Samstag, 19. Januar 2013

Der Enter[net]haken und der Apfelbauch

Ein Beitrag, den ich im Mai 2012 in die SprechLichtung eingeschrieben habe, den ich immer noch aktuell finde und dessen Fragen immer noch in mir wühlen, besonders weil ich auch mit PiratInnen befreundet bin, aber das auch so aufmerksam verfolge. Zur aktuellen RaumZeit ist der aufgeblasene Anfangserfolg ziemlich ausgeblubbert, aber Morgen ist Wahl in Niedersachsen und Wir werden sehen, was davon noch übrig ist.

Hier nun also der nur leicht veränderte Beitrag von 05/12:

Die Piraten entern die etablierte Demokratie und gestalten sie mit ihren "Enterhaken" und Augenklappen um.
Was läuft falsch in der Demokratie, dass sie geentert werden kann, von Menschen, die mit deren etablierter und aktueller AusGestaltung und Wirkung nur noch wenig anzufangen wissen?
Ist die Demokratie zu etabliert, zu unbeweglich, dass sie ein wenig NeuBes[e/a]tzung gut gebrauchen kann, die das etablierte Personal und die etablierten Methoden neu- oder sogar aufmischt? Von RaumZeit zu RaumZeit braucht das Jedes und Alles, warum also nicht auch ein System der Gesellschafts-Gestaltung und -Verwaltung.
Die Grünen haben damit begonnen der damaligen (vielleicht) Demokratur eine neue Farbe hinzuzufügen und ein paar neue Umgangsformen. Nun sind die Grünen mitten im System angekommen, haben sich darin wohlig eingerichtet, und sind dadurch langsam und sicher mehr und mehr in die Mitte gerutscht, die Grünen sind bald die neuen Schwarzen, während die Schwarzen immer mehr zu den RosaRoten hinrücken, damit werden die Roten zu immer dunklerem Rot gezwungen, bis vielleicht die Farbe ganz raus ist. Die Linke als die neuen Weissen?
Und nun kommen die Piraten in Orange und mit dem Apfel vor dem Bauch und wollen auch mitmischen. Werden sie auch langsam in die Mitte rutschen und vom etablierten "System" angepasst, werden Sie bald auch mit Schlips und Chauffeur und werden Sie auch mit langsam sich schliessenden Türen, weil ... ?
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William Turner, "Der Brand des Ober- und Unterhauses 1843"
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Was bewegt die Menschen, die die orange Partei entern? Politische Ideen und Konzepte fehlen noch weitgehend, sie werden sogar vermieden, wie mir scheint, gerade um nicht in eine Richtung eingeordnet zu werden, um nicht das Anhängsel einer Richtungspartei zu werden, um nicht festgelegt zu sein. Frei sein, ist das möglich ohne Programm, ohne politisches Programm, ohne kämpferischen Anspruch? Was ist das für eine "Freiheit"? Freilichkeit? Heute so, Morgen so, Übermorgen Europa, Überübermorgen die ganze Welt? Nur nicht festlegen, ist das die neue Haltung, Entscheidungen aus dem Affekt, so spontan wie möglich, ohne durch ein Programm, ohne durch eine Partei-Programmatik festgelegt zu sein? Hmm? Hat was. Liquid Feedback, die Masse machts. Die Weisheit der Masse, die Schwarm-Intelligenz hat nun also ihr Gehäuse gegründet und die Schweden haben es als erste erkannt, nach dem MassenMöbel, die MassenDemokratie. Endlich keine Hinterzimmer-Obrigkeit mehr, die in Vergangenheits-Manier auskungelt was "gut für die Masse" ist, sondern offene und jederzeit nachvollziehbare Ideen- und Entscheidungsprozesse.
Nach anfänglichen Berührungsängsten, finde ich diese Vorgehensweise langsam immer spannender. Wenn jetzt noch darauf geachtet wird, dass Jedes Mensch einer Gesellschaft auch die Fertigkeiten in Wissen und Gefühl erhält, um auch umsichtig und mitempfindend, also nicht nur für das Selbst, sondern auch für die Gesellschaft mitzuentscheiden, dann bin ich dabei. Wenn das aber eine Egoisten-Veranstaltung ist, in der die üblichen Rechte-Inhaber und Wichtigtuer nur ihr Aussenseiter-Ding durchziehen wollen, bleibe ich noch lieber bei den etablierten Parteien. Ach, es ist einfach schön etwas Altbacken zu sein und noch einen gewohnten Rückzugsort zu haben, ein wenig EigenDrohung muss noch sein, in einem eher ängstlichen Haus, wie meinem.
Also Piraten, fertigmachen zum Entern, aber bitte friedlich, auf die Alte Art, also ohne Rücksicht auf Verluste, ist auf jeden Fall die falsche Weise und würde für mich bedeuten, das Ihr eher nichts am System ändern wollt, sondern nur eine wenig reindrängeln, rann an die Häppchen der Privilegierten. Na wenn das alles ist, ... aber ich hoffe nicht.

