Samstag, 10. März 2012

Zitate 03 «Darwins Leckereien sind Caput»

Für Neu-Einsteiger: mir geht es beim ganz persönlichen DaSein, beim dahinlebendigen und beim auf- und einnehmen von Erfahrung und Wissen, immer auch um den ursprünglichsten Begriff der ProVokation, des HerausRufens, der HerausForderung einer Reaktion, einer Aktion. Was passiert in mir, wenn ich diese Erfahrung, dieses Erlebnis begreife, ergreife, also vereinnahme und im und für das persönliche Selbst ein-/umsetze, und was, wenn ich ein Wissen betaste, ob es stimmt, ob es falsch ist, ob es relevant oder unwichtig ist? Was passiert in mir und mit mir? Ich provoziere gerne. So auch, wenn ich schreibe und vor Sie hinstelle: also, fühlen Sie sich provoziert, im Besten Fall wirklich herausgefordert, einer Facette des Lebens nachzugehen, nach zu denken. Ich hoffe, für mich, ich schaffe es irgendwann einmal auch WIRKLICH voraus zu denken. Was das aber bedeutet, muss ich erst noch in Worte fassen, um es dann auch tun zu können, also bis bald. Und nun zum gestrigen Beitrag:
Als Nachschub zum (vor)gestrigen Beitrag, habe ich noch ein paar passende Leckereien gefunden und stelle sie nun also vor Sie hin, einfach so. Beginnen möchte ich mit dem AufFinder der Evolution, mit Charles Darwin und seinen Nöten.

Aus der Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 17.01.11, von Caspar Hirschi.
Titel: «Ohne Reputation ist alles nichts»:
Kurzer Auszug: " ... Die Antworten zielen auf den ganzen Menschen: „Was lernen wir über Darwin, wenn wir lesen, dass 'seine Gedärme laut und stinkend' seien, oder wenn wir uns seine Besorgnis vergegenwärtigen, dass jede Aufregung 'solche Blähungen hervorruft, dass ich eigentlich nirgendwo hingehen kann'?‟ Der hohe Ton ist da in der Tat verschwunden, aber ob uns Darwins Furzzwang hilft, die Evolutionstheorie geschichtlich einzubetten, steht auf einem anderen Blatt. ..."
Ende Auszug.
Grosse Entdeckungen werfen also ihre Blähungen hinaus, auch Albert Einsteins Magen-Darm-Zuckungen sind dokumentiert. Also, falls Sie auch ein klein wenig blähen, seien Sie sorglos, bei Ihnen kommt das Grosse immer noch unten hinaus, wenn Sie aber richtig-gehend blasen, feucht und warm, sollten Sie immer einen Stift oder einen Tablet bei der Hand haben, bei Ihnen kommt das Grosse oben heraus, oder auch nicht; dann haben Sie schlichtwegg Pech gehabt, dann drückt es "nur" von unten.  Sie können das ändern, indem Sie Darwin, Einstein, Lévi-Strauss, Eco (Semiotik), Cantor, Penrose, Sartre, Arendt und Primo Levi und mehr intensiv studieren und alles was noch an WeltWissen zu begreifen ist, dann kommen Sie irgendwann, bis zur Freisetzung einer GROSS[artig!]EN Theorie, nicht mehr aus der Wohnung, oder so;-)

Ein kleines Häppchen habe ich noch, für die Fetischisten in ihnen.
Aus meinem Bewerbungsschreiben als Porno-Drehbuch-Schreiber: "Ahh, du bist so geil! Lass mich von dir lecken und über dein Arschloch urinieren. Ahh!" Oder so;-)
Aber genug der Leckereien, mir stinkts jetzt langsam, zurück zur gehobenen Kunst.

Wir nehmen dazu den Fahrstuhl und fahren aus dem Unterbauch langsam nach Oben, oder wo auch immer bei Ihnen gerade der Kopf ist (vielleicht liegen Sie ja?) und verweilen noch kurz für ein paar Worte vor der Brust, knapp unter dem Hals.
Aus der Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 14.12.10, von Rudolf Sternberg.
Titel: «Lehren aus Stuttgart21».
Kurzer Auszug: "Zu bedenken ist schliesslich, dass auch bei direktdemokratischen Entscheidungen nicht "das" Volk entscheidet, sondern in der Regel eine sehr kleine Minderheit, welche die zur Entscheidung gestellte Frage formuliert, der wiederum eine mehr oder weniger kleine Minderheit akklamiert. Solche Minderheiten sind jedoch anders als die Organe der Repräsentativ-Verfassung weder dem Gemeinwohl verpflichtet, noch können sie für die Folgen ihrer Entscheidung(en) verantwortlich gemacht werden."
Ende Auszug.
Oha, da hält Einer aber grosse Stücke auf die (Repräsentativ-) Vertreter des Volkes! Wieviele von den aktuellen Repräsentanten des Volkes sind verantwortlich dem Gemeinwohl verpflichtet?
Es ist schon ein Kreuz, überall herrschen die Minderheiten! Nur eines beherrscht die Mehrheiten, der Glaube[n] und der ist bekanntlich ohne viel Wissen.

