. Die Politik ist nicht souverän, das eine mit dem anderen zu vermitteln. Zu sagen, wir leisten einen multilateralen Beitrag in gewissen Grenzen über die wir {in D} mitreden und wir erklären das unserer Bevölkerung, was unsere Absichten, was unsere Kräfte, was unsere Mittel sind und was wir nicht mitmachen wollen. Wir können uns dann auf Interessen berufen {Interessen ermöglichen Orientierung}, denn, wie wir alle wissen, ist es in Ds Interesse, multilateral zu handeln, Seewege zu sichern, den Frieden in der Welt zu befördern, kollektive Sicherheit auch in fremden Regionen herbeizuführen. Weil das der Staatengemeinschaft und auch uns als Aussenhandelsnation nützt.
{Das folgende lese ich, Oliver-August Lützenich, auch in der EIN-Zahl:} Was dieser politischen Klasse vor allem fehlt, ist die Fähigkeit ... {besser, weil "Fähigkeit" nur ein Potential meint und diese sind in Allen gleich angelegt, es Herrn Klaus Naumann aber auf eine Geschicklichkeit, eine Handlungsalternative ankommt, also eine ausgebaute Grund-Fähigkeit hin zur "Fertigkeit"} ... ist die Fertigkeit Strategien zu entwickeln und Strategien zu begründen. Also unter wechselnden Bedingungen ein relativ stabiles Handlungsmuster zu entwickeln: Was können Wir tun, was können Wir erreichen und wo hört Unsere Kompetenz auf? Wer kann sich auf so einen unsicheren politischen "Akteur" {in dem Fall: D} verlassen? Das untergräbt das internationale Vertrauen, auch auf europäischer Ebene. Und das von der aktionsstärksten Kraft in Europa. Das ist ein dramatischer Befund!"

Ja, das ist es. Aber das ist es nicht nur für D, sondern, wie aktuell um Syrien zu bemerken ist, ist es ein menschlicher Befund, mal mehr, mal weniger.
Womit es zu tun hat, wird an folgender älterer Einsicht und Zitat vielleicht klarer.
.
Von Joachim Fest, Historiker, Publizist, 1926 - 2006. Er schrieb, als Nachwort zur Fernseh-Serie «Holocaust», am 29.01.1979, in der FAZ:

"Die blosse Emotion bewirkt sowenig, wie das blosse Wissen. Erst aus der Verbindung beider kann jene gefestigte Einsicht kommen, die Unseren geschichtlich begründeten Pessimismus verringern würde."
.
Oder auch von Günther Anders, Sozial-/Technikphilosoph, 1902 - 1992, er schrieb in seinem Buch «Die Antiquiertheit des Menschen 1»:

"Machen können wir zwar die Wasserstoffbombe; uns aber die Konsequenzen des Selbstgemachten ausmalen, reichen wir nicht hin. - Und auf gleiche Weise humpelt unser Fühlen unserem Tun nach: Zerbomben können wir zwar Hunderttausende; sie aber beweinen oder bereuen nicht. - Und so trottet schliesslich als letzter Hintermann, als verschämtester Nachzügler, noch heute behängt mit seinen folkloristischen Lumpen, und gleich schlecht synchronisiert mit allen seinen Vordermännern - im weitesten Abstande hinter allen, der menschliche Leib nach.
Jeder von uns besteht also aus einer lockeren Reihe von verschiedenen altertümlichen und in verschiedenem Tempo marschierenden Einzelwesen. Und das ist auch nur ein Bild - um dem ohnehin schon brüchigen Ideal des Neunzehnten Jahrhunderts: dem der "harmonischen Persönlichkeit", seinen letzten Stoss zu versetzen, dazu reicht die Kraft dieses Bildes wohl aus."

Das es dabei nicht bloss um die Einzelwesen geht, zeigte auch schon das Zitat von Jean-Paul Sartre. Es geht um das Drummherum genauso, wie in das Eingemachte.
.
Die Sprachkritik, die ich im folgenden SZ-Artikel-Auszug in Klammern eingefügt habe, ist, wie Sie bemerken werden, ein wichtiger Punkt zur Klärung der Fragestellung dieses Beitrags, deshalb fällt sie auch etwas umfangreicher aus.

