Samstag, 5. Januar 2013

Wir sind das gemeine.

Vom WortUrsprung ist das Gemeine das AllGemeine, das Gemeinschaftliche, ist Jenes, das Allen zusteht, das miteinander getauscht wurde, von ein-Es zu ander-Es und weil es kein-Es ganz und gar besass, war es den einzeln-Es nicht wichtig, es war eine unwichtige Tauschware, so ging das Gemeine vor der Ware unter, denn die Ware war was besonderes, nur für-s ich, ganz alleine und das ist bis Heute so, auch wenn selbst das Eigene Heute oft gemein behandelt wird, ist ja oft auch austauschbare Massenware, auch wenns [ge]mein ist.

Aber trotzdem bleibt die Frage:
Warum wird das Gemeine privatisiert?
Warum wird eine Notwendigkeit für Alle Mitglieder einer Gemeinschaft, in die Hände von Einzelnen oder Wenigen gelegt? Land, Flüsse, Seen, Behausungen, Strassen, Energie, Nahrung, Kleidung, Bildung, Fortschritt, alles in die Hände von Wenigen, damit Diese das verwalten, erhalten, weiter ausbauen und auch davon profitieren. Das sind die Fakten, Menschenweit, bis auf ganz wenige Menschengruppen, die noch GemeinEigentum kennen und gemeinsam pflegen. 

Aber das ist wohl nur in diesen kleinen und abgeschiedenen Gebieten möglich, je mehr Menschen eine Gemeinschaft bilden, umso mehr wird kapitalisiert und privatisiert. Mensch lagert gerne aus, gibt gerne aus der Hand, um die Hände frei zu haben. Für was.

Ist da im Moment und vor allem in Europa, eine Gegenbewegung erkennbar, dass also das Privatisierte wieder in Gemeineigentum zurück übernommen wird: m.a. auch die Wasserversorgung, Stromnetze und "ShareEconomy"?

Oder ist das nur ein persönlicher Wunsch, der aus einem persönliche Mangel an Eigentum entsteht, also: Weil Oliver-August Lützenich kein Haus und kein grosses Bankkonto habe, wünsche ich die Re-Privatisierung der natürlichen und von Menschenhand erschaffenen Erzeugnisse? Was ist Entwicklung und was ist Egoismus?
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Ein aktuelles Standbild vom Berliner KuDamm.
Der grüssende Zipfelmütz, der sitzen müss,
so mitten drinn, zwischen den Bahnen.
Korrespondiert mit dem aktuellen
Beitrag in der SprechLichtung.
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Ich weiss es noch nicht, aber *ich arbeite daran, es heraus und herein zu finden. Denn, es ist mir schon wichtig, zwischen einer persönlichen und einer äusseren Erregung zu unterscheiden.
Wie sagte Claude Lévi-Strauss: "Nur die Unterschiede ähneln sich."

Und wie viel bin Oliver-August Lützenich und wieviel ist die UmWelt in mir?
Da gilt es eine klar erfühlbare und erkennbare (Bewusst-Sein) Grenze zu erregen und zu spüren, sonst verschwimme ich im gemeinen DaSein. Aber genug des ganz persönlichen, zurück zum Geneinen.

Was braucht es, dass Wir das Gemeine als wichtig, ja sogar als Selbst-Begründend anerkennen, was Es ja ist. Wenn Wir also anerkennen, Was ist. Und nicht weiterhin nur einen Schein erkennen, der unklar ist, aber der zum milden überleben bisher reicht.

Was könnten Wir alles erreichen und tun, wenn Wir das spüren und fühlen Was ist, statt meist nur anzunehmen, was Uns so scheint, wie es ist, ist doch so, oder?

Ist das Gemeine vom Schein überstrahlt?
Menschen bringen einander wegen dem Schein um, weil das Andere anders scheint, als Mensch Selbst, weil es zu einem anderen Schein betet, von einem anderen Schein abstammt, oder einfach nur anders erscheint, als Mensch selbst, schwupps wird die Aggro-Kiste aufgemacht und draufgehauen, hier in EU meist nur lautlich, sogar nur innerl-ich, aber woanders wird auch schon mal die Kanone geladen, um das "fremde" Schein zum erlöschen zu zwingen, das ist gemein, aber das ist es eben.

Wann ist das Gemeine das Besondere, das zählt und für Uns wichtig und schützenswert ist, etwas, das eben Uns alle ausmacht und Uns allen gehört: die allgemeine Lebendigkeit!
Das DaSein.

Das Jedes von Uns ausmacht und Uns gehört und nicht von eines ander-Es so einfach ver- oder gar zerstört werden darf, auch oder gerade, wenn Es anders scheint, anders Erscheint, als Mensch Selbst.
Banal, denken Sie.