Heute ist der 21.01.2013. Ein Tag nach der Wahl in Niedersachsen.
Die etablierten Parteien haben gewonnen. Die Piraten liegen aktuell bei 2,1 Prozent. Die Luft ist raus. Vorerst!
Aber Bitte Weitermachen. Lasst Euch eure Themen nicht so einfach klauen und verwässern! Mehr FreiRaumZeit (auch im Netz), mehr Transparenz in allen Bereichen, erst recht in der Politik und eine Grundsicherung für Alle Menschen und zwar bedingungslos.
Danke.

Dienstag, 15. Januar 2013

Die UnterTeilung des Alles

Hier ist ein-Es unterwegs (Oliver-August Lützenich), das Alles befummelt, wohin Es greifen kann, und das ist eigentlich ganz schön viel, und zu dem Alles gehört auch unser Verständnis des "Flusses" der Veränderungen innerhalb dieses DaSein, kurz auch RaumZeit benannt und darin besonders der Einteilungen darin, die wir Menschen inzwischen vorgenommen haben, dem groben Dreischritt: Vergangenheit, dem - für m*ich -, FalschWort "Gegenwart" und der grossen, ja geradezu gigantischen Unbekannten, der Zukunft.

Wir haben die RaumZeit selbstverständlich noch stärker eingeteilt, inzwischen sind Wir soweit, im Grossen bereits Milliarden SonnenUmkreisungen zu überblicken und im Kleinen sind Wir inzwischen schon bei PicoSekunden (Billionstel) angelangt. Da ist nur so wenig drinn, da ist so wenig enthalten, dass Wir es fast schon begreifen können, was RaumZeit ist, wie Es ist und aus was Es besteht.

Aber das nur zur Einführung vorwegg, denn hier in diesem Beitrag geht es auch um die RaumZeit und den möglichen Fluss, den ES (RaumZeit) ist, aber eher nicht, davon spekuliere *ich aber in einem anderen Beitrag (z.B. auch in dem Heute in der SprechLichtung veröffentlichten Beitrag: "Von der Erkennung der Wirklichkeit"). Hier und Heute erst mal ein paar Textchen, die *ich aus der SprechLichtung hierher überführt habe und mit diesem Vorwort noch etwas aufgehübscht habe, wenn die Textchen das auch vielleicht gar nicht bräuchten.
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Nun, *ich bin kein Freund der Vergangenheit, zwar bin Oliver-August Lützenich ein Produkt der Vergangenheit, somit bin Oliver-August Lützenich auch Vergangenheit, fast vollständig, aber ein kleiner Bereich in *mir, ist mit grosser Zu-Neigung der Zu-Kunft zu-gewandt. Ein kleiner Bereich in *mir, der gerne grösser werden möchte, sehr gross.

So klein und leer, hofft dieser Bereich in *mir, auf Füllung und die kommt nicht aus der Vergangenheit, denn davon bin *ich schon voll genug, Nein, dieser Bereich braucht Neues, möchte Unbekanntes lecken, möchte Unerforschtes riechen, möchte Unerreichtes berühren und Unerhörtes erspüren (siehe dazu auch den Beitrag: "Die Erregung der Schönheit II", steht ganz unten auf dieser Seite, in den meistaufgerufenen Beiträgen), aber bevor es dazu kommt, erscheint die Angst auf dem VorFeld und fuchtelt böse herum: Wage es nicht!, kreischt sie, die Angst und fuchtelt schrecklich herum, um die Vergangenheit zu bewahren! Aber *ich will nicht nur Vergangenheit sein, möchte also das Gespür neu ausgerichtet und los gehts.