Aus der Süddeutschen Zeitung, vom 01.03.2012.
Titel: "Das menschliche Bewusstsein ist ..."
Von Burkhard Müller, über das Buch «Inkognito» von David Eagleman.

"An diesem Problem {Wieso Problem? Aber genau dieses Gefühl, dass das ein Problem, statt eine einfache Tatsache ist, ja sogar ein positives Wunder, das Uns Lebewesen erst daSein lässt, ist der Grund für meinen Beitrag, denn positiv und wünschenswert lautete das Wörtchen, das diesen Umstand schildert nicht "Problem", sondern «Aufgabenstellung», aber weiter:} kommt kein Fachmann vorbei: dass das, was er {nur männlich? Ist diese Einengung in der Sprache vielleicht ein weiteres "Problem", oder eher eine «Herausforderung»; vor allem für den männlichen Teil der Sprechenden?} ..., was er in Freuden, Leiden, Taten und Vorsätzen als sich selbst, als sein Ich erlebt, nur einen winzigen Bruchteil {auch so ein falsches Wort, das ich als Bruch und als Teil? Wenn damit das Bewusst-Sein vom Selbst gemeint ist, dann ist es kein Teil, der herausgebrochen werden könnte, sondern ein Bereich im Selbst, der einschliesslich, NUR, im Selbst zu finden und einschliesslich dort erlebbar ist. Etwas, das Wir anscheinend noch nicht «Begriffen» haben, dass JEDES Selbst ein ich erlebt, ohne dass dieses ich jemals auf andere[s] übertragbar ist, somit ist ich kein Teil, sondern ein integraler, unübertragbarer, oder gar entfernbarer (also ein "Teil") Zustand (ein fundamentales Gefühl, für die Wahrnehmung eine ebenso fundamentale Ein"sicht" in ein Selbst) eines Einzelwesens. Stimmig ist also die Formulierung: ... einen winzigen Bereich ...} von dem ausmacht, was sich in einem Körper und namentlich seinem {seinem? Das ist ein "besitzanzeigendes" Wort. Besitzt der Körper ein GeHirn, oder ist Jedes Körper auch ein Bereich, der ein Gehirn ist? Sie merken, wenn Wir die Sprache und die Inhalte und Bedeutungen ernst nehmen und nicht so unreflektiert, also einfach erlernt, damit umgehen, wäre schon viel an Genauigkeit und Verantwortung gewonnen} ... seinem Hirn abspielt. Hunderte von Millionen Nervenzellen sind unausgesetzt damit beschäftigt, unsere Verdauung zu regeln - aber keine noch so konzentrierte Innenschau verschafft uns ein Bild von dem, was sie tun. Das ist vermutlich auch besser so, denn man {!?} stelle sich vor, zu was man sonst auf der Welt noch käme, müsste man nach einem reichhaltigen Mittagessen ständig die Einspritzdüse der Gallenblase im Blick behalten, von den chemischen Verwicklungen in der Leber, die dahinterstehen, ganz zu schweigen; und doch befällt einen eine Mischung aus Dankbarkeit und Unbehagen, wenn man darüber {darüber? Ja, das Gehirn ist im Stehen/Sitzen über dem Bauch, aber ist das «über»haupt eine Entfernung oder eine Trennung, so dass Mensch von einem darüber schreiben könnte, ist es nicht eher, da es um eine Einheit geht, ein ... Mensch darin ...