Montag, 3. Juni 2013

Vor-Ver-ant-Wort-ung

Das einzelne Selbst ist eine Schöpfung.
Das DaSein ist eine Schöpfung des (SEIN)?
Die Verantwortung ist eine Möglichkeit des Verhaltens im DaSein.
Eine bisher weitgehend ungenutzte Möglichkeit des irdischen DaSein.
Die Verantwortung ist ein Wort. Mit guten Ideen drinn, fast ohne Konkretes.
Was bisher von Verantwortung spricht, meint meist Schuldzuweisungen im Nachhinein.

Wo doch die Haupt-Idee der Verantwortung vom VorHinein spricht, vom VorHandeln, vom Wissen der Wirkung einer Handlung, von der Ahnung der Konsequenz einer Handlung, die dadurch erst zur Handlungs-Weise wird.

Wo doch die Haupt-Idee der Verantwortung nicht nur davon spricht einen Schuldigen zu benennen, einen "Verantwortlichen", der dann den "Hut" nehmen muss, wenn die Geschädigten, die Verletzten und die Toten bereits passiert sind.

Wenn doch die Haupt-Idee der Verantwortung davon kündet, dass ein-Es oder eine Gruppe vorher genauestens, nach aktuellem Erkenntnisstand prüft / prüfen, was eine Handlung bewirkt, ohne das Risiko von Fehlern und falschen Schätzungen dabei auszuschalten, denn der Zufall ist nicht auszuschalten, aber weitgehend. Oder eben so weitgehend, wie ein-Es möchte, ohne Ander-Es Schmerzen zu bereiten.

Was aber wohl die Haupt-Ursache für das Fehlen der Vorprüfungen und der Wissens-Verwendung als Standard für das Verantwortung ist, sind die fehlenden Ziele, Pläne und Wünsche für das persönliche oder das Gruppen-Handeln.

So lange einfach nur situativ, spontan, von den persönlichen Grund-Bedürfnissen gefordert und gelenkt oder von den aktuellen Verhältnissen und Umständen erzwungen, also mehr oder weniger triebhaft gehandelt wird, bleibt das Verantwortung eine blosse Idee und die "Verantwortung" das Wort für eine blosse nachträgliche Schuldzuweisung in Folge von MissHandlungen aller Art.

Das einzelne Selbst ist eine Schöpfung.
Das einzelne mit Selbst-Verantwortung ist eine Neu-Schöpfung.
Zu dem Selbst gesellt-s ich als Vor-Wort die Verantwortung hinzu.
Die Zukunft ist ein verantwortliches Selbst?
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Francis Bacon,
"Portrait of George Dyer, riding a bicycle", 1966
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Da dieser Blog die Verantwortung im Namen trägt, werde ich Selbst dem auch in den Beiträgen gerecht, hier also mein Beitrag zur Entstehung, zum Werden einer Selbst-Verantwortung:

Die LeitIdee meiner Arbeit ist die weitestgehende Übernahme der Selbst-Verantwortung. 
Soweit diese Verantwortung für das ganz persönliche Fleisch, Blut, Knochen, Sehnen und mehr, als einzelnes Mensch zu er-tragen ist, es also für jedes Einzeln-Es / mich gesund ist.
Denn, als soziales Lebewesen, ist stets auch ein nicht geringer Teil der Selbst-Verantwortung für jedes einzelne Mitglied einer Gemeinschaft, innerhalb dieser Gemeinschaft beheimatet; Selbst-Verantwortung ist also auch eine soziale Aufgabe und Verpflichtung.
Selbst-Verantwortung schuldet die Solidarität ALLER Jedem Einzelnen.
So wird das bisher auch gelebt, allerdings auf sehr verzerrte, ungleichwertige Art und Weise, wie die vielen Armen und Obdachlosen zeigen, wie überhaupt die teils gewaltigen Bewertungsunterschiede innerhalb der menschlichen Gemeinschaft[en] beweisen.
Die Selbst-Verantwortung ist bisher den tierischen Trieben unterworfen und einer hierarchischen (einer natürlichen!) Prägung ausgeliefert. Das führt dazu, dass die (Selbst-) Verantwortung an die Gesellschaft ausgegliedert wird und dort auf jeweils wenige übertragen ist, an die sogenannte Führung, die "Verantwortlichen", womit diese, bis auf sehr sehr wenige Ausnahmen, überfordert sind.
Und das Selbst (ohne -Verantwortung) wird im Einzelnen festgehalten, was wiederum - ohne die '-Verantwortung' -, dieses einzelne 'Selbst-' - wieder bis auf sehr sehr wenige - unterfordert, Jedes Selbst ist ohne die Verantwortung, für das Selbst, unterfordert. Die Unterforderten - was wohl die Allermeisten, wenn nicht gar ALLE sind? - handeln also überwiegend verantwortungslos, dafür aber übermässig selbstgefällig, was weder für das Einzelne, noch für die Gemeinschaft besonders förderlich ist.
Die Verantwortung wird abgeschoben, weil die Natur das so geprägt hat. Es war bisher ein erfolgreiches Modell, eine in allen sozialen Verbänden so gehandhabte Vorprägung, eine Aufsplittung aller Verbände in unterschiedliche Klassen der Arbeiten, der Aufzucht und Fortpflanzung, der Versorgung, der Pflege, der Freiheiten und der Macht.
Das Mensch, als natürliches Lebewesen, ist dieser Prägung selbstverständlich ebenfalls unterworfen. Auch Wir gestalten Unsere Gemeinschaften nach diesem Programm, das, wie geschrieben, bisher sehr erfolgreich ist (war?), für fast alle sozialen Lebewesen.
Doch, irgendwie bin ich das Gefühl, dass diese VorEinstellung Uns nun anfängt zu behindern. Die Technik nimmt immer breiteren Raum ein, Wir sind von vielen Tätigkeiten und Abhängigkeiten mehr und mehr, durch die Weiterentwicklung der Technik befreit. Wir könn[t]en also daran gehen diese natürliche Prägung zu verändern.
Und zwar zu Unseren Gunsten, zu den Gunsten aller irdischen Lebewesen, denn Wir sind eingewebt in eine irdische LebensGemeinschaft - wenn auch diese Überbetonung des Selbst (ohne die -Verantwortung) die meisten Menschen noch dazu verführt, das Mensch solipsistisch (also Einzig-artig, ja, mehr noch: als Zentrum des DaSeins) zu fühlen, also als quasi ausserhalb der Natur zu behaupten, fast als übernatürlich -.
So meint die Veränderung zu Unseren Gunsten, zur Verbesserung der Umstände des irdischen ErLebens allgemein, also zu menschlichen und zu mit-menschlichen Gunsten, zum Nutzen Aller Mit-Lebewesen.