Wenn Sie bis hierher durchgehalten haben, können Sie inzwischen die Hand von der Nase nehmen, Wir sind auf Augenhöhe angekommen, egal ob sie stehen, sitzen, liegen oder aufgehängt sind. Die Lateiner könnten jetzt: "WinkeWinke!", für 13 Zeilen, aber ...

Eine Frage, mit Vorbereitung: lateinisch
'caput' = "Spitze, Kopf, Haupt(sache); lat. 'capitellum = "Köpfchen"
    ↓   ➥ 'capitulare' = Hauptpunkte (eines Vortrages, Vereinbarung) verhandeln
    ↓  ↓        ➥ 're-capitulare' = wiederholen, zusammenfassen ➡ rekapitulieren
    ↓   ➥ 'capitulum' = "Kopf-, Hauptabschnitte[e] ➡Kapitel
    ↓   ➥ 'capitalis' = "hauptsächlich, vorzüglich ➡ zu it. 'Capitale' = "Hauptstadt"
    ✛➞       ↓   ➥  urspr. Bez. der Kopfzahl einer Viehherde, also von "Reichtum"
    ↓            ➥ Kapital = ein Vermögen; ➡ aber auch: kapitaler Bock/Fehler
    ↓                     ↓   ➥ in der Bed.: 'herausragend, schwerwiegend' = "Kapitalverbr."
    ↓                     ↓   ➥ it. 'Capo' = "Spitze"➡ Oberhaupt ➡ frz. "Chef" ➡ "Kapitän"
     ➥                   ➥ Kapitalismus  ➡ 'ismus' = "Tendenz, Richtung, Einstellung"
                                     ↓                     ➥ 'istik' = "Erscheinungs-, Darstellungs-Form
                                      ➥ Haupt-Richtung, Kopf-Tendenz, Spitzen-Einstellung (???)

Oder auch:
Spitzen-Richtung, Kopf-Einstellung (wie doppeldeutig!), Haupt-Tendenz?
Wie Sie wollen.
Die Frage: Was ist, wenn der Kapitalismus kapituliert?
Wenn die Haupt-Richtung zur blossen Richtung wird, die Kopf-Tendenz den Kopf verliert, oder gewinnt sie ..., gewinnt erst der Kopf, die Vernunft, indem sie die Richtung, die Tendenz, die feste Einstellung verliert und etwas frag-würdiger wird. Ohne Fragezeichen.

Freitag, 9. März 2012

DaHinter ein Arschloch

DaHinter

Hinter geheimen Türen
warten die Trojaner auf den Einsatzbefehl
Hinter verborgenen Türen
liegen feiste Bäuche den dicken Teppich platt
Hinter phantastischen Türen
hüpft ein blauer Frosch auf blechernem Geschirr
Hinter vermoderten Türen
versprechen dumpfe Menschen sich dem Vaterland
Hinter verbohrten Türen
misshandelt die RaumZeit beständig die alten Leiber
Hinter zugemauerten Türen
verkommt der Schrei der Angst zum blossen Hohn
Hinter verstellten Türen
wird der grosse Aufstand ständig nur angemahnt
Hinter verbotenen Türen
sitzen Satan und Fortuna mit dem Siegerkranz
Hinter versicherten Türen
ist das Ende der Welt längst schon gelöst
Hinter vermissten Türen
drücken Kinder sich um den Verstand
Hinter verriegelten Türen
hat die Fratze der Enrechtung freien Lauf
Hinter verstohlenen Türen
schwirren laue Liebesdüfte durch dämmrigen Raum
Hinter offenen Türen
wartet die Freude auf viele weitere Gäste
.
Da es hier um Poesie geht, noch ein Gedicht. Es beginnt Anal, ist jedoch am Ende ein Erkenntnis-Gedicht und trifft somit auch auf den Autor zu, also Nasen zuhalten und los gehts:
.
Hey Sie!
Ich?
Ja, Sie. Sie Arschloch!
Was!?
Sie Arschloch, sie.
Aber ich bitte Sie!
Sie sind doch ein Arschloch, oder?
Wie?!
Sind sie doch, ein Arschloch?
Sie Unflat, sie!
Ich bitte sie, sie Arschloch!
Unflat!
Arschloch!
Ich scheiss auf Sie!
Sag ich doch, Arschloch.
Unflat!
Aber ist doch so.
Ähh, was?
Mensch-Sein ist auch Arschloch-Sein.
Hmm?
Arschloch.
Selbst!
Ja.
.
Das wars. Und das muss Eines erst mal schaffen, aus dem Arschloch ein Gedicht zu machen. So, in die Augen, durch die Nerven, mitten rein ins Stammhirn und wegggeklickt ...