Aber zuerst ein paar ungefährliche Pfeile in die Augen:
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Ein wenig Physik, die Funktion(ale) RaumZeit
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Incipit: Guten Tag,

vor 20 Jahren rief es im Theater ins Publikum: "Ich will endlich die Zukunft sehen! Wo ist die Zukunft!?". Selbstverständlich nahm Niemand den Ruf persönlich, er fiel so durch, aber angesprochen hat er Uns, ich zumindest spürte später so ein Ziehen, in mir. Zukunft? Wo Wir doch alle aus der Vergangenheit sind. Den "Urknall" noch in den Ohren und die Gegenwart vor Augen. Die kommt von allein, braucht man sich nicht drumm zu kümmern. Aber der Ruf bohrte in mir. Zog in mir. Ziehkunft? Was zog da, während mir die Ohren rauschten? Ein Verlangen. Mangel. Leere. Offenheit. Welche Fenster ich auch schloss, es zog! Hallo!, rief die Stimme, wo bin ich? Ja, Sapperlott, woher soll ich das denn wissen!, was weiss denn ich?, ich weiss nicht, wo ich bin, woher soll ich dann wissen, wo Du bist?; auf jeden Fall nicht da, wo ich bin! Nicht? Nein! Och, schade. Zieh von dannen, lass Uns sein, wie Wir sind, so sind Wir gut und wunderbar. Ach, wirklich? Ja, wirklich! Seit wann? Ab Jetzt! Dann bin ich hier ja richtig. Also gut, nimm Platz. Schön!

Und nun ein wenig Gesellschafts-RaumZeit

Akklamation: Die Vergangenheitsbewältigung muss ein Ende haben! Rief die Dame von Rechts. Ja, Schluss damit. Drückte ein Herr aus der Mitte Rechts nach. Abschaffen! Skandierte ein Chor von Mitte-Rechts-Hinten. Das hätten sie wohl gerne, was! Rief ein Herr von Links. Ja, alles vergessen, was war, das ist typisch für die Ewiggestrigen! Staunte eine Dame von Nebenan. Von links klagte ein junger Mann: Was ist denn das? Nur weil du noch keine hast! Schimpfte eine Dame von Links-Innen und rief: Vergangenheitsbewältigung Jetzt! Ruhe! Schrie ein Herr aus der Mitte. Bringt sie zum Schweigen! Skandierte der Chor aus Mitte-Rechts. Gegenwartsbewältigung Sofort! Forderte ein Herr mit roter Nase von Vorne. Sogleich stimmten einige Herren und Damen von Mitte-Links ein: Gegenwartsbewältigung, Gegenwartsbewältigung, Gegenwarts-bewältigung! Von Links kam nur Gemurmel. Von ganz Aussen rief eine Dame: Her mit der Vergangenheit! Wieder die Vergangenheit! Ein Herr von Links blaffte sie an: Schweig! Nieder mit der Vergangenheit! Fügte der Herr noch an. Von Mitte-Hinten setzte ein Chor ein: Wir wollen Bewältigung, wir wollen Bewältigung, wir wollen Bewältigung! Ruhe! Schrie der Chor von Rechts: Ruhe Jetzt! Was nu? staunte der junge Mann. Ach, lasst mich doch mit der Vergangenheit in Ruhe, wir haben doch schon genug Probleme! Winkte ein Herr von Mitte-Mitte ab und drängte nach Hinten. Gemüse für Alle! forderte der Herr mit der roten Nase lautstark. Die Vergangenheit muss ruhen! rief ein Mann von Rechts-Vorne. Nebenan staunte die Dame: Wann kommen Wir mal auf die Idee der Zukunftsbewältigung?

(Lesen Sie dazu auch den Beitrag: "AbGesang der politischen Farbenlehre", vom März 2012, in diesem Blog)