} nachdenkt, wie automatisch alle diese Prozesse für uns und ohne uns ablaufen {Wie Bitte? Diese Prozesse laufen also "ohne Uns" ab? Merken Sie, worauf ich mit diesem Beitrag und all den Zitaten hinaus-/hinein möchte? Ob es Uns gefällt oder nicht, JEDES Lebewesen IST ein Magen, ist ein Darm, ist eine Leber, ist ein Gehirn, ist ..., ist ein ich. Und Jedes ich, ist ein Teil von UNS; da stimmt das Wörtchen "Teil". Also laufen sämtliche Prozesse in einem Lebewesen, wie dem Menschen «darIn» ab, als ein Vorgang im jeweils persönlichen DaSein, dem Selbst, dem "ich". Aber so, wie Herr Müller empfinden wohl noch die meisten Menschen das jeweilige SELBST als fremd, als getrennt. Von was auch immer?} ... und ohne uns ablaufen, um sich nur im Fall einer Störung zu melden - und auch dies auf eine diffuse Weise, die allenfalls zu einem Arztbesuch veranlasst, aber keinerlei Verständnis der beteiligten Vorgänge einschliesst."
.
Stets derSelbe Befund: Da ist Verständnislosigkeit, da ist eine unüberbrückte Lücke in Uns Lebewesen und damit auch zwischen Uns.
Zur klaren und stimmigen Tatsachenbeschreibung, zum Begreiffen der In- und Umstände fehlen Verbindungen, fehlt auch eine GleichWertigkeit von und zwischen der Kombinations-/Folgerichtigkeit und der Merk-/Erinnerungsfertigkeit (Logik, Vernunft, Bewusst-Sein; wie Sie wünschen) und dessen Basis: des DaSein, der Lebendigkeit, also der Materie und deren Trieben und Bedürfnissen (Gefühle).
Beide Zutaten (Bereiche? Wobei das Bewusst-Sein, mit all seinen Fähig- und Fertigkeiten, auf der Körperlichkeit aufbaut, ohne sie im wahrsten Sinne des Worte "UnDenkbar" ist, also ein Bereich in einem Bereich der Lebendigkeit ist: Verschachtelt also, wie eine Matrijoschka-Puppe.) des DaSein schweben noch etwas zu zart verbunden nebeneinander her. Aber das soll wohl auch so sein, besser: das ist wohl noch so, weil das (sichernde/geborgene) Verbinden von Verschiedenheiten, bis hin zu regelrechten Gegensätzen, ein langsamer Vorgang ist, der etliche RaumZeit braucht.
Aber die Einen, wie die Anderen der Intellektuellen bemerken diesen milchglasigen Zwischenbereich, der nach Aufklärung und Annäherung ruft, um ...
.
Ja, um was? Um mehr FREUDE zu erleben, als LEID, um noch mehr Fragen zu beantworten, viel mehr Fragen noch? Egal, um was es beim Begreiffen und dem Wandel, der dauernd ist (RaumZeit), geht, es ist inzwischen klar, das Wir Menschen darin eingebunden sind, wie hoch unser UnVerständnis und unser Beharrungsvermögen, das Festhalten an Bekanntem, Vorhandenem und Bequemlichem auch ist, Wir sind mittendrinn, weder Zuschauer, noch Richter, weder nur Behandelte, noch nur Entscheidende, Wir sind von Allem Etwas.
.
Und nun endlich der im Titel schon ganz oben angekündigte Witz:

Geht ein Zen-Meister zum Sandwich-Verkäufer.
Was verlangt er dort?
Eins mit Allem.

Von mir: Was bekommt er? ZuViel! Aber der Witz ist trotzdem treffend und gut.
.
Es bleibt die Frage: Ist die Lebendigkeit die Handlung eine aufgerissene Wunde des SEIN wieder zu schliessen, oder ist das DaSein sogar der Versuch diese Grenzregion zu stabilisieren, sogar zu vergrössern, weil auch das SEIN diese Veränderung wünscht und in Uns LebeWesen fördert? Sie ahnen, dass ich der zweiten Variante zuneige, aber nix genaues weiss noch Keines. Die Frage nach dem Sinn harrt also weiter der Klärung.
Oliver-August Lützenich bleibe drann, bleiben Sie dabei?

Montag, 5. März 2012

Ein Freund der Wissenschaft

Das Folgende ist reine Sprach-Arbeit, ist also nur (einschliesslich!) in der Sprache gültig, reicht über die Sprache hinaus NICHT in den Alltag hinein. Und doch reicht umgekehrt der Alltag nicht nur in die Sprache hinein, sondern hat die Sprache[n] gefordert, gefördert und geprägt. Die Frage ist also: Was ist vom Folgenden gültig, trifft zu, oder ist einfach daneben? 



Der Freund ...

Freund: Wie sein Gegenwort 'Feind' ist auch das gemeingermanische Substantiv 'ahd. 'friunt', mhd. 'vriunt', got. 'frijônds', engl. 'friend', ähnlich schwed. 'frände' "Verwandte[r]" ein erstarrtes Partizip. Es gehört zu einem in got. 'frijôn' "lieben" bezeugten germanischen Verb aus der Sippe des unter 'frei' (siehe dazu auch "Hat das Mensch einen freien Willen?") behandelten Adjektivs. Neben der alten Bedeutung "Blutsverwandter, Stammesgenosse" zeigt sich schon in germanischer Zeit der Sinn "persönlicher Vertrauter, Kamerad". Als Verbbildungen erscheinen 'sich mit jemandem an-, befreunden' (zu mhd. 'vriunden' "zum Freund machen"). Ableitungen sind: 'freundlich' "liebenswürdig, heiter" (ahd. 'friuntlîh', mhd. 'vriuntlich' "befreundet,, nach Freundesart; angenehm, lieblich"); 'Freundschaft' (ahd. 'friuntscaf', mhd. 'vriuntschaft'; ursprünglich und noch mundartlich "Gesamtheit der Verwandten", dann "Freundesverhältnis", dazu 'freundschaftlich' (18.Jh.).

Philosophie: Das seit dem Ende des 15. Jh.s bezeugte Fremdwort ist aus lat. 'philosophus' entlehnt, das seinerseits aus griech. 'philó-sophos', eigentlich etwa "Freund der Weisheit" (aus griech. 'philos' "liebend; Freund" und griech. 'sophia' "Weisheit"), übernommen ist. Während das griechische Wort ursprünglich ganz allgemein denjenigen benannte, der sich um Erkenntnisse in irgendeinem beliebigen Wissensgebiet bemüht, wurde es seit Sokrates und Plato zur speziellen Bezeichnung des Denkers schlechthin, der nach allgemeinen, jenseits der in den Einzelwissenschaften gültigen Wahrheiten sucht, und dessen Fragen und Forschen auf den Sinn des Lebens, das Wesen der Welt und die Stellung des Menschen in der Welt, auf die letzten Gründe des Seins gerichtet ist.

... der Wissenschaft

wissen: Das gemeingermanische Verb ahd. 'wizzan', mhd. 'wizzen', got./aengl. 'witan', gehört mit verwandten Wörtern in anderen indoEurop. Sprachen zu der indoEurop. Wurzel '*ueid-' "erblicken, sehen", dann auch "wissen" (eigentlich "gesehen haben"). Vgl. z.B. griech. 'ideîn' "sehen, erkennen", 'eidénai' "wissen", 'idéa' "Erscheinung, Gestalt, Urbild" (Idee), lat. 'videre' "sehen" (Vision) und russ. 'videt' "sehen". Aus dem germanischen Sprachbereich gehören ferner die bei weise, weissagen, verweisen, Witz und gewiss behandelten Wörter. Von der ursprünglichen Bedeutung "erblicken, sehen" geht die Substantivbildung 'Weise' (eigentlich "Aussehen, Erscheinung) aus. - Im Deutschen gruppieren sich um 'wissen' die Bildungen 'Gewissen' und 'bewusst'. Ableitung: 'Wissenschaft', mhd. 'wizzen[t]schaft' "Wissen, Vorwissen, Genehmigung"; seit dem 16./17. Jh. als Entsprechung für lat. 'scientia' "geordnetes, in sich zusammenhängendes Gebiet von Erkenntnissen; forschende Tätigkeit".
weise: Das altgermanische Adjektiv ahd., mhd. 'wis', niederrl. 'wijs', engl. 'wise', schwed. 'vis', gehört zu der unter 'wissen' behandelten indoEurop. Wortgruppe und bedeutet eigentlich "wissend". Ableitungen: 'weisen' "wissend machen" (Präfixbildungen: 'anweisen' "zuteilen, anleiten", 'ausweisen' "pers. Daten vorzeigen, hinausleiten", 'beweisen' "als wahr/richtig aufzeigen/herleiten", 'überweisen' "übertragen, weiterleiten", 'unterweisen' "anleiten, lehren", 'verweisen auf' "Bezug nehmen, weiter leiten"); 'Weisheit' "einsichtsvolle Klugheit, erfahrungsreicher Rat".