Das ist nicht nur machbar, wie alle neueren Forschungsergebnisse zeigen, es ist sogar geboten. Und, *ich denke, die irdischen erLebens-Verhältnisse sind relativ einfach zum Nutzen von All-Es zu verbessern, weil Wir einfache Bedürfnisse sind: so lange und dabei so gut versorgt, verpflegt, anerkannt, unabhängig und Einzigartig DaSein, wie es die Lebendigkeit gerade hergibt. Der momentane Stand des Wissens und der Technik erlauben für Menschen eine erLebens-Dauer von bestimmt 100 bis zu 120 Sonnenumkreisungen. Und das ist noch steigerbar.

Also, ich hole die Selbst-Verantwortung in vollem gesunden Umfang in m*ich zurück, oder baue sie dort in gesundem Masse auf, je nachdem, welchen Aspekt es betrifft.

Auf eine gesündere, längere, eine wunderbare, eine leichte, gut versorgte, unabhängige aber solidarische, weil selbst-verantwortete Zukunft!

Freitag, 31. Mai 2013

Sprech-Ballast

Manchmal braucht es ein Refresh älterer Texte, oder ältere Texte passen plötzlich zu einem neueren Text und werden wieder eingereiht.

Die folgenden Zeilen passen ganz gut zu dem gestrigen Beitrag "Grenz-Verlust", in der SprechLichtung, und gehen sogar noch ein wenig Tiefer ins Gemüt und sie sind auch das Sprache gewidmet. In Das ich ja hier in diesen Blogs ein wenig Aufrichtung, Aufklärung und Erweiterung finde, und Das hier auch ein wenig Heimat findet, solange Es das braucht: Das Sprache ist doch gerechtfertigt, oder?
Geschlechtsmerkmale auf sexuell nicht tätiges und "seiendes" zu drucken, finde ich immer mehr unzulässig, sogar verstörend. Haben unsere deutschen Vorfahren zwar irgendwann einmal so angefangen und die Nachfahren, also auch Wir, haben das bisher unhinterfragt übernommen, aber das muss ja nicht so bleiben. Also ich fang' hier mal damit an, diese sexuellen Anmachen auf A-Sexuelles aufzugeben. Und das mache ich gerne nach, weil, soweit ich das mitbekomme, haben es andere Sprachen nie getan oder inzwischen auch bereinigt.