Na, dann lesen Sie mal Zeitung oder schauen etwas genauer hin, dann werden Sie *mir vielleicht zustimmen, dass das zwar banal sein mag, aber deswegen eben auch alltäglich.
Das Gemeine gilt wenig, da trampeln Wir drauf herum, ohne zu erkennen oder gar zu begreifen, dass Wir Selbst ebenfalls Gemein sind und wie heisst ein weitverbreiteter Menschenspruch:
Was Du nicht willst, dass Mensch Dir tut, das füg auch keines ander-Es zu.

Aber gut, lassen Sie Uns weiterhin zueinander und drumherum Gemein sein.
Ist doch wurscht!
Das jed-Es etwas besonderes ist, uns das also Allen gemein[sam] ist, und somit auch schützenswert, das sollen dann die Maschinen als Verbesserung des und im DaSein entwickeln, Wir können das nicht mehr.
Scheinbar.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Nur ein Mensch!

Weil der unten erwähnte Film nun auch ins Fernsehen kommt, zumindest hier in D, habe ich diesen Beitrag aus den Tiefen der SprechLichtung hier an die Oberfläche der Verantwortung geholt, abgelegt, noch ein paar Worte der persönlichen Einordnung hinzugefügt und mit einem aktuellen Bild versehen.

Manch-Es nennt Oliver-August Lützemich, aufGrund der Texte, aufGrund der Themen und der Dringlichkeit darin: naiv (gerne auch unter- oder überfordert, je nach Wissens- und Sichtstand, aber naiv ist das häufigste), bitte; bisher habe ich das stets zurückgewiesen, inzwischen aber gebe ich zu, dass die Weltsorge eines Einzelnen, dass also die Menschheits- Befasstheit eines / von Einzelnen naiv klingt.
Ist?

Von eines einzeln-Es kleines Mensch!
Die Sicht- und Gefühlslage also, eines weithin wieder unbefangeneren, eines nach allen Richtungen noch oder wieder offenen Menschen, ist vielleicht naiv? Naiv, was meist auf ein Kind zutrifft. Da *ich keines mehr bin und schon ziemlich viel erfahren / [v]erlebt bin, habe ich diese Zuschreibung bisher also immer zurückgewiesen, bis *ich die nachfolgende Rezension in die Hände bekam.
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Winterliche Gewitterstimmung mit Sonnenlücke
über dem Urbanhafen in B-Kreuzberg.
Und dieses Bild hat ja nun gar nichts mit dem
umgebenden Text zu tun; na ja, vielleicht doch?
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Aus der Kritik des Films: "A single man", von Tom Ford, aus der Süddeutschen Zeitung, vom 07.04.2010, geschrieben von dem inzwischen, viel zu früh, verstorbenen Michael Althen.

"... doch dann erwacht er aus diesem Albtraum in einen weiteren Tag, dem er durch seine Gewohnheiten und Rituale eine weiterhin perfekte Form zu verleihen versucht, obwohl ihm doch der Inhalt längst abhanden gekommen ist. ... wie jemandem, dem die Wahrung der Fassung zur zweiten Natur geworden ist, dem der Sinn hinter den Dingen {längst} entglitten ist. {Und dann erwacht Er also aus diesem AlpTrauma der Vergangenheit, der Verluste, Schläge und Ängste, die Er darin erlitten hat und ...}
... schafft es, durch diese Welt zu wandeln und sie mit einer Zärtlichkeit zu berühren, die aus dem Wissen um die flüchtige Schönheit der Dinge rührt und aus der Trauer, bei der Berührung nichts mehr zu empfinden."

Der letzte Satz ist ganz wundervoll! {Diese Klammern habe *ich eingefügt.} Besser hätte *ich von *mir nicht erzählen können, in aller Kürze. Da fallen Hemmungen, Schmerzen, Vorwürfe, Scham, Schande, Versagens-Ängste und ganze Panikwolken von Eines ab, wie die Blätter von den Bäumen im Spätherbst; und plötzlich ist alles (wieder) so Erreichbar, Beweglich, Neu und Jung, was vorher so AltBekannt, so Zugestellt, so Unveränderlich oder Unzugänglich erschienen war.

Ist es da verwunderlich, dass dann das DaSein, die Welt, ja das gesamte SEIN bedeutend ist; mit jedem Körnchen mehr Freiheit noch bedeutender wird, wenn Alles, trotz der Grösse, trotz der Erhabenheit, trotz der - alle und jede - Phantasie sprengenden Ausmasse und Einflüsse, für ein kleines unbedeutendes Selbst, wie Oliver-August Lützenmich, wichtig ist?

Mit jedem von / vor *mir fallenden Blatt an Wichtigkeit zunimmt?

Also gut, dann bin *ich also Spät-Naiv, ein spätnaiver, weil *ich es als Kind vielleicht nicht ausleben durfte, es aber in *mir steckte und stecken blieb, diese Offenheit, diese NeuGier, dieses DaSeins-Interesse, auch diese Einbettung im SEIN, Und diese Zuständigkeits-Erklärung für das: Was ist?
Für das, was *ich Selbst auch bin: 1 Mensch.
Nur ein-Es.
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