schaffen: Das Neuhochdeutsche unterscheidet ein starkes Verb mit der Bedeutung "schöpferisch gestaltend hervorbringen" und ein schwaches, das "zustande bringen; tätig sein" bedeutet und südwestdeutsch für "arbeiten" gebraucht wird. In den älteren deutschen Sprachzuständen lassen sich die beiden Verben nicht eindeutig trennen; das jüngere schwache und das ältere starke haben einander beeinflusst. Mhd. 'schaffen' "erschaffen, gestalten, tun, einrichten, [an]ordnen", entspricht in der starken Form dem gleichbedeutenden ahd. 'scaffôn'. ... Die gemeingermanische Grundbedeutung dieses Verbs, nämlich "schaffen, gestalten", hat sich aus älterem "schnitzen, mit dem Schaber bearbeiten" entwickelt. Damit gehört das Verb zu der bei 'schaben' behandelten Wortgruppe. Zu dieser gehört auch der Gefässname 'Schaff', eigentlich "Ausgehöhltes" (daraus entwickelten sich auch "Scheffel, schöpfen und Schoppen").
.
.
Wissen, war(/ist?) "gesehen haben", war also alles, was im/durch Licht hereinkam und hängen blieb.
Schaffen, war(/ist?) der Prozess der Bearbeitung eines Werkstücks, und das Geschaffte (die Schöpfung?), war das Ergebnis der Tätigkeit.
So war der Ursprung der Wissenschaft, das bei Licht besehene/hereingestrahlte Bearbeiten vorhandenen Materials. Wissenschaft, war Arbeit im Hellen. Bei zumindest Kerzen- oder Sonnenschein. Im Dunkeln keine Wissenschaft. So war(ist?) das.
Wissen- war Gesehenes und -schaft war Bearbeitung.

Was sparte das Wissen da alles aus? Den Geschmack, den Geruch, das Gehör, das Tasten und vor allem, die gesamte Weite des Gefühls. Wissen hatte also nie zwischen den Beinen geleckt, hat nie die Nase gerümpft, hat nie zärtlich berührt oder auch hart zugelangt, hat nie gesungen und getanzt oder nur gewippt, nie vor Glück gejauchzt und nie einen Verlust beweint, kannte weder FREUDE noch LEID.

Und das Schaffen war ein Verkleinern, war ein Verlustgeschäft, denn wo gehobelt/geschabt wird fallen Späne und die werden bestenfalls ins Feuer geworfen und wärmen ein wenig, übrig bleibt etwas Herausgearbeitetes, der Scheffel.

So war die Wissenschaft vom Ursprung her Aussparung und Weggschaffung, war Einengung und Verkleinerung von Vorhandenem. Wissen war wenig und schaffte nur klein bei. 

Ist das inzwischen anders? Leckt Wissen inzwischen auch, weint Wissen heute auch, schafft es Wissen jetzt auch zu vergrössern, oder zumindest zu belassen und trotzdem eine Erkenntnis zu gewinnen? Ist Wissen inzwischen mit (-) Gefühl?

Ja, die Wissenschaft tut/ist das inzwischen.
Die Wissenschaft ist inzwischen der Gefühle bewusst.
Und *ich bin ein grosser Freund davon, dass die Wissenschaft inzwischen auch leckt.