So, aber jetzt zu den etwas - nur etwas - älteren Zeilen, die zur Aktualität immer noch passen. Es waren Kommentare, die ich zu zwei BlogBeiträgen im FAZ.Net abgegeben habe.
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"KaufHaus" an der Gneisenaustr., in Berlin-Kreuzberg
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Im ersten Blog ging es um die "Hausordnung", um die Einhaltung von Regeln und/oder dem Umgang mit ihnen. Selbstverständlich haben sowohl die Autorin als auch einige Kommentatoren das "typisch deutsche" herausgestellt: Regelwut, Ordnungswahn und Unbeweglichkeit. Aber ist das wirklich typisch Deutsch und, ist das schlecht?
Wenn Mensch die Erfolge misst - sowohl die Sprach-Erfolge, als auch die wirtschaftlichen - und die Misserfolge dagegen abwägt, dann komme ich, ob dieser hartnäckigen Klischees arg ins grübeln, daher schrieb ich:

Ziemlich viel Deutsch hier! Und selbstverständlich schlägt der "Deutsche" gerne auf-s-ich ein, Deutsche schlagen, ist also immer noch modern, und ich hoffte, dass Wir Deutsche das endlich den nicht-Deutschen überlassen haben, die Briten sind besonders gut im Deutschen-Bashing, Sauerkraut und Panzer sind dort beliebte Schlagmaterialien, aber was die können, können die deutschen Menschen auch selbst, also vor den Spiegel oder auch die Tastatur und auf und an dem Selbst herumgequengelt und genörgelt. Was haben Sie da draussen und da vorne, vor ihren Flimmerkisten für ein Problem mit dem Deutsch-Sein? Was ist daran schlecht? Und was ist am Belgisch-sein, oder Französisch-sein, oder Russisch-sein, oder Chinesisch-sein, oder Nigerianisch-sein, oder Chilenisch-sein, oder ..., besser? Deutsch-Mensch-sein ist doch schön, oder wollen sie lieber Mars-Mensch-sein? Gut, zu meckern gibts immer was, stimmt schon, wer ist schon jemals zufrieden mit irgendwas, aber ein wenig Abwechslung von der dauernden Deutsch-sein-Verzweiflung und Deutsch-sein-Anklage, wäre schon mal ein kleiner Fortschritt im Selbst-Sein; aber Vorsicht beim ablegen des Deutsch-sein-Grusels, wenn die Maske mal gefallen ist und Eines im Spiegel plötzlich "nur" einen Menschen erkennt, erschrickt Eines oft, vor der Freiheit, die Eines dann gewahr wird. Freiheit kann auch erschrecken, wenn Mensch erst mal nichts damit anzufangen weiss. Dann doch lieber Deutsch-sein und weiter auf dem Deutsch-Selbst rumhacken, oder? Sie könnten ja mal einen Blog-Beitrag schreiben, zum Thema Deutsch-sein, mit der Antwort auf die Frage: Was ist genau dieses Deutsch-Mensch-sein?, im Vergleich z.B. mit dem Malayisch-Mensch-sein, das wär doch mal was. Das gäb eine fette Diskussion!

Die Blog-Autorin schrieb in dem Beitrag auch vom: "... Staub saugen ...".
Eine Kommentatorin wiess sie zurecht und schrieb, korrekt werde das Verb: "staubsaugen" geschrieben. Womit die Hausordnung wieder gerade gerückt wurde, oder?
Ich schrieb daraufhin:

Und an die "Duden-Redaktion" noch ein kleiner Nachschub: Staubsaugen und Staub saugen und staubs augen und auch St. aubs Augen, sind alles sehr verständliche und lesbare Tätigkeitsbeschreibungen, also keine Angst vor neuen Schreibformen, Hauptsache ist doch, dass das Angesprochene/-geschriebene erkennt, um was es geht, in diesem Sinne: St.a-Ub.sa(u)gen Sie weiter, muss ja sein: aus Staub sind Wir, zu Staub werden Wir; also Herr/Frau Nachbar, nicht vor der RaumZeit zerfallen, sonst kommen Sie zu früh in den Beutel.

Was die Kreativität und die Regularität - die das Schöpferische angeblich hemmt - angeht, ist fast alles schon gesagt: Ohne geht es nicht, weil Wir sonst ALLE zerfallen, es kommt also nur darauf an, sie so zu formulieren und zu gestalten, dass Uns die Freiheit der Mit-Gestaltung nicht zugetextet und verregelt wird.

Warum gibt es überhaupt Regeln und Gesetze?

Ich nehme an, weil die Lebendigkeit und damit auch Wir Menschen, ohne Gesetze und Strukturen nicht -Da wären- (DaSein), dafür reicht mir ein Blick in die Standardwerke der Naturwissenschaften.
Und weil ALLE Lebendigkeit auf dem Vorhanden-Sein, sowie der Einhaltung von Gesetzen beruht, - darin ist auch das kleine FreiRaumZeit für Neugestaltung und Umformung (Chaos oder auch Zufall; als innere Handlung auch das Zweifeln) zu finden, denn auch das ist ein Gesetz - finde ich es ein wenig schäbig, auf die Menschen (herab?)zuschauen, die die Regeln einhalten und sie auch einfordern.
Überheblichkeit ist kein Zeichen von besonderer schöpferischer Kraft, damit rede ich den Nörglern und Recht(e-in)habern nicht das Tun gut, aber ich hole Sie auf dasSelbe Niveau, auf dem Sie und Oliver-August Lützenich sind, und versuche eine Einigung oder Veränderung, die jede Regel zulässt zu erreichen.
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